Gold gilt als klassischer Inflationsschutz. Es funktioniert aber nicht immer. Unsere Analyse zeigt: Langfristig kann Gold die Inflation schlagen. Die Schwankungen beim Goldpreis sind aber groß. Ein begrenzter Goldanteil im Depot zur Krisenabsicherung ist daher sinnvoll – aber kein blindes Vertrauen auf den Schutz gegen die Teuerung.

Die Inflation ist zurück – und es ist noch offen, wie lange sie bleibt. Bei 2,6 Prozent lag die Inflationsrate in Deutschland im Mai 2026, zeigen vorläufige Daten des Statistischen Bundesamts.  Wer sein Geld anlegt und damit die Teuerung schlagen will, muss schon Renditen von um die drei Prozent herausholen.

Viele Anlegerinnen und Anleger vertrauen dabei auf Gold als Inflationsschutz. Tatsächlich glänzt das Edelmetall oft in Krisen – also dann, wenn es in der Wirtschaft und an der Börse schlecht läuft. Doch schützt es Anlegerinnen und Anleger auch vor einer hohen Teuerung? Wir sagen Ihnen, wie gut Gold als Inflationsschutz funktioniert – und was das für Anleger bedeutet.

Vergleich: Goldpreis vs. Inflation

Seit Anfang 2024 hat der Goldpreis einen enormen Anstieg hingelegt. Damals lag er umgerechnet bei knapp 1.900 Euro. Jetzt sind es fast 3.900 Euro (Stand 28. Mai 2026). Das ist ein Zuwachs von mehr als 100 Prozent. In diesem Zeitraum schlägt Gold die Inflation also locker.

Das ist aber nicht immer so. Um Anleger gut vor Inflation zu schützen, müsste Gold immer dann zulegen, wenn auch die Inflation steigt – im Idealfall mit einer höheren Wachstumsrate. Von 1992 bis 2025 war das zwar in vielen Jahren der Fall, aber nicht in allen. Das zeigt unsere Grafik (siehe unten): Sie stellt die jährliche Inflationsrate in Deutschland der Jahres-Performance von Gold gegenüber. Den Zeitraum haben wir gewählt, weil es seit 1992 eine Inflationsrate für ganz Deutschland gibt.

Gold schlägt die Inflation – aber längst nicht immer

Jährliche Inflationsrate in Deutschland und Performance des Goldpreises (1992 bis 2025)

Zeitraum von 1992 bis 2008:

Zeitraum von 2009 bis 2025:

Quelle: Statistisches Bundesamt, Gold.de, Grafik biallo.de

Seit 2005 überstieg demnach der Zuwachs beim Goldpreis die Inflation in den meisten Jahren. In dieser Phase war das Edelmetall ein guter Schutz gegen die Teuerung. Anders sieht es von 1992 bis 2000 aus. In dieser Zeit gab es nur zwei Jahre, in denen Gold eine Rendite lieferte, die über der Teuerung lag. Insgesamt stieg die Inflation in dieser Periode um 16 Prozent, Gold legte nur um sechs Prozent zu.

Die Grafik macht also deutlich: Gold schützt in manchen Phasen gut vor einem Anstieg der Preise. Es gibt aber auch Zeiträume, in denen der Inflationsschutz kaum funktioniert. Und: In manchen Jahren müssen Anlegerinnen und Anleger mit kräftigen Verlusten bei Gold rechnen. Denn der Preis des Edelmetalls kann sehr stark schwanken.

Biallo Tipp

Geld in Gold anlegen, in Aktien - oder doch lieber Festgeld und Tagesgeld? Mit unserem Newsletter holen Sie sich die besten Infos, Tipps und Vergleiche von Biallo kostenlos ins Postfach. Jetzt zum Newsletter  anmelden – und künftig besser entscheiden!

Studie: So schlägt Gold die Inflation im Schnitt

Zu ähnlichen Ergebnissen kommt eine aktuelle Studie des Family-Offices HQ Trust. Kapitalmarktstratege Sebastian Dörr hat dafür Daten von Januar 1969 bis März 2026 analysiert. Die mehr als fünf Jahrzehnte teilte er dabei in verschiedene Inflationsphasen ein: von gering (weniger als 1,3 Prozent) bis hoch (mehr als 3,9 Prozent).

Dann untersuchte er, welche Renditen Gold in diesen Phasen „real“ abwarf – also abzüglich der Inflation. Sein Ergebnis: „Gold erzielte im langfristigen Durchschnitt in allen Inflationsphasen positive Realrenditen.“ Im Mittel lag die reale Rendite dabei bei 6,2 Prozent (siehe Grafik).

So schneidet Gold in verschiedenen Inflationsphasen ab

Reale Jahresrenditen des Goldpreises je nach Inflationshöhe¹
¹Zeitraum Januar 1969 bis März 2026; Quelle: HQ Trust

Gold schlägt im Durchschnitt die Inflation also deutlich. Die Grafik zeigt aber auch: Die reale Jahresrendite des Edelmetalls schwankt stark. Sie könne „tief im Minus liegen“ oder „weit über 40 Prozent im Plus“, sagt Experte Dörr. Eine Garantie für höhere Gold-Renditen in Zeiten steigender Verbraucherpreise gebe es daher nicht.

Fazit: Wann Gold als Inflationsschutz taugt

Ist Gold also ein guter Inflationsschutz? Das kommt auf die Phase an, in der sich die Welt(-Wirtschaft) befindet. Gold erzielt oft dann gute Renditen, wenn bei Anlegerinnen und Anlegern Unsicherheit über die weitere Entwicklung herrscht. Auch deshalb hat das Edelmetall seit Beginn des neuen Jahrtausends einen Rekordlauf hingelegt: Seit 2000 folgte praktisch eine Krise der nächsten. Das hat den Goldkurs nach oben getrieben.

Häufig steigt Gold dabei besonders stark, wenn es am Aktienmarkt abwärts geht. In solchen Phasen ist das Edelmetall meist auch ein guter Inflationsschutz. Eine Garantie dafür, dass Gold vor der Teuerung schützt, gibt es aber nicht – umso mehr, als der Goldpreis stark schwanken kann und mitunter kräftig nach unten sackt. Wer etwa Anfang März dieses Jahres Gold gekauft hat, hat bis heute in Euro gerechnet einen Verlust von 17 Prozent eingefahren (Stand 28. Mai 2025). Von Inflationsschutz kann da keine Rede sein.

Dennoch ist es sinnvoll, einen begrenzten Anteil Gold (5 bis 15 Prozent) im Portfolio zu haben. Das kann das Depot in Krisen stabilisieren. Angesichts der derzeitigen Weltlage ist das auf jeden Fall ein Vorteil – ganz unabhängig von der Inflationsrate.

Über den Redakteur Andreas Jalsovec

Alle Artikel des Redakteurs Andreas Jalsovec ansehen

Hat als Redakteur in mehreren (Wirtschafts-) Redaktionen gearbeitet – unter anderem beim Anlegermagazin Börse Online, bei der Münchner Abendzeitung, der Schwäbischen Zeitung und der Nachrichtenagentur epd. Der promovierte Ökonom schreibt vor allem über Anleger- und Verbraucherthemen. Vor seinem Wechsel zu Biallo.de war er für die Wirtschaftsredaktion der Süddeutschen Zeitung tätig.

So verdient Ihr Geld mehr

Der Newsletter von biallo.de ist eine exzellente Entscheidung, wenn es um Ihre Finanzen geht.

Wir freuen uns darauf, Ihnen mit Ihrer Zustimmung interessante Inhalte, Empfehlungen und Werbung von uns und unseren Partnern zu schicken, die genau auf Ihre Interessen zugeschnitten sind. Um dies zu ermöglichen, analysieren wir, wie Sie unsere Website nutzen (z.B. Seitenaufrufe, Verweildauer) und wie Sie mit unseren E-Mails interagieren (z. B. Öffnungs- und Klickraten). So erstellen wir ein Nutzungsprofil, das Ihnen die relevantesten Inhalte liefert, und ordnen Sie in passende Werbezielgruppen ein. Ihre Zustimmung können Sie jederzeit widerrufen, z. B. über den Abmeldelink im Newsletter. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.