Nur fünf Prozent der jungen Erwachsenen glauben noch, dass die gesetzliche Rente später zum Leben reicht. Die Gen Z zieht daraus ihre Konsequenz und legt selbst los, meist mit ETFs ab kleinen Monatsraten. Wir zeigen Ihnen, wie Sie mit wenig Geld starten und was das ab 2027 geplante Altersvorsorge-Depot bringt.

Zweifeln Sie auch daran, dass die gesetzliche Rente später für Sie reicht? Damit sind Sie nicht allein. Altersvorsorge ist der bewusste Aufbau von Kapital für die Zeit nach dem Berufsleben, und genau darauf setzt die Gen Z inzwischen stärker selbst. Eine aktuelle repräsentative Umfrage von forsa im Auftrag von ING Deutschland und Visa unter 1.000 jungen Erwachsenen zwischen 18 und 30 Jahren zeigt: Nur noch knapp jede Zweite (49 Prozent) der jungen Generation erwartet, im Alter eine gesetzliche Rente zu erhalten. 2025 waren es noch 56 Prozent.

Das ist kein Grund für Panik, sondern für einen klaren Plan. Denn die gute Nachricht steckt in denselben Zahlen: Die junge Generation wartet nicht ab, sondern legt bereits los. Wir ordnen die wichtigsten Befunde der Studie für Sie ein und zeigen, welchen ersten Schritt Sie konkret gehen können, auch mit wenig Geld.

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Was die ING/Visa-Studie über die Gen Z verrät

Das Vertrauen in den Staat schwindet spürbar. Vier von fünf jungen Erwachsenen (79 Prozent) sorgen sich um ihre Altersvorsorge und fürchten sich vor Altersarmut. Noch deutlicher fällt der Blick auf die Höhe der späteren Rente aus: Die jungen Erwachsenen sind sich einig, dass eine staatliche Rente nicht ausreichen wird, um den Lebensstandard im Alter zu halten. Darauf vertraut nur eine absolute Minderheit (fünf Prozent).

Diese Skepsis ist kein reines Bauchgefühl. Sie deckt sich mit der Sorge um steigende Preise. In der Befragung zählen steigende Lebenshaltungskosten und die allgemeine wirtschaftliche Lage zu den größten Sorgen der jungen Generation, gefolgt von der Angst vor Altersarmut. Wenn Sie das ähnlich sehen, ist der logische Schluss: selbst vorsorgen, und zwar früh.

Zwischen Sorge und Handeln: Wo die Gen Z schon vorsorgt

Genau hier wird die Studie zur Mutmach-Geschichte. Neun von zehn Befragten (92 Prozent) sparen oder legen Geld an, drei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Über die Hälfte, nämlich 53 Prozent, sorgt bereits gezielt fürs Alter vor. Bei den Sparzielen stehen Rücklagen für Notfälle (64 Prozent) an erster Stelle, gefolgt von finanzieller Unabhängigkeit (54 Prozent) sowie Altersvorsorge (53 Prozent).

Ein echter Vorteil: Die meisten haben ihr Geld im Griff. 85 Prozent der 18- bis 30-Jährigen sagen, dass sie einen guten Überblick über ihre Finanzen haben. Regelmäßig Geld anzulegen, fällt zwei Dritteln eher oder sogar sehr leicht (66 Prozent). Und wer einmal dabei ist, packt ordentlich an: Wer regelmäßig vorsorgt, legt im Schnitt gut ein Viertel (27 Prozent) des monatlichen Geldeingangs zurück.

Auffällig ist der Blick auf die ING-Kundendaten aus dem ersten Halbjahr 2026. Das durchschnittliche Depotvolumen erhöhte sich innerhalb eines Jahres von 14.600 auf 17.800 Euro. Bemerkenswert dabei: Auch in der jüngsten Phase erhöhter Marktvolatilität veränderte sich das Handelsverhalten der jungen ING-Kunden nach Angaben der Bank kaum. Ruhe bewahren statt hektisch verkaufen, das zahlt sich beim langfristigen Vermögensaufbau meist aus.

„Die Gen Z hat verstanden, was ihre Eltern oft nur schwer begreifen: Nicht die Höhe der ersten Rate entscheidet, sondern der frühe Start und der lange Atem.“
Franziska Baum, Redakteurin bei biallo.de

Das Altersvorsorge-Depot ab 2027: attraktiv, aber vielen unbekannt

Ein zentrales Thema der Studie ist das geplante Altersvorsorge-Depot. Dabei handelt es sich um ein staatlich gefördertes Wertpapierdepot speziell für die private Rente. Mit dem ab 2027 geplanten Altersvorsorge-Depot sollen Sparerinnen und Sparer privat für das Alter vorsorgen können. Der Staat fördert die Einzahlungen durch Zulagen. Wertsteigerungen und Erträge werden nicht beim Sparen, sondern erst bei der Auszahlung besteuert.

Das Modell kommt bei der jungen Generation gut an. Die Mehrheit der 18- bis 30-Jährigen (65 Prozent) findet das Altersvorsorge-Depot attraktiv. Allerdings ist die Bekanntheit noch ungleich verteilt. Während zwei Drittel der jungen Männer (66 Prozent) das geplante Altersvorsorge-Depot kennen, ist es bei jungen Frauen nur jede Zweite. Diese Wissenslücke lässt sich leicht schließen, und genau dabei hilft Ihnen dieser Artikel: Wir erklären Ihnen im nächsten Abschnitt, was hinter dem neuen Depot steckt.

Bei aller Begeisterung lohnt ein nüchterner Blick auf den Stand des Verfahrens. Wie die reformierte private Altersvorsorge im Detail aussieht, welche Anbieter mitmachen und wie hoch Zulagen und Renditechancen ausfallen, lesen Sie in unserem biallo-Ratgeber zum Altersvorsorgedepot als Riester-Nachfolger. Klar ist schon jetzt: Die reformierte private Altersvorsorge soll im Jahr 2027 starten und nach aktuellem Planungsstand einfacher und kostengünstiger werden als bisherige Riester-Produkte.

So gelingt der Einstieg: ETF-Sparplan, kleine Beträge, langer Atem

Sie müssen nicht auf 2027 warten, um anzufangen. Der beliebteste Weg der Gen Z steht Ihnen schon heute offen: der ETF-Sparplan. Ein ETF ist ein börsengehandelter Indexfonds, der einen ganzen Markt breit abbildet, statt auf einzelne Aktien zu setzen. Genau auf diese breite Streuung setzt die junge Generation: Knapp die Hälfte der jungen Depotkundinnen und -kunden (49 Prozent) hält ausschließlich breit gestreute ETFs wie den MSCI World oder den FTSE All-World.

Wie so ein Vorsorge-Alltag aussieht, zeigen die ING-Kundendaten: Sie müssen dafür aber keine großen Summen bewegen. Viele Sparpläne starten schon ab 25 Euro im Monat. Wichtig ist die Regelmäßigkeit, nicht die Höhe.

Diese drei Punkte helfen Ihnen beim Start:

  • Notgroschen zuerst: Legen Sie zwei bis drei Monatsausgaben als Rücklage auf ein Tagesgeldkonto, bevor Sie langfristig investieren. Auch die Gen Z macht das vor, Notfall-Rücklagen sind ihr wichtigstes Sparziel.
  • Breit streuen: Ein weltweit anlegender ETF verteilt Ihr Geld über Hunderte oder Tausende Unternehmen. Das senkt das Risiko einzelner Ausreißer.
  • Ruhe bewahren: Kursschwankungen gehören dazu. Wer stur weiterspart, nutzt den Zinseszinseffekt über viele Jahre.

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Sorgen Sie schon fürs Alter vor, oder zögern Sie noch? Setzen Sie auf ETFs, und werden Sie das geplante Altersvorsorge-Depot nutzen? Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen und Fragen gerne per E-Mail an redaktion@biallo.de. Wir freuen uns auf Ihr Feedback. 

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Häufige Fragen zur Altersvorsorge der Gen Z

Wie viele junge Menschen rechnen noch mit einer gesetzlichen Rente?

Laut der forsa-Umfrage im Auftrag von ING Deutschland und Visa erwarten nur noch 49 Prozent der 18- bis 30-Jährigen, im Alter überhaupt eine gesetzliche Rente zu erhalten. Ein Jahr zuvor waren es noch 56 Prozent. Dass die Rente den Lebensstandard sichert, glauben nur fünf Prozent.

Wie viel spart die Gen Z fürs Alter?

92 Prozent der Befragten sparen oder legen Geld an, 53 Prozent sorgen gezielt fürs Alter vor. Wer regelmäßig vorsorgt, legt im Schnitt 27 Prozent des monatlichen Geldeingangs zurück. Bei jungen ING-Kundinnen und -Kunden liegt das durchschnittliche Depotvolumen bei 17.800 Euro.

Was ist das Altersvorsorge-Depot?

Das Altersvorsorge-Depot ist ein staatlich gefördertes Wertpapierdepot für die private Rente, das ab 2027 starten soll. Der Staat fördert Einzahlungen mit Zulagen, Erträge werden erst bei der Auszahlung besteuert. 65 Prozent der jungen Erwachsenen halten es für attraktiv.

Wie fange ich mit wenig Geld an, fürs Alter zu sparen?

Viele ETF-Sparpläne starten bereits ab 25 Euro im Monat. Sinnvoll ist es, zuerst einen Notgroschen auf einem Tagesgeldkonto aufzubauen und danach regelmäßig in einen breit gestreuten, weltweit anlegenden ETF zu investieren. Entscheidend sind der frühe Start und ein langer Atem.

Hinweis zur Einordnung: Dieser Artikel ist eine redaktionelle Marktbeobachtung und keine Anlageberatung. Wir ordnen die Ergebnisse der ING/Visa-Studie ein und erklären Wege des Vermögensaufbaus, treffen aber keine Entscheidung für Sie. Ob ein ETF-Sparplan, ein Tagesgeldkonto oder das künftige Altersvorsorge-Depot zu Ihrem Anlageziel, Ihrer Risikobereitschaft und Ihrem Zeithorizont passt, prüfen Sie vor jedem Abschluss am besten selbst, gegebenenfalls mit einer unabhängigen Beratung.

Über die Redakteurin Franziska Baum

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Bereits in ihrer Schulzeit war Franziska für die Jugendredaktion der Sächsischen Zeitung tätig. Nach ihrem Germanistik-Studium in Dresden sammelte sie weitere Erfahrungen als Online-Redakteurin bei führenden Technik-Magazinen und später im Verbraucherschutz. Seit 2016 war Franzi (so ihr Spitzname) als Redakteurin am Aufbau des Onlineportals verbraucherschutz.com (früher onlinewarnungen.de) beteiligt. Dort betreute sie unter anderem den Social Media Bereich, plante und verfasste eigene Tipps, News und Anleitungen zu aktuellen Themen. Durch diese Arbeit hat Franzi sich ein ausgeprägtes Wissen im Bereich Verbraucherschutz angeeignet. Bei biallo.de bringt sie genau dieses Wissen ein. Außerdem ist Franziska in der Leserbetreuung tätig. Ihr Ziel ist es, den Leserinnen und Lesern zu helfen und ein gutes Gefühl zu geben. 

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