Ein Erbe ist zuerst ein Verlust und erst danach eine Summe. Genau darin liegt die Schwierigkeit: Auf dem Konto steht irgendwann eine Zahl, die für einen Menschen steht – und die trotzdem eine sehr nüchterne Frage stellt, für die gerade niemand den Kopf frei hat. Was jetzt damit?
Was Erben bekommen, fällt dabei sehr unterschiedlich aus. Ein Nachlass ist die Gesamtheit aller Rechte und Pflichten, die beim Tod einer Person übergehen: Konto- und Sparguthaben, Lebensversicherungen, Wertpapierdepots, Bausparverträge, Hausrat und Fahrzeuge, häufig eine Immobilie – und manchmal auch Schulden. Nach Schätzungen des DIW Berlin werden in Deutschland jährlich bis zu 400 Milliarden Euro vererbt oder verschenkt.
Diese Bestandteile werden unterschiedlich schnell zu verfügbarem Geld. Eine Lebensversicherung mit benannter bezugsberechtigter Person wird oft binnen weniger Wochen ausgezahlt. Konten gibt die Bank frei, sobald ein Erbschein – das amtliche Zeugnis über das Erbrecht – oder ein eröffnetes Testament vorliegt, meist nach ein bis drei Monaten. Eine geerbte Immobilie beschäftigt eine Erbengemeinschaft dagegen häufig ein Jahr oder länger, bis sie verkauft und der Erlös aufgeteilt ist.
Das Ergebnis ist fast immer dasselbe: Das Geld ist da, bevor die Fragen beantwortet sind.

