10 Euro vom Staat – monatlich, für jedes Kind: Der Bundestag berät über die Frühstartrente. Ab 2027 zahlt der Staat Kindern vom 6. bis 18. Lebensjahr monatlich 10 Euro fürs zertifizierte ETF-Depot. Daraus können bis zum 65. Lebensjahr knapp 27.000 Euro werden. Eltern sollten dabei aber auf Kosten und ETF-Auswahl achten.
Frühstartrente im Bundestag: Was der staatliche Zuschuss wirklich bringt
Sie soll künftigen Generationen den Einstieg in die private Altersvorsorge mit ETFs erleichtern: An diesem Freitag (25. September 2026) berät der Bundestag erstmals über die Frühstartrente. Ab dem 1. Januar 2027 soll der staatliche Zuschuss für das langfristige Sparen von Kindern für den Ruhestand kommen.
Wir sagen Ihnen, was die Frühstartrente bringt, ob es sich für Eltern lohnt, zusätzlich zum staatlichen Zuschuss selbst etwas ins Frühstart-Depot einzuzahlen – und ob neben dem Frühstart-Depot ein eigenes Kinderdepot besser ist.
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So funktioniert die Frühstartrente
Bei der Frühstartrente bekommen Kinder vom 6. bis zum 18. Lebensjahr monatlich 10 Euro vom Staat. Insgesamt sind das 1.440 Euro. Die im Jahr 2020 geborenen Kinder sind die erste Generation, die davon profitiert. Sie erhalten die Förderung rückwirkend zum 1. Januar 2026.
Die Förderung muss dabei in ein zertifiziertes Standarddepot fließen. Dessen Kosten dürfen maximal 1 Prozent im Jahr betragen. Ein bestehendes Kinderdepot lässt sich laut Bundesfinanzministerium nicht für die Frühstartrente nutzen.
Wie viel bringt der staatliche Zuschuss?
Investiert wird im Frühstart-Depot in zwei Produkte: einen Renditebaustein und einen Sicherheitsbaustein. Das können etwa ein Aktien-ETF auf den weltweiten Aktienindex MSCI World (Rendite) und ein Anleihen-ETF (Sicherheit) sein.
Die Auswahl der Produkte liegt beim Anbieter. Er gibt auch vor, in welchem Verhältnis das Geld in Aktien und Anleihen angelegt wird. Diese Aufteilung entscheidet über den Ertrag der Investition. So zeigen Erhebungen des Deutschen Aktieninstituts, dass langfristige Sparpläne auf den MSCI World regelmäßig Renditen von sieben bis acht Prozent bringen, bei Anleihen-ETFs ist es deutlich weniger.
Die Tabelle zeigt die Erträge der Frühstartrente für zwei unterschiedliche Aufteilungen von Aktien- und Anleihen-ETF. Der Aktien-ETF wirft im Schnitt eine Rendite von 7 Prozent ab, der Anleihen-ETF von 2 Prozent. Die Kosten liegen bei einem Prozent. Investiert werden 10 Euro monatlich vom 6. bis 18. Lebensjahr. Danach bleibt das Geld bis zum 65. Lebensjahr liegen: Früher darf der geförderte Betrag bei der Frühstartrente nicht entnommen werden.
So viel Ertrag schaut bei der Frühstart-Rente raus¹
Einzahlung 10 Euro monatlich vom 6. bis zum 18. Lebensjahr, gesamt 1.440 Euro, danach liegen lassen bis 65. LebensjahrAktien/Anleihen | Aktien/Anleihen | |
| Rendite nach Kosten | 3,5 %² | 5,0 %² |
| Depotwert mit 18 Jahren | 1.790 € | 1.960 € |
| Depotwert mit 65 Jahren | 9.000 € | 19.400 € |
| mit gesetzlichem Ablaufmanagement | 8.800 € | 17.700 € |
Die Tabelle macht deutlich: Der Ertrag hängt stark von der Aufteilung der beiden ETFs ab. Der höhere Aktienanteil verdoppelt im Beispiel den Depotwert bis zum 65. Lebensjahr. Die Aufteilung der Bausteine bestimmt zwar der Anbieter. Sparerinnen und Sparer – zu Beginn die Eltern – können sie aber ändern. Die Auswahl der Fonds jedoch nicht.
Die Frühstartrente hat außerdem ein sogenanntes Ablaufmanagement: Zum Ende der Ansparphase wird in Richtung Sicherheitsbaustein umgeschichtet. Das senkt den Ertrag. Steuern auf die Erträge fallen in der Ansparphase nicht an, erst bei Auszahlung der Rente.
Frühstartrente: Was die Kosten ausmachen
Das Beispiel zeigt: Bei der Wahl des Standarddepots sollten Eltern sich den Anbieter, seine Auswahl des ETF-Paars und die Aufteilung auf Rendite und Sicherheit genau anschauen. Und natürlich auch die Kosten, die fürs Frühstart-Depot anfallen. Liegen sie bei 0,2 statt 1 Prozent, steigt der Ertrag aus der Frühstartrente deutlich (siehe Tabelle):
So viel bringen geringe Kosten bei der Frühstartrente¹
Einzahlung 10 Euro monatlich vom 6. bis zum 18. Lebensjahr, gesamt 1.440 Euro, danach liegen lassen bis 65. Lebensjahr| 80/20-Depot | 0,2 % Kosten | 0,5 % Kosten | 1 % Kosten |
| Rendite nach Kosten | 5,80 %² | 5,50 %² | 5,00 %² |
| Depotwert mit 18 | 2.060 € | 2.020 € | 1.960 € |
| Depotwert mit 65 | 29.200 € | 25.100 € | 19.400 € |
| mit gesetzlichem Ablaufmanagement | 26.700 € | 22.900 € | 17.700 € |
Eigene Zuzahlungen: Mehr Rente fürs Kind
Bei geringen Kosten und passender Aufteilung der ETFs kommt mit den 10 Euro, die der Staat zahlt, eine stattliche Summe zusammen: im Beispiel bis zu 26.700 Euro. Das reicht aber kaum, um sich daraus im Alter eine nennenswerte Zusatzrente auszuzahlen.
Daher gibt es bei der Frühstartrente die Möglichkeit, zusätzlich selbst ins Depot einzuzahlen. Insgesamt sind Zuzahlungen bis maximal 570 Euro im Monat möglich. Die Tabelle zeigt, was es bringt, wenn Eltern bis zum 18. Geburtstag des Kindes mit sparen und das Geld dann bis zum 65. Lebensjahr liegen bleibt.
So viel bringen Zuzahlungen zur Frühstartrente¹
Einzahlungen vom 6. bis 18. Lebensjahr, danach liegen lassen bis 65. Lebensjahr| 80/20-Depot mit Zuzahlung | Eingezahlt | Wert mit 18 | Wert mit 65² |
| 10 € (nur Staat) | 1.440 € | 2.000 € | 17.700 € |
| 60 € (Staat + 50 € Eltern) | 8.640 € | 11.800 € | 106.400 € |
| 110 € (Staat + 100 € Eltern) | 15.840 € | 21.600 € | 195.100 € |
Die zusätzlichen Sparbeträge der Eltern erhöhen den Wert des Depots bis zum 65. Lebensjahr erheblich. Und auch nach dem 18. Lebensjahr können Eltern oder Kinder weiter ins Frühstart-Depot einzahlen. Das hebt den Endbetrag nochmal deutlich an. Die eigenen Sparbeiträge samt Erträgen können dabei im Gegensatz zum geförderten Betrag jederzeit entnommen werden.
Standard- oder eigenes Depot: Was ist besser?
Wer allerdings seine eigenen Sparbeträge ins Standarddepot fließen lässt, muss bei den beiden am Anfang gewählten ETFs bleiben. Flexibler ist es daher, lediglich die 10 Euro vom Staat ins Frühstart-Depot einzuzahlen – und für die eigenen Sparbeträge ein eigenes Depot zu wählen.
Ob sich das lohnt, ist vor allem eine Kostenfrage. Noch ist unklar, wie die Anbieter die Gebührenstruktur im Standarddepot für die Frühstartrente gestalten. Lohnen dürfte sich das Standarddepot im Vergleich zu guten und günstigen Depots etwa von Neobrokern wie Trade Republic, Scalable und Trading 212 oder Direktbanken wie der ING ab Gesamtkosten von unter 0,5 Prozent. Liegen die Kosten dagegen nahe bei einem Prozent, zahlt sich eher das eigene Depot aus. Sind die Gebühren bei beiden Depots gleich, sorgt im Standard-Depot das Ablaufmanagement unter Umständen für eine geringere Rendite.
Ob man einen solchen Sicherheitsmechanismus gut findet oder nicht, ist eine Frage der persönlichen Risikoneigung. Generell ist das Standarddepot die einfachere Lösung, weil Sparer dabei nur wenige Entscheidungen treffen müssen.
Das gilt auch für den Fall, dass man mit 18 Jahren das Frühstart-Depot in ein anderes zertifiziertes Altersvorsorgedepot überführt. Das ist nahtlos möglich. Der Vorteil: Der Staat hilft dann weiterhin beim Sparen fürs Alter mit.

