Auf einen Blick
  • Über eine ​​Nichtveranlagungsbescheinigung sollten Sie nachdenken, wenn Sie wenig Einkommen haben, aber Einkünfte aus Kapitalvermögen bekommen.

  • Die Bescheinigung vom Finanzamt hilft unnötige Steuern zu vermeiden.

  • Wir erklären, woher Sie den Steuerfreibrief bekommen, für wen die NV-Bescheinigung geeignet ist und worauf Sie achten müssen.

Mit einer NV-Bescheinigung können Geringverdiener viel mehr Zinsen und Dividendenerträge steuerfrei kassieren, als das mit einem Freistellungsauftrag möglich wäre. Viele Zeitgenossen liegen mit ihrem steuerpflichtigen Gesamteinkommen unter allen Freibeträgen und müssten eigentlich keine Steuern zahlen. Dennoch behält die Bank auf Kapitalerträge wie Sparzinsen, Dividenden und Wertpapierverkaufsgewinne Abgeltungssteuern ein, sobald das zulässige Freistellungsvolumen von 801 / 1.602 Euro (Ledige/Verheiratete) ausgeschöpft ist. Überhöhte Steuerabzüge muss man sich danach Jahr für Jahr mühsam über die jährliche Steuererklärung zurückholen. Doch man kommt auch deutlich schneller und bequemer seinen Steuerobolus zurück.

 

Was ist eine Nichtveranlagungsbescheinigung?

Viele Steuerzahler mit geringem Einkommen können den notwendigen Papierkram mit dem Finanzamt auf ein Mindestmaß reduzieren, indem sie bei ihrem Finanzamt einen Antrag auf Erteilung einer Nichtveranlagungsbescheinigung ausfüllen. Das Finanzamt stellt die NV-Bescheinigung aus, wenn die Einkünfte im Kalenderjahr 2022 absehbar unter dem steuerlichen Grundfreibetrag für 2022 von 10.347/20.694 Euro (Ledige/Verheiratete) bleiben. Mit diesem „Steuerfreibrief“ hat man die folgenden drei Jahre Ruhe vor dem Fiskus, muss keine Steuererklärung abgeben und kassiert Kapitalerträge ohne Steuerabzüge.

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So werden Kapitalerträge ohne Steuerabzüge ausgezahlt

Hat Ihnen das Finanzamt eine NV-Bescheinigung für die Jahre 2022 bis 2024 ausgestellt, legen Sie dieses Original Ihrer depot- oder kontoführenden Bank vor. Die Bank wird Ihren Status als befreiter Steuerzahler in Ihren Grunddaten speichern und fortan erhalten Sie Zinsen, Dividenden und realisierte Verkaufsgewinne brutto für netto aufs Konto überwiesen. Stellen Sie den Antrag erst mitten im Jahr, nimmt die Bank zudem eine Neuberechnung der bereits abgerechneten Kapitalerträge der vergangenen Monate vor. Überzahlte Steuern erhalten Sie so umgehend zurückerstattet. Die Pflicht zur Abgabe einer Steuererklärung entfällt.

 

Für wen lohnt sich eine NV-Bescheinigung?

Die NV-Bescheinigung hilft nicht nur Rentnern und Pensionären beim Steuern sparen. Auch andere Geringverdiener, Studenten und Kinder mit Sparvermögen können damit unnötige Steuerabzüge von Banken, Fondsgesellschaften und Bausparkassen vermeiden. Für Kinder ist das Antragsformular zudem schnell ausgefüllt, weil sie neben den Kapitalerträgen meist keine anderen Einnahmen haben.

  • Beispiel: Peter Schräder hat nach einer Erbschaft etwas Geld auf seinen minderjährigen Sohn Anton übertragen und für ihn dividendenstarke deutsche Aktien gekauft. Der Filius erzielt daraus jährlich 5.000 Euro Kapitalerträge. Ohne NV-Bescheinigung behält die Bank nach Verbrauch des Sparerpauschbetrages von 801 Euro 1.107 Euro Abgeltungsteuer und Solidarzuschlag für Anton ein. Das Geld erstattet das Finanzamt erst nach Abgabe einer jährlichen Einkommensteuererklärung für Anton zurück. Das ist Peter Schräder zu aufwendig. Er beantragt für seinen Sohn eine NV-Bescheinigung und hat fortan keine Arbeit mehr. Die Bank zahlt die Dividenden ohne Steuerabzug aus.
 

So beantragen Sie eine NV-Bescheinigung

Den Antragsvordruck NV 1 A erhalten Steuerzahler als Papierformular bei Ihrem örtlichen Finanzamt, zum Download unter www.formulare-bfinv.de oder als online ausfüllbaren Antrag über das kostenfreie Elster-Portal der Steuerverwaltung (www.elster.de). Dafür ist allerdings vorab eine Registrierung notwendig, die einige Tage dauern kann.

Tipp: Haben Sie mehrere verschiedene Bankverbindungen, können Sie das Finanzamt im Formular (Zeile 25) auch bitten, mehrere NV-Bescheinigungen auszustellen, damit Sie jeder Bank ein Exemplar vorlegen können. Das Formular ist auch von Steuerlaien schnell ausgefüllt – neben den persönlichen Angaben auf der Vorderseite werden auf der Rückseite Angaben über Art und Höhe der voraussichtlichen Einkünfte des Antragsjahres abgefragt. Rentnerinnen und Rentner sollten ihre aktuelle Rentenbezugsmitteilung zur Hand haben und wissen, seit wann die Rente läuft (Zeile 44 ff.). Betriebsrentner geben ihre Firmenrente unter der Rubrik „Einkünfte aus nicht selbstständiger Arbeit“ ein (Zeile 35 ff.). Bei der jährlichen Höhe hilft ein Blick auf die Jahressteuerbescheinigung der Firma aus dem Vorjahr. Abzugsfähige Sonderausgaben wie die Beiträge von Rentnern zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung kommen aufsummiert in die Zeile 52.

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Wie lange ist die Bescheinigung gültig?

Erteilt das Amt diese Bescheinigung und legt man diese seiner depot- oder kontoführenden Bank vor, kann man für insgesamt drei Jahre im Voraus unnötige Steuerabzüge und die Mühsal einer Steuererklärung vermeiden. Auch einen Freistellungsauftrag braucht man dann nicht mehr auszufüllen. Nach Ablauf der Dreijahresfrist muss die Bescheinigung erneut beantragt werden.

 

Vorteile bei der NV-Bescheinigung für Kinder

Um Steuern zu sparen, kann es sich außerdem lohnen, Vermögen auf die eigenen Kinder zu übertragen. Sie werden damit zur familieneigenen Steueroase. Denn die Sprösslinge gelten bereits im zarten Windelalter als vollwertige Steuerzahler, die eine ganze Palette eigener Steuerfreibeträge nutzen können. Neben dem Grundfreibetrag von derzeit 10.347 Euro zählt dazu der Sparerpauschbetrag von 801 Euro und der Sonderausgaben-Pauschbetrag von 36 Euro. Das summiert sich auf ein Freibetragsvolumen von 11.184 Euro pro Kind (siehe Tabelle). Erzielt der Nachwuchs mit lukrativen Dividendenpapieren eine jährliche Rendite von circa drei Prozent, bleibt so ein Vermögen von rd. 372.000 Euro steuerlich unbelastet.

So rechnet das Finanzamt in 2022

Ledige Steuerzahler Verheiratete Steuerzahler
Grundfreibetrag 10 347 € 20.694 €
Sparerpauschbetrag 801 € 1.602 €
Sonderausgabenpauschale 36 € 72 €
Steuerfrei insgesamt/Jahr 11.184 € 22.368 €

Bei der Steueroptimierung sollte man aber auch an die Krankenkasse denken – dort sind Familienmitglieder nur so lange beitragsfrei mitversichert, solange ihr eigenes Einkommen 2022 den Monatsbetrag von 470 Euro nicht übersteigt. Besteht das Kindeseinkommen nur aus Kapitalerträgen, erhöht sich diese Grenze noch um den gezwölftelten Sparerpauschbetrag von 66,75 Euro monatlich auf 536,75 Euro. Das ergibt aufs Jahr gesehen maximal 6.441 Euro Kapitalerträge, die man auf jedes Kind verlagern kann, ohne bei der Krankenkasse künftig eigene Beiträge für den Nachwuchs abdrücken zu müssen.

Schenkungsteuer fällt bei dem Vermögenstransfer auf die eigenen Kinder erst an, wenn die Zuwendungen von jedem Elternteil in einem Zehnjahreszeitraum einen Freibetrag von 400.000 Euro übersteigen, Großeltern können jeweils 200 000 Euro steuerfrei verschenken. Den Steuervorteil mittels NV-Bescheinigung gewährt der Fiskus allerdings nur, wenn das übertragene Vermögen dem Kind verbindlich gehört – die Eltern dürfen darüber nur im Rahmen ihres elterlichen Sorgerechts verfügen und es nicht für eigene Zwecke antasten.

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Unsichtbares Kontrollnetz

Um es klar zu sagen: Die NV-Bescheinigung soll Geringverdiener von unnötiger Bürokratie entlasten – ein Freibrief für Steuerschummeleien ist sie nicht. Steigt das Gesamteinkommen in den nächsten drei Jahren unerwartet doch über die Freibeträge, muss man das Finanzamt informieren und die NV-Bescheinigung von der Bank zurückfordern. Niemand sollte sich darauf verlassen, dass der höhere Verdienst schon nicht auffallen wird. Denn der Fiskus kontrolliert unbemerkt im Hintergrund, ob nicht doch Steuern anfallen. Bereits seit Anfang 2013 müssen Banken und Sparkassen die steuerfrei gestellten Kapitalerträge an das Bundeszentralamt für Steuern in Bonn melden. Auch ausgezahlte Renten und Werkspensionen werden dem Finanzamt automatisch mitgeteilt. Die Behörde ist also jederzeit in der Lage, die Höhe der Gesamteinkünfte und die Angaben des Steuerzahlers nachträglich zu überprüfen.

Auch die Übertragung von Wertpapieren in die Depots der Kinder wird überwacht. Transferieren Eltern und Großeltern Aktien und festverzinsliche Anleihen in die Depots ihrer Kinder und Enkel, behandelt die Bank den Übertrag als Verkauf und behält auf Kursgewinne Abgeltungsteuer ein. Den Steuerabzug kann man nur vermeiden, wenn die Transaktion gegenüber der Bank als Schenkung offenbart wird. Die meldet den Vorgang postwendend an den Fiskus weiter. So erfährt das Finanzamt automatisch von eventuell steuerpflichtigen Schenkungen.

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Über den Autor Michael Schreiber

Hat Steuerrecht studiert und ist als Diplom-Finanzwirt (FH) seit 35 Jahren Finanzbeamter, davon seit 24 Jahren Betriebsprüfer und seit 2009 Sachgebietsleiter in einem Finanzamt für Großbetriebsprüfung. Seit 1991 schreibt er nebenberuflich über Steuer- und Geldanlagethemen. Seine Schwerpunkte sind dabei steuerliche Gestaltungsfragen, Geldanlagen im Wertpapier- und Immobilienbereich, Erbschaft- und Schenkungsteuer sowie allgemeine Verbraucherthemen rund um die Themen Geld, Versicherungen, Miete, Recht, Verkehr, Ehe und Familie.

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