Revolut zahlt seit dem 18. August 2026 neuen Kunden 4,25 Prozent Tagesgeldzins für vier Monate, erstmals mit deutscher Einlagensicherung. Der Haken: Der Spitzenzins gilt nur bis 25.000 Euro. Wer mehr anlegt, fährt mit den 4,00 Prozent von Chase am Ende besser.

Suchen Sie ein Tagesgeldkonto mit einem guten Startzins und deutscher Einlagensicherung? Dann gibt es gleich zwei heiße Angebote für Sie. Chase etwa bietet aktuell 4,00 Prozent Tagesgeld-Zinsen für vier Monate – ein starkes Angebot, das sich sehen lassen kann. Doch damit nicht genug: Mit Revolut gibt es noch ein zweites starkes Angebot. Revolut lockt seit dem 18. August 2026 mit 4,25 Prozent für denselben Zeitraum und setzt sich damit knapp an die Spitze.

Auf den ersten Blick scheint die Sache klar: Revolut zahlt mehr. Doch bei genauem Hinsehen dreht sich das Bild, sobald Sie eine größere Summe anlegen. Wir haben beide Angebote für 25.000 und 50.000 Euro durchgerechnet und zeigen Ihnen, wo der eigentliche Unterschied liegt.

Revolut zahlt jetzt 4,25 Prozent mit deutscher Einlagensicherung

Revolut bietet neuen Kunden in Deutschland seit dem 18. August 2026 einen Aktionszins von 4,25 Prozent pro Jahr für vier Monate ab Kontoeröffnung. Das ist der höchste Tagesgeldzins, den Sie derzeit am deutschen Markt bekommen. Die Zinsen werden täglich ausgezahlt. Somit können Sie vom Zinseszinseffekt profitieren. Es gibt keine Mindesteinlage und keine Kündigungsfrist.

Neu ist vor allem eins: Die Einlagen aller neu eröffneten Tagesgeldkonten werden ab sofort bei der Deutschen Bank AG gehalten und sind über die gesetzliche deutsche Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro pro Person geschützt. Bisher lief die Absicherung über das litauische System. Bestehende Konten bleiben allerdings bei der Revolut Bank UAB und sind weiterhin über die litauische Sicherung geschützt.

Der Wechsel ist mehr als eine Formalie. Litauen wird von der Ratingagentur S&P mit "A" bewertet, Deutschland dagegen mit dem Spitzenrating "AAA". Für Ihr Sicherheitsgefühl macht das einen Unterschied, auch wenn die gesetzliche Höhe der Absicherung in beiden Fällen bei 100.000 Euro liegt.

Revolut gegen Chase: die Konditionen im direkten Vergleich

Beide Anbieter zahlen den Aktionszins vier Monate lang ab dem ersten Euro. Der entscheidende Unterschied steckt in zwei Zahlen: der Guthabengrenze für den Aktionszins und dem Zins, der danach greift.

Merkmal
Revolut
Chase
Aktionszins4,25 % pro Jahr4,00 % pro Jahr
Dauer4 Monate4 Monate
Aktionszins gilt bis25.000 Euro1 Mio. Euro
Basiszins danach1,25 bis 2,50 % (je nach Tarif)2,00 %
EinlagensicherungDeutschland (neue Konten)Deutschland
S&P-RatingA/AAAAAA
Echtzeitüberweisungjanein
Quelle: Angaben der Anbieter, biallo-Vergleichsrechner; Stand: 18. August 2026.

Bei Chase gilt der Aktionszins auf ein Guthaben bis zu einer Million Euro, danach fällt er auf 2,00 Prozent pro Jahr. Bei Revolut endet der Spitzenzins dagegen schon bei 25.000 Euro. Der Zins für den Betrag darüber hängt bei Revolut von Ihrem Abomodell ab und reicht von 1,25 Prozent im kostenlosen Tarif bis 2,50 Prozent im teuersten Paket. Genau hier liegt der Hebel für Ihre Entscheidung.

Beide Angebote liegen weit über dem biallo-Index für Tagesgeld, der bei einer Anlage von 25.000 Euro aktuell bei 1,71 Prozent pro Jahr liegt (Stand: 18. August 2026). Zum Jahresbeginn waren es noch 1,37 Prozent, der Markt hat also spürbar angezogen.

Rechenbeispiel: Wo der Guthaben-Deckel entscheidet

Legen Sie 25.000 Euro für vier Monate an, gewinnt Revolut knapp. Nach dem biallo-Vergleichsrechner bringt Revolut mit 4,25 Prozent einen Zinsertrag von 356,67 Euro, Chase mit 4,00 Prozent 335,00 Euro (jeweils vor Steuern, deutsche Zinsberechnung, Stand: 18. August 2026). Ihr Vorsprung bei Revolut beträgt also gut 21 Euro.

Bei 50.000 Euro dreht sich das Bild. Chase zahlt die vollen 4,00 Prozent auf die gesamte Summe und kommt so auf einen Zinsertrag von 670,01 Euro in vier Monaten. Revolut zahlt die 4,25 Prozent dagegen nur auf die ersten 25.000 Euro, also 356,67 Euro. Die zweite Hälfte fällt in den regulären Tarif. Im besten Fall, dem Ultra-Tarif mit 2,50 Prozent, kommen etwa 209,20 Euro obendrauf, macht zusammen 565,87 Euro. Im kostenlosen Tarif mit 1,25 Prozent sind es nur etwa 104,38 Euro extra, in Summe also 461,05 Euro. Chase liegt damit je nach Revolut-Tarif zwischen rund 104 und 208 Euro vorn (jeweils vor Steuern, Stand: 18. August 2026).

Kurz gesagt: Bis 25.000 Euro liegt Revolut vorn, darüber zieht Chase am Gesamtertrag vorbei.

„Sie kennen das sicher: Banken werben mit großen Prozentsätzen, die nur auf einen winzigen Teil Ihres Geldes gelten. Bei Tagesgeld kommt es darauf an, welcher Zins wirklich auf Ihre gesamte Einlage wirkt – nicht auf die bunte Werbebotschaft.“
Franziska Baum, Redakteurin bei biallo.de

Die Haken: Kartenumsätze, Aktionsfrist und der Folgezins

Bei aller Begeisterung über 4,25 Prozent sollten Sie das Kleingedruckte kennen. Der Revolut-Aktionszins gilt nur für Neukunden, die nach dem 18. August 2026 dazukommen, und ist auf 25.000 Euro Guthaben begrenzt. Nach der Registrierung haben Sie einen Monat Zeit, das Tagesgeldkonto zu eröffnen.

Wichtig für Sie zu wissen: Nach einer 30-tägigen Schonfrist bleibt der Aktionszins nur aktiv, wenn Sie innerhalb von 30 Tagen mindestens drei Kartenzahlungen von jeweils mindestens 5 Euro durchführen. Sonst rutschen Sie automatisch in den regulären Tarif. Diese Bedingung gibt es bei Chase nicht.

Auch der Blick auf die Zeit nach den vier Monaten lohnt. Chase fällt anschließend auf einen soliden Basiszins von 2,00 Prozent pro Jahr zurück. Bei Revolut hängt der Folgezins vom Abo ab und kann im kostenlosen Tarif bei nur 1,25 Prozent für Guthaben über 5.000 Euro landen. Ein Detail für Vielüberweiser: Chase bietet aktuell keine Echtzeitüberweisung, sodass Ihr Geld beim Ein- und Auszahlen einen Tag ohne Zinsen unterwegs sein kann. Revolut überweist dagegen in Echtzeit.

Damit Sie bei den ständigen Zinsänderungen nicht den Anschluss verlieren, lohnt sich unser kostenloser Newsletter zu allen wichtigen Finanzthemen.

Für wen sich welches Angebot lohnt

Legen Sie bis zu 25.000 Euro an und nutzen Sie ohnehin regelmäßig Ihre Karte? Dann ist Revolut mit 4,25 Prozent die ertragsstärkere Wahl, zumal die neue deutsche Einlagensicherung ein altes Sorgenkind entschärft. Möchten Sie mehr als 25.000 Euro parken oder auf Kartenumsatz-Bedingungen verzichten, ist Chase mit seinen 4,00 Prozent bis eine Million Euro und dem höheren Basiszins die verlässlichere Lösung. Alle Details zum Konto von J.P. Morgan lesen Sie in unserem Chase-Produkttest.

Ein Vergleich lohnt sich in jedem Fall, denn beide Angebote liegen mehr als doppelt so hoch wie der biallo-Index.

Biallo Tagesgeld Empfehlung

Die nachfolgenden Anbieter wurden von Biallo als Empfehlung aus unserem Vergleich ausgewählt. Anlagebetrag: 25.000 €, Anlagedauer: 4 Monate, Sicherheit: mind. geringe Sicherheit. Die angezeigten Anbieter stellen keinen vollständigen Marktüberblick dar.
Anbieter und Produkt
Zinssatz / Zinsertrag
Bewertung
S&P Länderrating
Produktdetails
Anbieter und Produkt
Zinssatz
4,25% /
356,67 €
Bewertung
5/5
S&P Länderrating
AAA
Deutschland
Produktdetails
  • Basiszins: 1,25%
  • Aktionszins: 4,25% - gilt für die ersten 4 Monate
Zum Anbieter
Anbieter und Produkt
Zinssatz
4,00% /
335 €
Bewertung
5/5
S&P Länderrating
AAA
Deutschland
Produktdetails
  • Basiszins: 2,00%
  • Aktionszins: 4,00% - gilt für die ersten 4 Monate
Zum Anbieter
Anbieter und Produkt
Zinssatz
3,75% /
308,67 €
Bewertung
S&P Länderrating
AAA
Deutschland
Produktdetails
  • Basiszins: 0,75%
  • Aktionszins: 3,75% - gilt für die ersten 4 Monate
Zum Anbieter
Sämtliche Angaben ohne Gewähr. Datenstand 18.08.2026

Ihre Meinung ist uns wichtig!

Wie beurteilen Sie den neuen Zinskampf beim Tagesgeld? Setzen Sie auf den Spitzenzins von Revolut oder auf die deutsche Bonität von Chase? Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen und Meinungen gerne per E-Mail an redaktion@biallo.de. Wir freuen uns auf Ihr Feedback. Registrieren Sie sich zusätzlich kostenlos im persönlichen Bereich auf biallo.de. Dort speichern Sie Artikel, nutzen unsere Vergleichsrechner und finden garantiert das Konto, das zu Ihnen passt.

Häufige Fragen zum Revolut- und Chase-Tagesgeld

Wie hoch ist der aktuelle Tagesgeldzins bei Revolut?

Revolut zahlt neuen Kunden seit dem 18. August 2026 einen Aktionszins von 4,25 Prozent pro Jahr für vier Monate ab Kontoeröffnung. Der Zins gilt auf ein Guthaben bis 25.000 Euro und wird täglich ausgezahlt. Danach greift je nach Abomodell ein Zins zwischen 1,25 und 2,50 Prozent.

Ist mein Geld bei Revolut jetzt deutsch abgesichert?

Für neu eröffnete Tagesgeldkonten ja. Die Einlagen werden bei der Deutschen Bank AG gehalten und über die gesetzliche deutsche Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Person geschützt. Bestehende Konten bleiben bei der Revolut Bank UAB und weiterhin über die litauische Einlagensicherung abgesichert.

Warum kann Chase bei 50.000 Euro mehr bringen als Revolut?

Chase zahlt seine 4,00 Prozent auf das gesamte Guthaben bis zu einer Million Euro. Revolut zahlt die 4,25 Prozent dagegen nur auf die ersten 25.000 Euro, für den Betrag darüber gilt der niedrigere reguläre Tarif. Bei Anlagesummen über 25.000 Euro liegt Chase deshalb beim Gesamtertrag meist vorn.

Welche Bedingung muss ich bei Revolut nach der Schonfrist erfüllen?

Nach einer 30-tägigen Schonfrist bleibt der Aktionszins nur aktiv, wenn Sie innerhalb von 30 Tagen mindestens drei Kartenzahlungen von jeweils mindestens 5 Euro tätigen. Erfüllen Sie das nicht, wechselt der Zinssatz automatisch in den regulären Tarif.

Hinweis zur Einordnung: Dieser Artikel ist eine redaktionelle Marktbeobachtung und keine Anlageberatung. Wir vergleichen Tagesgeld-Konditionen, ordnen sie ein und benennen Vor- und Nachteile, treffen aber keine Entscheidung für Sie. Ob der höhere Zins von Revolut oder die volle Verzinsung großer Summen bei Chase besser zu Ihrer Anlagesumme, Ihrem Kartennutzungsverhalten und Ihrem Sicherheitsbedürfnis passt, prüfen Sie vor dem Abschluss am besten selbst, gegebenenfalls mit einer unabhängigen Beratung.

Über die Redakteurin Franziska Baum

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Bereits in ihrer Schulzeit war Franziska für die Jugendredaktion der Sächsischen Zeitung tätig. Nach ihrem Germanistik-Studium in Dresden sammelte sie weitere Erfahrungen als Online-Redakteurin bei führenden Technik-Magazinen und später im Verbraucherschutz. Seit 2016 war Franzi (so ihr Spitzname) als Redakteurin am Aufbau des Onlineportals verbraucherschutz.com (früher onlinewarnungen.de) beteiligt. Dort betreute sie unter anderem den Social Media Bereich, plante und verfasste eigene Tipps, News und Anleitungen zu aktuellen Themen. Durch diese Arbeit hat Franzi sich ein ausgeprägtes Wissen im Bereich Verbraucherschutz angeeignet. Bei biallo.de bringt sie genau dieses Wissen ein. Außerdem ist Franziska in der Leserbetreuung tätig. Ihr Ziel ist es, den Leserinnen und Lesern zu helfen und ein gutes Gefühl zu geben. 

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