Sie freuen sich auf die Fußball-WM in den USA, Kanada und Mexiko? (Cyber-)Kriminelle freuen sich auch – auf Ihr Geld und Ihre Daten. Wir zeigen Ihnen die fiesesten Maschen rund um Tickets, Trikots, Streaming und Wetten und wie Sie sich schützen.

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 ist das erste Fußball-Turnier mit 48 Mannschaften und wird vom 11. Juni bis 19. Juli 2026 in den USA, Kanada und Mexiko ausgetragen. Für Sie als Fan in Deutschland heißt das: andere Zeitzonen, viele Spiele am späten Abend und ein Turnier, das die meisten von zu Hause oder beim Public Viewing verfolgen werden.

Genau dieses Großereignis nutzen Kriminelle aus. Sie haben es auf Ihre Daten und auf Ihr Geld abgesehen – mit gefälschten Tickets, nachgemachten Trikots, dubiosen Streaming-Angeboten und unseriösen Wettseiten. Wir möchten, dass Sie das Turnier unbeschwert genießen. Deshalb zeigen wir Ihnen die wichtigsten Maschen und wie Sie reagieren können.

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Tickets nur über FIFA – alles andere ist riskant

Tickets für die WM 2026 verkauft die FIFA ausschließlich über die offizielle Plattform FIFA.com/tickets. Das ist die einzige sichere Quelle. Laut FIFA sind Tickets aus anderen Kanälen inoffiziell und können ungültig sein oder ohne Vorwarnung storniert werden. Für den Weiterverkauf hat die FIFA eine eigene, regulierte Resale-Plattform eingerichtet – auch diese läuft über FIFA.com/tickets.

Die Nachfrage ist gewaltig: Allein in einer früheren Verkaufsphase gingen nach FIFA-Angaben über 500 Millionen Ticketanfragen ein. Wo so viele Menschen ein Ticket suchen, sind Betrüger nicht weit. Sie locken mit angeblichen Vorverkäufen, gefälschten Wartelisten und nachgemachten Bestätigungen samt QR-Code.

Besonders heikel: Kriminelle bauen täuschend echte Kopien der FIFA-Webseite. Das FBI warnt aktuell vor Dutzenden gefälschten FIFA-Seiten, die persönliche Daten und Bankverbindungen abgreifen sollen. Sein wichtigster Rat lautet, fifa.com immer direkt in die Adresszeile einzutippen und nicht über Suchmaschinen-Anzeigen anzusteuern, denn die können gekauft sein. Diese Warnsignale sollten Sie misstrauisch machen:

  • Die Seite sieht aus wie FIFA, aber die Internetadresse enthält Tippfehler, Zusätze oder leitet weiter.
  • Der Verkäufer setzt Sie unter Druck: "Jetzt zahlen oder das Ticket ist weg."
  • Bezahlt werden soll per Sofortüberweisung, Krypto, Geschenkkarte oder über Bezahldienste an Privatpersonen – also auf Wegen, bei denen Sie Ihr Geld nicht wirklich zurückholen können.
  • Ein konkreter Sitzplatz oder Barcode wird angezeigt, bevor die Tickets offiziell ausgeliefert wurden.

Vorsicht vor Phishing rund um Ihr FIFA-Konto

Wer ein Ticket kaufen möchte, muss sich bei der FIFA registrieren. Hier setzen Phishing-Angriffe an. Sie erhalten dann etwa eine E-Mail, die aussieht wie eine Nachricht der FIFA, und werden aufgefordert, sich "zur Bestätigung" einzuloggen oder Ihre Zahlungsdaten zu aktualisieren. Der Link führt aber auf eine gefälschte Seite.

Unser wichtigster Tipp: Öffnen Sie keine Links aus unaufgefordert zugesendeten E-Mails. Loggen Sie sich immer über die offizielle Seite ein, die Sie selbst in die Adresszeile getippt haben. Wie Sie betrügerische Nachrichten zuverlässig entlarven, lesen Sie in unserem Ratgeber zum Phishing erkennen. Seriöse Anbieter fragen Passwörter und vollständige Kartendaten nie per Mail ab.

Taschendiebe beim Public Viewing

Die Deutschland-Spiele und das Finale laufen frei empfangbar im deutschen Fernsehen. Viele von Ihnen werden sie beim Public Viewing schauen – gemeinsam mit anderen Fans, mit Stimmung und Jubel. Diese dichten Menschenmengen sind das ideale Revier für Taschendiebe.

Mit ein paar einfachen Gewohnheiten machen Sie es den Dieben schwer:

  • Nehmen Sie nur so viel Bargeld mit, wie Sie wirklich brauchen, und zahlen Sie größere Beträge mit Karte.
  • Verteilen Sie Ihr Geld auf mehrere Stellen, etwa Geldbörse, Innentasche und eine Hosentasche mit Reißverschluss.
  • Haben Sie Ihre Geldbörse in einer Tasche, tragen Sie Ihre Tasche am besten geschlossen und vor dem Körper, nicht auf dem Rücken.
  • Lassen Sie Wertsachen nicht in der leicht zugänglichen Gesäßtasche stecken.
  • Werden Sie hellhörig, wenn Fremde Sie auffällig ablenken oder bedrängen. Taschendiebe arbeiten oft im Team.

Fake-Trikots: günstig gekauft, teuer bezahlt

Das Trikot des Lieblingsteams gehört für viele zum WM-Gefühl dazu. Im offiziellen DFB-Fanshop kostet das Heimtrikot 2026 in der Replica-Version 100 Euro, die hochwertigere Authentic-Version 150 Euro, eine Beflockung mit Spielername schlägt mit mindestens 15 Euro extra zu Buche. Kein Wunder, dass viele Fans nach günstigeren Angeboten suchen. Und genau diese Suche nutzen Betrüger aus.

Die Verbraucherzentrale Hessen warnt aktuell vor gefälschten Trikots und Fakeshops. Wer dort bestellt, bekommt im schlimmsten Fall gar keine Ware oder ein minderwertiges Plagiat. Olesja Jäger, Referentin für Verbraucherrecht bei der Verbraucherzentrale Hessen, nennt ein weiteres Problem:

„Wer im Online-Handel bestellt, geht zumeist davon aus, dass die Produkte unbedenklich sind und grundlegende europäische Standards etwa zur Produktsicherheit einhalten. Billigprodukte (…) genügen diesen Standards auffallend häufig nicht.“
Olesja Jäger, Referentin Verbraucherrecht bei der Verbraucherzentrale Hessen

Was das für Sie bedeutet:

  • Bei einem Fakeshop erhalten Sie oft gar keine Ware. Das Geld ist meist verloren, weil typischerweise nur Vorkasse angeboten wird.
  • Bei auffallend billigen Shops aus dem Nicht-EU-Ausland riskieren Sie minderwertige Plagiate. Ob diese frei von Schadstoffen sind, ist fraglich.
  • Begriffe wie "authentic", "Player Version" oder "Match Version" sind keine Garantie. Auch dahinter können Plagiate stecken, die gegen das Markenrecht verstoßen.
  • Entdeckt der Zoll ein Plagiat, vernichtet er es. Ihr Geld ist dann ebenfalls weg.

Bevor Sie in einem unbekannten Shop bestellen, prüfen Sie ihn mit dem kostenlosen Fakeshop-Finder der Verbraucherzentralen unter verbraucherzentrale-hessen.de. Das Tool bewertet Webseiten anhand typischer Warnsignale. Worauf Sie sonst noch achten, von Impressum bis Bezahlweg, lesen Sie in unserem Ratgeber zum Fakeshops erkennen.

Sind Sie schon auf einen Fakeshop hereingefallen? Dann kontaktieren Sie sofort Ihre Bank. SEPA-Lastschriften und manche Kreditkartenzahlungen lassen sich zurückbuchen, bei PayPal greift im besten Fall der Käuferschutz, wenn Sie nicht "an Freunde bezahlen" gewählt haben. Erstatten Sie zusätzlich Anzeige bei der Polizei. Das geht mittlerweile auch über die Onlinewache.

Streaming: Wer die WM zeigt – und wer nur Ärger macht

Sie wollen die WM live im Stream sehen? Dann lohnt der Blick auf die offiziellen Anbieter. Die Telekom hält nach eigenen Angaben die kompletten Rechte. MagentaTV überträgt alle 104 Spiele live, davon 44 exklusiv. ARD und ZDF zeigen über eine Sublizenz 60 Spiele frei empfangbar, darunter alle Partien der deutschen Nationalmannschaft, das Eröffnungsspiel, beide Halbfinals und das Finale.

Heißt für Sie: Die wichtigsten Spiele sehen Sie kostenlos im Free-TV und in den Mediatheken von ARD und ZDF. Nur wer wirklich jede Begegnung sehen will, braucht ein Abo bei MagentaTV.

Wenn ein unbekannter Dienst Ihnen "alle WM-Spiele gratis" verspricht, ist Vorsicht angebracht. Einige dieser Anbieter stellen nach der Registrierung hohe Rechnungen, andere verschicken Mahnungen oder Pfändungsandrohungen. Achten Sie auf das Impressum und den Anbieter und lassen Sie sich von vermeintlich kostenlosen Angeboten nicht blenden.

Sportwetten: Tippen nur mit deutscher Lizenz

Zu einem großen Turnier boomen auch die Wettangebote. Im Netz und in der Werbung locken Anbieter mit "Gratiswetten", hohen Boni und angeblich risikofreien Tipps. Das Problem: Viele dieser Plattformen haben keine deutsche Lizenz und sind damit illegal.

Ob ein Anbieter legal ist, prüfen Sie in wenigen Sekunden. Wer in Deutschland online Sportwetten anbieten will, braucht eine Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL). Alle zugelassenen Anbieter stehen in der amtlichen Whitelist der GGL. Steht ein Anbieter dort nicht, operiert er rechtswidrig, egal welche ausländische Lizenz er vorzeigt. Zusätzlich erkennen Sie legale Angebote an einem GGL-Prüfsiegel auf der Webseite. Auch das Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz rät, sich nicht von Bonus-Werbung blenden zu lassen und vorab die Lizenz zu prüfen.

Warum das wichtig ist: Bei einem lizenzierten Anbieter gelten Schutzregeln wie Einsatzlimits und Sperrdateien. Verweigert ein illegaler Anbieter dagegen die Auszahlung, stehen Sie ohne Rechtsschutz da. Die GGL kann Ihnen dann nicht helfen, und der Rechtsweg über ausländische Firmensitze ist langwierig und teuer.

„Vor der ersten Wette lohnt ein 30-Sekunden-Check: Steht der Anbieter in der GGL-Whitelist? Wenn nicht, lassen Sie besser die Finger davon.“
Franziska Baum, Redakteurin

Vorsicht bei Gewinnspielen – diese laufen seriös

Rund um die WM werben unzählige Gewinnspiele mit Tickets, Trikots und Reisen. Viele sind seriös, manche dienen nur dazu, Ihre Daten an Werbetreibende oder Kriminelle weiterzureichen. Eine einfache Regel hilft: Lassen Sie die Finger von Gewinnspielen, deren Veranstalter Sie nicht kennen oder die kein vollständiges Impressum haben. Prüfen Sie das Kleingedruckte und suchen Sie kurz nach Erfahrungsberichten.

Wenn Sie mitmachen wollen, halten Sie sich an Aktionen bekannter, vertrauenswürdiger Marken. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Artikels laufen unter anderem diese Gewinnspiele großer Anbieter:

  • Volkswagen verlost noch bis Ende Juli signiertes DFB-Merchandise, Tickets und ein Fahrzeug.
  • Hyundai verlost einen WM-Roadtrip sowie MagentaTV-Gutscheine.
  • Seeberger verlost bis 20. Juli 2026 Preise rund um den Matchday.
  • DERTOUR verlost im Rahmen eines WM-Tippspiels Reisegutscheine.
  • Check24 bietet zur WM erneut sein kostenloses Tippspiel mit verschiedenen Gewinnen an.

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Merkwürdige E-Mails mit Anhängen und Links

Quer durch alle Maschen zieht sich eine Methode: die unerwartete E-Mail. Sie werden zum Beispiel aufgefordert, ein Ticket herunterzuladen, Spielergebnisse über einen Link abzurufen oder einen Gewinn zu bestätigen. Stammt eine solche Nachricht von einem unbekannten Absender, löschen Sie sie. Die verlinkten Seiten können Schadsoftware enthalten, und in Anhängen kann sich Schadcode verstecken, der Ihr Gerät ausspäht oder unbrauchbar macht. Den wahren Absender erkennen Sie, wenn Sie via Mouse-Over (mit dem Mauszeiger nur über den Absender gehen, ohne zu klicken) die angezeigte Absenderadresse checken. Verlassen Sie sich nicht allein auf den angezeigten Absender. Dieser kann leicht gefälscht werden. Der Mouse-Over-Test bietet mehr Aufschluss.

Ihre Meinung ist uns wichtig!

Welche WM-Masche ist Ihnen schon begegnet, ein dubioser Ticketshop, eine Phishing-Mail oder ein zu gutes Gewinnspiel? Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen gerne per E-Mail an redaktion@biallo.de. Und falls Sie eine verdächtige Webseite gefunden haben, schicken Sie uns die Adresse, damit wir sie prüfen können.

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FAQ: Häufige Fragen zu Betrugsmaschen bei der Fußball-WM 2026

Wo bekomme ich offizielle Tickets für die WM 2026?

Ausschließlich über die offizielle FIFA-Plattform FIFA.com/tickets. Auch der Weiterverkauf läuft über die regulierte Resale-Plattform der FIFA. Tickets aus anderen Quellen können ungültig sein und ohne Vorwarnung storniert werden.

Woran erkenne ich einen Fakeshop für WM-Trikots?

Typische Warnzeichen sind nur Vorkasse als Bezahlweg, ein fehlendes oder unvollständiges Impressum und auffällig niedrige Preise. Prüfen Sie unbekannte Shops vor dem Kauf mit dem kostenlosen Fakeshop-Finder der Verbraucherzentralen.

Wer überträgt die WM 2026 in Deutschland?

MagentaTV zeigt alle 104 Spiele live, davon 44 exklusiv. ARD und ZDF übertragen 60 Spiele frei empfangbar, darunter alle Deutschland-Spiele, das Eröffnungsspiel, beide Halbfinals und das Finale.

Wie prüfe ich, ob ein Wettanbieter legal ist?

Schauen Sie in die amtliche Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL). Nur dort gelistete Anbieter haben eine deutsche Lizenz. Zusätzlich müssen legale Anbieter ein GGL-Prüfsiegel auf ihrer Webseite zeigen.

Was tun, wenn ich bei einem Fakeshop bezahlt habe?

Kontaktieren Sie sofort Ihre Bank. SEPA-Lastschriften und manche Kreditkartenzahlungen lassen sich zurückbuchen, bei PayPal greift unter Umständen der Käuferschutz. Erstatten Sie zusätzlich Anzeige bei der Polizei und sichern Sie alle Belege.

Über die Redakteurin Franziska Baum

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Bereits in ihrer Schulzeit war Franziska für die Jugendredaktion der Sächsischen Zeitung tätig. Nach ihrem Germanistik-Studium in Dresden sammelte sie weitere Erfahrungen als Online-Redakteurin bei führenden Technik-Magazinen und später im Verbraucherschutz. Seit 2016 war Franzi (so ihr Spitzname) als Redakteurin am Aufbau des Onlineportals verbraucherschutz.com (früher onlinewarnungen.de) beteiligt. Dort betreute sie unter anderem den Social Media Bereich, plante und verfasste eigene Tipps, News und Anleitungen zu aktuellen Themen. Durch diese Arbeit hat Franzi sich ein ausgeprägtes Wissen im Bereich Verbraucherschutz angeeignet. Bei biallo.de bringt sie genau dieses Wissen ein. Außerdem ist Franziska in der Leserbetreuung tätig. Ihr Ziel ist es, den Leserinnen und Lesern zu helfen und ein gutes Gefühl zu geben. 

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