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Auf einen Blick
  • Mit einer sogenannten Fan-Anleihe können Fußball-Fans ihre Leidenschaft mit einer Geldanlage verknüpfen.

  • Es winken teilweise satte Renditen von mehr als sieben Prozent – auch bei unterklassigen Mannschaften.

  • Doch was passiert, wenn es sportlich nicht läuft? Das lesen Sie im folgenden Beitrag.
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Erfolg im Fußballgeschäft ist alles andere als planbar. Dafür reicht ein Blick nach Gelsenkirchen. Immer wieder stand der FC Schalke 04 knapp davor, deutscher Meister zu werden und war jahrelang fester Bestandteil der UEFA Champions League. Doch in der vergangenen Spielzeit ging es für den Malocher-Club runter in die zweite Liga.

Auch der SV Werder Bremen musste in der Saison 2020 / 2021 den Weg in die Zweite Bundesliga antreten. Doch beide Vereine vereint nicht nur die Ligazugehörigkeit, sondern auch eine spezielle Fan-Anleihe. So offerieren beide Vereine eine satte jährliche Rendite – zumindest in der Theorie. Bei Schalke etwa winken 5,75 Prozent jährlich, bei den Bremern sogar 6,50 Prozent pro Jahr.

 

Vereine mit Fan-Anleihe

Verein

Liga

Rendite

1. FC Köln

1. Bundesliga

3,80 Prozent

FC Schalke 04

2. Bundesliga

5,75 Prozent

Hamburger SV

2. Bundesliga

6,00 Prozent

Hertha BSC Berlin

1. Bundesliga

6,50 Prozent

SV Werder Bremen

2. Bundesliga

6,50 Prozent

1. FC Kaiserslautern

3. Liga

5,00 Prozent

Quelle: eigene Recherche / Stand November 2021.

 

Warum zahlen Fußballvereine hohe Zinsen auf ihre Anleihe?

Wenn sehr hohe Personalkosten auf sportlichen Misserfolg treffen, geraten Fußballvereine schnell in finanzielle Schieflage und die Schulden können sich rasch zu einem dreistelligen Millionenbetrag anhäufen. Daher bekommen die Clubs in aller Regel keinen Kredit beziehungsweise müssen deutlich höhere Zinsen in Kauf nehmen. Hier springt dann der Fan mit seinem angelegten Geld ein. Doch viele Experten sehen solche Fan-Anleihen äußerst kritisch.

Zum einen, weil Fußballclubs nicht wie normale Unternehmen gewinnorientiert arbeiten, sondern der sportliche Erfolg an erster Stelle steht. Zum anderen spielt der Zufall eine große Rolle. Verletzt sich der Star-Spieler und die Tore bleiben aus, steht der sportliche und damit wirtschaftliche Erfolg schnell auf der Kippe. "Anleihen von Fußballclubs können mit jährlichen Zinsen von oft mehr als fünf Prozent lukrativ sein; eine sichere Geldanlage sind sie nicht", schreibt Stiftung Warentest. Man solle daher nur "Spielgeld" in den "Herzensverein" investieren – also Geld, das man nicht zwingend benötigt. 

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Jüngstes Negativbeispiel: 1. FC Kaiserslautern

Wie unsicher so eine Fan-Anleihe ist, zeigt das jüngste Beispiel aus Kaiserslautern. Der Drittligist 1. FC Kaiserslautern hatte 2019 eine Anleihe herausgegeben, um sich die Lizenz für die folgende Spielzeit zu sichern. Doch aufgrund des ausbleibenden Aufstiegs und die geringen Zuschauereinnahmen durch Corona geriet der Traditionsverein im Herbst 2020 in Schieflage. Der Club bat seine Fans beziehungsweise Anleger um eine Stundung der Zinszahlungen. Doch damit wollten sich die Anlegerinnen und Anleger nicht zufriedengeben und der Verein musste trotzdem zahlen. Ob "Lautern" seine Anleihe für 2022 zurückzahlen kann, ist zu bezweifeln.

 

Totalverlust droht – siehe Alemannia Aachen

Alemannia Aachen hatte 2008, als der Club die "Tivoli-Anleihe" ausgab, noch bessere Zeiten gesehen – zumindest auf dem Rasen. Dann folgte der sportliche Abstieg bis in die Dritte Liga und der Insolvenzantrag – das Geld war weg. Heute spielt der Verein sogar in der Regionalliga West. Arminia Bielefeld konnte eine Fan-Anleihe im Jahr 2016 nur deshalb abwickeln, weil ein Teil der Anhänger auf Auszahlung von Zinsen und auf die Rückzahlung der Anleihe verzichtet hatte. "Bevor ein Fußballclub eine Anleihe herausgibt, muss er einen Wert­papier­prospekt veröffentlichen. Interessierte sollten ihn vor dem Kauf genau lesen. Neben Zinsen und Laufzeit sind dort auch die Risiken ausführlich festgehalten", rät Stiftung Warentest.


Über den Autor Kevin Schwarzinger
Jahrgang 1988, studierte Geschichte und Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und war währenddessen bereits als Werkstudent bei biallo.de angestellt. Seit 2016 ist er Mitglied der Redaktion und verfasst dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publiziert er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.
  Kevin Schwarzinger