Kinderkonten

Das erste Konto für Ihr Kind: Worauf Sie bei der Wahl wirklich achten sollten

Franziska Baum
Redakteurin
Veröffentlicht am: 28.04.2026
Worauf müssen Sie bei der Wahl des Kinderkontos achten?

Das erste Konto für Ihr Kind – aber welches? Die Auswahl ist groß, die Unterschiede sind es auch: bei Finanzbildung, Eltern-Kontrolle und Kosten. Wir erklären, worauf Sie bei der Wahl des ersten Kontos für Ihr Kind wirklich achten sollten – und welches Konto zu welcher Familie passt.

Irgendwann kommt der Moment in jeder Familie: Das Taschengeld wird mehr, die ersten eigenen Käufe stehen an – und plötzlich stellt sich die Frage, ob ein Konto für das Kind sinnvoll wäre. Der Markt bietet 2026 mehr Auswahl denn je. Genau das vereinfacht die Entscheidung aber nicht.

In diesem Artikel verraten wir Ihnen, worauf Sie bei der Wahl des ersten Kontos für Ihr Kind wirklich achten sollten – von der richtigen Altersgruppe über die wichtigsten Features bis hin zur Frage, ob Sie das Konto online oder in der Filiale eröffnen können.

Ab wann ist ein Kinderkonto sinnvoll?

Ein Kinderkonto ist in Deutschland ab dem siebten Lebensjahr rechtlich möglich – vorausgesetzt, alle gesetzlichen Vertreter stimmen zu. Für 12-Jährige ist ein Girokonto damit uneingeschränkt eröffenbar. Empfehlenswert für diese Altersgruppe ist das ING Girokonto Junior: Es ist kostenlos, lässt sich vollständig online eröffnen und bietet Eltern eine vollständige Ausgabenkontrolle per App. Aus pädagogischer Sicht empfehlen Experten den Einstieg ab etwa zehn Jahren. Erst dann können Kinder das Konzept eines Kontos wirklich einordnen: dass Geld nicht einfach „aus der Karte kommt", sondern zuvor eingezahlt werden muss.

Jüngere Kinder lernen den Umgang mit Geld besser durch Bargeld – das schwere Sparschwein, der leere Geldbeutel nach dem Kauf. Ob Ihr Kind bereit ist, können Sie anhand von drei Fragen prüfen:

  • Versteht mein Kind, dass eine Karte kein unbegrenztes Zahlungsmittel ist?
  • Kann es mit einem Monatsbudget planen?
  • Ist es in der Lage, Ausgaben zu priorisieren?

Wenn Sie alle drei Fragen mit Ja beantworten, ist der Zeitpunkt für ein erstes Konto gekommen.

„Starten Sie nicht mit dem vollen Taschengeld auf dem Konto. Teilen Sie es auf: Ein Teil bleibt bar, ein Teil wird per Dauerauftrag überwiesen. So lernt Ihr Kind beide Welten kennen. “
Franziska Baum, Finanzredakteurin bei biallo.de 

Wie viel Taschengeld für welches Alter angemessen ist, lesen Sie in unserem Taschengeldratgeber auf biallo.de.

Was muss ein gutes Kinderkonto mitbringen?

Nicht jedes Konto ist für jedes Kind das Richtige. Die wichtigsten Kriterien im Überblick: 

1. Mehrwert für das Kind

Ein wirklich gutes Kinderkonto stellt das Kind in den Mittelpunkt – nicht nur die Bedürfnisse der Eltern. Konkret bedeutet das:

  • Sparfunktionen mit eigenen Sparzielen
  • Finanzbildung durch spielerische Inhalte, Quiz oder Challenges
  • Guthabenverzinsung, die das Sparen belohnt
  • Automatische Taschengeld-Überweisung per Dauerauftrag
  • Ausgaben-Kategorisierung in einer übersichtlichen App

Einige Banken bieten zusätzlich Startboni: Die BBBank zahlt bis zu 150 Euro Startprämie, die ING gewährt einen Willkommensbonus von 50 Euro (gültig bis 30. April 2026).

In der biallo-Kinderkonto-Studie 2026 fließen diese Kriterien mit 25 von 100 möglichen Punkten am stärksten in die Gesamtbewertung ein. Testsieger in dieser Kategorie ist die Berliner Sparkasse mit der vollen Punktzahl, gefolgt von Bling und Revolut <18.

2. Eltern-Kontrolle

Besonders stark aufgestellt ist die ING: Das Girokonto Junior bietet ein vollständiges Eltern-Dashboard, individuell einstellbare Ausgabelimits und eine Kartensperrung per App – und erreicht in der biallo-Kinderkonto-Studie 2026 die volle Punktzahl von 20/20 in der Kategorie Eltern-Kontrolle. Ebenfalls mit maximaler Punktzahl bewertet: Berliner Sparkasse, DKB, Revolut <18, Postbank, Pax-Bank, norisbank, Commerzbank, comdirect und BBBank.

3. Kosten

Kinderkonten sind in Deutschland in der Regel kostenlos – und das sollten sie auch sein. Achten Sie auf Gebühren für die Debitkarte, Kosten für Bargeldabhebungen und darauf, ob das Konto nach dem 18. Geburtstag automatisch in ein kostenpflichtiges Erwachsenenkonto umgewandelt wird.

Kostenlos über die Volljährigkeit hinaus – eine Übersicht:

AnbieterKostenlos bis
Berliner Volksbank30 Jahre
BBBank30 Jahre (danach 2,95 €/Monat)
norisbank30 Jahre oder 500 € Geldeingang/Monat
ING28 Jahre (danach kostenlos ab 1.000 € Geldeingang)
Pax-Bank27 Jahre
GLS Bank27 Jahre
Commerzbank27 Jahre (Schüler, Azubis, Studenten mit Nachweis)
TARGOBANK28 Jahre (Schüler, Azubis, Studenten)
Postbank22 Jahre
DKB21 Jahre (danach kostenlos mit Aktivstatus)
Berliner Sparkasse25 Jahre
OLB25 Jahre

Finger weg von Anbietern, die Kontoführungsgebühren bereits für Kinderkonten verlangen – das ist in diesem Marktsegment schlicht nicht nötig.

4. Finanzbildung

Hier trennt sich das Feld deutlich:

  • Klassische Direktbanken (ING, DKB): Fokus auf solide Kontoführung, kaum Finanzbildungsangebote
  • Berliner Sparkasse: KNAX-Portal mit spielerischer Einführung in Finanzthemen für Kinder bis 11 Jahre
  • Berliner Volksbank und Genossenschaftsbanken: ubiMaster-Kooperation – unbegrenzte Online-Nachhilfe in Mathe, Deutsch und Englisch für Kontoinhaber zwischen 10 und 18 Jahren (Gegenwert: über 1.000 Euro pro Jahr)
  • Fintechs Bling und Revolut <18: Challenges, Quiz und Sparziele machen Finanzbildung zum festen Bestandteil des Kontoalltags

Fragen Sie sich: Wie viel Begleitung braucht mein Kind? Ein selbstständiger Teenager benötigt andere Unterstützung als ein Zehnjähriger, der gerade seinen ersten Dauerauftrag einrichtet.

5. App-Qualität

Spätestens mit dem ersten Smartphone wird die Banking-App zur wichtigsten Schnittstelle zum Konto. Achten Sie auf hohe Nutzerbewertungen im Apple App Store und bei Google Play sowie auf intuitive Bedienung.

Konto für mein Kind eröffnen: online oder in der Filiale?

Viele Eltern gehen davon aus, dass die Kontoeröffnung für Minderjährige zwingend einen Filialbesuch erfordert. Das stimmt so nicht mehr. Ein Großteil der Anbieter ermöglicht die Eröffnung heute vollständig online – bequem von zu Hause aus, ohne Warteschlange.

Das ING Girokonto Junior lässt sich vollständig online eröffnen – kein Filialbesuch nötig. Die Legitimation erfolgt per Video-Ident direkt in der App und dauert wenige Minuten. 

Ebenfalls online möglich: DKB, comdirect, norisbank, Revolut <18, Bling, Commerzbank und Berliner Sparkasse.

Nur in der Filiale möglich: Berliner Volksbank – dort ist für Minderjährige die persönliche Vorsprache weiterhin Pflicht.

Für die Online-Eröffnung benötigen Sie in der Regel:

  • Personalausweis oder Reisepass beider Erziehungsberechtigter
  • Geburtsurkunde oder Kinderreisepass des Kindes
  • Gültige E-Mail-Adresse und Mobilnummer
„Beziehen Sie Ihr Kind in die Eröffnung mit ein. Lassen Sie es dabei sein, wenn Sie das Konto anlegen, erklären Sie die einzelnen Schritte – und machen Sie die erste Einzahlung gemeinsam. Das schafft Verbindlichkeit und Neugier.“
Franziska Baum, Redakteurin

Welches Konto passt zu welcher Familie?

Kostenloses Konto mit starker Eltern-Kontrolle und guter App: Die ING ist die erste Wahl. Das Girokonto Junior ist bedingungslos kostenlos, erreicht mit der Eltern-Kontrolle die volle Punktzahl in der biallo-Kinderkonto-Studie 2026 und die App gehört zu den besten im Test. Die Online-Eröffnung funktioniert vollständig ohne Filialbesuch. Bis zum 30. April 2026 gibt es zudem einen Willkommensbonus von 50 Euro.

Aktive Finanzbildung und spielerisches Lernen: Bling oder Revolut <18 sind die richtige Wahl. Beide bieten durchdachte Lernfunktionen, Sparzielsysteme und Challenges – Revolut <18 kostenlos, Bling ab 2,99 Euro monatlich.

Filiale in der Nähe, Bargeldeinzahlung wichtig: Die Berliner Sparkasse ist Testsieger im Gesamtranking und bietet mit dem Startkonto das vollständigste Paket aus Filiale, Finanzbildung und attraktiver Verzinsung.

Nachhaltige Geldanlage und ethisches Banking: Die GLS Bank bietet ein kostenloses Kinderkonto mit der Möglichkeit, später in nachhaltige Investments zu investieren.

Fazit: Schauen Sie auf Ihr Kind – nicht auf die Werbung

Die Wahl des richtigen Kinderkontos ist keine reine Produktentscheidung – sie ist eine Erziehungsentscheidung. Fragen Sie sich: Was möchten Sie mit dem Konto erreichen? Mehr Selbstständigkeit? Finanzbildung fördern? Oder eine sichere Möglichkeit, das Taschengeld digital zu verwalten?

Die Antwort auf diese Fragen führt Sie zum richtigen Anbieter – zuverlässiger als jede Werbekampagne.

Ihre Meinung ist uns wichtig

Wie gehen Sie bei der Wahl des Kinderkontos vor? Schreiben Sie uns Ihre Meinung per E-Mail an redaktion@biallo.de

Hinweis zur Datengrundlage: Die Grundlage unserer Bewertung bilden die offiziellen Webseiten der jeweiligen Banken. Angaben, die dort nicht eindeutig zu finden waren, haben wir direkt bei den Instituten angefragt. Wo uns keine Antwort erreichte, haben wir zusätzlich im Internet nach verlässlichen Informationen recherchiert. Wir haben die Daten nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt und auf Vollständigkeit geprüft – eine abschließende Gewähr für die Richtigkeit aller Angaben können wir gleichwohl nicht übernehmen, da sich Konditionen jederzeit ändern können. Bitte prüfen Sie die aktuellen Angaben vor einer Kontoeröffnung direkt beim jeweiligen Anbieter.

Über die Redakteurin Franziska Baum

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Bereits in ihrer Schulzeit war Franziska für die Jugendredaktion der Sächsischen Zeitung tätig. Nach ihrem Germanistik-Studium in Dresden sammelte sie weitere Erfahrungen als Online-Redakteurin bei führenden Technik-Magazinen und später im Verbraucherschutz. Seit 2016 war Franzi (so ihr Spitzname) als Redakteurin am Aufbau des Onlineportals verbraucherschutz.com (früher onlinewarnungen.de) beteiligt. Dort betreute sie unter anderem den Social Media Bereich, plante und verfasste eigene Tipps, News und Anleitungen zu aktuellen Themen. Durch diese Arbeit hat Franzi sich ein ausgeprägtes Wissen im Bereich Verbraucherschutz angeeignet. Bei biallo.de bringt sie genau dieses Wissen ein. Außerdem ist Franziska in der Leserbetreuung tätig. Ihr Ziel ist es, den Leserinnen und Lesern zu helfen und ein gutes Gefühl zu geben. 

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