Sparplan mit ansteigendem Festzins
Bei Sparplänen mit eingebauter Zinstreppe ist die Verzinsung ebenfalls festgeschrieben, sie wächst aber von Jahr zu Jahr an. Das bedeutet: Je länger der Sparer bei der Stange bleibt, desto höher seine garantierte Rendite.
Beispiel Volkswagen Bank: Der Volkswagen Financial Service bietet für seinen Sparplan derzeit 0,10 Prozent Zinsen im ersten Sparjahr ansteigend bis auf 1,40 Prozent im zehnten Jahr. Bei einer Laufzeit von zehn Jahren erzielen Sparer eine Durchschnittsrendite von 0,87 Prozent. Ein vorzeitiger Ausstieg ist möglich, falls die Zinsen steigen. Nach 21 Monaten kann der Vertrag mit einer dreimonatigen Kündigungsfrist aufgelöst werden. Zum gleichen Zeitpunkt können Anleger auch über das angesparte Geld verfügen. Eine Sonderzahlung zu Beginn des Sparplans ist möglich.
Vorteil mit Haken
Sparpläne mit fester Zinstreppe erlauben den vorzeitigen Ausstieg ohne Strafzins. Ohne Renditeeinbußen kommen Sparer aber nicht weg. Da der Staffelzins niedrig beginnt, ist die Rendite in den ersten Sparjahren meist "überschaubar". Wer schon bald wieder aussteigt, erreicht also nur einen mäßigen Vermögenszuwachs. Gegen Sparplanende sind hingegen häufig Zinssprünge zu verzeichnen, dadurch steigt die Endrendite signifikant an. Durch diesen Zinsmechanismus sollen Sparer möglichst lange bei Laune gehalten werden.
Vorteile ohne Haken
Vorteilhaft ist, dass einige Anbieter eine Einmalzahlung zu Sparbeginn erlauben. Das höhere Startkapital beflügelt den Zinseszinseffekt.
Manche Banken ermöglichen Ratenpausen, falls das Geld zwischenzeitlich knapp ist.
Sparpläne mit variablen Grundzinsen
Diese weit verbreitete Sparplanform besteht aus einem flexiblen Basiszins plus feststehenden, gestaffelten Bonuszinsen. Der Basiszins kann sich während der Laufzeit ändern, die Bonuszinsen nicht. Ein wesentlicher Unterschied variabel verzinster Sparpläne zu fest verzinsten Sparplänen ist, dass man die Endrendite nicht im Voraus berechnen kann. Denn niemand weiß, wie sich die Zinsen entwickeln. Anleger machen also die Rechnung mit einem Unbekannten - das kann gut gehen, muss aber nicht.
Der Vorteil variabler verzinster Banksparpläne ist, dass sich die Renditen mit steigendem Marktzins verbessern. Gerade im aktuellen Zinstief können Langfristsparer also darauf spekulieren, dass sich die Gutschriften mit der Zeit erhöhen. Bei Sparplänen mit festen Zinssätzen ist das nicht möglich. Allerdings kann es passieren, dass die Zinsen nach einem Anstieg auch wieder sinken - dann ist zu überlegen, ob man den Sparplan weiterführen will. In diesem Fall kann ein rechtzeitiger Umstieg auf einen festverzinsten Sparplan Vorteile bringen. Möglich ist das ohne weiteres, denn variabel verzinste Sparpläne ermöglichen jederzeit einen vorzeitigen Ausstieg.
Besonderheiten:
Basiszins
Der Basiszins ist variabel. Er wird in regelmäßigen Abständen überprüft und bei Bedarf der jeweiligen Marktlage angepasst. Im aktuellen Marktumfeld haben fast alle Geldhäuser die Verzinsung auf ein Minimum zurückgefahren, manche Banken zahlen gar keine Zinsen mehr.
Der Basiszins errechnet sich in der Regel aus öffentlichen Referenzzinssätzen. Banken verwenden dazu verschiedene Zinssätze, zum Beispiel den 3- oder 12-Monats-Euribor der Europäischen Zentralbank, den EZB-Leitzins oder bestimmte Umlaufrenditen öffentlicher Anleihen. Häufig orientieren sich Banken auch an einer Kombination aus zwei oder drei Zinsreihen.
Kritik: Für Laien ist die Festlegung des variablen Basiszinses nur schwer nachvollziehbar. Das liegt einerseits am komplizierten Zinsmix und andererseits am Berechnungsmodus. Oft werden die Zinsreihen nicht an bestimmten Stichtagen gemessen und eins zu eins übernommen, sondern die Erfassung erfolgt gleitend über einen bestimmten Zeitabschnitt. In die Berechnung fließen teils auch Zinsen aus der Vergangenheit ein. Um die Berechnung des Basiszins exakt nachvollziehen zu können, müssten Anleger also die zugrunde liegenden Referenzzinssätze über einen bestimmten Zeitraum täglich verfolgen.
Bonuszins
Die Bonuszinsen sind laufzeitabhängig. Es gilt: Je länger man spart, desto höher der Extrazins. Die Höhe der Boni kann sich auf die jährliche Sparrate oder auf die jährlichen Basisverzinsung beziehen. Manche Banken arbeiten mit festgelegten prozentualen Geldprämien.
Beispiel: Der Bonus-Sparplan der Degussa Bank wird in zwei verschiedenen Varianten angeboten, mit kurzer Laufzeit von 2 bis 6 Jahren und langer Laufzeit von 8 bis 25 Jahren. Die jährliche Grundverzinsung beträgt im ersten Fall aktuell 0,2 Prozent, im zweiten 0,5 Prozent. Zur Basisverzinsung addieren sich laufzeitabhängige Bonuszinsen. Diese liegen zwischen 0,75 Prozent nach dem zweiten Sparjahr und 60 Prozent nach 25 Jahren. Unterm Strich errechnet sich derzeit eine Rendite bei sechsjähriger Laufzeit von 0,74 Prozent, bei 15jähriger Laufzeit von 1,2 Prozent und bei 25jähriger Laufzeit von 1,53 Prozent.
Kritik: Üppig klingende Bonuszahlungen täuschen oft über ihre Wirkung hinweg. Wer 25 Jahre bei der Stange bleibt, der erreicht beim Degussa-Sparplan eine Durchschnittsrendite, die nur etwa doppelt so hoch ist wie bei sechsjähriger Laufzeit. Für eine so lange Laufzeit ist das sehr mager. Immerhin bleibt der Trost, dass sich - sollten die Zinsen steigen - der Basiszins verbessert und damit die Gesamtrendite steigt. Sicher ist das aber nicht.
- Tipp: Wichtiger für die Rendite des Sparplans sind weniger die Bonuszahlungen als vielmehr die Grundverzinsung. Denn den Basiszins gibt es jährlich von Anfang an in voller Höhe, die Bonuszinsen steigen hingegen erst allmählich an. Sparpläne mit tendenziell hoher Grundverzinsung bringen daher ein besseres Ergebnis als solche mit niedrigen Grundzinsen.
Einlagensicherung
Einzahlungen in einen Banksparplan unterliegen der Einlagensicherung. In Deutschland existiert ein zweistufiges Sicherheitssystem, das im Pleitefall einer Bank zum Einsatz kommt: Innerhalb der EU sind Bankeinlagen bis zur Höhe von 100.000 Euro zu 100 Prozent staatlich garantiert. Neben der gesetzlichen Einlagensicherung greifen je nach Bank zum Teil erweiterte Sicherheitssysteme von Banken und Sparkassen, beispielweise der Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB). Er sichert Kapitaleinlagen bis fünf Millionen Euro pro Sparer ab. Das Gleiche gilt für die Einlagensicherung bei Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken.
Abgeltungsteuer
Die Kapitalerträge aus einem Banksparplan unterliegen der 25-prozentigen Abgeltungssteuer plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Dadurch können bis zu 28 Prozent des jährlichen Zinsertrags verloren gehen. Banken führen die Abgeltungsteuer direkt ans Finanzamt ab. Bevor es jedoch soweit ist, greift der Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro je Sparer. Erteilen Sie ihrer Bank einen Freistellungsauftrag bis zur vollen Höhe des Sparerpauschbetrags, bleiben Zinseinkünfte entsprechend bis zu 1.000 Euro abzugsfrei, bei Ehepaaren das Doppelte.
Alternativen zum Banksparplan
Tagesgeld
Eine Alternative zum Banksparplan ist ein Tagesgeldkonto. Sie dienen zwar in erster Linie dem Parken freier Gelder, können aber auch für regelmäßige Einzahlungen genutzt werden. Guthaben auf Tagesgeldkonten sind flexibel angelegt und die variable Verzinsung ist oft höher als bei Sparbüchern oder Geldmarktfonds. Wird Geld benötigt, kann man es jederzeit abheben.
Tagesgeldkonten eignen sich hervorragend zum Ansparen von Kapital. Im Gegensatz zu privaten Renten- und Lebensversicherungen oder Banksparplänen benötigen Anleger keinen Sparvertrag mit festgelegten Sparraten. Es bestehen weder Vertragslaufzeiten noch andere Regularien. Je nachdem, wie viel Geld Sie gerade übrighaben, können Sie jederzeit eine beliebige Summe auf das Tagesgeldkonto überweisen.
Auch die Einrichtung eines Dauerauftrages ist möglich, wenn regelmäßig ein fester Betrag gespart werden soll. Bevor Sie sich also für einen Sparplan einer Bank entscheiden, sollten Sie sich unseren Tagesgeld Vergleich ansehen. Hier stechen vor allem die Angebote von Direkt Banken hervor.
Vorteile: Tagesgeldkonten sind gebührenfrei, Einzahlungen und Auszahlungen sind jederzeit möglich. Kündigungsfristen für angelegte Gelder bestehen nicht. Sie können ohne Einschränkung über Ihr gesamtes Guthaben verfügen. Die Höhe der Sparrate lässt sich problemlos ändern, bei Bedarf auch aussetzen. Bei Daueraufträgen ist der Einzahlrhythmus variabel wählbar.
- Tipp: Nutzen Sie hoch verzinste Tagesgeldkonten, achten Sie auf entsprechende Zinsaktionen. Bei überschaubaren Anlagezeiträumen sind hoch verzinste Tagesgeldkonten ertragreicher als Sparbücher und niedrig verzinste Sparpläne.