
Deutschland- Basiszins: 1,00%
- Aktionszins: 2,75% - gilt für die ersten 6 Monate

Niederlande- Basiszins: 1,80%
- Aktionszins: 3,00% - gilt für die ersten 4 Monate

Deutschland- Basiszins: 1,25%
- Aktionszins: 3,21% - gilt für die ersten 4 Monate
Auf einen Blick
Die Norisbank bietet jetzt den stärksten Neukundenzins beim Tagesgeld. Dafür ist aber ein neu eröffnetes Girokonto nötig. Auch anderswo könnten die Zinsen bald steigen.
Der Markteintritt von Chase in Deutschland hat den Wettkampf um den besten Zins hierzulande nochmals verschärft. Nur einen Tag nachdem die JPMorgan-Marke erstmals die vier Prozent aufgerufen hat, zieht jetzt die Norisbank nach. Sie garantiert ihren neuen Kunden den gleichen Zins für volle sechs Monate. Dazu gibt es noch 120 Euro für den Wechsel des Girokontos.
Die vier Prozent für Neukunden sind bei der Norisbank sechs Monate lang garantiert und werden auf bis zu 250.000 Euro gezahlt. Anders als bei Chase und den meisten anderen Banken wird aber ein neu eröffnetes Girokonto vorausgesetzt. Dieses soll dann auch aktiv genutzt werden. Zumindest müssen sich Kunden bereiterklären, drei Zahlungspartner automatisch und zeitnah über den Kontowechsel informieren zu lassen.
Dabei ist auch die Kostenlos-Variante des Girokontos nicht für alle gratis: Die Kontogebühr entfällt nur für Nutzer unter 30 Jahren oder bei mindestens 500 Euro monatlichem Geldeingang. Der Vorteil: Die Norisbank zahlt neben dem guten Sparzins auch noch eine Prämie von 120 Euro für den Wechsel. Auch hierfür werden die drei informierten Zahlungspartner vorausgesetzt.
Rein vom Zins her, ist das Tagesgeld der Norisbank jetzt das attraktivste Neukundenangebot in Deutschland. Schließlich gilt die Zinsgarantie ein halbes Jahr, während Chase nur vier Monate zusichert. Der reguläre Zins bleibt mit 0,75 Prozent aber hinter vergleichbaren Angeboten zurück. Bei Ferratum (2,60 Prozent), Cosmos Direkt (2,20 Prozent bei deutscher Einlagensicherung) und Chase (2,00 Prozent) ist deutlich mehr drin. Die Zinszahlung erfolgt bei der Norisbank vierteljährlich. Es gibt daher auch weniger Zinseszinsen als bei Chase, wo monatlich gezahlt wird.
Bei der Sicherheit sind die Angebote von Norisbank und Chase gleichwertig. Beide sind an die gesetzliche deutsche Einlagensicherung angeschlossen, was 100.000 Euro je Bank und Kunde schützt. Höhere Beträge sind jeweils über den Bundesverband deutscher Banken gesichert. Die Norisbank gehört zwar zur Deutschen Bank, ist aber eine eigenständige Tochter. Wer also zum Beispiel bei Postbank oder Deutscher Bank noch Geld hat, muss nicht fürchten, deswegen die Sicherungsgrenze pro Bank zu überschreiten.
Das Angebot von Chase könnte die deutschen Banken wachrütteln und bald zu weiteren Zinserhöhungen führen. Schließlich gibt es bei den Konditionen – unter anderem dank deutscher Einlagensicherung und hohem Basiszins – kaum etwas auszusetzen. Und es stammt zudem von einem Geldhaus, das auch hierzulande vielen ein Begriff sein sollte.
Ob die Amerikaner auch mit dem vermeintlich großen Kundenansturm klarkommen und technisch alles reibungslos funktioniert, bleibt abzuwarten. Aber jetzt liegt der Ball erstmal im Feld der großen deutschen Direktbanken wie ING und Comdirect. Es dürfte sich lohnen, bei den Tagesgeldzinsen genauer hinzusehen.

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