Edelmetalle & Geldanlage

Goldpreis schwankt stark: Wie Gold Ihr Depot stabilisieren kann

Gian Hessami
Autor
Aktualisiert am: 28.05.2026

Auf einen Blick

  • Der Goldpreis ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen, bleibt aber anfällig für deutliche Schwankungen.
  • Gold gilt als sicherer Hafen, kann ein Depot stabilisieren und eignet sich vor allem für langfristige Anleger.
  • Wer Gold kaufen möchte, kann zwischen Barren, Münzen und Goldwertpapieren wie ETCs wählen.
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Gold gilt vielen Anlegern als sicherer Hafen. Der starke Preisanstieg zeigt aber auch, wie wichtig eine ausgewogene Beimischung im Depot ist.
Das erwartet Sie in diesem Artikel

Gold ist in Krisenzeiten gefragt – doch der starke Preisanstieg der vergangenen Jahre zeigt auch: Das Edelmetall kann stark schwanken. Was Anlegerinnen und Anleger jetzt wissen sollten.

Goldpreis stark gestiegen: Warum das Edelmetall gefragt ist

Der Goldpreis kannte in den beiden vergangenen Jahren nur eine Richtung: aufwärts. So kostete Anfang 2024 eine Feinunze (31,1 Gramm) rund 2.000 US-Dollar (1.700 Euro). Derzeit notiert das Edelmetall bei 4.700 Dollar (4.000 Euro). 

Ein Grund für die Preisexplosion: Die US-Notenbank (Fed) und die Europäische Zentralbank (EZB) senkten die Leitzinsen, um die Wirtschaft in den USA und Europa zu stützen. Damit fielen die Renditen für verzinsliche Geldanlagen wie Tagesgeld, Festgeld und Anleihen. Im Gegenzug wurde Gold, das keine Zinsen erwirtschaftet, für Anleger attraktiver. Mit der steigenden Nachfrage kletterte auch der Preis für das Edelmetall. 

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Warum Gold in Krisenzeiten als sicherer Hafen gilt

Gold gilt zudem als „sicherer Hafen“, den Investoren in unsicheren Börsenzeiten oft ansteuern – etwa bei geopolitischen Konflikten. „Ein wichtiger Preistreiber war sicherlich der Angriff Russlands auf die Ukraine”, sagt Thu Lan Nguyen, Rohstoffexpertin bei der Commerzbank dem Verbraucherportal biallo.de. Nachdem lange Zeit ein Krieg in Europa für die meisten undenkbar gewesen sei, sähen viele nun die realistische Gefahr eines großen Krieges. Verstärkt worden sei diese Angst durch die Konflikte im Nahen und Mittleren Osten sowie durch die Drohungen Chinas gegenüber Taiwan, meint die Expertin.

Goldpreis unter Druck: Warum die Entwicklung so schwer vorhersehbar ist

Es ist kaum absehbar, wie sich die Kurse in Zukunft entwickeln. Ein Beispiel dafür ist der Iran-Krieg. Zu Beginn des Krieges legte der Goldpreis deutlich zu. Hier galt zunächst das Prinzip des sicheren Hafens. Anleger flüchteten in Gold. Als jedoch die Straße von Hormus faktisch blockiert wurde, kam es zu extremen Ölpreisanstiegen. Durch die Meerenge am Persischen Golf werden rund 20 Prozent des weltweit verschifften Rohöls transportiert. Hält diese Lage länger an, kann dies die Inflation befeuern. Das wiederum könnte dazu führen, dass die Notenbanken die Zinsen wieder anheben, um die Inflation zu bekämpfen. Das würde den Goldpreis unter Druck setzen, da verzinsliche Anlagen attraktiver würden und Investoren ihr Geld aus Gold abziehen. Allein die Möglichkeit dieses Szenarios trug dazu bei, dass es bei Gold während des Iran-Kriegs zu deutlichen Kurseinbrüchen kam.

Biallo-Lesetipp: Gold gilt für viele Anleger weiterhin als wichtiger Baustein zur Absicherung des Vermögens. Welche Rolle das Edelmetall in unsicheren Zeiten spielen kann und warum es wieder stärker im Fokus steht, lesen Sie im Artikel “Gold im Höhenflug” auf biallo.de.

Bleibt Gold eine Krisenwährung?

Könnte nun Gold seine Eigenschaft als „Angstwährung“ verlieren? Davon geht der Edelmetallhändler Ophirum nicht aus: „Angesichts der rasant steigenden Staatsverschuldung in den USA dürfte Gold seinen Status als sicherer Hafen zunehmend zurückgewinnen.” Denn mit der wachsenden Schuldenlast mehrten sich die Zweifel, ob die Vereinigten Staaten ihre Verpflichtungen langfristig ohne eine erhebliche Ausweitung der Geldmenge bedienen können, heißt es bei Ophirum.

Wie viel Gold gehört ins Depot?

Wie bei anderen Rohstoffen kommt es bei Gold an den Märkten häufig zu extremen Preisschwankungen. Gleichwohl empfehlen Experten Anlegern, ihrem Portfolio einen Goldanteil von fünf bis zehn Prozent beizumischen. Gold sollte daher nicht als Ersatz für ein breit gestreutes Portfolio verstanden werden, sondern als Beimischung. Entscheidend bleibt eine ausgewogene Mischung aus verschiedenen Anlageklassen.

Da sich der Goldpreis weitgehend unabhängig von klassischen Vermögenswerten wie Aktien und Anleihen entwickelt, kann das Edelmetall das Depot stabilisieren. Sollten etwa die Aktienmärkte einbrechen, könnten Goldinvestments die Verluste wieder auffangen oder zumindest abschwächen. Gold ist grundsätzlich wegen der starken Preisschwankungen nicht für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet. Anleger sollten planen, das Edelmetall mehrere Jahre lang im Depot zu behalten. Der große Vorteil: Durch den bloßen Materialwert und das begrenzte Angebot wird Gold nie wertlos.

Barren, Münzen oder Goldwertpapiere: Welche Möglichkeiten Anleger haben

Wie können Anleger Gold handeln? Der direkte Weg führt zu einem Edelmetallhändler, bei dem sie Goldbarren oder Goldmünzen kaufen können. Bei Münzen empfiehlt es sich, in weltweit anerkannte Anlagemünzen wie Krügerrand, Wiener Philharmoniker, Australian Kangaroo, Maple Leaf oder American Eagle zu investieren. Wer die Stücke später verkaufen möchte, kann dies ohne Weiteres bei einem Edelmetallhändler tun. Der Preis der Barren und Münzen orientiert sich am aktuellen Marktpreis des Goldes. 

Wer sein Gold sicher aufbewahren möchte, kann dies in einem Schließfach eines Edelmetallhändlers oder bei einer Bank tun. Dabei fallen Gebühren an. Diese entfallen, wenn Anleger statt in physisches Gold in Wertpapiere investieren, die sich eins zu eins zum Goldpreis entwickeln. Anleger können Goldwertpapiere in Form von börsengehandelten Rohstoffen (Exchange Traded Commodities, kurz: ETCs) handeln, die in der Regel mit physischen Goldbeständen besichert sind – so etwa Xetra-Gold oder Euwax Gold II.

Wer nicht nur in Gold, sondern breiter in Rohstoffe investieren möchte, findet weitere Informationen in unserem Ratgeber „Mit ETFs und Zertifikaten in Rohstoffe investieren“.

Steuern: Wann Gewinne mit Gold steuerfrei bleiben

Wichtig ist auch die steuerliche Behandlung: Gewinne aus physischem Gold können nach einer Haltedauer von mindestens zwölf Monaten steuerfrei sein. Bei Goldwertpapieren kommt es darauf an, ob sie einen Anspruch auf physische Auslieferung des Goldes verbriefen.

Weitere Anlagemöglichkeiten 

Bei willbe, der digitalen Finanzplattform der Liechtensteinischen Landesbank (LLB), können Sie mit dem Golddepot in Anteile physischer Goldbarren investieren, die in Liechtenstein aufbewahrt werden. Investitionen sind bereits ab einem Gramm möglich. Es gibt keine Gebühren beim Kauf und Verkauf. Die Lagergebühren betragen 0,5 Prozent pro Jahr. 

Die Hamburger Sparkasse (Haspa) bietet in Kooperation mit der Sparkasse Pforzheim Calw den Haspa GoldSparplan an. Dies ist ein in Gramm Gold geführtes Sparkonto, mit dem Sie Ihr eigenes Goldvermögen kontinuierlich aufbauen. Die Sparrate von mindestens 50 Euro pro Monat können Sie jederzeit pausieren, erhöhen oder wieder senken. Auch zusätzliche einmalige Goldkäufe ab 5.000 Euro sind möglich. Sie können Ihr Gold jederzeit zum aktuellen Kurs kaufen oder verkaufen oder sich auf Wunsch Ihr Goldvermögen in Goldbarren aushändigen lassen. 

Goldsparpläne gibt es darüber hinaus auch bei zahlreichen anderen Anbietern. Anlegerinnen und Anleger sollten dabei aber stets auf die Kosten achten. So fällt beim Kauf oft ein Ausgabeaufschlag an, hinzu kommen in der Regel noch jährliche Gebühren.

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Checkliste: Worauf Anleger bei Gold achten sollten

Gold kann ein Depot stabilisieren, ersetzt aber keine breite Streuung. Vor dem Goldkauf sollten Anlegerinnen und Anleger einige Punkte prüfen.

  • Gold sollte nur eine Beimischung im Depot sein, häufig werden fünf bis zehn Prozent genannt.
  • Anleger sollten vor dem Kauf klären, ob sie physisches Gold oder Goldwertpapiere bevorzugen.
  • Bei Barren und Münzen fallen oft Aufschläge sowie mögliche Lagerkosten an.
  • Bei Goldwertpapieren sollten Besicherung, Kosten, Emittentenrisiko und Auslieferungsanspruch geprüft werden.
  • Gold eignet sich eher für langfristige Anlagehorizonte als für kurzfristige Spekulationen.
Gian Hessami ist freiberuflicher Finanzjournalist. Er schreibt unter anderem für „Börse Online“, „Euro am Sonntag“, die „Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ)“ und das „Handelsblatt“ rund um das Thema Geldanlage. Dabei stehen die Perspektive des Anlegers sowie die Chancen und Risiken der Investments im Vordergrund. Mit den Finanzmärkten beschäftigt sich der gelernte Zeitungsredakteur bereits seit 2004. Bei Investments fokussiert er sich auf Anlageklassen wie Aktien, Anleihen und Rohstoffe. Darüber hinaus hat er sich auf Derivate wie Zertifikate und Hebelprodukte, beispielsweise Optionsscheine und Knock-out-Papiere, spezialisiert.

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