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Auf einen Blick
Viele Beschäftigte sorgen sich angesichts von Stellenabbau und Kündigungen nicht nur um ihren Arbeitsplatz, sondern auch um ihre Altersvorsorge. Evonik, Ford oder Zulieferer in der Region: Die Nachrichten über Stellenabbau reißen derzeit nicht ab. Entsprechend wächst bei vielen Beschäftigten die Sorge, was mit ihren Rücklagen fürs Alter passiert, falls nach dem Arbeitslosengeld Grundsicherung beantragt werden muss. Tatsächlich wurden die Regeln beim Grundsicherungsgeld verschärft. Wer fürs Alter vorgesorgt hat, kann jedoch aufatmen: Riester, Rürup und viele private Rentenversicherungen bleiben weiterhin grundsätzlich geschützt.
Unser kostenloser PDF-Ratgeber erklärt, welche Vermögenswerte geschützt sind, welche Freibeträge gelten und worauf Betroffene jetzt achten sollten.
Diese Schlagzeilen treiben den Puls nach oben: „Neue Grundsicherung – private Altersvorsorge in Gefahr“ oder „Job weg, Vorsorge weg? Wie die neue Grundsicherung Ihre Absicherung bedroht“. Wer kurz vor der Kündigung steht oder schon das Kündigungsgespräch hinter sich hat, versteht das so: Erst Job weg, dann ein Jahr Arbeitslosengeld – und danach kassiert das Jobcenter Lebensversicherung, Rentenvertrag und Notgroschen.
Die Rechtslage ist anders: Altersvorsorge ist für die Jobcenter ein eigener Vermögenstopf. Dieser Topf ist ausdrücklich privilegiert, und daran ändert die Reform nichts. Die Bundesagentur für Arbeit stellt das auf Anfrage klar:
Im Klartext: Wer über Jahre fürs Alter vorgesorgt hat, muss seine Altersvorsorge nicht „aufbrauchen“, bevor Grundsicherung fließt.
Die heute geltenden Schutzregeln wurden bereits mit dem Bürgergeld-Gesetz Ende 2022 eingeführt und durch die Reform 2026 nicht verändert. Für die Jobcenter bleibt Altersvorsorge ein eigener, gesetzlich besonders geschützter Vermögensbereich.
Altersvorsorgevermögen sind Verträge, die erkennbar auf das Alter zielen – etwa Riester-Renten, Basisrenten (Rürup-Renten), aber auch private Renten- oder Kapitallebensversicherungen. Entscheidend sind Zweck und Laufzeit, nicht der Produktname. Dabei gilt laut Bundesagentur Folgendes:
Art der Versicherung | Voraussetzung für Verwertungsschutz |
|---|---|
Private Rentenversicherung | Laufzeit bis zum 60. beziehungsweise 65. Lebensjahr |
| Private Rentenversicherung mit Kapitalwahlrecht | Entsprechende Laufzeit (bis zum 60. beziehungsweise 65. Lebensjahr) |
Kapitallebensversicherung | Entsprechende Laufzeit (bis zum 60. beziehungsweise 65. Lebensjahr) |
Für Sie bedeutet das: Es kommt nicht darauf an, ob eine lebenslange Monatsrente vereinbart ist. Eine Police, die mit 60 oder 65 eine einmalige Kapitalzahlung leistet, gilt ebenfalls als Altersvorsorge und muss nicht gekündigt und aufgebraucht werden, bevor Grundsicherungsgeld gezahlt wird.
Früher war bei solchen Rücklagen die Höhe gedeckelt. Bis Ende 2022 sah das Gesetz Höchstbeträge vor, etwa 50.250 Euro für Jahrgänge ab 1964. Diese Grenzen wurden mit dem Bürgergeld-Gesetz gestrichen. Seitdem gilt: Für die Altersvorsorge bestimmte Versicherungsverträge werden vollständig von der Vermögensberücksichtigung ausgenommen. Missbrauch und künstliche Gestaltungen können geprüft werden, bleiben aber Sonderfälle.
Biallo-Lesetipp: Welche Form der privaten Altersvorsorge passt zu Ihrer Lebenssituation? Unser Ratgeber erklärt die Unterschiede zwischen Riester-, Rürup- und privaten Rentenversicherungen.
Die harte Seite der Reform liegt an anderer Stelle: beim frei verfügbaren Vermögen. Zum 1. Juli 2026 entfällt die Karenzzeit mit hohem Schonvermögen. Bislang galt im ersten Jahr des Leistungsbezugs ein Freibetrag von 40.000 Euro für Alleinstehende, plus 15.000 Euro je weiteres Mitglied der Bedarfsgemeinschaft. Danach lag die Grenze bei 15.000 Euro pro Person. Seit Juli 2026 gelten wieder altersabhängige Freibeträge:
Wichtig für Sie: Übergangsregel beachten. Wer bereits vor dem 1. Juli 2026 Grundsicherung bezogen hat, kann die bisherigen Freibeträge bis zum Ende des laufenden Bewilligungszeitraums weiter nutzen.
Ein Beispiel zeigt, wie die neuen Regeln wirken: Ein Ehepaar über 50 kann zusammen 40.000 Euro frei verfügbares Vermögen behalten. Ein Paar unter 30 nur 10.000 Euro. Alles, was darüber liegt, muss zunächst für den Lebensunterhalt eingesetzt werden. Erst wenn dieser Überschuss verbraucht ist, gibt es Grundsicherungsgeld.
Frei verfügbares Vermögen – Guthaben auf Giro- und Sparkonten, Tagesgeld, Wertpapierdepots – wird damit deutlich früher herangezogen. Ältere Leistungsberechtigte stehen jedoch auch hier besser da als im früheren Dauerrecht, Jüngere schlechter.
Biallo-Tipp: Wer Rücklagen sicher und flexibel parken möchte, sollte aktuelle Tagesgeldangebote vergleichen.
Viele fragen sich außerdem: Muss ich, sobald ich eine vorgezogene Altersrente bekäme, in Rente gehen und dauerhafte Abschläge hinnehmen? Nach aktueller Rechtslage lautet die Antwort: Bis Ende 2026 besteht keine Pflicht, allein wegen des Bezugs von Grundsicherung eine vorzeitige Altersrente mit Abschlägen zu beantragen. Nach den 33 Empfehlungen der Rentenkommission soll dies auch auf Dauer so bleiben.
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Vielleicht stellen auch Sie sich jetzt diese Fragen. Hier finden Sie die wichtigsten Antworten.
Viele private Renten- und Kapitallebensversicherungen bleiben geschützt, wenn sie der Altersvorsorge dienen.
Nein. Staatlich geförderte Altersvorsorge zählt grundsätzlich nicht zum verwertbaren Vermögen.
Vor allem frei verfügbares Vermögen wie Giroguthaben, Tagesgeld oder Wertpapierdepots.
Bis Ende 2026 besteht keine Pflicht, allein wegen des Bezugs von Grundsicherung eine vorgezogene Altersrente mit Abschlägen zu beantragen.
Wer möglicherweise Grundsicherung beantragen muss, sollte diese Punkte frühzeitig überprüfen.

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