Die ING schaltet Wero ab sofort fürs Online-Shopping frei. Praktisch: Sie bezahlen direkt vom Girokonto, ohne PayPal-Umweg. Heikel: Die Zustimmung zu Wero steckt jetzt in den Konto-AGB und wird bei der Kontoeröffnung automatisch erteilt.

Haben Sie sich auch schon gefragt, ob es zu PayPal eine europäische Alternative gibt? Wero ist genau das: ein Bezahldienst europäischer Banken, mit dem Sie Geld in Echtzeit direkt von Girokonto zu Girokonto überweisen, ohne zwischengeschaltete Wallet und ohne internationalen Zahlungsdienstleister. Bislang funktionierte das vor allem für private Überweisungen unter Freunden. Jetzt kommt der Sprung in den Onlinehandel.

Seit dem 3. Juni 2026 können Sie als ING-Kundin oder ING-Kunde bei teilnehmenden Onlinehändlern auch im E-Commerce mit Wero zahlen, wie die ING in ihrer Pressemitteilung mitteilt. Das klingt zunächst nach reinem Komfort. Doch im Kleingedruckten steckt ein Punkt, den Sie kennen sollten: Die Zustimmung zur Wero-Nutzung wandert in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen fürs ING-Girokonto. Wir zeigen Ihnen, was das für Sie heißt, wie Sie Wero selbst steuern und wo der Unterschied zu PayPal beim Käuferschutz liegt.

So bezahlen Sie ab sofort mit Wero im Onlineshop

Wero im Onlineshop funktioniert direkt aus Ihrer Banking-App, ohne separate Bezahl-App und ohne Eingabe von IBAN, Passwörtern oder Kartennummern. Sie wählen beim Bezahlvorgang Wero als Zahlungsart, erkennbar am gelben Wero-Logo, werden in Ihre ING-App weitergeleitet, prüfen Betrag und Empfänger und geben die Zahlung frei. Das Geld geht in Echtzeit von Ihrem ING-Girokonto an den Händler. Laut ING erfolgen Transaktionen in der Regel innerhalb von zehn Sekunden.

Noch ist die Auswahl an Shops überschaubar. Bei Eventim können Sie laut Verbraucherzentrale bereits mit Wero bezahlen, IKEA Deutschland und der Lidl-Onlineshop sollen folgen. EPI-Chefin Martina Weimert hatte das Ziel ausgegeben, dass Wero bis Ende des Jahres bei rund 150 Händlern verfügbar sein soll. Für den Alltag heißt das: Bei vielen großen Shops ist Wero schlicht noch keine Option. 

Kleiner Haken: Die Zustimmung steckt jetzt in der Giro-AGB

Wichtig für Sie zu wissen: Die ING hat die Produktbedingungen für Wero in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen fürs ING-Girokonto integriert. Bei einer Kontoeröffnung wird die Zustimmung zur Nutzung von Wero damit automatisch erteilt. Die Bank nennt das ein vereinfachtes Onboarding, das die Aktivierung beschleunigt. Aus Verbrauchersicht heißt es: Sie stimmen einem zusätzlichen Bezahldienst zu, ohne dass Sie dafür eine eigene, bewusste Entscheidung treffen.

Das ist kein rechtlicher Skandal, aber ein Punkt, bei dem ein zweiter Blick lohnt. Der Fall der ING ist anders gelagert als die Gebührenfälle des BGH-Postbank-Urteils. Denn bei der ING geht es nicht um höhere Kosten, sondern um eine zusätzliche Funktion. Für Sie zählt aber die praktische Konsequenz: Sie sollten wissen, dass die Zustimmung gesetzt ist, und selbst entscheiden, ob Wero aktiv bleiben soll.

„Wero ist für uns ein zentraler Bestandteil unseres Girokontos, denn es ermöglicht unseren Kundinnen und Kunden Wahlfreiheit bei täglichen Zahlungsvorgängen. Aktuell haben bereits gut 600.000 unserer Kundinnen und Kunden Wero für Zahlungen im privaten Umfeld aktiviert. Das sind rund 15 Prozent unserer Girokontoinhaber – damit haben wir eine der höchsten Aktivierungsraten im deutschen Markt. Die Möglichkeit, künftig damit auch online bezahlen zu können, wird die Akzeptanz deutlich erhöhen.“
Burcu Civelek Yüce, Head of Private Individuals bei der ING in Deutschland

So behalten Sie die Kontrolle über Wero

Die gute Nachricht: Die Zustimmung in den AGB bedeutet nicht, dass Sie Wero bei der ING zwingend nutzen müssen. Die eigentliche Nutzung läuft über die aktive Freischaltung in Ihrer Banking-App, und die haben Sie selbst in der Hand.

  • Prüfen: Schauen Sie in Ihrer ING-App nach, ob Wero bereits eingerichtet und mit Ihrem Girokonto verknüpft ist.
  • Bewusst aktivieren: Richten Sie Wero nur ein, wenn Sie den Dienst tatsächlich für private Überweisungen oder fürs Onlineshopping nutzen möchten.
  • Bezahlung freigeben: Jede einzelne Online-Zahlung müssen Sie aktiv in der App bestätigen. Ohne Ihre Freigabe fließt kein Geld.
  • Bei Fragen nachhaken: Sind Sie unsicher, wie der Dienst in Ihrem Konto eingestellt ist, fragen Sie direkt beim Kundenservice Ihrer Bank nach.

Behalten Sie dabei im Hinterkopf: Eine ausgelöste Echtzeitüberweisung ist grundsätzlich unwiderruflich. Sie sollten Betrag und Empfänger vor jeder Freigabe also genau prüfen. 

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Übrigens: Neben dem Girokonto bietet die ING auch ein Tagesgeldkonto mit aktuell 3,25 Prozent Zinsen pro Jahr.

Wero gegen PayPal: Wo bleibt der Käuferschutz?

Der größte Unterschied zu PayPal liegt beim Käuferschutz, und genau hier sollten Sie als Käuferin oder Käufer aufpassen. Wero baut beim Onlineshopping zwar einen Käuferschutz auf, doch der ist ein zusätzlicher Service und kein automatischer Bestandteil der Zahlung.

Der Grund ist technisch: Bei Wero geht das Geld per Echtzeitüberweisung sofort auf das Konto des Händlers. Eine Zahlung lässt sich danach nicht einfach zurückrufen, weil der Betrag bereits beim Empfänger angekommen ist. Für Fälle wie nicht gelieferte Ware ist deshalb ein eigener Prüf- und Streitprozess vorgesehen. Eine Erstattung erfolgt also nicht automatisch, sondern erst nach Prüfung des Einzelfalls. Damit der Schutz überhaupt greift, muss der Händler Wero anbieten und Sie müssen Wero im Bestellvorgang aktiv auswählen, wie die Verbraucherzentrale erläutert.

Unser Rat für die Praxis: Bei bekannten, vertrauenswürdigen Händlern ist Wero eine bequeme und schnelle Bezahlart direkt vom Konto. Bei unbekannten Shops oder größeren Beträgen verschaffen Ihnen etablierte Verfahren mit eingespieltem Käuferschutz aktuell mehr Sicherheit. Ein Vergleich der Bezahlmethoden lohnt sich für Sie in jedem Fall.

Bald können Sie mit Wero auch an der Kasse im stationären Handel bezahlen. Die ING arbeitet daran, das System auf den Point of Sale auszuweiten – das ist der nächste Entwicklungsschritt.

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Ihre Meinung ist uns wichtig!

Würden Sie Wero im Onlineshop ausprobieren, oder bleiben Sie vorerst bei PayPal und Kreditkarte? Stört Sie die automatische Zustimmung in den Konto-AGB, oder finden Sie das vereinfachte Vorgehen praktisch? Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen und Ihre Meinung gerne per E-Mail an redaktion@biallo.de. Wir freuen uns auf Ihr Feedback.

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FAQ: Häufige Fragen zu Wero bei der ING

Muss ich Wero nutzen, wenn ich der ING-AGB zugestimmt habe?

Nein. Die Zustimmung in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen erlaubt die Nutzung, verpflichtet Sie aber zu nichts. Genutzt wird Wero erst, wenn Sie den Dienst aktiv in Ihrer Banking-App freischalten und einzelne Zahlungen selbst freigeben.

Hat Wero im Onlineshop einen Käuferschutz wie PayPal?

Wero baut beim Online-Shopping einen Käuferschutz auf, dieser ist aber ein zusätzlicher Service und greift nicht automatisch. Er gilt nur, wenn der Händler Wero anbietet und Sie Wero beim Bezahlen auswählen. Eine Erstattung erfolgt erst nach Prüfung des Einzelfalls.

Bei welchen Onlineshops kann ich mit Wero bezahlen?

Zum Start ist die Auswahl noch klein. Bei Eventim ist die Zahlung bereits möglich, IKEA Deutschland und der Lidl-Onlineshop sollen folgen. Achten Sie beim Bezahlen auf das gelbe Wero-Logo.

Kann ich eine Wero-Zahlung rückgängig machen?

Eine ausgelöste Wero-Zahlung läuft als Echtzeitüberweisung und ist grundsätzlich unwiderruflich. Prüfen Sie Betrag und Empfänger deshalb vor jeder Freigabe genau.

Über die Redakteurin Franziska Baum

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Bereits in ihrer Schulzeit war Franziska für die Jugendredaktion der Sächsischen Zeitung tätig. Nach ihrem Germanistik-Studium in Dresden sammelte sie weitere Erfahrungen als Online-Redakteurin bei führenden Technik-Magazinen und später im Verbraucherschutz. Seit 2016 war Franzi (so ihr Spitzname) als Redakteurin am Aufbau des Onlineportals verbraucherschutz.com (früher onlinewarnungen.de) beteiligt. Dort betreute sie unter anderem den Social Media Bereich, plante und verfasste eigene Tipps, News und Anleitungen zu aktuellen Themen. Durch diese Arbeit hat Franzi sich ein ausgeprägtes Wissen im Bereich Verbraucherschutz angeeignet. Bei biallo.de bringt sie genau dieses Wissen ein. Außerdem ist Franziska in der Leserbetreuung tätig. Ihr Ziel ist es, den Leserinnen und Lesern zu helfen und ein gutes Gefühl zu geben. 

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