
Spanien- Basiszins: 1,90%
- Aktionszins: 3,40% - gilt für die ersten 4 Monate

Estland- Basiszins: 2,05%
- Aktionszins: 3,25% - gilt für die ersten 4 Monate

Deutschland- Basiszins: 1,00%
- Aktionszins: 2,75% - gilt für die ersten 6 Monate
Auf einen Blick
Um im zweiten Halbjahr 2026 die Kaufkraft Ihres Geldes zu schützen, reicht Tagesgeld voraussichtlich nicht aus. Es gibt aber Alternativen.
Mit den steigenden Preisen wird der Vermögenserhalt 2026 schwieriger. In diesem Beitrag stellen wir die wenigen Sparkonten vor, die aktuell eine ausreichende Verzinsung bieten – und ein paar Alternativen, mit denen Sie ebenfalls die Inflation schlagen oder zumindest ausgleichen können.
Im April verteuerten sich Waren und Dienstleistungen laut Statistischem Bundesamt hierzulande um schätzungsweise 2,9 Prozent auf Jahressicht. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet das Ifo Institut mit ebenfalls 2,9 Prozent. Bezogen auf die ganze Eurozone ging die EZB zuletzt von 2,6 Prozent aus. Diese Zahl stammt aber noch aus dem März, könnte also noch nach oben korrigiert werden. Alle Prognosen sind mit besonderer Vorsicht zu genießen, weil die Preisentwicklung stark vom aktuellen Weltgeschehen abhängt.
Entsprechend gehen wir davon aus, dass Sparerinnen und Sparer dieses Jahr eine Rendite von wenigstens drei Prozent brauchen, um die Inflation – vor Steuern – zu schlagen. Das heißt: Wer zur Jahresmitte 10.000 Euro anlegt, sollte bis Jahresende wenigstens 150 Euro an Zinsen bekommen. Mit einem einzelnen Tagesgeldkonto ist das derzeit nicht möglich – auch dann nicht, wenn man die Aktionszinsen für Neukunden von oft über drei Prozent berücksichtigt. Sie gelten schlicht nicht lange genug.
Weil die weitere Preisentwicklung so unsicher ist, haben wir für die folgende Liste nur Konten ausgewählt, die eine feste Anlage von höchstens drei Jahren voraussetzen. Unter dieser Bedingung lassen sich die geforderten 150 Euro lediglich mit wenigen Konten realisieren:
| Konto | Zinssatz | Rendite (6 Monate)* |
| J&T Direktbank: Festgeld | 3,20 % für 2 oder 3 Jahre | 160,00 € |
| J&T Direktbank: Festgeld | 3,10 % für 1,5 Jahre | 155,00 € |
| VUB: Festgeld (Check24) | 3,05 % für 2 Jahre | 152,50 € |
| BBVA: Girokonto | 3,00 % für 6 Monate | 150,94 € |
| J&T Direktbank: Festgeld | 3,00 % für 1 Jahr | 150,00 € |
| VUB: Festgeld (Check24) | 3,00 % für 1 und 1,5 Jahre | 150,00 € |
Leider verfügt kein einziges der genannten Konten über eine Einlagensicherung auf dem Niveau der deutschen. Es gibt aber noch weitere Alternativen:
Das Festgeld von willbe mussten wir kurzfristig von der Liste streichen. Der liechtensteinische Vermögensverwalter legt seine Zinsen jeden Tag neu fest. Zuletzt sind sie für die gesuchten Laufzeiten von bis zu drei Jahren auf knapp unter drei Prozent gefallen. Erwähnenswert ist willbe dennoch und das nicht nur, weil die Zinsen genauso schnell wieder steigen könnten. Das Angebot ist auch hinsichtlich der Sicherheit den zuvor erwähnten Angeboten vorzuziehen:
Liechtenstein verfügt über ein AAA-Rating bei allen großen Agenturen. Zum Vergleich: Die J&T Direktbank ist an die tschechische Einlagensicherung angeschlossen (S&P-Rating: AA-), die BBVA an die spanische (A+), und die VUB an die slowakische (A+).
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Bei drei Jahren Laufzeit zahlt Ferratum bis zu 3,20 Prozent Jahreszinsen, also genauso viel wie die J&T Direktbank. Das Angebot steht nur deshalb nicht in der Liste, weil es an die maltesische Einlagensicherung angeschlossen ist. S&P bewertet Malta nur mit A-. Ginge man allerdings nach der Einschätzung der Ratingagentur Fitch, wäre Malta als Anlageland immerhin genauso verlässlich wie Spanien oder die Slowakei (das Rating hier: A+).
Das Angebot der J&T Direktbank ist aber auch beim Zins einen Tick besser: Dieser wird hier nämlich jährlich ausgezahlt und kann so direkt wieder angelegt werden. Bei Ferratum gibt es die Zinsen erst am Laufzeitende – ohne Zinseszins.
Allgemein steigen die Zinsen derzeit. In ein paar Monaten könnte es also noch bessere Angebote als heute geben. Wer den Aufwand nicht scheut, kann sich dafür bereits heute mit den derzeit besten Neukundenangebote für Tagesgeld in Stellung bringen, etwa bei Consorsbank oder Suresse Direkt Bank (mit je 3,40 Prozent).
Wer das Geld spätestens nach Auslaufen der Aktionszinsen auf ein Konto mit ähnlich guten Zinsen umzieht, sichert sich vermutlich bis zum Jahresende durchgehend über drei Prozent.
Ebenfalls als sehr sicher gelten Anteile von Genossenschaftsbanken, da sie über die Institutssicherung der Banken theoretisch in unbegrenzter Höhe geschützt sind. Die Renditen sind teilweise sogar zweistellig. Allerdings sind die Anlagebeträge meist stark begrenzt oder an den Kundenstatus gebunden. Das klassische Beispiel für eine Beteiligung ohne besondere Einschränkungen bietet die Münchener Hypothekenbank, die seit Jahren zuverlässig vier Prozent Dividende auf ihre Anteile zahlt.
Es gibt dabei zwei entscheidende Nachteile: Erstens ist die Rendite nicht garantiert, sondern abhängig von der Geschäftsentwicklung. Zweitens ist die Kündigungsfrist mit einem Jahr sehr lang. Wer hier anlegt, sollte also besser ein langfristiges Investment in Auge fassen.

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