So geht VL-Sparen mit ETFs

Vermögenswirksame Leistungen So geht VL-Sparen mit ETFs

Max Geißler
von Max Geißler
15.04.2019
Auf einen Blick
  • Vermögenswirksame Leistungen (VL) erfreuen sich bei Arbeitnehmern großer Beliebtheit. Langfristig lässt sich damit ein kleines Vermögen aufbauen.

  • Die bisher beliebten Banksparpläne haben aufgrund der anhaltenden Zinsdürre allerdings deutlich an Attraktivität verloren. Als Alternative bieten sich Fondssparpläne an.

  • Die Laufzeit der Sparpläne beträgt sechs Jahre plus Wartezeit bis Jahresende. Danach kann der Arbeitnehmer über das Kapital verfügen oder den Sparplan weiter betreiben. 

  • Sinnvoll ist es, ETFs für die langfristige Altersvorsorge zu nutzen. Durch den sogenannten Cost-Average-Effekt werden Kursschwankungen auf lange Sicht ausgebügelt.
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Rund 13 Millionen Beschäftigte in Deutschland sparen mit Vermögenswirksamen Leistungen (VL). Dazu zahlen sie bis zu 40 Euro monatlich in einen Spar- oder Kreditvertrag ein. Die Höhe der Zuwendung ist bei vielen Berufsgruppen im Tarifvertrag geregelt. Es können aber auch individuelle Regelungen im Arbeitsvertrag getroffen werden.

Vermögenswirksame Leistungen dienen dem Ansparen von Kapital zur späteren, individuellen Nutzung oder werden im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge zum Aufbau einer Zusatzrente gewährt. Liegt das Einkommen unterhalb bestimmter Einkommensgrenzen, spendiert der Staat zusätzlich Prämien. Sparfüchse können bis zu drei verschiedene Fördermittel gleichzeitig kassieren. Das Problem: Die bisher beliebten Banksparpläne sind wegen akuter Zinsdürre kaum noch empfehlenswert. Interessant sind heute andere Optionen: ETF-Sparplan und Tilgung eines Immobilienkredits.

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Funktionsweise des VL-Sparens

Arbeitnehmer wählen selbstständig den Durchführungsweg für ihre Vermögenswirksamen Leistungen. Nicht selten hat aber auch der Arbeitgeber einen bestimmten Durchführungsweg fest verankert. Möglich sind Einzahlungen in Banksparpläne, Fondssparpläne, Bausparverträge, Hypothekendarlehen und Lebensversicherungen (im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge).

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Rahmenbedingungen

Eine Kopie des abgeschlossenen VL-Vertrages wird an den Arbeitgeber weitergeleitet. Der Chef überweist das Gehaltsextra direkt an den Anbieter, eine Auszahlung an den Arbeitnehmer ist nicht möglich. Die Sparzeit beträgt sechs Jahre. Nach der letzten Rate folgt eine Wartezeit bis zum Jahresende, anschließend können Arbeitnehmer frei über das Kapital verfügen. Während der Sparzeit muss regelmäßig Geld in den Vertrag fließen.

  • Biallo-Tipp: VL-Sparverträge lassen sich hintereinander koppeln. So können die Geldgeschenke des Arbeitgebers regelmäßig angelegt werden. Dazu müssen Sparer während der Wartezeit des ersten Vertrags einen Folgevertrag abschließen. Dann können die Zahlungen vom Chef nahtlos auf den neuen Vertrag übergehen.

Ausnahme Betriebliche Altersvorsorge: Einige Tarifverträge, beispielsweise bei der IG-Metall, binden die VL an die betriebliche Altersvorsorge. Für solche Verträge gilt die sechsjährige Sparzeit nicht. Einzahlungen erfolgen zumeist in Lebens- und Rentenversicherungen. Auszahlungen sind grundsätzlich erst im Rentenalter möglich. Ähnliche Bestimmungen gelten auch in der Holz- und Kunststoffindustrie sowie im öffentlichen Dienst.

  • Biallo-Tipp: Seit 2009 können VL auch zur beruflichen Weiterbildung genutzt werden.

Sparrate, Laufzeit und Sozialabgaben

Laufzeit und Raten sind bei VL-Sparplänen überschaubar. In der Regel zahlt der Arbeitgeber vollständig die Sparraten. Sind die monatlichen VL des Arbeitgebers zu niedrig, um den gewählten Sparplan zu bedienen, lohnt es sich, die Sparrate aus eigenen Mitteln aufzustocken. Erfordert zum Beispiel ein Sparplan eine Mindestrate von 50 Euro und erhält ein Angestellter nur 30 Euro VL-Zuschuss, so kann er 20 Euro aus Eigenmitteln drauflegen.

Unabhängig von den VL des Arbeitgebers empfiehlt sich die Erhöhung der Sparrate, denn der Staat belohnt Einzahlungen in VL-Sparverträge bis zur geförderten Höchstgrenze mit zusätzlichen Geldprämien.

Nachteil: Vermögenswirksame Leistungen des Arbeitgebers sind steuer- und sozialabgabenpflichtig.

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Staatliche Förderung

Besonders attraktiv ist das VL-Sparen, wenn neben den Geldleistungen des Arbeitgebers Anspruch auf staatliche Fördermittel besteht. Der Staat gewährt Prämien, wenn das Einkommen unterhalb bestimmter Einkommensgrenzen verbleibt. Zwei Förderwege sind parallel möglich: die Arbeitnehmer-Sparzulage und die Wohnungsbauprämie.

Arbeitnehmer-Sparzulage

Aktienfonds

Die öffentliche Hand gewährt die Arbeitnehmer-Sparzulage sowohl für VL-Sparpläne mit Aktienfonds als auch für Bausparverträge. Besonders attraktiv ist die Zulage für Aktienfonds, denn hier erhalten Anleger bis zu 20 Prozent Prämie auf eingezahlte VL. Wer den förderfähigen Höchstbetrag von 400 Euro pro Jahr in einen Aktienfonds einzahlt, der erhält jedes Jahr 80 Euro Sparzulage obendrauf. Für Ehepaare gelten doppelte Beträge.

  • Einkommensgrenzen: Sparzulage erhalten aber nur Arbeitnehmer, die bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschreiten. Sie betragen für Ledige 20.000 Euro und für Verheiratete 40.000 Euro zu versteuerndes Jahreseinkommen. 

Bausparverträge 

Bausparer können ebenfalls von der Arbeitnehmer-Sparzulage profitieren. Hier zahlt die öffentliche Hand pro Sparvertrag jährlich neun Prozent auf eingezahlte Sparleistungen bis zu 470 Euro, der maximale Förderbetrag liegt bei 43 Euro pro Jahr.

  • Einkommensgrenzen: Die Verdienstgrenzen liegen in diesem Fall mit 17.900/35.800 Euro (Ledige/Ehepaare) niedriger als beim Aktiensparen.

Positiv: Der Bruttoverdienst kann sowohl beim Aktiensparen wie auch beim Bausparen über den genannten Einkommensgrenzen liegen, denn Werbungskosten, Sonderausgaben und nicht berücksichtigte Kinderfreibeträge sind vom Einkommen abziehbar.

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Zulage beantragen

Die Arbeitnehmer-Sparzulage müssen VL-Sparer jährlich mit der Einkommensteuer-Erklärung beim Finanzamt beantragen. Dazu haben sie bis zu vier Jahre Zeit. Eine Bescheinigung des VL-Vertragspartners ist der Steuererklärung beizufügen. Die Auszahlung der staatlichen Förderung erfolgt nach sechs Jahren direkt auf den Sparvertrag.

  • Steuervorteil: Die Arbeitnehmersparzulage gehört nicht zu den Einkünften im Sinne des Einkommensteuergesetzes, das heißt die Zulage muss im Gegensatz zur Vermögenswirksamen Leistung des Arbeitgebers nicht versteuert werden. Der staatliche Zuschuss fließt steuer- und sozialversicherungsfrei in die vermögenswirksame Geldanlage.
  • Nachteil Banksparplan: Für verzinste Sparpläne von Banken und Sparkassen gewährt der Staat keine Arbeitnehmer-Sparzulage.

Staatliche Zulagen im Überblick

Arbeitnehmersparzulage

 

Aktienfonds

 

Einkommensgrenze

max. geförderte Einzahlungen

max. staatliche Förderung

Ledig

20.000 Euro

400 Euro

80 Euro

Verheiratete

40.000 Euro

800 Euro

160 Euro

 

Bausparvertrag

 

Einkommensgrenze

max. geförderte Einzahlungen

max. staatliche Förderung

Ledig

17.900 Euro

470 Euro

43 Euro

Verheiratete

35.800 Euro

940 Euro

86 Euro

                          Wohnungsbauprämie

 

Einkommensgrenze

max. geförderte Einzahlungen

max. staatliche Förderung

Ledig

25.600 Euro

512 Euro

45,06 Euro

Verheiratete

51.200 Euro

1.024 Euro

90,11 Euro

Quelle: eigene Recherche

Wohnungsbauprämie

Bausparer erhalten außerdem eine Wohnungsbauprämie von bis zu 45 bzw. 90 Euro im Jahr, sofern ihre Einkünfte 25.600 bzw. 51.200 Euro (Ledige/Verheirate) nicht überschreiten. Die Wohnungsbauprämie wird bereits ab einem Alter von 16 Jahren gewährt.

Allerdings gilt für Verträge seit 2009 die Einschränkung, dass die Prämie nur noch gezahlt wird, wenn das Geld für wohnwirtschaftliche Maßnahmen verwendet wird. Damit sind reine Sparverträge nicht mehr begünstigt. Wer die Wohnungsbauprämie nach Abschluss der siebenjährigen Sparphase behalten möchte, der muss eine Immobilie bauen, kaufen oder das Bausparguthaben in die Sanierung eines Objekts stecken.

Ausnahme: Für junge Bausparer bis zum Alter von 25 Jahren gilt die Einschränkung nicht. Sie müssen die Wohnungsbauprämie nicht zurückzahlen, auch wenn das gesparte Geld nach der siebenjährigen Bindungsfrist nicht in eine Immobilie fließt.

Zulagen kombinieren

Sparfüchse können alle drei staatlichen Zulagen gleichzeitig vereinnahmen. Dazu sind Einzahlungen in einen VL-Fonds und einen Bausparvertrag nötig. Alleinstehende können dadurch bis zu 167 Euro jährlich vereinnahmen:

  • 80 Euro Arbeitnehmersparzulage, Aktienfonds
  • 43 Euro Arbeitnehmersparzulage, Bausparvertrag und
  • 45 Euro Wohnungsbauprämie, Bausparvertrag.

Allerdings müssen dazu bestimmte Sparleistungen pro Jahr fließen. Die VL-Gelder des Arbeitgebers reichen für den Erhalt der vollen Zulagen nicht aus. Erforderlich sind jährliche Sparleistungen von 1.382 Euro, und zwar 400 Euro in Aktienfonds, 470 Euro in einen Bausparvertrag und 512 Euro in den Bausparvertrag.

Produkte zum VL-Sparen

Banksparplan

Wer seine Vermögenswirksamen Leistungen sicher anlegen möchte und aufgrund eines zu hohen Gehalts keine staatliche Förderung erhält, der profitiert von VL-Banksparplänen. VL-Sparpläne arbeiten in der Regel mit variablen Zinsen und Bonuszahlungen während der Laufzeit. Wenige Anbieter schreiben den Zinssatz über die gesamte Laufzeit fest. Die monatliche Sparrate ist zumeist frei wählbar.

  • Vorteile: kein Verlust möglich, gebührenfreie Geldanlage; variable Zinsen eröffnen bei steigendem Marktzins die Chance auf höhere Renditen.
  • Nachteil: Keine staatliche Förderung, begrenzte Renditeaussicht, Schlussbonus unterliegt am Sparende der Abgeltungsteuer.

Das Problem: Wegen der anhaltenden Zinsdürre sind die Renditen von VL-Banksparplänen weit in den Keller gerutscht. Viele Anbieter, vor allem Sparkassen, haben dieses Produkt inzwischen aus dem Programm genommen. Zu finden sind VL-Banksparpläne vor allem noch bei Genossenschafts- und Privatbanken. Allerdings zahlen die Geldhäuser meist homöopathische Basiszinsen von 0,1 bis 0,5 Prozent und überschaubare Bonuszinsen. Unterm Strich erzielen Anleger mit einem Banksparplan in der Regel Endrenditen von deutlich unter einem Prozent. Eine Ausnahme ist die Degussa Bank, die dank hohem Endbonus mehr als zwei Prozent Zinsen zahlt.

Beispiele:

  • PSD Bank München: Der variable Basiszins beträgt 0,08 Prozent pro Jahr, der Bonuszins drei Prozent auf eingezahlte Sparraten am Ende der Laufzeit. Daraus errechnet sich eine Durchschnittsrendite von 0,81 Prozent nach sieben Jahren Laufzeit.
  • PSD Bank Berlin-Brandenburg: Anleger erhalten Festzinsen von 0,1 Prozent im ersten Sparjahr ansteigend bis auf 0,4 Prozent im siebten Jahr. Kein Zinsbonus. Daraus errechnet sich eine Durchschnittsrendite von 0,25 Prozent nach sieben Jahren Laufzeit.
  • Degussa Bank: Der variable Basiszins beträgt 0,05 Prozent pro Jahr, der Bonuszins 11,5 Prozent auf eingezahlte Sparraten am Ende der Laufzeit. Daraus errechnet sich eine Durchschnittsrendite von 2,75 Prozent nach sieben Jahren Laufzeit.

Fondssparplan

Aktienfonds eignen sich für VL-Sparer, die chancenreich anlegen wollen und keine Kursrisiken scheuen. Die Geldanlage unterliegt börsenüblichen Kursschwankungen. Der Bankenverband rät daher, bei ungünstigem Kursstand die Fondsanteile am Vertragsende nicht zu veräußern, sondern erst nach einem Börsenaufschwung.

  • Biallo-Tipp: Aufgrund des höheren Risikos lohnt es sich, mehrere Fondssparpläne hintereinander zu betreiben, denn mit zunehmender Spardauer sinkt das Anlagerisiko bei Aktien.

VL-Fonds im Renditevergleich

Fonds

ISIN

Wertgewinn 5 Jahre

Allianz RCM Global

IE0008479408

56,6 %

DWS Global Growth

DE0005152441

40,8 %

Uni Global

DE0008491051

37,5 %

Metzler European Growth

IE0002921868

27,9 %

DWS Top Dividende

DE0009848119

25,9 %

Invesco European Core Aktien

DE0008470337

25,4 %

DWS Deutschland

DE0008490962

20,0 %

Quelle: Biallo.de/finanzen.net, Stand: Dezember 2018

Fondssparpläne funktionieren genauso wie Banksparpläne: Anleger zahlen sechs Jahre lang Geld ein, danach ruht die Anlage bis zum Jahresende. Zusätzliche Schlussboni sind nicht vorgesehen. Wertgewinne entstehen durch die Kurszuwächse der Fondsanteile. Laut Fondsverband BVI (Bundesverband Investment und Asset Management) erzielten VL-Fondssparpläne in 48 abgeschlossenen Sparplanperioden seit 1962 immerhin 7,6 Prozent Durchschnittsrendite. In sieben Fällen standen die Fonds am Ende allerdings im Minus.

Wichtig: Anleger sollten die Qualität des VL-Fonds genau prüfen. Handelt es sich um einen Top-Fonds? Zeichnet er sich durch hohe Ratingnoten, nachhaltige Wertgewinne und geringe Schwankungen aus? Risikomindernd sind breit anlegende, international oder europäisch ausgerichtete Standardwerte-Fonds. VL-Fondssparpläne gibt es sowohl bei Banken, als auch bei Sparkassen und freien Fondsvermittlern.

Vorteile: Chancenreiche Geldanlage. Berufsanfänger und Geringverdiener profitieren aufgrund des noch geringen Einkommens zusätzlich von der Arbeitnehmer-Sparzulage in Höhe von 20 Prozent der Sparleistung.

Nachteil: Rendite nicht kalkulierbar, erhöhtes Anlagerisiko.

ETF Sparplan

VL-Sparen mit Indexfonds (ETFs) funktioniert adäquat zu Sparplänen mit Aktienfonds. Der Unterschied besteht darin, dass sich die Zusammensetzung von ETFs strikt an einem festgelegten Börsenindex orientiert. Das heißt, ein Dax-ETF beinhaltet immer die gleichen Werte in gleicher Gewichtung wie der Dax selbst. Die Steuerung übernimmt – im Gegensatz zu aktiv gemanagten Fonds – ein Computerprogramm.

Lesen Sie auch: ETF-Sparplan – Bei diesen Banken zum Nulltarif

Derzeit einziger deutscher Anbieter von ETF-Sparplänen in Kombination mit Vermögenswirksamen Leistungen ist die European Bank for Financial Services (Ebase). Die Bank ist allerdings eine reine Geschäftskundenbank. Privatkunden können das Angebot entweder über die Ebase-Tochter Finvesto nutzen oder über einen Kooperationspartner wie beispielsweise Comdirect

"Die börsennotierten Indexfonds verteilen Kursrisiken ausgewogen auf viele Aktien und sind äußerst kostengünstig", betont Ebase-Geschäftsführer Rudolf Geyer. Während aktiv verwaltete Aktienfonds jährlich zwei bis drei Prozent Verwaltungsgebühr kosten, berechnen ETFs nur 0,1 bis 0,5 Prozent. "Hätte ein VL-Sparer über 40 Jahre monatlich 40 Euro in einen Indexfonds auf den MSCI-World eingezahlt, würde er heute über ein kumuliertes Guthaben von mehr als 98.000 Euro verfügen", rechnet Geyer vor. Für ihn ist deshalb klar: "VL-Sparen und die Wertentwicklung des Kapitalmarkts können einen wichtigen Beitrag zur Altersvorsorge leisten."

Kosten: Die Transaktionskosten betragen bei einer Sparrate von 40 Euro nur 18 Cent, plus 1 Euro pro Monat Depotgebühr.

Bausparvertrag und Immobiliendarlehen

VL-Sparer können die monatlichen Zahlungen ihres Chefs sowohl in einen Bausparvertrag als auch direkt in die Tilgung eines Hypothekendarlehens überweisen lassen.

Bausparvertrag 
Diese Form des VL-Sparens ist derzeit nicht zu empfehlen. Das liegt zum einen daran, dass während der Ansparphase wegen des Zinstiefs nur sehr geringe Guthabenzinsen gezahlt werden, aktuell 0,1 bis 0,3 Prozent, und zum anderen, weil bei den Darlehenszinsen kein Vorteil gegenüber den sehr preiswerten Marktzinsen erzielt wird. Im Gegenteil: Klassische Hypothekendarlehen sind heute für weniger als zwei Prozent Sollzins zu haben, die Zinsen für Bausparkredite liegen häufig über zwei Prozent. Ein Ende des Zinstiefs ist nicht in Sicht.

Kosten: Die Gebühren des Bausparvertrags sollte man genau prüfen. Neben der einmaligen Abschlussgebühr berechnen einige Kassen laufende Kontoführungsgebühren - das schmälert den Ertrag.

  • Vorteile: Sichere Zinsen, keine Wertschwankung, staatliche Förderung.

  • Nachteile: Bei Sparern, die über 25 Jahre alt sind, ist die Wohnungsbauprämie an den Bau, Kauf oder die Modernisierung einer Immobilie geknüpft.

Tilgung Immobiliendarlehen
Effizienter erscheint derzeit die direkte Einzahlung der VL in den Eigenheimkredit. Da die Darlehenszinsen in der Regel höher sind als die Sparzinsen, lohnt sich die Kredittilgung eigentlich immer. Beschäftigte müssen bei Neuabschluss ihrer Baufinanzierung aber darauf achten, dass das Baudarlehen VL-fähig ist.

  • Vorteile: Kreditnehmer sparen Zinsen und sind schneller schuldenfrei. Ehepaare, die doppelte VL erhalten, können die Kreditrate ohne Eigenleistung bis zu 80 Euro erhöhen. Das verringert die Zinskosten eines Zehnjahresdarlehens über 100.000 Euro zu zwei Prozent Zinsen um mehr als 1.000 Euro, die Restschuld sinkt um rund 11.000 Euro. 
  • Tipp: Lassen sich VL-Gelder nicht in die bestehende Finanzierung einbinden, kann man sie zur Sondertilgung nutzen.
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Max Geißler
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Max Geißler
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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de