Rauchen wird teurer

Tabaksteuer-Doppelerhöhung 2026: Wann kommt der zweite Preisschlag und was tun?

Franziska Baum
Redakteurin
Aktualisiert am: 03.06.2026
Man kann viel Geld sparen, wenn man mit dem Rauchen aufhört und das gesparte Geld als Tages- oder Festgeld anlegt.

Erst zum Jahresanfang, jetzt schon wieder: Die Tabaksteuer steigt 2026 ein zweites Mal, und auch Dampfer zahlen drauf. Viele Raucherinnen und Raucher fragen sich jetzt, ob sich Hamsterkäufe lohnen. Wir rechnen vor, was aus dem Zigarettengeld wird, wenn Sie es stattdessen auf ein Konto legen.

Haben Sie sich gerade erst an die höheren Zigarettenpreise vom Jahresanfang gewöhnt? Dann kommt jetzt die nächste unschöne Nachricht: Noch in diesem Jahr soll der nächste Aufschlag folgen. Wir ordnen ein, was geplant ist und ob ein Vorratskauf in Ihrem Fall etwas bringt. Zusätzlich rechnen wir Ihnen vor, was aus dem Zigarettengeld wird, wenn Sie es stattdessen für sich arbeiten lassen.

Zur Einordnung: Die Tabaksteuer ist eine Verbrauchsteuer, die der Bund auf Zigaretten, Feinschnitt, Zigarren und seit einigen Jahren auch auf E-Zigaretten-Liquids erhebt. Sie steckt im Schachtelpreis, und 2026 soll sie gleich zweimal angehoben werden.

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Was sich 2026 konkret ändert

Die Tabaksteuer steigt 2026 nicht einmal, sondern in zwei Schritten. Den ersten und größeren Schritt plant das Bundesfinanzministerium nach einem Entwurf zum 1. September 2026: Die Steuer soll dann um knapp 15 Prozent angehoben werden, ein zweiter, kleinerer Schritt von gut fünf Prozent ist laut Bundesfinanzministerium zum Jahreswechsel 2026/2027 vorgesehen.

Für eine 20er-Schachtel bedeutet der erste Schritt nach den bislang kursierenden Zahlen einen Aufschlag von rund 1,18 bis 1,33 Euro. Eine Packung, die heute meist zwischen acht und neun Euro kostet, läge danach in vielen Fällen über der 10-Euro-Marke. Zusammen mit dem zweiten Schritt summiert sich die Anhebung auf insgesamt rund 20 Prozent.

Wichtig für Sie zur Einordnung: Das ist der Stand eines Gesetzentwurfs, noch kein beschlossenes Gesetz. Der politische Weg dorthin war holprig. Ursprünglich sollte die Steuer die ausgefallenen Einnahmen einer geplanten Entlastungsprämie für Arbeitnehmer gegenfinanzieren. Diese Prämie ist inzwischen vom Tisch. Die Tabaksteuer-Erhöhung verfolgt der Bund aber weiter, jetzt als Beitrag zur Haushaltskonsolidierung. An der Stoßrichtung ändert das nichts, am genauen Termin und an den Prozenten kann sich bis zur Verabschiedung aber noch etwas verschieben.

Das sollten Sie wissen

  • Die aktuellen Steuersätze gelten laut Tabaksteuergesetz für den Zeitraum 1. Januar 2026 bis 14. Februar 2027.
  • Schon zum 1. Januar 2026 ist die letzte Stufe der alten Reform aus 2021 in Kraft getreten, der nächste Aufschlag käme also obendrauf.
  • Solange der Gesetzentwurf nicht verabschiedet ist, sind Termin und Höhe lediglich in Planung, aber keine Gewissheit.

Auch Dampfer zahlen drauf

E-Zigaretten kommen bei den Erhöhungen nicht ungeschoren davon. Die Steuer auf Liquids liegt seit dem 1. Januar 2026 bei 0,32 Euro pro Milliliter, und weil die Mehrwertsteuer auf den Preis inklusive Tabaksteuer aufschlägt, landen Sie effektiv bei rund 38 Cent Steuer je Milliliter. Ein Fläschchen mit zehn Milliliter ist damit allein steuerlich spürbar teurer geworden.

Entscheidend ist dabei ein Punkt, der viele überrascht: Es spielt keine Rolle, ob Nikotin im Liquid ist oder nicht. Sobald die Flüssigkeit zum Dampfen gedacht ist, fällt die Steuer an. Wer also auf nikotinfreie Liquids ausgewichen ist, um Geld zu sparen, hat von der Steuer her keinen Vorteil.

Hinter den Erhöhungen steht auch ein gesundheitspolitisches Ziel. Höhere Preise sollen vor allem junge Menschen vom Einstieg abhalten. Dass das nötig ist, zeigen Zahlen zum Konsumverhalten: Laut einer von Statista aufbereiteten Schulstudie griff rund ein Viertel der befragten 15-jährigen Mädchen zuletzt zu E-Zigaretten oder Vapes, bei den gleichaltrigen Jungen war es etwa ein Fünftel. Vapes sind in dieser Altersgruppe inzwischen verbreiteter als klassische Zigaretten.

Lohnt sich jetzt ein Vorratskauf, und für wen?

Vor einer Steuererhöhung lautet die ehrliche Antwort meistens: Ja, innerhalb vernünftiger Grenzen kann ein Vorrat sich rechnen. Der Grund liegt im System der Steuerbanderole. Was Sie vor dem Stichtag mit der alten Banderole kaufen, ist bereits zum alten Satz versteuert und wird nicht nachträglich teurer. Tabakprodukte sind zudem lange haltbar, wenn Sie sie kühl, dunkel und trocken in der Originalverpackung lagern. Und auch Liquids halten sich verschlossen oft ein bis zwei Jahre.

Doch hier lohnt der zweite Blick. Ein Vorrat spart Ihnen die Differenz von gut einem Euro pro Schachtel, einmalig, für die Packungen, die Sie ohnehin gekauft hätten. Das ist nett. Die viel größere Summe steckt allerdings nicht in der Steuererhöhung, sondern im Konsum selbst. Genau da setzt der Gedanke an, den die wenigsten durchrechnen.

„Ein Vorrat spart Ihnen ein paar Euro vor dem Stichtag. Wenn Sie wirklich Geld bewegen wollen, schauen Sie nicht auf die Banderole, sondern auf die Schachtel, die Sie gar nicht erst kaufen.“
Franziska Baum, Redakteurin

Rauchstopp als Renditehebel: was Ihr Zigarettengeld bringt

Rechnen wir es einmal nüchtern durch. Bei einem Schachtelpreis von rund neun Euro kommen Sie, wenn Sie eine Packung am Tag rauchen, auf etwa 270 Euro im Monat und damit über 3.200 Euro im Jahr. Wer eine Schachtel pro Woche raucht, liegt bei rund 39 Euro im Monat oder etwa 470 Euro im Jahr. Nach den geplanten Erhöhungen steigen diese Beträge weiter.

Statt das Geld zu verrauchen, könnten Sie es auf ein Tagesgeldkonto legen, das jederzeit verfügbar ist und variabel verzinst wird. Wir haben durchgerechnet, was zusammenkommt, wenn Sie das gesparte Zigarettengeld Monat für Monat einzahlen und mit 2,00 Prozent pro Jahr verzinsen, also etwa dem, was solide Anbieter aktuell dauerhaft für alle Kunden zahlen.

Eine Schachtel am Tag; aus rund 270 Euro im Monat wird

ZeitraumEingezahltEndkapital bei 2,00 %davon Zinsen
1 Jahr3.240 €rund 3.275 €rund 35 €
5 Jahre16.200 €rund 17.050 €rund 850 €
10 Jahre32.400 €rund 35.900 €rund 3.500 €

Eine Schachtel pro Woche; aus rund 39 Euro im Monat wird

ZeitraumEingezahltEndkapital bei 2,00 %davon Zinsen
1 Jahr468 €rund 473 €rund 5 €
5 Jahre2.340 €rund 2.463 €rund 123 €
10 Jahre4.680 €rund 5.185 €rund 505 €
Eigene Berechnung, monatliche Einzahlung, monatliche Verzinsung, gerundet. Werte vor Abgeltungssteuer und ohne weitere Preissteigerungen beim Tabak.

Der eigentliche Hebel ist die eingezahlte Summe selbst. Schon ohne jeden Zins legen Sie als Schachtel-am-Tag-Raucher in zehn Jahren mehr als 32.000 Euro auf die Seite, einfach weil Sie das Geld nicht mehr ausgeben. Der Zins legt im ersten Jahr nur wenig obendrauf, weil das Konto erst langsam anwächst und immer nur der bereits eingezahlte Teil verzinst wird. Mit den Jahren dreht sich das: Bei einer Schachtel am Tag bringen die 2,00 Prozent nach zehn Jahren schon rund 3.500 Euro zusätzlich, bei einer Schachtel pro Woche immerhin gut 500 Euro.

Bringt ein Aktionszins von 4,00 Prozent nicht viel mehr?

Viele Banken locken Neukunden mit einem höheren Aktionszins für die ersten drei oder vier Monate. Beim monatlichen Ansparen bringt das überraschend wenig, denn in den ersten Monaten liegt kaum Geld auf dem Konto, auf das der hohe Zins überhaupt wirken kann. Der Aktionszins zahlt sich erst aus, wenn Sie eine größere Summe auf einen Schlag parken. Ein Beispiel: Haben Sie nach gut einem Jahr als Eine-Schachtel-am-Tag-Raucher rund 3.240 Euro angespart und legen diese Summe vier Monate lang zu 4,00 statt 2,00 Prozent an, gewinnen Sie dadurch etwa 22 Euro extra. Bei den rund 468 Euro eines Wochenrauchers sind es gut drei Euro. Die Lehre daraus: Der Lockzins macht den Kohl nicht fett, das konsequente Sparen schon.

Diese Beispielzinsen sind bewusst rund gewählt. Der Markt liegt aktuell in derselben Spanne: Beim Tagesgeld zahlen die besten Aktionsangebote laut Biallo-Tagesgeldvergleich derzeit zwischen 3,00 und 4,00 Prozent für einige Monate, während Anbieter mit attraktivem Dauerzins für alle Kunden bei rund 2,70 Prozent liegen. Welche Bank gerade vorn liegt, ändert sich laufend. Damit Sie keine Zinserhöhung verpassen, lohnt sich der kostenlose Biallo-Newsletter, der Sie über Verbraucher- und Finanzthemen auf dem Laufenden hält.

Alternative Festgeld: wenn Sie das Geld fester binden wollen

Tagesgeld ist flexibel, der Zins kann aber jederzeit sinken. Wenn Sie einen Teil des gesparten Geldes ohnehin länger nicht brauchen, ist Festgeld einen Blick wert. Hier vereinbaren Sie einen festen Zins für eine feste Laufzeit, und der bleibt stabil, selbst wenn die Europäische Zentralbank zwischendurch an der Zinsschraube dreht.

Aktuell sind für einjähriges Festgeld Zinsen bis etwa 2,80 bis 3,00 Prozent drin, bei längeren Laufzeiten zahlen einzelne Anbieter mehr. Die Kehrseite dieser Planungssicherheit ist die fehlende Verfügbarkeit: Während der Laufzeit kommen Sie in der Regel nicht an Ihr Geld. Für ganz kurze Laufzeiten von sechs Monaten lohnt sich Festgeld derzeit kaum, dort ist Tagesgeld wegen der Flexibilität meist die bessere Wahl.

In der Praxis müssen Sie sich gar nicht entscheiden. Viele Sparerinnen und Sparer kombinieren beides: einen jederzeit verfügbaren Tagesgeld-Puffer für das laufende Monatsgeld und einen Festgeld-Block für den Teil, der länger liegen bleiben darf. Achten Sie bei beiden Produkten auf die Einlagensicherung und darauf, ob die Bank die Abgeltungssteuer automatisch abführt. Das spart Ihnen am Jahresende Arbeit bei der Steuererklärung. Und bevor Ihre Zinserträge überhaupt steuerpflichtig werden, sollten Sie Ihren Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro für Alleinstehende und 2.000 Euro für Paare per Freistellungsauftrag ausschöpfen.

Ihre Meinung ist uns wichtig!

Wie gehen Sie mit der zweiten Erhöhung um? Decken Sie sich vor dem Stichtag mit einem Vorrat ein, nehmen Sie den höheren Preis hin oder ist die Steuererhöhung für Sie sogar der Anlass, mit dem Rauchen aufzuhören und das Geld anzulegen? Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen und Meinungen gerne per E-Mail an redaktion@biallo.de. Wir freuen uns auf Ihr Feedback.

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FAQ: Häufige Fragen zur Tabaksteuer-Erhöhung 2026

Wann steigt die Tabaksteuer 2026 das zweite Mal?

Nach dem Entwurf des Bundesfinanzministeriums ist der erste und größere Schritt für den 1. September 2026 geplant, ein zweiter, kleinerer Schritt soll zum Jahreswechsel 2026/2027 folgen. Beide Termine stehen unter dem Vorbehalt, dass das Gesetz so verabschiedet wird.

Wie viel teurer wird eine Schachtel Zigaretten?

Der erste Schritt soll eine 20er-Packung nach den bislang genannten Zahlen um rund 1,18 bis 1,33 Euro verteuern. Zusammen mit dem zweiten Schritt summiert sich die Anhebung auf insgesamt etwa 20 Prozent, sodass viele Packungen über der 10-Euro-Marke landen dürften.

Sind auch E-Zigaretten und Liquids betroffen?

Ja. Liquids werden seit dem 1. Januar 2026 mit 0,32 Euro pro Milliliter besteuert, effektiv rund 38 Cent inklusive Mehrwertsteuer. Die Steuer fällt unabhängig davon an, ob das Liquid Nikotin enthält.

Lohnt sich ein Vorratskauf vor der Erhöhung?

Für die Packungen, die Sie ohnehin kaufen würden, sparen Sie die Steuerdifferenz, weil Ware mit alter Banderole nicht nachträglich teurer wird. Die größere Summe steckt aber im laufenden Konsum, nicht in der einmaligen Differenz pro Schachtel.

Was bringt das gesparte Geld auf dem Konto?

Wer eine Schachtel am Tag aufgibt und die rund 270 Euro im Monat zu 2,00 Prozent anlegt, hat nach unserer Beispielrechnung in zehn Jahren rund 35.900 Euro angespart, davon etwa 3.500 Euro aus Zinsen. Bei einer Schachtel pro Woche sind es rund 5.185 Euro, davon gut 500 Euro Zinsen. Ein höherer Aktionszins für die ersten Monate ändert daran nur wenig, weil er beim monatlichen Ansparen kaum greift.

Hinweis zur Einordnung: Dieser Artikel ist eine redaktionelle Marktbeobachtung und keine Anlageberatung. Wir vergleichen Tagesgeld- und Festgeld-Konditionen, ordnen sie ein und benennen Vor- und Nachteile, treffen aber keine Entscheidung für Sie. Ob ein bestimmtes Angebot zu Ihrem Liquiditätsbedarf, Ihrem Sicherheitsbedürfnis und dem aktuellen Zinsumfeld passt, prüfen Sie vor jedem Abschluss am besten selbst, gegebenenfalls mit einer unabhängigen Beratung. Die genannten Rechenbeispiele sind vereinfachte Modellrechnungen vor Steuern.

Über die Redakteurin Franziska Baum

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Bereits in ihrer Schulzeit war Franziska für die Jugendredaktion der Sächsischen Zeitung tätig. Nach ihrem Germanistik-Studium in Dresden sammelte sie weitere Erfahrungen als Online-Redakteurin bei führenden Technik-Magazinen und später im Verbraucherschutz. Seit 2016 war Franzi (so ihr Spitzname) als Redakteurin am Aufbau des Onlineportals verbraucherschutz.com (früher onlinewarnungen.de) beteiligt. Dort betreute sie unter anderem den Social Media Bereich, plante und verfasste eigene Tipps, News und Anleitungen zu aktuellen Themen. Durch diese Arbeit hat Franzi sich ein ausgeprägtes Wissen im Bereich Verbraucherschutz angeeignet. Bei biallo.de bringt sie genau dieses Wissen ein. Außerdem ist Franziska in der Leserbetreuung tätig. Ihr Ziel ist es, den Leserinnen und Lesern zu helfen und ein gutes Gefühl zu geben. 

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