Energie & Speicher

EnBW plant 800-MWh-Batteriespeicher in Philippsburg

Horst Biallo
Redakteur & Gründer
Veröffentlicht am: 27.04.2026

Auf einen Blick

  • EnBW plant in Philippsburg einen Großbatteriespeicher mit 400 Megawatt Leistung und 800 Megawattstunden Kapazität.
  • Der Baustart ist ab Frühsommer 2026 vorgesehen, die Inbetriebnahme für Ende 2027 geplant.
  • Vergleichsprojekte entstehen unter anderem in Gundremmingen (RWE) und Marbach am Neckar.
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Am ehemaligen Kernkraftwerksstandort Philippsburg plant EnBW einen Großbatteriespeicher mit 800 Megawattstunden Kapazität.
Das erwartet Sie in diesem Artikel

EnBW will am früheren AKW-Standort Philippsburg einen Großbatteriespeicher bauen. Die Anlage gehört zu den größten Deutschlands und soll Ende 2027 in Betrieb gehen.

Warum Philippsburg für EnBW strategisch wichtig ist

Lange hatte man beim baden-württembergischen Energieversorger EnBW darüber nachgedacht, was man mit dem Gelände des früheren Kernkraftwerks Philippsburg nördlich von Karlsruhe sinnvoll anfangen könnte.

Die Entscheidung ist gefallen: EnBW hat die finale Investitionsentscheidung für einen Großbatteriespeicher getroffen. Mit einer Leistung von 400 Megawatt und einer Kapazität von 800 Megawattstunden soll dort eine der größten Anlagen dieser Art in Deutschland ohne staatliche Förderung entstehen. Wie groß das Projekt ist, zeigt ein Vergleich: In Hamburg ging erst vor Kurzem südlich des Flughafens der bislang größte Batteriespeicher der Hansestadt in Betrieb – mit einer Kapazität von fünf Megawattstunden.

Welche Rolle Großbatteriespeicher für das Stromsystem spielen

„Die Investitionsentscheidung ist ein wichtiger Schritt, um die Flexibilität unseres Energiesystems zu stärken“, betont Peter Heydecker, Vorstand für Nachhaltige Erzeugungsinfrastruktur bei EnBW. Solche Großbatteriespeicher seien unverzichtbar, um die schwankende Erzeugung von Strom aus Sonne und Wind auszugleichen und dem tatsächlichen Strombedarf anzupassen. Sie seien zudem eine ideale Ergänzung zu wasserstofffähigen Gaskraftwerken. EnBW baut derzeit davon drei Stück im Südwesten.

Wann der Speicher gebaut werden soll und wie groß er ist

In wenigen Wochen will EnBW mit dem Bau des Speichers beginnen. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2027 geplant.

Rechnerisch könnte der Speicher den täglichen Strombedarf von rund 100.000 Haushalten decken. Insgesamt investiert das Unternehmen einen niedrigen bis mittleren dreistelligen Millionenbetrag.

Wie sich Philippsburg im Vergleich einordnet

Zum Vergleich: RWE investiert rund 230 Millionen Euro in den Bau eines Großspeichers auf dem Gelände des ehemaligen Kernkraftwerks Grundremmingen im bayerisch-schwäbischen Landkreis Günzburg. Die Leistung liegt ebenfalls bei 400 Megawatt, die Kapazität aber bei 700 Megawattstunden und damit unter dem geplanten Wert von Philippsburg.

Auch in Marbach am Neckar, in der Nähe von Heilbronn, treibt EnBW ein weiteres Speicherprojekt voran. Dort hat das Unternehmen mit dem Bau eines Großbatteriespeichers mit einer Kapazität von 100 Megawattstunden begonnen. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2026 geplant.

Über den Redakteur & Gründer Horst Biallo

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Jahrgang 1954, studierte Wirtschaft und absolvierte eine Ausbildung zum Wirtschaftsjournalisten bei der Tageszeitung Die Welt. In den folgenden Jahrzehnten arbeitete er als selbstständiger Wirtschaftsjournalist und veröffentlichte regelmäßig in der Wirtschaftswoche, im Stern und zahlreichen Tageszeitungen. Daneben ist Horst Biallo Autor mehrerer Wirtschafts-Fachbücher, darunter „Die geheimen deutschen Weltmeister" und „Die Doktormacher". 1999 gründete er biallo.de - zu einer Zeit, in der Verbraucher Konditionen für Tagesgeld, Festgeld und Kredite noch mühsam aus Tageszeitungen heraussuchen mussten. Damit zählte Horst Biallo zu den ersten in Deutschland, die unabhängige Konditionsvergleiche redaktionell aufbereitet und für Verbraucher zugänglich machten. In den Folgejahren erweiterte er das Angebot um geldsparen.de (2003) und biallo.at (2009). Heute hat sich Horst Biallo weitgehend aus dem operativen Geschäft zurückgezogen - sein Sohn Samuel Biallowons führt das Unternehmen seit Dezember 2020 als Geschäftsführer. Als Gründer und Autor bleibt er biallo.de weiterhin verbunden und veröffentlicht in unregelmäßigen Abständen Beiträge zu Verbraucherfinanzthemen sowie zu wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Fragen.

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