Die spanische Direktbank BBVA startet für ihre Kunden zusammen mit Mastercard ihre erste echte Kreditkarte in Deutschland. Sie ist zunächst sechs Monate und anschließend bei aktiver Nutzung kostenlos, verzichtet weltweit auf Fremdwährungsgebühren und bietet zum Auftakt sechs Monate Cashback. Wir zeigen Ihnen, für wen sich die Karte lohnt und wo die Haken stecken.

Suchen Sie eine Kreditkarte, die auch im Urlaub außerhalb der Eurozone keine versteckten Aufschläge mit sich bringt? Kunden der BBVA haben hier nun eine Angebot mehr zu Auswahl. Bisher gab es zum kostenlosen Girokonto nur eine Mastercard Debitkarte, bei der jede Zahlung sofort vom Konto abgebucht wird.

Für BBVA-Kunden war das auf Reisen bisher ein echter Schwachpunkt. Viele Autovermieter und Hotels verlangen für Kautionen eine echte Kreditkarte mit Verfügungsrahmen und blockieren darauf einen Betrag, ohne ihn abzubuchen. Mit einer Debitkarte gelingt das oft nicht. Wer sein Konto bei der BBVA führte, musste sich dafür also zusätzlich eine Kreditkarte einer anderen Bank besorgen. Genau diese Lücke im eigenen Angebot schließt die Bank jetzt. Wir ordnen die neue Karte für Sie ein, benennen Vorteile und Nachteile und vergleichen sie mit einer der beliebtesten kostenlosen Reisekreditkarten am Markt.

Was die neue BBVA-Kreditkarte kann

Die BBVA-Kreditkarte ist eine Mastercard mit echtem Verfügungsrahmen. Anders als bei der bisherigen Debitkarte wird nicht jede Zahlung sofort abgebucht. Sie können wählen, wie Sie Ihre monatliche Abrechnung begleichen: entweder alles in einer Summe oder in flexiblen Raten.

Ein Pluspunkt ist die Sicherheit. Die Karte trägt keine aufgedruckten Nummern. Weder Kartennummer noch Prüfziffer sind auf der Plastikkarte sichtbar, sie liegen ausschließlich in der App. Für Online-Einkäufe wechselt der Sicherheitscode automatisch alle sieben Minuten. Abgefangene Kartendaten werden damit unbrauchbar. 

Hinzu kommt ein weiteres Sicherheits-Feature. Sie können die Kreditkarte via Banking-App ein- und ausschalten – so oft Sie das möchten. Vorteil: Sie lassen die Karte ausgeschaltet, bis Sie diese aktiv nutzen, danach gehen Sie wieder in den "Offline-Modus".

Der Reise-Vorteil: keine Fremdwährungsgebühren weltweit

Der größte Pluspunkt für Urlauber: Sie zahlen mit der BBVA-Kreditkarte weltweit keine Fremdwährungsgebühren. Damit ist die Karte besonders für Reisen außerhalb der Eurozone interessant. Bezahlen Sie in US-Dollar, britischen Pfund oder Schweizer Franken, entfällt der branchenübliche Aufschlag, den viele Hausbanken zwischen 1,75 und 2,00 Prozent ansetzen.

Dazu kommt der eigentliche Kern: Es ist eine echte Kreditkarte mit Verfügungsrahmen, keine Debitkarte. Das ist nicht nur im Ausland mit Blick auf Kautionen von Mietwagenfirmen oder Hotels mehr als ein nettes Detail.

Raúl Quintana del Val, Head of Payments & Daily Banking bei BBVA Digital Banks äußert sich wie folgt dazu: "Mit der Kreditkarte gehen wir in Deutschland einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung eines vollständigen Bankangebots. Dass wir als Digitalbank eine echte Kreditkarte zu diesen Konditionen anbieten können, ist kein Zufall, es ist das Ergebnis unserer Stärke als globale Bankengruppe. Wir verbinden das Beste aus beiden Welten: die Einfachheit, Innovationskraft und Geschwindigkeit einer Digitalbank mit der Substanz und Verlässlichkeit eines der größten Finanzinstitute Europas."

Cashback, Gebühren und Zinsen: Wo die Haken liegen

Allerdings lohnt es sich, genau hinzusehen. Zum Start wirbt die BBVA mit einem Aktionsangebot bis zum 30. September 2026: sechs Monate lang fünf Prozent Cashback auf Online-Einkäufe und Reisebuchungen. Klingt stark, ist aber gedeckelt. Der maximale Vorteil liegt bei 150 Euro, also höchstens 25 Euro pro Monat. Wer mehr ausgibt, geht beim darüberliegenden Teil leer aus. Der Cashback wird mit der ersten Kartentransaktion aktiviert, die innerhalb von 90 Tagen nach Vertragsabschluss erfolgen muss.

Auch das Wort "kostenlos" verdient eine Einordnung. Nach den ersten sechs Monaten zahlen Sie nur dann nichts, wenn Sie die 500-Euro-Marke pro Monat erreichen oder einen Ratenplan laufen haben. Nutzen Sie die Karte als reine Reservekarte für den Urlaub, schlägt schnell die 2-Euro-Monatsgebühr zu Buche, also bis zu 24 Euro im Jahr. Der effektive Jahreszins von 13,99 Prozent fällt dagegen nur an, sobald Sie in Raten zahlen. Begleichen Sie die Abrechnung jeden Monat vollständig, bleiben Sie zinsfrei. Behalten Sie das im Hinterkopf: Wenn Sie in Raten zahlen, wird es teuer.

Ein Punkt, den viele übersehen: Es handelt sich um eine echte Kreditkarte mit Verfügungsrahmen. Die Bank gewährt Ihnen damit einen Kredit und prüft vor der Ausgabe Ihre Bonität über die Schufa. Die Karte wird zudem als Kreditrahmen bei der Schufa eingetragen. 

„Eine kostenlose Reisekreditkarte ist die BBVA-Karte nur auf den ersten Blick. Erst ab 500 Euro Umsatz im Monat bleibt sie dauerhaft gratis - das muss zu Ihnen passen. Bedenken Sie das, bevor Sie die Kreditkarte beantragen. Außerdem sollten Sie die Schufa-Abfrage im Blick haben.“
Franziska Baum, Redakteurin biallo.de

Wer die Karte ab wann bekommt

Hier ist Geduld gefragt. Zum Start ist die Kreditkarte ausschließlich für bestehende BBVA-Kunden erhältlich. Sie müssen seit mindestens sechs Monaten ein kostenloses BBVA-Girokonto besitzen und nach den Kreditprüfungskriterien der Bank vorqualifiziert sein. Neukunden bleiben vorerst außen vor. Laut BBVA soll die Verfügbarkeit in den kommenden Monaten schrittweise auf einen breiteren Kundenkreis ausgeweitet werden.

Wer also heute noch kein Konto bei der spanischen Direktbank hat, kann die Karte aktuell nicht beantragen. Das kostenlose BBVA-Girokonto lockt derzeit mit drei Prozent Zinsen aufs Guthaben für die ersten sechs Monate, allerdings greift hier die spanische Einlagensicherung, nicht die deutsche.

BBVA im Vergleich mit einer kostenlosen Reisekreditkarte

Wie schlägt sich die neue gegen einen etablierten Klassiker? Die Hanseatic Bank GenialCard gilt seit Jahren als eine der stärksten dauerhaft kostenlosen Reisekreditkarten und kommt ohne Girokonto-Pflicht aus. Ein Vergleich zeigt, wo die jeweilige Karte ihre Stärken hat.

MerkmalBBVA-KreditkarteHanseatic Bank GenialCard
KartennetzMastercardVisa
Jahresgebühr0 € bei aktiver Nutzung, sonst 2 €/Monat0 € dauerhaft
Fremdwährungsgebühr weltweit0 %0 %
Bargeld im Auslandim Euro-Raum + außerhalb des Euro-Raums 4% (mindestens 3 Euro)0 € (nur Automatenbetreiber-Gebühr möglich)
Effektiver Jahreszins bei Teilzahlung13,99 %17,29 %
Girokonto nötigja, seit mind. 6 Monaten bei BBVAnein
Startbonus5 % Cashback, max. 150 € (bis 30.09.2026)wechselnde Aktionen
Quelle: Angaben der BBVA, Hanseatic Bank Preis- und Leistungsverzeichnis GenialCard; Stand: 17. Juni 2026.

Beide Karten verzichten auf Fremdwährungsgebühren, das ist der entscheidende Reise-Vorteil. Der niedrigere effektive Jahreszins von 13,99 Prozent spricht für die BBVA, falls Sie in Raten zahlen möchten. Die GenialCard punktet dagegen mit der dauerhaft kostenlosen Nutzung ohne Umsatzbedingung und ohne Girokonto-Pflicht. 

Einen tieferen Überblick liefert Ihnen unser Kreditkarten-Vergleich auf biallo.de.

Für wen lohnt sich die BBVA-Kreditkarte?

Wer ohnehin das Hauptkonto bei der BBVA führen will, die 500-Euro-Grenze im Monat erreicht und auch gern außerhalb Europas reist, bekommt eine gebührenfreie Karte mit echtem Verfügungsrahmen und einem fairen Teilzahlungszins von 13,99 Prozent.

Halten Sie dagegen Ihren Umsatz niedrig oder wollen Sie sich nicht an ein BBVA-Girokonto binden, ist die Rechnung weniger eindeutig. Dann zahlen Sie nach den ersten sechs Monaten schnell die 2-Euro-Monatsgebühr. Hinzu kommt: Vorerst kommen Sie ohnehin nur als vorqualifizierter Bestandskunde an die Karte. Prüfen Sie also nüchtern Ihr eigenes Zahlungsverhalten, bevor Sie das Wort "kostenlos" für bare Münze nehmen.

Ihre Meinung ist uns wichtig!

Würden Sie die neue BBVA-Kreditkarte nutzen, oder setzen Sie lieber auf eine dauerhaft kostenlose Reisekreditkarte ohne Umsatzbedingung? Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen und Einschätzungen gern per E-Mail an redaktion@biallo.de. Wir freuen uns auf Ihr Feedback.

Damit Sie bei neuen Karten und Zinsaktionen nicht den Anschluss verlieren, empfehlen wir Ihnen unseren kostenlosen Newsletter zu allen wichtigen Finanz- und Geldthemen. Registrieren Sie sich zusätzlich kostenlos im persönlichen Bereich auf biallo.de. Dort speichern Sie Artikel, nutzen unsere Vergleichsrechner und finden die Karte, die zu Ihrem Alltag passt.

Häufige Fragen zur BBVA-Kreditkarte

Ist die BBVA-Kreditkarte wirklich kostenlos?

In den ersten sechs Monaten ist sie für alle neuen Karteninhaber gebührenfrei. Danach bleibt sie nur bei aktiver Nutzung kostenlos: Sie müssen monatlich mindestens 500 Euro umsetzen oder einen aktiven Ratenplan führen. Sonst fallen zwei Euro pro Monat an.

Fallen bei der BBVA-Kreditkarte Fremdwährungsgebühren an?

Nein. Mit der BBVA-Kreditkarte zahlen Sie nach Angaben der Bank weltweit keine Fremdwährungsgebühren. Das macht sie besonders für Zahlungen außerhalb der Eurozone interessant.

Wer kann die BBVA-Kreditkarte beantragen?

Zum Start nur bestehende BBVA-Kunden, die seit mindestens sechs Monaten ein kostenloses BBVA-Girokonto besitzen und vorqualifiziert sind. Eine schrittweise Ausweitung auf weitere Kunden ist in den kommenden Monaten geplant.

Wie hoch ist der Zins bei der BBVA-Kreditkarte?

Der effektive Jahreszins beträgt 13,99 Prozent. Er fällt aber nur an, wenn Sie die Teilzahlung nutzen. Begleichen Sie Ihre Abrechnung jeden Monat vollständig, zahlen Sie keine Zinsen.

Wird die BBVA-Kreditkarte bei der Schufa eingetragen?

Ja. Weil es sich um eine echte Kreditkarte mit Verfügungsrahmen handelt, prüft die BBVA vor der Ausgabe Ihre Bonität über die Schufa und trägt die Karte dort als Kreditrahmen ein. Bei pünktlicher Zahlung wirkt sich das in der Regel nicht negativ auf Ihren Schufa-Score aus. Bei der bisherigen BBVA-Debitkarte gab es diesen Eintrag nicht.

Hinweis zur Einordnung: Dieser Artikel ist eine redaktionelle Marktbeobachtung und keine Anlage- oder Produktberatung. Wir vergleichen die Konditionen der BBVA-Kreditkarte, ordnen sie ein und benennen Vor- und Nachteile, treffen aber keine Entscheidung für Sie. Ob die Karte zu Ihrem Zahlungsverhalten, Ihrem Reiseprofil und Ihrem monatlichen Umsatz passt, prüfen Sie vor einem Abschluss am besten selbst, gegebenenfalls mit einer unabhängigen Beratung.

Über die Redakteurin Franziska Baum

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Bereits in ihrer Schulzeit war Franziska für die Jugendredaktion der Sächsischen Zeitung tätig. Nach ihrem Germanistik-Studium in Dresden sammelte sie weitere Erfahrungen als Online-Redakteurin bei führenden Technik-Magazinen und später im Verbraucherschutz. Seit 2016 war Franzi (so ihr Spitzname) als Redakteurin am Aufbau des Onlineportals verbraucherschutz.com (früher onlinewarnungen.de) beteiligt. Dort betreute sie unter anderem den Social Media Bereich, plante und verfasste eigene Tipps, News und Anleitungen zu aktuellen Themen. Durch diese Arbeit hat Franzi sich ein ausgeprägtes Wissen im Bereich Verbraucherschutz angeeignet. Bei biallo.de bringt sie genau dieses Wissen ein. Außerdem ist Franziska in der Leserbetreuung tätig. Ihr Ziel ist es, den Leserinnen und Lesern zu helfen und ein gutes Gefühl zu geben. 

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