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Sie haben am Wochenende getankt und weniger vom neuen Tankrabatt gespürt als erwartet? An Ihrer Wahrnehmung liegt das nicht. ADAC und Bundeskartellamt haben nachgemessen: Von 16,7 versprochenen Cent kommen nur rund 11 bei Ihnen an.
Vier Tage nach dem Start des Tankrabatts haben ADAC und Bundeskartellamt nachgemessen. Das Ergebnis ist ernüchternd: Von den versprochenen 16,7 Cent pro Liter kommen nur rund 11 Cent bei Ihnen an. Wir zeigen Ihnen, woran das liegt, was die Politik jetzt fordert und mit welchen drei einfachen Hebeln Sie sich die fehlende Ersparnis trotzdem holen.
Der Tankrabatt sollte spürbar entlasten. Zwei Monate weniger Steuer, klar weniger an der Zapfsäule, fertig. Doch nach vier Tagen ist die Stimmung gekippt. Die Mineralölkonzerne haben Ende April die Preise erst kräftig angehoben und geben den Rabatt seither nicht voll weiter. Bundesregierung und Verbraucherschützer drohen bereits mit Nachschärfung. Bis dahin sind Sie selbst am Zug.
Seit dem 1. Mai 2026 ist der Tankrabatt offiziell in Kraft. Die Energiesteuer auf Benzin und Diesel sinkt für zwei Monate um 14,04 Cent pro Liter. Inklusive der entfallenden Mehrwertsteuer ergibt sich daraus eine Bruttoentlastung von 16,7 Cent. Bei einer 50-Liter-Tankfüllung wären das rein rechnerisch 8,35 Euro weniger im Geldbeutel.
An der Zapfsäule sieht das anders aus. Am 30. April lag der bundesweite Tagesdurchschnitt laut aktueller ADAC-Auswertung bei 2,126 Euro für Super E10 und 2,215 Euro für Diesel. Am Sonntag, 3. Mai, war der Liter Super E10 nur 10,9 Cent günstiger, Diesel 11,1 Cent. Das Bundeskartellamt kommt mit den Daten aus seiner Markttransparenzstelle für Kraftstoffe auf praktisch identische Werte. Die Lücke zur versprochenen Entlastung beträgt also rund 6 Cent pro Liter.
Das ist ärgerlich. Der Rohölpreis lag am 3. Mai sogar niedriger als am 30. April. Eine vollständige Weitergabe müsste die Spritpreise also stärker gedrückt haben als 16,7 Cent.
Die Reaktionen sind deutlich. Der ADAC kritisiert, dass die Mineralölkonzerne erneut Preise anheben, obwohl der Rohölpreis nicht steige. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) warnt vor einem reinen Konzernrabatt und sieht damit seine Befürchtungen aus dem März bestätigt. SPD-Fraktionschef Matthias Miersch kündigte im Interview mit RTL/ntv eine mögliche Nachschärfung der Maßnahmen an. Der Tankrabatt ist nur ein Teil des umfassenden Krisenpakets der Bundesregierung, zu dem auch eine steuerfreie Entlastungsprämie von bis zu 1.000 Euro für Beschäftigte gehört.
Die klarsten Worte findet Bundeskartellamtspräsident Andreas Mundt:
Auch ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums betonte die klare Erwartung an die Branche, die Steuersenkung weiterzugeben. Die Mineralölbranche selbst widerspricht. Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie erklärt, der Tankrabatt werde an Tankstellen voll weitergegeben. Ohne ihn lägen die Preise rund 17 Cent höher. Der Tankstellenverband bft verweist zusätzlich auf den Lagerbestand. Der Steuernachlass gilt nur für ab dem 1. Mai gelieferten Sprit, ältere Bestände sind noch höher versteuert.
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Seit dem 1. April 2026 gilt in Deutschland die sogenannte 12-Uhr-Regel nach österreichischem Vorbild. Tankstellen dürfen ihre Preise nur noch einmal pro Tag um zwölf Uhr nach oben anpassen. Senkungen sind weiter jederzeit erlaubt. Was eigentlich für mehr Transparenz sorgen sollte, hat in der Praxis einen ganz neuen Effekt.
Am Montag, 4. Mai, fiel Super E10 im bundesweiten Durchschnitt vormittags vorübergehend unter zwei Euro. Das Bundeskartellamt meldete um 10:14 Uhr einen Wert von 1,99 Euro. Kurz vor Mittag ging es laut ADAC sogar auf 1,981 Euro hinunter. Pünktlich nach zwölf Uhr schoss der Preis dann auf 2,099 Euro hoch. Bei Diesel war das Muster fast identisch: vor dem Mittag 2,063 Euro, nach dem Mittag 2,193 Euro.
Was das für Sie heißt: Tanken Sie am Vormittag oder am späten Abend. Zwischen elf Uhr und kurz vor zwölf Uhr ist der bundesweite Durchschnitt aktuell oft am niedrigsten. Fahren Sie erst um 13 Uhr an die Zapfsäule, zahlen Sie schnell zehn Cent mehr pro Liter, ohne dass sich an der Marktlage etwas geändert hätte.
Nicht jede Tankstelle gibt den Rabatt gleich weiter. Selbst innerhalb einer Stadt finden sich Preisunterschiede von mehr als zehn Cent pro Liter. Hier helfen kostenlose Tank-Apps, die direkt auf die Daten der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe zugreifen. Bundeskartellamtspräsident Mundt empfiehlt den App-Vergleich aktuell ausdrücklich.
Vier Apps lohnen den Blick:
Steuern Sie regelmäßig die günstigste Station in Ihrer Nähe an statt die nächstbeste, sparen Sie laut ADAC im Schnitt rund sieben Cent pro Liter. In Großstädten sind oft sogar zehn Cent oder mehr drin. Tankstellen an Autobahnen meiden Sie aktuell besser konsequent. Hier sind die Aufschläge gegenüber Stadt-Tankstellen nach wie vor erheblich.
Den dritten Hebel haben Sie wahrscheinlich schon im Portemonnaie. Spezielle Kreditkarten mit Tankrabatt schreiben Ihnen einen Teil des Tankumsatzes zurück. Die Santander BestCard Basic etwa bietet ein Prozent Cashback auf Tankstellenumsätze, ist kostenfrei und damit aktuell die unkomplizierteste Variante. Die BMW Card von American Express gewährt ebenfalls ein Prozent ohne monatliches Limit, allerdings nur an ausgewählten Tankstellenketten.
Bei einem Literpreis von zwei Euro bedeutet ein Prozent Cashback rund zwei Cent pro Liter zurück. Klingt klein, summiert sich aber: Tanken Sie im Jahr 1.500 Liter, fließen rund 30 Euro auf Ihr Konto.
Wichtig für Sie zu wissen: Eine Kreditkarte mit Tankrabatt lohnt sich nur, wenn Sie die Karte ohnehin im Alltag nutzen möchten. Welche Karte aktuell wirklich Sinn macht und wo die Fallstricke lauern, lesen Sie ausführlich im Biallo-Ratgeber zu Kreditkarten mit Tankrabatt.
Was bringen die drei Hebel zusammen? Hier die Rechnung für einen typischen Diesel-Pendler mit 17.000 Kilometern Jahresfahrleistung und einem Verbrauch von sieben Litern auf 100 Kilometer. In den zwei Monaten Tankrabatt fallen so rund 200 Liter Diesel an.
| Hebel | Ersparnis pro Liter | In zwei Monaten (200 Liter) |
|---|---|---|
| Tankrabatt aktuell weitergegeben | 11,1 Cent | 22,20 € |
| Vor zwölf Uhr tanken statt nach zwölf Uhr | bis zu 10,0 Cent | bis zu 20,00 € |
| App-Vergleich günstigste Station | 7,0 Cent | 14,00 € |
| Cashback-Karte (1 Prozent) | 2,0 Cent | 4,00 € |
| Maximum kombiniert | bis zu 30,1 Cent | bis zu 60,20 € |
Selbst wenn Sie nur zwei der drei Service-Hebel nutzen, kommen Sie spürbar über die rund 22 Euro hinaus, die der Tankrabatt aktuell durchschnittlich an der Zapfsäule liefert. Für Vielfahrer mit längeren Pendelstrecken multiplizieren sich diese Beträge entsprechend.
Auf einen Blick:
Wie viel kommt vom Tankrabatt bei Ihnen wirklich an? Haben Sie das Gefühl, an Ihrer Stammtankstelle ehrlich entlastet zu werden, oder vermuten Sie wie ADAC und Bundeskartellamt, dass die Mineralölkonzerne hier viel einbehalten? Welche Tank-App nutzen Sie selbst am liebsten? Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen, Beobachtungen und Spar-Tipps gerne per E-Mail an redaktion@biallo.de. Wir freuen uns auf Ihr Feedback.
Damit Sie bei der nächsten Preisanpassung an der Zapfsäule nicht wieder draufzahlen, empfehlen wir Ihnen unseren kostenlosen Newsletter zu allen wichtigen Finanz- und Verbraucherthemen. Registrieren Sie sich zusätzlich kostenfrei im persönlichen Bereich auf biallo.de. Dort speichern Sie Artikel, nutzen unsere Vergleichsrechner für Tagesgeld und Kreditkarten und finden garantiert das passende Angebot für Ihren Geldbeutel.
Laut ADAC und Bundeskartellamt waren Super E10 und Diesel am 3. Mai 2026 nur 10,9 bzw. 11,1 Cent günstiger als am 30. April. Von der versprochenen Bruttoentlastung von 16,7 Cent fehlen also rund 6 Cent pro Liter.
Der Tankrabatt läuft vom 1. Mai bis zum 30. Juni 2026, also genau zwei Monate. Eine Verlängerung ist bislang nicht beschlossen.
Vor zwölf Uhr. Seit der 12-Uhr-Regel dürfen Tankstellen ihre Preise nur noch einmal täglich um zwölf Uhr nach oben anpassen. Danach geht es im Tagesverlauf oft wieder etwas nach unten. Auch der späte Abend ist häufig günstig.
ADAC Drive, clever-tanken, PaceDrive und Mehr Tanken sind alle kostenlos und nutzen die offiziellen Daten der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe beim Bundeskartellamt. Wer eine Routenfunktion braucht, fährt mit "ADAC Drive" am besten. Wer die Preisdynamik einzelner Stationen sehen möchte, nimmt "Mehr Tanken".
Nur, wenn Sie viel tanken und die Karte ohnehin nutzen möchten. Bei 1.500 Litern im Jahr bringt ein Prozent Cashback rund 30 Euro zurück. Achten Sie unbedingt auf Jahresgebühren und Sollzinsen, sonst frisst die Karte den Vorteil schnell wieder auf.

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