

Auf einen Blick


Bei den beliebtesten Geldanlageformen liegt der Bausparvertrag hierzulande auf Platz sieben – gleichauf mit Aktien und vor Riester-Rente und festverzinslichen Wertpapieren. Das Girokonto hält nach wie vor die Spitzenposition als beliebteste Geldanlage der Deutschen, gefolgt von Sparbuch, Investmentfonds, Tagesgeld, Renten-/Kapitallebensversicherungen und Immobilien.
Das Sparverhalten der Menschen in Deutschland zeigt sich damit weiterhin stabil – und bleibt auf hohem Niveau. Das belegt eine aktuelle, jährlich durchgeführte Umfrage des Marktforschungsunternehmens Kantar im Auftrag des Verbands der Privaten Bausparkassen: Während sich die Rangfolge der beliebtesten Geldanlagen insgesamt kaum verändert, gibt es bei einzelnen Anlageformen spürbare Verschiebungen: Investmentfonds und Bausparverträge gewinnen an Bedeutung, während Tagesgeld etwas seltener genannt wird. Viele Sparer setzen damit auf Sicherheit, denken zugleich aber stärker an die langfristige Vorsorge und die Finanzierung von Wohneigentum.

Mit anderen Anlageformen lassen sich zum Teil weit bessere Renditen erzielen, wie zum Beispiel mit ETF-Sparplänen. Aber auch Tagesgeld oder Festgeld sollte man nicht außer Acht lassen – denn beides ist genauso sicher wie Bausparen.
Kurz gesagt: Ein Bausparvertrag eignet sich als Geldanlage vor allem dann, wenn staatliche Förderungen und Arbeitgeberzuschüsse genutzt werden können – als renditestarke Geldanlage ist er hingegen ungeeignet.
Ein Bausparvertrag macht Sinn, wenn man in einigen Jahren den Kauf oder Bau einer eigenen Immobilie plant. Denn damit lassen sich niedrige Darlehenszinsen für die Zukunft sichern, Geld für den Traum vom Eigenheim ansparen und dabei oftmals noch staatliche Fördermittel einstreichen. Man kann einen Bausparvertrag aber auch nur zum Sparen nutzen. Ob das allerdings sinnvoll ist, sollte vorher gut überlegt sein. Denn schließlich ist die Guthabenverzinsung in der Sparphase eher dürftig und in der Regel wesentlich geringer als marktüblich.
Biallo-Lesetipp: Ob sich ein Bausparvertrag tatsächlich lohnt, hängt stark von den eigenen Zielen und der persönlichen Situation ab. In unserem Ratgeber erfahren Sie, wann ein Bausparvertrag sinnvoll ist – und wann eher nicht.
Trotz der geringen Guthabenzinsen kann ein Bausparvertrag dennoch eine sinnvolle Geldanlage sein – und zwar dann, wenn man die staatliche Förderung beim Bausparen nutzt, besonders auf Sicherheit bei der Geldanlage bedacht ist und man für Investitionen wie den Kauf, Bau oder die Sanierung einer Immobilie vorsorgen möchte. Voraussetzung ist, dass eine möglichst niedrige Bausparsumme gewählt wird. Denn dann fällt die Förderung mehr ins Gewicht. Möglicherweise ist ein Bausparvertrag auch eine Alternative zum Geldgeschenk zur Konfirmation oder Firmung.
Einige Bausparkassen bieten spezielle Jugendtarife mit zeitlich begrenzten Boni oder Gebührenerstattungen an. Die genauen Konditionen unterscheiden sich je nach Anbieter und Tarif.
Staatliche Förderungen können die niedrigen Guthabenzinsen eines Bausparvertrags teilweise ausgleichen. Welche Zuschüsse dabei eine Rolle spielen, hängt vor allem vom Einkommen und der persönlichen Situation ab.
Biallo-Lesetipp: Welche Zuschüsse es konkret gibt und wer davon profitiert, erklären wir ausführlich in unserem Ratgeber zur staatlichen Förderung beim Bausparen.
Sowohl die Arbeitnehmersparzulage als auch die Wohnungsbauprämie sind an Einkommensgrenzen gebunden. Deshalb kommt ein Bausparvertrag als Geldanlage vor allem für Geringverdiener wie Auszubildende, Studierende und Berufsanfänger in Frage. Seit 2024 kommen wieder mehr Menschen in den Genuss der Förderung, denn die Einkommensgrenzen der Arbeitnehmersparzulage wurden seitdem deutlich angehoben. Die Grenzen liegen jetzt bei 40.000 Euro zu versteuerndes Jahreseinkommen für Alleinstehende und 80.000 Euro für Verheiratete. Auch als Geldanlage für Kinder zwischen 16 und 25 Jahren kann ein Bausparvertrag aufgrund der staatlichen Förderung gut genutzt werden.
Am meisten Förderung gibt es für das Riester-Bausparen (Wohn Riester). Die Riester-Zulagen erhalten alle, die in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen. Auch Beamte und Berufssoldaten dürfen “riestern”. Förderberechtigte Bausparer erhalten die Zulagen sowohl in der Ansparphase als auch in der Darlehensphase.
Wohn-Riester ist keine klassische Geldanlage, da das angesparte Kapital zweckgebunden ist und im Alter nachgelagert versteuert wird.
Vor allem junge Menschen mit geringem Einkommen profitieren von der Bausparförderung, wie dieses Beispiel zeigt:
Ein 16-Jähriger schließt zum Beginn seiner Ausbildung einen Bausparvertrag mit einer Bausparsumme von 25.000 Euro ab, den er monatlich mit 122,50 Euro eigenem Geld bespart. 40 Euro im Monat kommen vom Arbeitgeber als Vermögenswirksame Leistung (VL) hinzu. Weil er in der Ausbildung noch wenig verdient, liegt er unter allen Einkommensgrenzen und ist damit förderberechtigt. Unter Berücksichtigung aller Gebühren, Prämien, Zinsen und Zulagen steht ihm nach rund sieben Jahren ein Bausparguthaben von 13.603 Euro zur Verfügung und er hat Anspruch auf ein Bauspardarlehen über 11.397 Euro. Insgesamt hat er 4.178 Euro an Förderung und Bonus erhalten.
Guthaben | Betrag |
|---|---|
| Eigener Sparbeitrag | 9.678 € |
| VL (40 Euro monatlich) | 3.160 € |
| Guthabenzinsen | 192 € |
| Bonus für junge Leute | 200 € |
| Arbeitnehmersparzulage | 284 € |
| Wohnungsbauprämie | 534 € |
| Bausparguthaben am Ende der rund siebenjährigen Sparphase | 13.603 € |
In der aktuellen Zinslandschaft bieten einige Banken für VL-Banksparpläne höhere Guthabenzinsen als klassische Bausparverträge. Je nach Anbieter und Marktlage kann sich ein Banksparplan daher rechnerisch stärker lohnen. Allerdings erhält man mit einem Bausparvertrag gleichzeitig auch noch die Option auf ein zinsgünstiges Bauspardarlehen nach der Ansparphase, bei einem Banksparplan nicht.
Biallo-Lesetipp: Seit der Zinswende greifen viele Bausparer verstärkt auf günstige Darlehen aus älteren Verträgen zurück. Welche Folgen das für den Markt hat, lesen Sie in unserer aktuellen News „Bausparer rufen vermehrt Darlehen ab“.
Kurz erklärt: Bausparen als Geldanlage
Ein Bausparvertrag ist keine klassische Geldanlage mit hoher Rendite. Er kann sich vor allem dann lohnen, wenn staatliche Förderungen genutzt werden und Sicherheit wichtiger ist als Rendite.
Bausparerinnen und Bausparer sollten auch an den Freistellungsauftrag für Zinseinkünfte denken. Denn auf diese Kapitalerträge fällt Abgeltungsteuer an. Mit einem Freistellungsauftrag können sie sich von der Abgeltungsteuer befreien lassen.
Die Ansparphase des Bausparvertrags entspricht einem Sparplan, Bausparerinnen und Bausparer zahlen einen Teil der vereinbarten Bausparsumme in monatlichen Raten auf das Bausparkonto ein. Die auf diese Weise angesparte Summe wird mit einem vertraglich festgelegten Zinssatz verzinst. Vermögenswirksame Leistungen, staatliche Zuschüsse und Sonderzahlungen oder auch Jugendbonus können das Guthaben zusätzlich erhöhen, wie unser Rechenbeispiel zeigt.
Für junge Bausparer und Geringverdiener bietet ein Bausparvertrag zum Sparen einige Vorteile. Aber es gibt für sie dabei auch Nachteile, die nicht außer Acht gelassen werden sollten.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
|
|
Zum Vermögensaufbau, zum Einstieg, zum Bauen oder zum Sanieren bieten Bausparkassen unterschiedliche Tarife an. Ein Vergleich hilft dabei, die Konditionen richtig einzuordnen und einen passenden Bausparvertrag zu finden. Nutzen Sie unseren Bausparvertrag-Vergleich und sehen Sie auf einen Blick, welche Angebote zu Ihren Zielen passen.
Ein Bausparvertrag eignet sich nur eingeschränkt als Geldanlage, wenn keine staatlichen Förderungen genutzt werden können oder eine möglichst hohe Rendite im Vordergrund steht.
Viele Anleger fragen sich, ob sich ein Bausparvertrag auch ohne konkretes Bauvorhaben lohnt. Die wichtigsten Antworten rund um Rendite, Förderung und Alternativen finden Sie hier kompakt zusammengefasst.
Ein Bausparvertrag ist keine klassische Geldanlage mit hoher Rendite. Er eignet sich vor allem als sichere Sparform, insbesondere wenn staatliche Förderungen oder Vermögenswirksame Leistungen genutzt werden können.
Bausparen lohnt sich vor allem für junge Menschen, Geringverdiener und Förderberechtigte. Entscheidend ist, dass staatliche Zuschüsse im Verhältnis zur Sparleistung möglichst hoch ausfallen.
Die Guthabenzinsen eines Bausparvertrags liegen meist unter dem Marktniveau. Die effektive Rendite entsteht vor allem durch staatliche Förderungen und Arbeitgeberzuschüsse.
Für höhere Renditechancen eignen sich beispielsweise ETF-Sparpläne oder Aktiendepots. Wer hingegen maximale Sicherheit sucht, kann Tages- oder Festgeld in Betracht ziehen.
Wohn-Riester ist keine frei verfügbare Geldanlage. Die Förderung ist an selbstgenutztes Wohneigentum gebunden und die geförderten Beträge müssen im Alter nachgelagert versteuert werden.
Mit dieser Checkliste prüfen Sie schnell, ob ein Bausparvertrag für Sie als Geldanlage infrage kommt. Je mehr Punkte Sie abhaken können, desto sinnvoller kann Bausparen für Sie sein.
Faustregel: Ein Bausparvertrag lohnt sich als Geldanlage vor allem dann, wenn staatliche Förderungen und Arbeitgeberzuschüsse einen großen Teil der Rendite ausmachen.
In unseren Ratgebern rund um Bausparen erfahren Sie, wann sich ein Bausparvertrag lohnt, welche Förderungen möglich sind und wie Sie passende Tarife vergleichen:

