Was am 1. Juli passiert: die 17-Cent-Rechnung
Ab dem 1. Juli 2026 fällt die Steuerentlastung weg, Benzin und Diesel werden dadurch rechnerisch um rund 17 Cent pro Liter teurer. Diese Zahl ist kein Schätzwert. Der Tankrabatt senkt die Energiesteuer um 14,04 Cent je Liter. Weil dadurch auch der Mehrwertsteueranteil auf den Kraftstoffpreis sinkt, ergibt sich laut Bundeskartellamt eine Gesamtentlastung von bis zu 17 Cent pro Liter. Fällt sie weg, kehrt sich die Rechnung um.
Für Sie heißt das ganz praktisch: Bei einer Tankfüllung von 50 Litern sind das rund 8,50 Euro Unterschied zwischen einer Füllung Ende Juni und einer Anfang Juli. Bei einem größeren Tank oder als Vielfahrer summiert sich das schnell.
Ob nach dem 30. Juni eine Anschlussregelung kommt, ist offen. Eine Verlängerung über den Stichtag hinaus ist bislang nicht beschlossen. Zwar gibt es politische Forderungen, den Rabatt angesichts hoher Spritpreise zu verlängern, eine konkrete Folgeregelung liegt nach aktuellem Stand aber nicht vor. Planen Sie also lieber so, als gäbe es ab Juli keine Entlastung mehr. Da Anfang Juli auch die Sommerferien beginnen, lohnt sich das doppelt.
Die 12-Uhr-Regel verstehen: Ihr wichtigstes Werkzeug
Seit dem 1. April 2026 dürfen Tankstellen ihre Preise nur noch einmal täglich erhöhen, und zwar um 12 Uhr mittags. Preissenkungen bleiben jederzeit erlaubt. Das ist die sogenannte 12-Uhr-Regel, festgelegt im Kraftstoffpreisanpassungsgesetz. Vorher änderte sich der Spritpreis nach Angaben der Bundesregierung im Schnitt bis zu 22 Mal pro Tag sowohl nach oben als auch unten. Bei Verstößen gegen die 12-Uhr-Regel drohen den Betreibern jetzt Bußgelder bis zu 100.000 Euro.
Diese Regel ist gerade rund um das Tankrabatt-Ende Gold wert. Denn sie sagt Ihnen, wann ein Preis nach oben springen darf: nur einmal, mittags. In der Praxis hat das den günstigsten Tankzeitpunkt verschoben. Nach Auswertung des ADAC sinken die Preise nach der 12-Uhr-Erhöhung bis zum frühen Abend langsam ab. Der günstigste Moment für preisgünstiges Tanken liegt seither kurz vor 12 Uhr, wenn die Preise rund 2,7 Cent unter dem Tagesdurchschnitt notieren.
Doch die Regel hat einen Haken, den Sie kennen sollten. Sie wird massenhaft gebrochen. Bis zum 11. Mai erhöhten nach einer Auswertung der Markttransparenzstelle rund 2.995 von 15.240 Tankstellen ihre Preise zu unerlaubten Zeiten, das sind etwa 19,7 Prozent. Fast jede fünfte Station hält sich also nicht ans Gesetz. Verlassen Sie sich deshalb nie blind auf die Uhrzeit. Der Preisvergleich per App bleibt Ihr verlässlichstes Mittel.