Vermögensaufbau Fünf Tipps für das langfristige Sparen

Vermögensaufbau Fünf Tipps für das langfristige Sparen

Brigitte Watermann
von Brigitte Watermann
16.02.2015
Auf einen Blick

Langfristiger Vermögensaufbau will gelernt sein - ob mit dem Sparkonto oder an der Börse. Wichtige Spartipps, die man dabei berücksichtigen sollte.

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Sparen ist eine Tugend, die in Deutschland vergleichsweise hoch im Kurs steht. Nach Angaben der Deutschen Bundesbank und des Bundesverbands der Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) Statistischen Bundesamts legten die Deutschen 2013 und 2014 rund neun Prozent ihres Einkommens auf die hohe Kante – seit 2008 ist die Sparquote aber rückläufig. Und dieser Trend dürfte sich nach Erwartungen des BVR auch künftig fortsetzen. Von dem Ersparten landet allerdings eine Menge Geld offenbar immer noch auf schlecht verzinsten Sparbüchern. Die im historischen Zinstief zumindest besser verzinsten Tagesgeldkonten haben sich noch nicht bei allen Deutschen herumgesprochen, wie Umfragen immer wieder zeigen. Wer risikolos Geld parken möchte, sollte dem Tagesgeldkonto den Vorzug geben. Doch wer langfristig zu investieren gedenkt, sollte zu Anlageformen greifen, die mittelfristig mehr Rendite versprechen, allerdings auch riskanter sind als ein Tagesgeldkonto. Denn nur dann kann man dauerhaft der Inflation und der 25-prozentigen Abgeltungsteuer, die beide am Ersparten nagen, entgegenwirken.

Das eigene Sparverhalten überprüfen - ein paar Tipps

Vermögensaufbau dank Zinseszinseffekt: Der wichtigste Helfer beim Sparen. Hier gilt: So früh wie möglich mit dem Sparen anfangen. Denn der erste gesparte Euro ist bekanntlich der wichtigste. Dazu ein Beispiel: Nach Berechnungen der Verbraucherzentrale Bayern benötigt man für die Bildung einer Zusatzrente von 400 Euro pro Monat zum Rentenstart rund 100 000 Euro Verrentungskapital. Wer 30 Jahre lang auf dieses Ziel hin spart, muss bei einer Anlageverzinsung von vier Prozent im Jahr monatlich 145 Euro aufbringen. Wer nur zehn Jahre Zeit zum Sparen hat, muss dagegen monatlich schon 679 Euro zurücklegen, um bei gleicher Anlagerendite auf die 100.000 Euro zu kommen.


Unser Tipp: Früh anfangen, damit der Zinseszinseffekt voll wirken kann. Klar ist: Eine Rendite von vier Prozent ist derzeit mit konservativen Sparformen nicht zu schaffen, dafür muss man ins Risiko gehen und etwa längerfristig in Investmentfonds anlegen.

Vermögensaufbau mit Zinstermine: Wichtig ist es auch, bei seiner Geldanlage etwa auf einem Tagesgeldkonto nicht auf den Zinssatz allein zu achten, sondern auch darauf, wann der Zins gut geschrieben wird. Manche Anbieter verzinsen monatlich, wie etwa die Rabo Direct, die DKB Deutsche Kreditbank oder auch die Audi Bank, andere quartalsweise wie Moneyou, Comdirect oder die Ziraat-Bank, wieder andere nur jährlich wie die Bank of Scotland, ING-Diba, die Amsterdam Trade Bank oder 1822 direkt.

Klar ist: Bei monatlicher Zinsgutschrift wirkt der Zinseszinseffekt stärker.

Vermögensaufbau zur regelmäßiges Sparen: Wer komfortabel Monat für Monat Geld zurücklegt, zum Beispiel über einen Dauerauftrag aufs Tagesgeldkonto oder auf einen Fondssparplan, gewöhnt sich daran zu sparen und muss sich nicht jeden Monat wieder aufraffen, Geld beiseite zu legen - zumal man das gerne auch mal vergisst.

3
 
Anbieter
Zinsertrag
Zinssatz
 
1.
58,33
1,00%
2.
57,57
0,75%
3.
49,22
1,10%
Betrag 10.000 €, Laufzeit 9 Monate

Sicherheiten beachten beim Vermögensaufbau: Sparer sollten darauf schauen, dass ihre Einlagen sicher sind. In Deutschland greift bei den allermeisten Anbietern neben dem gesetzlichen Sicherung nach EU-Recht von 100 000 Euro auch noch ein zusätzliches System, etwa bei den Privatbanken der Feuerwehrfonds des Bundesverbands deutscher Banken. Bei ausländischen Banken, die häufig höhere Zinsen offerieren, sollte man das Einlagensicherungsystem genau unter die Lupe nehmen. EU-Institute bieten oft nur die 100 000-Euro-Marke an. Sicherheitsbewusste Anleger sollten diese Marke ernst nehmen und bei Instituten mit Mindestsicherung nicht mehr als die abgesicherte Summe investieren.

Vermögensaufbau:Fondssparen für die Rendite:
Auf längere Sicht wird es einem kaum gelingen, nur mit Zinsanlagen eine Rendite oberhalb der Inflationsrate zu erzielen - schon gar nicht im Zinstief wie derzeit. Ein langer Spar-Atem zahlt sich insbesondere bei Fondssparplänen aus.

Wer 30 Jahre lang in deutsche Aktienfonds investierte, konnte laut Branchenverband BVI über diese Zeit (Stichtag: 31.12.2014) eine Rendite von 6,9 Prozent pro Jahr nach Abzug von allen Kosten erzielen. Aus 100 Euro monatlich wurden so rund 115.222 Euro – bei gerade mal eingezahlten 36 000 Euro. Wegen der Börsenturbulenzen der Vergangenheit sehen die Zahlen für kürzere Zeiträume von 15 und 20 Jahren mit "nur" sechs Prozent Rendite etwas schlechter aus.

Wer in Fonds oder börsengehandelten Indexfonds (ETFs) spart, sollte das Konditionenmodell seiner Bank genau beachten. Manchmal kann es sich unter Kostengesichtspunkten lohnen, lieber nur vierteljährlich zu ordern, dafür aber eine größere Summe zu investieren. Von vornherein kostenlose Depos gibt es mittlerweile bei sehr vielen Direktbanken wie der DAB Bank, Consorsbank oder der ING-Diba, Maxblue oder der 1822 direkt. Und wer regelmäßig in Fonds investiert, fährt sogar bei fast jeder Direktbank umsonst.

Wer sich speziell für die besonders kostengünstigen ETF-Sparpläne interessiert, wird allerdings noch nicht allerorten fündig: Derzeit bieten die Onlinebroker Comdirect, Consorsbank, DAB Bank, ING-Diba, Maxblue, Onvista Bank, der Sparkassenbroker und 1822 direkt ETF-Sparpläne an. Bei Filialbanken sind ETF-Sparpläne noch immer Mangelware.

Unser Tipp: Gerade in Niedrigzinsphasen ist es wichtiger denn je, bei der Geldanlage auch auf die Kosten zu achten. Wer schon beim Einkauf spart, ist daher gut beraten.

3
 
Anbieter
Zinsertrag
Rendite
 
1.
1.350,38
2,10%
2.
751,52
1,20%
mtl. Sparrate 100 €, Laufzeit10 Jahre
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Für meine Leser bin ich stets auf der Suche nach neuen Angebots- und Konditionen-Trends bei Direkt- und Filialbanken. Denn mein Ziel ist es, dass Anleger wohl durchdachte Entscheidungen treffen können, welchen Anbietern sie ihr Vertrauen schenken. Außerdem schreibe ich seit vielen Jahren zu den Themen Vermögensaufbau und Altersvorsorge, aber auch Anlegerschutzrecht und Steuern. Private Geldanleger und ihre Bedürfnisse stehen dabei für mich immer im Fokus.  

In München und Washington, D.C., habe ich Diplom-Journalistik und Diplom-Volkswirtschaftslehre studiert, außerdem meine Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule in München absolviert. Nach meinem Berufseinstieg als Redakteurin beim Anlegermagazin Börse Online arbeitete ich von 1998 bis 2000 als Investor Relations Managerin bei der HypoVereinsbank. 2000 kehrte ich als Ressortleiterin zu Börse Online zurück und verantwortete dort bis 2009 die Bereiche “Geld und Vorsorge” sowie die Portrait- und Interviewstrecke “Börsianer und Anleger”. In dieser Zeit habe ich mehrere renommierte Journalistenpreise gewonnen.  

Seit 2009 schreibe ich für biallo.de, aber auch für Capital, Euro am Sonntag, Euro und weiterhin für Börse Online sowie für andere bekannte überregionale Wirtschaftsmedien. Gemeinsam mit früheren Börse Online-Kollegen betreibe ich den börsentäglichen Blog finanzjournalisten.blogspot.com. Daneben bin ich als Referentin für Wirtschaftsjournalismus an der Deutschen Journalistenschule München sowie als Moderatorin von Podiumsdiskussionen tätig.

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In München und Washington, D.C., habe ich Diplom-Journalistik und Diplom-Volkswirtschaftslehre studiert, außerdem meine Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule in München absolviert. Nach meinem Berufseinstieg als Redakteurin beim Anlegermagazin Börse Online arbeitete ich von 1998 bis 2000 als Investor Relations Managerin bei der HypoVereinsbank. 2000 kehrte ich als Ressortleiterin zu Börse Online zurück und verantwortete dort bis 2009 die Bereiche “Geld und Vorsorge” sowie die Portrait- und Interviewstrecke “Börsianer und Anleger”. In dieser Zeit habe ich mehrere renommierte Journalistenpreise gewonnen.  

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