Sauberes Geld unterm Tannenbaum Hände weg von schmutzigen Umweltfonds

Sauberes Geld unterm Tannenbaum Hände weg von schmutzigen Umweltfonds

Max Geißler
von Max Geißler
07.12.2016
Auf einen Blick
  • Viele Umweltfonds sind alles andere als sauber. Ökologische und ethische Aspekte kommen oft zu kurz.
  • Nur ein Fonds ist laut Verbraucherzentrale Bremen zu 100 Prozent nachhaltig und sozial. Der Rendite tut das keinen Abbruch, im Gegenteil...
Artikelbewertung
Teilen
Schrift

Cash an Weihnachten ist überaus beliebt. Wird das Geld nicht gleich benötigt, sollte man es sinnvoll anlegen. Bei kurzem Sparzeitraum empfiehlt sich gut verzinstes Tagesgeld oder Festgeld. Soll das Geldgeschenk als Startkapital für später dienen, dann sind Fonds eine gute Wahl. Allerdings nicht irgendwelche. Gerade zum Fest der Liebe sollten Sie auf eine saubere und umweltfreundliche Geldanlage achten.

Nicht immer ist Umwelt drin, wo Umwelt drauf steht

Damit ein Fonds nachhaltig oder umweltfreundlich ist, sollte er nicht in Waffen, Rüstung, klimaschädliche Unternehmen oder Kinderarbeit investieren. Das festzustellen, ist für Otto-Normalanleger allerdings nicht einfach. Zwar kann man sich anhand des Fondsprospekts informieren, in welche Unternehmen der Fonds investiert. Doch in welche Projekte und Produkte gerade ausländische Unternehmen ihr Geld stecken, ist kaum nachvollziehbar.  

So verwundert es nicht, dass die Verbraucherzentrale Bremen in einem Test feststellte, dass von 44 untersuchten „Umweltfonds“ sage und schreibe 39 Fonds Investments in die klimaschädliche Kohle- und Ölindustrie nicht verteufeln, so zum Beispiel der Uni Nachhaltigkeit Aktien Global oder der Umweltfonds Nachhaltigkeit Aktien R von der Landesbank Baden-Württemberg. Acht Umweltfonds garantieren nicht, dass kein Geld in Rüstungstechnik fließt, zum Beispiel der KBC Eco World oder der Allianz Global Sustainability A. Letzterer fiel bei den Verbraucherschützern glatt durch und erreichte nur einen einzigen Prozentpunkt auf einer Skala bis 100. Fünf Fonds lehnen Kinderarbeit nicht explizit ab, ein Beispiel hierfür ist der Danske Global Stockpicking A.

 

Wichtig: Informieren Sie sich, bevor Sie Geld in einen Umweltfonds stecken, in welche Industrien und Unternehmen der Fonds investiert. Detaillierte Informationen dazu finden Sie hier.

Welche Fonds empfehlen sich?

Letztlich fanden die Verbraucherschützer nur einen Fonds, der sämtliche problematischen Geschäftspraktiken ausschließt, und zwar den Aktienfonds Ökovision Klassik C.  Der von der ethisch-ökologischen Vermögensberatung Ökoworld AG aufgelegte Mischfonds schließt Investitionen in Atomenergie, Chlorchemie, Erdöl, Kinderarbeit, Militärtechnologie und Raubbau aus. Der Fonds ist nicht nur ethisch vorbildlich, sondern auch in Sachen Rendite. Das Fünfjahresplus liegt immerhin bei 90 Prozent. Mit diesem Fonds schenken Sie Ihren Liebsten eine umweltfreundliche Geldanlage par Excellence.  

Auf Platz zwei der Nachhaltigkeits-Rangliste landete der Triodos Sustainable Equity R. Der Fonds erfüllt allerdings nur noch zu 68 Prozent die strengen Anforderungen der Verbraucherschützer. Schwächen zeigt das Portfolio vor allem in den Bereichen Erdöl und Spekulation mit Nahrungsmitteln. Die Performance kann sich aber gut sehen lassen, immerhin erzielte er ein Kursplus von rund 80 Prozent in den vergangenen fünf Jahren.  

Der drittumweltfreundlichste Nachhaltigkeitsfonds ist aus Sicht der Verbraucherzentrale Bremen der Steyler Fair und Nachhaltig Aktien R. Hier bemängeln die Tester allerdings den Umgang mit der Erdölindustrie, dem Fracking sowie der industriellen Tierhaltung. Auch dass nicht gezielt in erneuerbare Energien und nachhaltige Landwirtschaft investiert wird, ist ein Kritikpunkt. Insgesamt kommt der Fonds auf 65 von 100 möglichen Prozentpunkten. Über die Performance lässt sich noch nicht so viel sagen, da der Fonds noch relativ jung ist. Die Dreijahresperformance liegt bei rund 20 Prozent.

Biallo-Tipp

Die Biallo-Tabelle Aktienfonds Umwelt enthält die 20 am besten performenden Fonds aus dem Bereich Nachhaltigkeit. 

Ihre Meinung ist uns wichtig
Max Geißler
Max Geißler
Autor
Jetzt Artikel bewerten
E-Mail an den Autor
Max Geißler
Max Geißler

nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

E-Mail an den Autor
Artikelbewertung
Teilen
Drucken
Zur Startseite
Max Geißler
Max Geißler

nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

E-Mail an den Autor
Newsletter
Keine News mehr verpassen
Bitte geben Sie eine korrekte E-Mail Adresse ein:
Unsere Datenschutzerklärung finden Sie hier.

Regeln für das Schreiben von Kommentaren:

  1. Kommentieren Sie sachlich und ohne persönliche Angriffe.
  2. Verfassen Sie keine Beiträge mit strafbarem, diskriminierendem, rassistischem, anstößigem, beleidigendem oder kommerziellem Inhalt und verweisen Sie nicht auf Seiten mit solchem Inhalt.
  3. Stellen Sie weder zu lange Texte noch Bilder ein, außer, wenn es unbedingt nötig ist.
  4. Veröffentlichen Sie keine personenbezogenen Daten Dritter, wie Namen, Adressen, Telefonnummern oder E-Mail-Adressen.
  5. Wenn Sie persönliche Mitteilungen oder Texte anderer Verfasser einstellen oder Kommentare anderweitig veröffentlichen möchten, beachten Sie die Rechte Dritter. Bei einer Verletzung dieser Rechte (z.B. Persönlichkeitsrecht, Urheberrecht, Datenschutz) haften Sie.
  6. Sie haben die Möglichkeit, Ihren Benutzernamen frei zu wählen. Sie sollten aber im eigenen Interesse markenrechtlich geschützte Namen vermeiden.

Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de