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Die Plattform Raisin vermittelt jetzt ein Angebot mit 4,20 Prozent Zinsen und tadelloser Einlagensicherung (Niederlande) über zehn Jahre. Das Angebot ist aber nicht so gut, wie der Zins vermuten lässt.
Während Tagesgeld derzeit im besten Fall 4,25 Prozent (bei Revolut) abwirft, gibt es jetzt erstmals seit Langem wieder ein Festgeld mit über vier Prozent. Das Interessante: Während die besten Tagesgeldzinsen nur für vier Monate gelten, kann man sich diesen Zins gleich für ein ganzes Jahrzehnt sichern. Unter dem Strich ist das Angebot aber nicht zwingend das beste.
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Die 4,20 Prozent zahlt die Achmea Bank. Dabei handelt es sich um eine Tochter der größten niederländischen Versicherungsgesellschaft. Die genossenschaftlich organisierte Gruppe hat nach eigener Darstellung international über zehn Millionen Kunden. Die Bank bietet über Raisin Anlagemöglichkeiten zwischen 5.000 und 100.000 Euro auf Festgelder zwischen einem und zehn Jahren. Bei den längsten Laufzeiten zahlt sie aktuell höhere Zinsen als jeder andere Wettbewerber auf dem deutschen Markt. Dabei gibt es keine automatische Vertragsverlängerung und keine ausländische Quellensteuer. Der Ertrag muss allerdings in der Steuererklärung angegeben werden.
Ungünstig ist, dass die Zinsen erst am Laufzeitende und ohne Zinseszins gutgeschrieben werden. Die Erträge stehen also lange nicht zur Verfügung und können in der Zeit nicht selbst neu angelegt werden. Berechnet man das ein, kommt man über zehn Jahre auf die 3,57 Prozent Effektivzinsen, die Raisin angibt. Steuerlich kann die späte Zahlung ebenfalls ungünstig sein, da der jährliche Sparerpauschbetrag nur einmal zur Verfügung steht.
Der zweithöchste Zins über zehn Jahre im Festgeld-Vergleich liegt bei 3,82 Prozent stammt vom liechtensteinischen Vermögensverwalter willbe. Deutsche Banken wie die pbb direkt zahlen bis zu 3,50 Prozent. Bei willbe werden die Zinsen jährlich aufs Tagesgeldkonto ausgezahlt. Dort erhalten alle Kunden aktuell 2,40 Prozent. Bei der pbb haben Sie die Wahl zwischen jährlicher und endfälliger Auszahlung. Bei letzterer Variante schreibt die Bank Zinseszinsen gut. Aber welche Variante lohnt sich jetzt am meisten?
Um das zu beantworten, hilft ein Rechenbeispiel: Wir gehen von einer Anlage von je 25.000 Euro aus. Bei der pbb nehmen wir die endfällige Zahlung mit Zinseszins an. Bei willbe nehmen wir an, dass die Zinsen langfristig zwischen zwei und vier Prozent abwerfen – je nach Anlageverhalten und Zinsentwicklung.
| Anbieter | Zins p. a. | Ertrag nach 10 Jahren |
|---|---|---|
| Achmea Bank | 4,20 % | 10.500 € |
| willbe | 3,82 % | 10.457 € (Wiederanlage zu 2,00 %) 11.466 € (Wiederanlage zu 4,00 %) |
| pbb direkt | 3,50 % | 10.265 € |
Stand: 22. September 2026; Annahmen: 25.000 Euro Anlagebetrag, Wiederanlagezinsen werden jährlich gezahlt und erneut verzinst, Erträge vor Steuern, Ergebnis gerundet
Wie wir sehen, liegen die Erträge trotz erheblicher Zinsunterschiede recht nah beieinander. Nur bei guter Verzinsung für die Wiederanlage kann sich das Angebot von willbe etwas absetzen. Rechnet man noch Steuern mit ein, könnten die Ergebnisse aber noch weiter auseinander gehen – je nachdem, ob ein jährlicher Freibetrag zur Verfügung steht und wie hoch dieser ist. Mehr hierzu erfahren Sie im Ratgeber zu Festgeld mit Zinseszins.
Aktuell steigen die Zinsen für alle Festgeldlaufzeiten. Gerade bei den langen Laufzeiten besteht also keine Eile. Wenn Sie sich für ein solches Angebot entscheiden, sichern Sie sich für viele Jahre gegen sinkende Zinsen ab. Ebenso wichtig sollte aber auch eine Absicherung gegen die Inflation sein. Diese können Sie erreichen, indem Sie lange Laufzeiten mit kurzen kombinieren und dadurch eine gewisse Flexibilität wahren, zum Beispiel über eine Festgeldtreppe.

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