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Er investierte immer genau vor dem nächsten Börsencrash – und wurde trotzdem reich. Eine Berechnung des ETF-Anbieters Vanguard zeigt jetzt, was der "Pechvogel-Anleger" uns über den richtigen Einstieg beibringen kann. Selbst wer immer zum ungünstigsten Zeitpunkt in den Aktienmarkt investiert, macht langfristig gute Gewinne. Aus 45.000 Euro werden so nach 30 Jahren fast 200.000 Euro. Entscheidend ist dabei nicht das perfekte Timing, sondern überhaupt anzufangen – und dann investiert zu bleiben. 

Wer dem Aktienmarkt treu bleibt, braucht vor Verlusten keine Angst zu haben – selbst, wenn er immer zum ungünstigsten Zeitpunkt in den Markt einsteigt. Das zeigt jetzt eine Berechnung des ETF-Anbieters Vanguard. Demnach fahren Anlegerinnen und Anleger am Aktienmarkt auch dann einen dicken Gewinn ein, wenn direkt nach jeder Investition die Märkte erst einmal abstürzen. Wir sagen Ihnen, warum das so ist – und was Anleger daraus für ihre Strategie lernen können.

Jetzt in ETFs einsteigen – oder lieber noch warten?

Es ist die Gretchenfrage, die sich jeder Anleger vor dem Kauf von Aktien oder ETFs stellt: Soll ich jetzt einsteigen? Oder noch warten, bis die Kurse wieder gefallen sind, und ich nicht Gefahr laufe, dass sie direkt nach meinem Kauf sinken?

Die Vanguard-Untersuchung zeigt: Selbst, wenn man beim Einstieg immer wieder den ungünstigsten Zeitpunkt wählt, muss man sich vor Verlusten nicht fürchten. Im "Portfolio-Check 2026" des ETF-Anbieters analysieren die Finanzprofessoren Oscar Stolper und Dominik Scheld den theoretischen Fall, dass eine Anlegerin oder ein Anleger zufällig immer genau am Höhepunkt vor einem Kurseinbruch Geld anlegt. Der "Pechvogel" wählt also immer das unglücklichste Timing – nämlich direkt vor sieben historischen Börsenkrisen seit 1997. Die Grafik zeigt diese Zeitpunkte:

Keine Angst vor Krisen: Depot-Entwicklung des Pechvogel-Anlegers

FTSE All World mit reinvestierten Ausschüttungen und ohne Kosten vs. europäischer Einlagenzins. Quelle: Vanguard Portfolio-Check 2026

Der Anleger investiert dabei jeweils vor den eingezeichneten sieben Krisen rund 6.430 Euro in den FTSE All World Index ein – insgesamt 45.000 Euro. Trotz seiner Verluste bleibt er dabei dem Aktienmarkt immer treu. Er verkauft nie, im Gegenteil: Vor jeder neuen Krise investiert er wieder – zuletzt vor der Ankündigung der US-Zollpolitik durch Donald Trump.

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Aus 45.000 Euro werden 200.000 Euro

Ergebnis dieser bedingungslosen Treue zum Aktienmarkt: Obwohl der Anleger immer den schlechtesten Zeitpunkt für seine Investition erwischt, werden nach 30 Jahren aus seinen 45.000 Euro fast 200.000 Euro – ein Gewinn von gut 340 Prozent.

Zum Vergleich: Auf einem Sparkonto, bei dem das Geld zum europäischen Einlagenzins angelegt wurde, wären aus dem Betrag 60.000 Euro geworden. Im Schnitt lag dabei der jährliche Zins bei 1,8 Prozent. Der Gewinn beträgt nach 30 Jahren gut 33 Prozent. Damit schneidet der Aktienanleger trotz seines Anlagepechs zehnmal besser ab als der Zinssparer.

Aus Sicht der Autoren liegt das vor allem daran, dass sich der unerschütterliche Börsenfan "immer wieder mit seinem Geld an den Kapitalmarkt gewagt hat". Anschließend habe er seinem Investment Zeit gegeben, um sich zu erholen, „anstatt perfektes Market-Timing zu versuchen“.

„Dass der Anleger seinem Investment Zeit gab, um sich zu erholen, anstatt perfektes Market-Timing zu versuchen, war ein entscheidender Erfolgsfaktor.“
"Portfolio-Check 2026", Vanguard

ETF-Strategie: Einsteigen – und dann dabei bleiben

Das Beispiel des Pechvogel-Anlegers liefert damit vor allem zwei Erkenntnisse für Anlegerinnen und Anleger. Erstens: Disziplin bei Marktschwankungen – also vereinfacht gesagt: das Dabeibleiben – ist laut der Vanguard-Studie ein wichtiger Faktor, um langfristig gute Anlageergebnisse zu erzielen.

Und zweitens: Entscheidend ist nicht die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt zum Einstieg in den Aktienmarkt. Um den eigenen finanziellen Zielen näher zu kommen, sei es stattdessen wichtig, "überhaupt erst mit dem Anlegen zu beginnen".

Über den Redakteur Andreas Jalsovec

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Hat als Redakteur in mehreren (Wirtschafts-) Redaktionen gearbeitet – unter anderem beim Anlegermagazin Börse Online, bei der Münchner Abendzeitung, der Schwäbischen Zeitung und der Nachrichtenagentur epd. Der promovierte Ökonom schreibt vor allem über Anleger- und Verbraucherthemen. Vor seinem Wechsel zu Biallo.de war er für die Wirtschaftsredaktion der Süddeutschen Zeitung tätig.

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