Revolut hat eine französische Vollbanklizenz erhalten. Für deutsche Kundinnen und Kunden ändert das vorerst nichts. Entscheidend für Ihre Sicherheit ist etwas anderes: Je nach Konto und Eröffnungsdatum sind Ihre Einlagen weiterhin mal litauisch, mal deutsch geschützt. Wir zeigen Ihnen, in welche Gruppe Sie fallen.

Haben Sie in den letzten Tagen von der neuen Frankreich-Lizenz bei Revolut gelesen und sich gefragt: "Was bedeutet das eigentlich für mein Revolut-Konto? Wechselt jetzt die Einlagensicherung? Oder hat die neue französische Vollbanklizenz andere Auswirkungen?" Hier ist die Lage bei Revolut komplizierter, als viele denken.

Eine deutsche IBAN bedeutet nicht automatisch eine deutsche Einlagensicherung. Und die frische Banklizenz aus Paris ändert an der Zuordnung der Konten zunächst gar nichts. Wir dröseln für Sie auf, was Revolut wirklich verkündet hat, worin sich die litauische von der französischen Bank unterscheidet und wie Ihr Erspartes je nach Kontotyp abgesichert ist.

Was hat Revolut verkündet?

Die neue französische Lizenz ist ein Meilenstein für Revolut, aber für Ihren Alltag als Kunde vorerst ohne Folgen. Die Revolut Bank S.A. hat nach einer gemeinsamen Prüfung durch die französische Aufsichtsbehörde ACPR und die Europäische Zentralbank eine Vollbanklizenz erhalten, die formell vom EZB-Rat verabschiedet wurde. Das teilte das Unternehmen am 10. August 2026 mit.

Wichtig für Sie: Die neue französische Gesellschaft startet schrittweise. Die Revolut Bank S.A. beginnt zunächst in Frankreich. Weitere Märkte wie Deutschland, Irland, Italien, Portugal und Spanien sollen in den kommenden Expansionsschritten folgen. Deutschland gehört also erst zu einer späteren Welle. Bis dahin bleibt für Sie alles beim Alten. Revolut hat sich zugleich verpflichtet, mehr als eine Milliarde Euro in Westeuropa zu investieren, und will 2027 eine neue Zentrale in Paris eröffnen.

Zur Einordnung der Größe: Westeuropa ist mit rund 30 Millionen Kunden die größte und am schnellsten wachsende Region von Revolut, allein 2025 kamen fast 8 Millionen Kundinnen und Kunden neu hinzu.

Litauische Bank gestern, französische Bank morgen: der Unterschied im Klartext

Revolut betreibt in Europa künftig zwei lizenzierte Banken parallel, ein sogenanntes Dual-Hub-Modell. Der Unterschied ist für Ihre Absicherung entscheidend.

Bislang lief das gesamte Europa-Geschäft über eine einzige Einheit: Die Revolut Bank UAB ist von der Bank of Lithuania und der Europäischen Zentralbank als Kreditinstitut zugelassen und wird von diesen reguliert. Diese litauische Bank hat 2015 in Großbritannien mit Geldtransfer und Währungsumtausch begonnen und ist heute die tragende Säule von Revolut für den Europäischen Wirtschaftsraum.

Für deutsche Kunden ändert sich damit wenig – die Revolut Bank UAB betreibt hierzulande bereits eine Zweigniederlassung und wickelt ihre Dienste über diese ab. Nach der Migration auf eine deutsche IBAN unterliegt das Konto auch dem deutschen Recht sowie den deutschen Vorschriften zur Bekämpfung von Geldwäsche. Der Haken dabei: Die gesetzliche Einlagensicherung erfolgt weiterhin durch den litauischen Einlagensicherungsfonds.

Die neue Revolut Bank S.A. ist dagegen eine eigenständige, in Frankreich gegründete Bank unter Aufsicht der ACPR und der EZB. Solange Ihr Konto nicht dorthin übertragen wird, sind Sie weiterhin Kunde der litauischen Einheit.

DE-IBAN, litauische oder deutsche Sicherung: Wo Ihr Geld je nach Konto liegt

Hier kommt der Kern für Sie. Ob Ihr Geld litauisch oder deutsch abgesichert ist, hängt nicht von Ihrer IBAN ab, sondern von Ihrem Kontotyp und dem Eröffnungsdatum. Es gibt drei Fälle.

Fall 1: Ihr Girokonto mit deutscher IBAN. Ihr Guthaben auf dem Zahlungskonto liegt bei der litauischen Revolut Bank UAB. Das Geld in Ihrem Revolut-Konto wird durch die litauische Einlagensicherung der öffentlichen Einrichtung Indėlių ir investicijų draudimas abgesichert. Die deutsche IBAN ändert daran nichts.

Fall 2: Ihr Tagesgeldkonto, eröffnet ab dem 4. August 2026. Die Guthaben auf Ihrem Tagesgeldkonto werden auf einem Sammeltreuhandkonto bei der Partnerbank Deutsche Bank AG gehalten. Das bedeutet, dass Ihre dort gehaltenen Guthaben durch das deutsche Einlagensicherungssystem mit bis zu 100.000 Euro pro Person abgesichert sind.

Fall 3: Ihr Tagesgeldkonto, eröffnet vor dem 4. August 2026. Hier bleibt alles wie bisher. Das Geld von Bestandskunden wird weiterhin in Litauen geführt. Es unterliegt damit unverändert dem litauischen Sicherungssystem, ebenfalls bis 100.000 Euro.

In allen drei Fällen gilt die Obergrenze von 100.000 Euro pro Person und Bank. Das ist der EU-weit einheitliche gesetzliche Mindestschutz. Eine freiwillige Zusatzsicherung, wie sie manche deutsche Banken über den gesetzlichen Schutz hinaus bieten, gibt es bei Revolut nicht.

„Eine deutsche IBAN bedeutet bei Revolut noch keine deutsche Einlagensicherung. Prüfen Sie zuerst, welchen Kontotyp Sie halten und wann Sie ihn eröffnet haben, erst dann wissen Sie, wer für Ihr Geld einsteht.“
Franziska Baum, Redakteurin bei biallo.de

Die Rolle der Deutschen Bank: So funktioniert das Tagesgeld-Treuhandkonto

Neu ist seit August die Deutsche Bank als Partner im Hintergrund. Für neu eröffnete Tagesgeldkonten hat Revolut das Sicherungssystem gewechselt.

Technisch läuft das über ein Treuhandmodell. Ihr Tagesgeldvertrag ist ein Geschäftsbesorgungsvertrag, mit dem Sie Revolut beauftragen, Ihre Ersparnisse in Ihrem Namen zu verwalten und auf einem Sammeltreuhandkonto bei der Partnerbank zu verwahren. Zahlen Sie also auf Ihr Sparkonto ein, legt Revolut den Betrag bei der Deutschen Bank AG an. Die Deutsche Bank AG steht unter der Aufsicht der Europäischen Zentralbank und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

Die deutsche Einlagensicherung schützt je Person und Bank bis zu 100.000 Euro. Ihr neues Tagesgeld liegt bei der Deutschen Bank AG, Ihr Girokonto dagegen bei der litauischen Revolut Bank UAB. Beide fallen also unter zwei getrennte Sicherungssysteme, jedes mit einer eigenen Grenze von 100.000 Euro.

An den Zinsen ändert der Wechsel nichts. Zinsen gibt es weiterhin täglich und entsprechend der Zinshöhe der jeweiligen Abo-Stufe bei Revolut. Beachten Sie aber die Staffelung: Im kostenlosen Standard-Abo greift der volle Satz oft nur auf die erste Stufe des Guthabens, für höhere Beträge fällt der Zins deutlich niedriger aus.

AboZins p. a. Stufe 1ab Grenze
Standard2,25 % bis 5.000 €1,25 % darüber
Plus2,25 % bis 5.000 €1,25 % darüber
Premium2,25 % bis 10.000 €1,50 % darüber
Metal2,25 % (ohne Staffel)
Ultra2,50 % bis 100.000 €2,25 % darüber
Quelle: Webseite Revolut, Stand: 11. August 2026, wichtig: Der Zinssatz ist variabel und kann jederzeit angepasst werden.

Zur Einordnung: Das Revolut-Tagesgeld liegt derzeit spürbar über dem biallo-Index für Tagesgeld. Der Index liegt aktuell bei einer Anlage von 10.000 Euro bei 1,68 Prozent pro Jahr und ist seit Jahresbeginn um 0,31 Prozentpunkte gestiegen. Wenn Sie den höchsten Ertrag suchen, finden Sie im Tagesgeld-Vergleich Anbieter mit befristeten Aktionszinsen oberhalb von drei Prozent, teils mit freiwilliger Zusatzsicherung.

Zum Vergleich haben wir drei Tagesgeld-Angebote mit Top-Bonität herausgesucht, die alle unter die deutsche Einlagensicherung fallen. Die Werte gelten für eine Anlage von 10.000 Euro über sechs Monate.

AnbieterAktionszinsDauerBasiszins danachEinlagensicherung
Chase4,00 % p. a.4 Monate2,00 % p. a.Deutschland
ING (Extra-Konto)*3,75 % p. a.4 Monate0,75 % p. a.Deutschland
Hamburg Direct Bank3,41 % p. a.3 Monate1,25 % p. a.Deutschland
Quelle: biallo-Tagesgeld-Vergleich, Anbieterangaben; Stand: 11. August 2026. Alle drei Anbieter tragen die Bestnote AAA der Ratingagentur S&P. Achten Sie bei allen Aktionsangeboten auf den Basiszins nach Ablauf der Frist, denn er entscheidet, was Ihr Geld langfristig bringt.
 
*aufs erste Extra-Konto in Kombi mit einem Girokonto

Biallo Tagesgeld Empfehlung

Die nachfolgenden Anbieter wurden von Biallo als Empfehlung aus unserem Vergleich ausgewählt. Anlagebetrag: 10.000 €, Anlagedauer: 6 Monate, Sicherheit: mind. geringe Sicherheit. Die angezeigten Anbieter stellen keinen vollständigen Marktüberblick dar.
Anbieter und Produkt
Zinssatz / Zinsertrag
Bewertung
S&P Länderrating
Produktdetails
Anbieter und Produkt
Zinssatz
4,00% /
167,33 €
Bewertung
5/5
S&P Länderrating
AAA
Deutschland
Produktdetails
  • Basiszins: 2,00%
  • Aktionszins: 4,00% - gilt für die ersten 4 Monate
Zum Anbieter
Anbieter und Produkt
Zinssatz
3,20% /
158,74 €
Bewertung
S&P Länderrating
AAA
Deutschland
Produktdetails
  • Basiszins: 0,60%
  • Aktionszins: 3,20% - gilt für die ersten 6 Monate
Zum Anbieter
Anbieter und Produkt
Zinssatz
3,10% /
156 €
Bewertung
S&P Länderrating
AAA
Deutschland
Produktdetails
  • Basiszins: 1,00%
  • Aktionszins: 3,10% - gilt für die ersten 6 Monate
Zum Anbieter
Sämtliche Angaben ohne Gewähr. Datenstand 11.08.2026

Was Sie jetzt tun sollten?

Zunächst müssen Sie nichts tun, kein Konto wird ohne Ihr Zutun umgestellt. Trotzdem lohnt sich ein prüfender Blick. So gehen Sie vor:

  • Kontotyp und Datum klären: Schauen Sie in der App nach, ob Sie ein Girokonto, ein Tagesgeldkonto oder beides führen und wann Sie das Tagesgeld eröffnet haben. Daran erkennen Sie Ihre Sicherungsgruppe.
  • 100.000-Euro-Grenze im Blick behalten: Haben Sie mehr Guthaben, verteilen Sie es besser auf mehrere Banken. Denken Sie an die Zusammenfassung von Giro- und neuem Tagesgeldkonto unter einer Grenze.
  • Zinsstaffel gegenrechnen: Bei größeren Summen kann der effektive Zins im Standard-Abo unter dem beworbenen Spitzenwert liegen. Ein Vergleich mit anderen Anbietern lohnt sich.

Ein Blick über Revolut hinaus lohnt sich auch beim Girokonto selbst. Die ING etwa führt ihr Girokonto bei einem monatlichen Geldeingang von 1.000 Euro und für alle unter 28 Jahren kostenlos, legt bei Eröffnung automatisch ein Extra-Konto mit 3,75 Prozent Zinsen pro Jahr für vier Monate dazu und lockt derzeit mit einer Prämie von 200 Euro. Ihre Einlagen sind über die deutsche Einlagensicherung geschützt. Einen anderen Weg geht die BBVA: Das Girokonto ist dauerhaft kostenlos, in den ersten sechs Monaten gibt es 3,50 Prozent Zinsen pro Jahr auf das Guthaben sowie 3,50 Prozent Cashback auf Einkäufe, danach eine variable Verzinsung von aktuell 2,25 Prozent pro Jahr. So verzinst Ihr Girokonto Ihr Guthaben ähnlich wie ein Tagesgeldkonto.

Damit Sie bei Zins- und Kontoänderungen nicht den Anschluss verlieren, hält Sie unser kostenloser Newsletter zu allen wichtigen Finanzthemen auf dem Laufenden.

Ihre Meinung ist uns wichtig!

Nutzen Sie Revolut bereits als Haupt- oder Zweitkonto? Wie wichtig ist Ihnen, ob Ihr Geld deutsch oder litauisch abgesichert ist? Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen und Fragen gerne per E-Mail an redaktion@biallo.de. Wir freuen uns auf Ihr Feedback.

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Häufige Fragen zur Revolut-Einlagensicherung

Habe ich mit deutscher IBAN automatisch die deutsche Einlagensicherung?

Nein. Ihr Girokonto mit deutscher IBAN läuft weiter über die litauische Revolut Bank UAB und ist über das litauische System bis 100.000 Euro geschützt. Die deutsche IBAN betrifft nur die Kontoverbindung und das anwendbare Recht, nicht die Einlagensicherung.

Wann greift bei Revolut die deutsche Einlagensicherung?

Bei Tagesgeldkonten, die Sie ab dem 4. August 2026 eröffnet haben. Diese Guthaben liegen auf einem Sammeltreuhandkonto bei der Deutschen Bank AG und fallen unter die deutsche gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Person.

Was passiert mit meinem alten Tagesgeldkonto bei Revolut?

Nichts. Vor dem 4. August 2026 eröffnete Tagesgeldkonten werden weiterhin von der Revolut Bank UAB geführt und bleiben über das litauische Einlagensicherungssystem bis 100.000 Euro abgesichert.

Ändert die französische Banklizenz etwas für deutsche Kunden bei Revolut?

Vorerst nicht. Die neue Revolut Bank S.A. startet in Frankreich, Deutschland folgt erst in einem späteren Schritt. Bis dahin bleibt Ihre Zuordnung zur litauischen Bank beziehungsweise beim neuen Tagesgeld zur Deutschen Bank unverändert.

Hinweis zur Einordnung: Dieser Artikel ist eine redaktionelle Marktbeobachtung und keine Anlageberatung. Wir ordnen die Einlagensicherung und die Konten von Revolut ein und benennen Vor- und Nachteile, treffen aber keine Entscheidung für Sie. Ob ein bestimmtes Konto zu Ihrem Sicherheitsbedürfnis, Ihrer gewünschten Absicherung und Ihrer Anlagesumme passt, prüfen Sie vor jedem Abschluss am besten selbst, gegebenenfalls mit einer unabhängigen Beratung.

Über die Redakteurin Franziska Baum

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Bereits in ihrer Schulzeit war Franziska für die Jugendredaktion der Sächsischen Zeitung tätig. Nach ihrem Germanistik-Studium in Dresden sammelte sie weitere Erfahrungen als Online-Redakteurin bei führenden Technik-Magazinen und später im Verbraucherschutz. Seit 2016 war Franzi (so ihr Spitzname) als Redakteurin am Aufbau des Onlineportals verbraucherschutz.com (früher onlinewarnungen.de) beteiligt. Dort betreute sie unter anderem den Social Media Bereich, plante und verfasste eigene Tipps, News und Anleitungen zu aktuellen Themen. Durch diese Arbeit hat Franzi sich ein ausgeprägtes Wissen im Bereich Verbraucherschutz angeeignet. Bei biallo.de bringt sie genau dieses Wissen ein. Außerdem ist Franziska in der Leserbetreuung tätig. Ihr Ziel ist es, den Leserinnen und Lesern zu helfen und ein gutes Gefühl zu geben. 

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