SumUp bringt erstmals ein Konto für Privatkunden mit bis zu 5 Prozent Cashback und weltweit gebührenfreiem Bezahlen. Der Haken: Es ist kein Girokonto mit klassischer Einlagensicherung, sondern ein E-Geld-Konto. Wir zeigen, für wen sich das lohnt und wo BBVA und ING mehr bieten.

Suchen Sie ein kostenloses Konto, das Sie bei jedem Einkauf belohnt? Dann hat SumUp seit dem 1. Juli 2026 ein neues Angebot für Sie. Der Zahlungsdienstleister, bekannt für seine Kartenterminals in Cafés und Restaurants, wagt damit den Schritt zum Privatkunden.

Klingt verlockend – doch zwei Punkte gehen in der SumUp-Werbung unter: die enge Cashback-Deckelung und der fehlende Einlagenschutz. Wir haben uns die Konditionen genau angesehen und ordnen das Konto für Sie ein. Dabei stellen wir es zwei Alternativen gegenüber: der BBVA als Cashback-Konto-Alternative mit Zins und der ING als klassischem Girokonto mit deutscher Einlagensicherung.

Das steckt hinter dem neuen SumUp-Konto

Das SumUp-Konto ist kostenlos und wird komplett über die App geführt. Laut Anbieter eröffnen Sie es in weniger als fünf Minuten. Sie bekommen eine virtuelle Mastercard sofort, eine physische Karte auf Wunsch kostenlos dazu.

Das Herzstück ist das gestaffelte Cashback. Auf der SumUp-Produktseite wirbt das Unternehmen mit weltweit bis zu 5,00 Prozent Geld zurück. Allerdings bekommen Sie die 5,00 Prozent nicht überall. Die Staffelung sieht wie folgt aus:

Wo Sie zahlenCashback
Bei teilnehmenden SumUp-Händlern5 %
In Supermärkten2 %
Auf alle anderen Einkäufe0,5 %
Quelle: SumUp; Stand: 1. Juli 2026

Dazu kommen praktische Funktionen: Sie zahlen im Ausland ohne Wechselkursgebühren zum Echtkurs, überweisen in Echtzeit an andere SumUp-Nutzer und teilen Rechnungen direkt in der App. Mit den sogenannten Spaces legen Sie Geld für bestimmte Ziele zur Seite, etwa für eine Reise oder ein Geschenk. Für die Sicherheit sorgen Fingerabdruck- und Gesichtserkennung.

Das Cashback im Realitätscheck

Bei aller Freude über 5,00 Prozent lohnt ein zweiter Blick auf das Kleingedruckte. Die hohe Quote gilt, wie in der Tabelle gezeigt, nur bei teilnehmenden SumUp-Händlern. Für den Großteil Ihrer Einkäufe außerhalb dieses Netzwerks bleiben 0,50 Prozent, in Supermärkten 2,00 Prozent.

Entscheidend ist die Frage nach der Deckelung. Und hier steckt der eigentliche Haken: SumUp deckelt das gesamte Cashback bei maximal zehn Euro pro Monat. Egal, wie viel Sie im Monat ausgeben, mehr als zehn Euro zurück gibt es nicht. Diese Grenze galt schon beim früheren 1-Prozent-Cashback und bleibt trotz der höheren Prozentwerte bestehen. Die beworbenen 5,00 Prozent sind also schnell aufgebraucht: Bei teilnehmenden SumUp-Händlern reichen schon 200 Euro Umsatz im Monat, um den Deckel zu erreichen.

„Fünf Prozent Cashback klingen groß, doch bei zehn Euro Deckel pro Monat ist die Prämie schnell ausgereizt.“
Franziska Baum, Redakteurin bei biallo.de

Sicherheit: E-Geld-Institut statt klassischer Einlagensicherung

Hier liegt der wichtigste Unterschied zu einem echten Girokonto. Auf seiner Produktseite wirbt SumUp mit der Zeile "Ein Girokonto für alle Fälle". Im selben Sicherheitsblock weist sich das Unternehmen aber ausdrücklich als "E-Geld-Institut" aus, nicht als Bank. Darf das Konto also überhaupt Girokonto heißen?

Auch wenn es sich wie ein Girokonto anfühlt, aufsichtsrechtlich ist es keines. Ein Girokonto führt eine Bank, die am bargeldlosen Zahlungsverkehr teilnimmt und deren Guthaben der gesetzlichen Einlagensicherung unterliegt. Ein E-Geld-Institut betreibt dagegen kein klassisches Einlagengeschäft und ist nicht Teil dieser Sicherung. SumUp wird von der irischen Zentralbank reguliert (Referenz Nr. C195030). Die Werbezeile ist damit kein Rechtsbruch, aber sie verwischt einen Unterschied, den Sie kennen sollten.

SumUp bewahrt Kundengelder auf getrennten Konten auf, die vom Firmenvermögen abgeschirmt sind. In den Zahlungsbedingungen schreibt SumUp aber selbst deutlich: Das Konto ist kein Bankkonto und nicht durch ein Einlagensicherungssystem geschützt.

Bei einem klassischen Girokonto sind Ihre Einlagen über die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Kunde geschützt. Diesen Schutz gibt es beim SumUp-Konto nicht. Ihr Geld liegt zwar getrennt und ist im Insolvenzfall gegen Gläubiger abgeschirmt, aber die Absicherung funktioniert anders als bei einer Bank. Für ein Cashback-Konto, auf dem Sie nur Ihr Alltagsgeld halten, ist das vertretbar. Ihr Erspartes gehört auf ein abgesichertes Konto.

BBVA im Vergleich: mehr Cashback plus Zins aufs Guthaben

Wenn Sie Cashback wollen und Ihr Guthaben gleichzeitig arbeiten soll, ist die spanische Direktbank BBVA die spannendere Wahl. Sie zahlt seit dem 1. Juli 2026 für Neukunden 3,50 Prozent Zinsen aufs Girokonto-Guthaben, sechs Monate lang und für Beträge bis 200.000 Euro. Nach der Aktion greift eine variable Verzinsung von aktuell 2,25 Prozent pro Jahr, die auf bis zu 2,75 Prozent steigt, wenn Sie einen Gehaltseingang haben oder monatlich mindestens 1.500 Euro mit der Karte umsetzen.

Zum Einordnen: Der Biallo-Index für Tagesgeld liegt bei 10.000 Euro derzeit bei 1,59 Prozent (Stand 1. Juli 2026). Die BBVA schlägt diesen Wert mit ihrem Aktionszins also deutlich, und das ganz ohne separates Sparkonto. Beim Cashback gibt es 3,50 Prozent auf Kartenzahlungen bis 350 Euro im Monat, macht maximal 12,25 Euro monatlich. Das ist kein großer Unterschied zu SumUp. Aber bei der BBVA bekommen Sie zusätzlich Zinsen obendrauf.

Ein Punkt zum Abwägen bleibt die Einlagensicherung: Die BBVA sichert Einlagen über das spanische System bis 100.000 Euro ab. Das entspricht dem EU-Standard, das Länderrating Spaniens liegt allerdings unter der deutschen Bestnote.

ING im Vergleich: das klassische Girokonto mit deutscher Absicherung

Legen Sie mehr Wert auf Sicherheit als auf Prämien? Dann ist ein klassisches Girokonto mit deutscher Einlagensicherung die passende Alternative. Die ING bietet ein kostenloses Girokonto, das unter die deutsche Einlagensicherung fällt und Ihre Guthaben bis 100.000 Euro pro Kunde absichert. Aktuell gibt es sogar einen 200 Euro-Bonus für die Eröffnung des ersten ING-Girokontos.

Ein Cashback-Programm wie bei SumUp oder der BBVA gibt es hier nicht. Dafür bekommen Sie ein vollwertiges Girokonto einer deutschen Bank. Wer sein Alltagskonto und sein Erspartes lieber auf sicherem Fundament weiß, ist mit einem solchen Konto besser bedient als mit einem E-Geld-Wallet.

Für wen sich das SumUp-Konto lohnt

Das SumUp-Konto ist ein Zweitkonto für den Alltag, kein Ersatz für Ihr Hauptkonto. Es lohnt sich, wenn Sie ohnehin oft bei kleinen, lokalen Händlern aus dem SumUp-Netzwerk einkaufen und die 5,00 Prozent mitnehmen möchten. Das gebührenfreie Bezahlen im Ausland macht es zu einem praktischen Reisebegleiter.

Wenn Sie größere Summen oder Ihr Erspartes auf dem Konto halten, gehört Ihr Geld auf ein Konto mit klassischer Einlagensicherung. Wollen Sie Cashback und Zins verbinden, prüfen Sie die BBVA. Zählt für Sie vor allem die Sicherheit, bleiben Sie bei einem deutschen Girokonto wie dem der ING.

Damit Sie informiert bleiben, melden Sie sich am besten zu unserem kostenlosen Newsletter an, der Sie über neue Konto- und Zinsangebote auf dem Laufenden hält.

Ihre Meinung ist uns wichtig!

Wie beurteilen Sie das neue SumUp-Konto? Reizt Sie das Cashback bei lokalen Händlern oder ist Ihnen die fehlende klassische Einlagensicherung zu heikel? Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen und Meinungen gerne per E-Mail an redaktion@biallo.de. Wir freuen uns auf Ihr Feedback. Registrieren Sie sich zusätzlich kostenlos im persönlichen Bereich auf biallo.de. Dort speichern Sie Artikel, nutzen unsere Vergleichsrechner und finden das Konto, das zu Ihren Bedürfnissen passt.

Häufige Fragen zum SumUp-Konto

Ist das SumUp-Konto ein Girokonto?

Nein, nicht im aufsichtsrechtlichen Sinne. SumUp ist keine Bank, sondern ein von der irischen Zentralbank reguliertes E-Geld-Institut. Das Konto ist deshalb ein E-Geld-Konto und nicht durch ein klassisches Einlagensicherungssystem geschützt. Ihr Geld wird aber getrennt vom Firmenvermögen verwahrt.

Wie viel Cashback bekomme ich beim SumUp-Konto?

Sie erhalten bis zu 5,00 Prozent bei teilnehmenden SumUp-Händlern, 2,00 Prozent in Supermärkten und 0,50 Prozent auf alle anderen Einkäufe (Stand 1. Juli 2026). Wichtig: Das gesamte Cashback ist laut SumUp auf maximal zehn Euro pro Monat gedeckelt, egal wie viel Sie ausgeben. Die hohen Prozentwerte sind damit schnell ausgereizt.

Was kostet das SumUp-Konto?

Das Konto ist kostenlos. Es fallen keine monatliche Gebühr und keine Wechselkursgebühren beim Bezahlen im Ausland an. Eine physische Mastercard erhalten Sie auf Wunsch gratis dazu.

Ist mein Geld beim SumUp-Konto sicher?

Ihr Guthaben wird auf getrennten Konten verwahrt und ist im Insolvenzfall gegen Gläubiger abgeschirmt. Die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro wie bei einer Bank greift jedoch nicht. Für größere Summen ist ein Girokonto mit deutscher Einlagensicherung die sicherere Wahl.

Hinweis zur Einordnung: Dieser Artikel ist eine redaktionelle Marktbeobachtung und keine Anlageberatung. Wir stellen das SumUp-Konto vor, vergleichen es mit BBVA und ING und benennen Vor- und Nachteile, treffen aber keine Entscheidung für Sie. Ob ein Cashback-Konto, ein verzinstes Girokonto oder ein klassisches Konto mit deutscher Einlagensicherung zu Ihrem Bedarf, Ihrem Sicherheitsbedürfnis und Ihren Ausgabegewohnheiten passt, prüfen Sie vor jedem Abschluss am besten selbst, gegebenenfalls mit einer unabhängigen Beratung.

Über die Redakteurin Franziska Baum

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Bereits in ihrer Schulzeit war Franziska für die Jugendredaktion der Sächsischen Zeitung tätig. Nach ihrem Germanistik-Studium in Dresden sammelte sie weitere Erfahrungen als Online-Redakteurin bei führenden Technik-Magazinen und später im Verbraucherschutz. Seit 2016 war Franzi (so ihr Spitzname) als Redakteurin am Aufbau des Onlineportals verbraucherschutz.com (früher onlinewarnungen.de) beteiligt. Dort betreute sie unter anderem den Social Media Bereich, plante und verfasste eigene Tipps, News und Anleitungen zu aktuellen Themen. Durch diese Arbeit hat Franzi sich ein ausgeprägtes Wissen im Bereich Verbraucherschutz angeeignet. Bei biallo.de bringt sie genau dieses Wissen ein. Außerdem ist Franziska in der Leserbetreuung tätig. Ihr Ziel ist es, den Leserinnen und Lesern zu helfen und ein gutes Gefühl zu geben. 

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