Grundsicherung Wer bekommt sie und wie viel gibt es?

Grundsicherung Wer bekommt sie und wie viel gibt es?

Rolf Winkel
von Rolf Winkel
01.02.2017
Auf einen Blick
Fällt die Alters- oder Erwerbsminderungsrente klein aus, können Betroffene Grundsicherung beantragen. Welche Regeln gelten und worauf Rentner achten sollten.
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Wie hoch ist die Grundsicherung?

Wer heute in Altersrente geht, muss sich in den alten Bundesländern im Schnitt mit einem Ruhegeld von 787 Euro (Ostdeutschland: 964 Euro) begnügen. Bei Erwerbsminderungsrentnern sind es sogar nur etwa 750 Euro. Wer dann keine weiteren Einkünfte hat, sollte in jedem Fall prüfen, ob nicht zusätzlich noch Anspruch auf eine Aufstockung durch die Grundsicherung besteht. Dabei stehen Ihnen folgende Ansprüche zu:

  • Hilfe zum Lebensunterhalt: 409 Euro bzw. 736 Euro für (Ehe-)Paare
  • Angemessenen Kosten für die Wohnung: Die Höhe ist abhängig von der anrechenbaren Warmmiete

Beträgt die Warmmiete eines Rentner-Ehepaars aus Berlin beispielsweise 500 Euro, so liegt der rechnerische "Bedarf" des Paares bei 1.236 Euro.

Wichtig: Erreicht die gesetzliche Rente des Paares nicht diese Höhe, so haben die Betroffenen Anspruch auf aufstockende Grundsicherungsleistungen des Sozialamts. Betragen die beiden Renten insgesamt etwa nur 1.100 Euro, so schießt das Sozialamt weitere 136 Euro zu, so dass insgesamt 1.236 Euro zusammenkommen.

Soweit die Betroffenen - was auch bei Senioren nicht selten der Fall ist - jobben, dürfen sie einen Teil ihrer Einkünfte behalten. Bei einem 450-Euro-Job sind es 135 Euro. Der Rest wird mit der Grundsicherung verrechnet.

Tipp: Grundsätzlich gilt, dass angemessene Versicherungsbeiträge vom Einkommen abgezogen werden können - mehr zum Thema Grundsicherung, Hausrat und Haftpflicht hier.

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Grundsicherung: Rente und Rücklagenwerden berücksichtigt

Bevor Sie Grundsicherung beantragen, müssen Sie Ihre Rücklagen weitgehend aufbrauchen. Die Freibeträge fürs erlaubte Vermögen sind weit niedriger als bei Hartz IV. Ein Alleinstehender darf bis 2.600 Euro besitzen, für den Partner kommen 614 Euro hinzu.

Tipp: Wer mit 60 eine höhere Lebensversicherung ausbezahlt bekommt und nur eine geringe Rente erwartet, für den kann es sich lohnen, eine kleine Eigentumswohnung anzuschaffen. Denn Geld muss vor der Grundsicherung verbraucht werden, eine kleine Immobilie darf man aber behalten.

"Angemessenes" Wohneigentum ist für Grundsicherungsbezieher erlaubt. Was das genau bedeutet, darüber gibt es oft Streit. Ein alleinstehender Grundleistungsbezieher darf ein Häuschen mit 70 Quadratmetern oder eine Eigentumswohnung mit 60 Quadratmetern behalten.

Tipp: Wir haben für Sie die besten Tipps rund um das Thema Grundsicherung in unserem Ratgeber zusammengefasst

Grundsicherung und Problemfall PKV

Wer die gestiegenen Beiträge zur privaten Krankenversicherung nicht mehr schultern kann, für den springen teilweise die Ämter ein und er kann ebenfalls Grundsicherung beantragen. Die Ämter tragen die von der Versicherung um 50 Prozent geminderten Beiträge im Basistarif. Voraussetzung: Dem Betroffenen bleibt nach Abzug von Versicherungsbeiträgen und Unterkunftskosten weniger als der Regelbedarf zum Leben.

Grundsicherung: Darf ich mein Auto behalten?

Wer Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung bezieht, dem wird im Regelfall kein Auto zugestanden. Ein teurer Wagen muss deshalb meist verkauft werden, wenn Sie Grundsicherung beantragen. Wichtig auch bei der Grundsicherung: "Rente mit Zuschuss" gibt es nur für diejenigen, die ihren "gewöhnlichen Aufenthalt" in Deutschland haben. Wer den kompletten Winter auf Mallorca verbringt, zählt nicht zu den Berechtigten.

Tipp: Man sollte beim Sachbearbeiter im Grundsicherungsamt eine Erlaubnis einholen, die bei Auslandsaufenthalten von bis zu einem Monat ohne Probleme bewilligt wird. In jedem Fall sollte man erklären können, wie Fahrt und Aufenthalt finanziert werden, um Nachfragen - oder schlimmer - Nachforschungen zu vermeiden.

Grundsicherung und Kinderunterhalt

Wer Grundsicherung im Alter bezieht, muss im Regelfall nicht damit rechnen, dass seine Kinder vom Amt zur Kasse gebeten werden - es sei denn, ein Kind verdient nach Abzug von Werbungskosten oder Betriebsausgaben über 100.000 Euro im Jahr. Und nach dem Tod eines Grundsicherungsbeziehers werden dessen Erben von den Ämtern nicht zur Rückzahlung verpflichtet, falls es etwa noch Vermögenswerte gibt.

Die häufigsten Fragen zum Thema Grundsicherung
Wo kann ich Grundsicherungsleistungen beantragen?

Der Antrag muss beim zuständigen örtlichen Sozialamt gestellt werden.

Grundsicherung bei Erwerbsminderung: Was muss ich beachten?

Mehr als jeder vierte Erwerbsminderungsrentner ist wegen der geringen Höhe der Rente zusätzlich auf Grundsicherung angewiesen. Die Aufstockungsleistungen müssen - anders als bei Hartz IV - nicht beim Jobcenter, sondern beim örtlichen Sozialamt beantragt werden.

Wohngeld (bzw. Lastenzuschuss) oder Grundsicherung: Was wird vorrangig gezahlt?

Wenn die Rente nicht zum Leben reicht, sollte man zunächst prüfen, ob ein Anspruch auf Wohngeld besteht. Wichtig ist dies insbesondere auch für Rentner, die höhere finanzielle Rücklagen haben. Denn Ersparnjsse spielen beim Wohngeld in der Regel keine Rolle. So dürfen alleinstehende Rentner in der Regel Ersparnisse in Höhe von bis zu 60.000 Euro haben und erhalten dennoch Wohngeld.

Wieviel Grundsicherung erhalte ich?

Mit unserem Sozialhilfe Rechner und wenigen Angaben erfahren sie, wieviel Sozialhilfe Ihnen zusteht.

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ist unser Spezialist für alles, was mit den Sozialversicherungen und Sozialleistungen  zu tun hat. Er ist gelernter Sozialwissenschafter und schreibt seit 35 Jahren Sozialratgeber, unter anderem die vom DGB-Bundesvorstand herausgegebenen „111 Tipps für Arbeitslose - Arbeitslosengeld I“ und die „111 Tipps zu Arbeitslosengeld II und Sozialgeld“.

Seit 2005 arbeitet er für biallo.de und betreut die Monatszeitschrift "Soziale Sicherheit".

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ist unser Spezialist für alles, was mit den Sozialversicherungen und Sozialleistungen  zu tun hat. Er ist gelernter Sozialwissenschafter und schreibt seit 35 Jahren Sozialratgeber, unter anderem die vom DGB-Bundesvorstand herausgegebenen „111 Tipps für Arbeitslose - Arbeitslosengeld I“ und die „111 Tipps zu Arbeitslosengeld II und Sozialgeld“.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de