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Nach BBVA jetzt Chase – warum die größte Bank der Welt den deutschen Girokonto-Markt aufmischt

David Kotzmann
Redakteur
Veröffentlicht am: 18.06.2026
Chase ist mit einem Tagesgeldkonto in Deutschland gestartet. Kommt jetzt auch ein Girokonto?

JPMorgan Chase – mit einer Bilanzsumme von 4,9 Billionen US-Dollar die größte Bank der USA und nach Marktkapitalisierung die weltweit größte Bank – ist am 20. Mai 2026 offiziell in Deutschland gestartet. Zunächst mit einem Tagesgeldkonto, das mit 4,00 Prozent p.a. sofort den besten Aktionszins im deutschen Markt bot. Doch das ist nur der erste Schritt. Chase will langfristig zu einer der fünf führenden Digitalbanken in Deutschland werden – inklusive vollwertigem Girokonto bis Ende 2028. Was das für Verbraucher bedeutet.

Das Tagesgeldkonto – der erste Schritt

Chase startet in Deutschland mit einem gebührenfreien Tagesgeldkonto: 4,00 Prozent p.a. für die ersten vier Monate, danach ein variabler Basiszins von 2,00 Prozent p.a. – auf Einlagen bis zu einer Million Euro. Der Basiszins liegt dabei leicht unter dem aktuellen EZB-Einlagensatz (2,25 Prozent, Stand: Juni 2026) – ein solider Puffer gegenüber vielen Wettbewerbern, die nach der Aktionsphase auf unter ein Prozent fallen. Die Kontoeröffnung läuft vollständig digital über die Chase-App, per eID oder Video-Ident in wenigen Minuten. Eine deutsche IBAN wird sofort vergeben.

Betrieben wird das Angebot von der J.P. Morgan SE, die eine eigenständige Vollbanklizenz in Deutschland besitzt und gemeinsam von BaFin, EZB und Bundesbank beaufsichtigt wird. Einlagen sind gesetzlich bis 100.000 Euro abgesichert, über den freiwilligen Einlagensicherungsfonds bis zu 3 Millionen Euro.

Wichtig zu wissen: Chase ist aktuell rein App-basiert – kein Web-Banking, keine Echtzeitüberweisungen, keine Filiale. Das Tagesgeldkonto ist bewusst als Einstiegsprodukt gewählt. Chase will zunächst Kunden gewinnen, bevor das vollständige Produktportfolio folgt. 

Das eigentliche Ziel: Girokonto und Vollbank bis 2028

Das Tagesgeldkonto ist Mittel zum Zweck. Chase hat ein klares Expansionsziel: bis Ende 2028 ein vollständiges Produktportfolio für deutsche Verbraucher – inklusive Girokonto sowie Investment- und Kreditprodukte. Am Berliner Standort arbeiten bereits über 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das ist kein Auslandsabenteuer, sondern eine strukturierte Marktexpansion.

Chase-Deutschlandchef Daniel Llano Manibardo formuliert das Ziel offen: Man wolle langfristig unter den Top 5 in jedem Markt sein, den Chase betrete. Das ist ambitioniert – aber nicht unrealistisch, wenn man den UK-Start als Maßstab nimmt.

Was das Chase-Girokonto bieten könnte – ein Blick nach Großbritannien

Das britische Modell ist die Blaupause. Chase startete 2021 im Vereinigten Königreich mit einem kostenlosen Girokonto – und hat sich seitdem zur ernsthaften Bank für über 2,5 Millionen Kunden entwickelt.

Das britische Girokonto bot zum Start ein Prozent Cashback auf Kartenausgaben für Neukunden im ersten Jahr, automatisches Aufrunden von Zahlungen auf den nächsten vollen Betrag mit Übertrag ins Sparkonto, Budgetierungstools und Ausgabenanalyse direkt in der App sowie 24/7 Kundenservice ohne Chatbot – echte Mitarbeiter, per App erreichbar. Tagesgeld und Investmentfunktionen sind direkt integriert.

Die britischen Nutzerbewertungen sind überwiegend positiv für Design und Bedienbarkeit. Kritisiert werden gelegentlich Einschränkungen bei Überweisungen und Auslandsabhebungen. Ein wichtiger Vorbehalt: Das UK-Modell ist nicht eins zu eins auf Deutschland übertragbar. Regulatorische Unterschiede und Marktbedingungen können das deutsche Produkt anders aussehen lassen.

Was Chase für den deutschen Girokonto-Markt bedeutet

Der BBVA-Effekt zeigt, wie es laufen kann. Als die spanische Großbank im Juni 2025 mit Kampfkonditionen in Deutschland startete, boten kurz danach plötzlich 20 Banken Tagesgeldzinsen von drei Prozent oder mehr – vorher waren es nur zwei. Chase könnte einen ähnlichen Wettbewerbseffekt beim Girokonto auslösen, sobald das Produkt 2027 oder 2028 kommt.

Profiteure sind die Verbraucher: Mehr Wettbewerb bedeutet bessere Konditionen, höhere Zinsen und innovativere Produkte. Chase bringt dabei nicht nur Kapital mit – sondern auch Technologie und Erfahrung aus dem UK-Start. Der deutsche Bankenmarkt gilt als einer der härtesten Europas, das Vertrauen der Deutschen in ihre Hausbank zu brechen, ist schwierig. Aber Chase hat in Großbritannien gezeigt, dass es funktionieren kann.

Für wen ist Chase jetzt schon interessant – und für wen noch nicht?

Zinsjäger kommen auf ihre Kosten – 4,00 Prozent für vier Monate ist aktuell mit der beste Aktionszins im deutschen Markt. Wer Chase früh testet, kennt die App bereits, wenn das Girokonto kommt – ein kleiner, aber realer Vorteil.

Wer dagegen ein Girokonto sucht, muss warten – dieses wird es frühestens 2027 oder 2028 geben. Chase ist aktuell rein als Tagesgeldkonto konzipiert: kein Gehaltseingang, keine Lastschriften, keine Daueraufträge, kein Web-Banking. Für alle, die heute ein vollwertiges Girokonto suchen, sind ING, DKB oder Comdirect die bessere Wahl – alle Konditionen im biallo.de-Girokonto-Vergleich. Wer parallel das beste Tagesgeld sucht, findet den aktuellen Marktüberblick im biallo.de-Tagesgeldvergleich.

Chase ist angekommen – aber das Meiste kommt erst noch

Chase ist in Deutschland angekommen. Zunächst als Tagesgeldkonto mit dem besten Aktionszins im Markt, mit klarem Ziel: Vollbank bis 2028. Für Verbraucher ist das eine gute Nachricht – wie der BBVA-Effekt 2025 gezeigt hat, zwingt jeder neue starke Marktteilnehmer die Konkurrenz zu besseren Konditionen.

Wer jetzt handeln will, kann das Tagesgeldkonto als ersten Test nutzen. Wer heute ein vollwertiges Girokonto braucht, ist bei den etablierten Direktbanken besser aufgehoben. Jetzt in unserem Beitrag zu den kostenlosen Girokonten das beste Konto für heute finden – und Chase im Blick behalten, wenn das Girokonto 2027 oder 2028 kommt. 

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Hat Chase schon ein Girokonto in Deutschland?

Nein – aktuell bietet Chase in Deutschland ausschließlich ein Tagesgeldkonto an. Ein vollwertiges Girokonto ist bis Ende 2028 geplant.

Wann kommt das Chase-Girokonto in Deutschland?

Chase plant, sein Produktportfolio bis Ende 2028 schrittweise auszubauen – inklusive Girokonto sowie Investment- und Kreditprodukten. Ein genaues Datum gibt es noch nicht.

Kann ich mein Gehalt heute schon an ein Chase-Konto überweisen lassen?

Nein. Chase bietet aktuell nur ein Tagesgeldkonto an. Gehaltseingang, Lastschriften und Daueraufträge sind erst mit dem geplanten Girokonto möglich.

Ist Chase in Deutschland sicher?

Ja – Chase wird in Deutschland von der J.P. Morgan SE betrieben, die eine eigenständige Vollbanklizenz besitzt und von BaFin, EZB und Bundesbank beaufsichtigt wird. Einlagen sind gesetzlich bis 100.000 Euro abgesichert, über den freiwilligen Einlagensicherungsfonds bis zu 3 Millionen Euro.

Wie ist Chase in Großbritannien aufgestellt?

Chase startete 2021 in Großbritannien mit einem kostenlosen Girokonto und bot erstmals außerhalb der USA Finanzprodukte für Privatkunden an. Heute hat Chase im Vereinigten Königreich nach eigenen Angaben über 2,5 Millionen Kunden

Was kostet das Chase-Konto?

Die Kontoführung ist beim Tagesgeld kostenlos – auch für das geplante Girokonto werden keine Gebühren erwartet.

Über den Redakteur David Kotzmann

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David Kotzmann, Jahrgang 1994, kommt eigentlich aus dem Bereich Export Sales. Während eines mehrjährigen Auslandsaufenthalts war er unter anderen als freiberuflicher Blogautor in der Reisetouristikbranche tätig. Seit Anfang 2021 ist David im Team von biallo.de. Über die letzten Jahre konnte er sich ein umfangreiches Wissen in den Bereichen Wirtschaft und Finanzen aneignen. Er schreibt vor allem Artikel in den Ressorts Kreditkarten, Girokonten und Produkttests. Außerdem ist er für das Content editing verantwortlich.

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