

Die Zinsen für Immobilienkredite steigen, ebenso die Immobilienpreise. Dennoch könnte aktuell der richtige Zeitpunkt für einen Kauf sein, denn billiger dürfte es in absehbarer Zeit nicht werden. Die gute Nachricht: Derzeit bekommen Käuferinnen und Käufer in den meisten deutschen Städten fürs gleiche Geld noch immer mehr Fläche als vor vier Jahren.
Die vergangenen Jahre waren recht turbulent am deutschen Wohnimmobilienmarkt. Nachdem die Preise lange Zeit nur die Richtung „aufwärts“ kannten, gab es infolge der drastisch veränderten Rahmenbedingungen an den Kapitalmärkten ab 2022 einen erheblichen Knick, seit dem vergangenen Jahr geht es hier aber wieder nach oben. Parallel dazu entwickelten sich die Bauzinsen. Nach den Niedrigzinsjahren zogen diese ab 2022 kräftig an, wie der Biallo-Baugeld-Index zeigt: von damals durchschnittlich rund einem Prozent effektiv bei zehnjähriger Laufzeit auf derzeit knapp vier Prozent.
Dennoch könnte aktuell der richtige Zeitpunkt für einen Immobilienkauf sein, den steigenden Preisen und den höheren Kreditzinsen zum Trotz. Denn einerseits sind die Bauzinsen historisch betrachtet immer noch moderat, die Phase vor einem Jahrzehnt stellte hier eine Ausnahmesituation dar. Und zum anderen liegen die Immobilienpreise trotz eines Anstiegs in den vergangenen Monaten immer noch spürbar unter dem Niveau von 2022. Das geht aus einer Analyse von immowelt hervor, für die das Portal die Angebotspreise für 80 deutsche Großstädte untersucht hat.
Demnach bekommen Immobilienkäufer in den meisten Städten 2026 für die gleiche Summe mehr Wohnfläche als 2022. In der Spitze, nämlich in Chemnitz, liegt das Flächenplus beim Kauf einer Wohnung für 350.000 Euro sogar bei 24 Quadratmetern, das entspricht einem Mehr von über zwölf Prozent.
Den prozentual höchsten Flächengewinn gibt es in Stuttgart, wo unter den genannten Voraussetzungen heute knapp 26 Prozent mehr an Wohnfläche als 2022 erworben werden können. Und auch in München bekommen Immobilieninteressierte heute eine größere Fläche als vor vier Jahren, genauer gesagt knapp 18 Prozent und damit sechs Quadratmeter mehr. Dies ist die größte Steigerung unter den fünf größten deutschen Städten.
| Stadt | Leistbare Wohnfläche 2022* (Quadratmeter) | Leistbare Wohnfläche 2026* (Quadratmeter) | Veränderung (Quadratmeter) | Veränderung (in Prozent) |
| München | 34 | 40 | 6 | 18 % |
| Frankfurt a. M. | 51 | 56 | 5 | 10 % |
| Hamburg | 49 | 52 | 3 | 6 % |
| Köln | 61 | 63 | 2 | 3 % |
| Berlin | 63 | 64 | 1 | 2 % |
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Mit 40 Quadratmetern ist die mögliche Münchner Wohnung für 350.000 Euro allerdings immer noch mit Abstand die kleinste bei allen untersuchten Städten.
Wie lange das von immowelt ermittelte Flächenplus andauert, ist allerdings fraglich. Perspektivisch erwarten viele Marktbeobachter zumindest für die großen Städte weiter steigende Preise, was mit der unverändert eingeschränkten Neubautätigkeit hierzulande zusammenhängt. Dadurch steigt das Angebot nicht im nötigen Maß. Gleichzeitig dürften die Bauzinsen tendenziell nach oben gehen oder im für potenzielle Immobilienkäufer besten Fall stabil bleiben. Insofern könnte aktuell trotz scheinbar ungünstiger Rahmenbedingungen ein auf absehbare Zeit guter Moment für einen Immobilienkauf sein. Allerdings gilt auch derzeit (und vielleicht sogar besonders): Die Angebote zur Baufinanzierung sollten genau geprüft und verglichen werden. Die Konditionen der verschiedenen Anbieter sind erheblich und können im Verlauf der Finanzierung etliche Tausend Euro ausmachen.

