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Fast 3,20 Prozent Rendite: Bundesanleihen sind so attraktiv wie seit 15 Jahren nicht – getrieben von Inflationserwartungen und wachsender Staatsverschuldung. Experten raten, sich jetzt langfristig gute Renditen zu sichern. Ob Bundesanleihen besser abschneiden als Festgeld, hängt dabei von Laufzeit und Kaufkosten ab.
Ist der Höhepunkt schon erreicht – oder geht es noch weiter nach oben? Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen ist in den vergangenen Tagen auf neue Höchststände gestiegen. Zwischenzeitlich erreichte sie mehr als 3,20 Prozent – der höchste Stand seit 15 Jahren. Wie geht es jetzt mit der sogenannten „Bund-Rendite“ weiter? Und ist das eine Gelegenheit für Anlegerinnen und Anleger, sich langfristig gute Renditen mit deutschen Staatsanleihen zu sichern? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.
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Hauptgrund sind die Inflationserwartungen. Der anhaltende Konflikt im Nahen Osten hat den Ölpreis in der vergangenen Woche über 100 US-Dollar getrieben. Mittlerweile ist er zwar wieder gefallen. Dennoch heizt die teure Energie die Inflationserwartungen an. Um die Teuerung zu bekämpfen, dürfte die Europäische Zentralbank im September erneut die Leitzinsen erhöhen. Das treibt das Zinsniveau nach oben – und damit auch die langfristige Rendite von Bundesanleihen. Dieser Trend hält schon länger an (siehe Grafik).
Hinzu kommt die wachsende Staatsverschuldung – insbesondere in Deutschland. In den kommenden Jahren will der Bund deutlich mehr Anleihen ausgeben, um Infrastruktur und Verteidigung zu finanzieren. Allein in diesem Jahr dürfte die Bundesregierung mehr als 500 Milliarden Euro einsammeln. Um die Anleihen attraktiv zu machen, muss der Bund höhere Zinsen bieten. Auch dass lässt die Anleiherenditen steigen.
Sicherheitsorientierte Anlegerinnen und Anleger sollten sich überlegen, ob sie sich die guten Renditen für längere Zeit sichern, meint Mathias Beil, Leiter Private Banking bei der Hamburger Sutor Bank: „Wer jetzt längere Laufzeiten eingeht, kauft Renditen ein, von denen er über viele Jahr profitieren kann.“
Die entscheidende Frage dabei: Nähern sich die Renditen derzeit schon ihrem Höhepunkt – oder haben sie ihn sogar bereits erreicht? „Wer davon ausgeht, sollte prüfen, ob längere Laufzeiten wieder einen größeren Platz im Portfolio einnehmen“, sagt Beil.
Der Grund: Mittelfristig könnten die Renditen nach ihren Höhepunkt wieder sinken. Etwa dann, wenn die EZB ihre Zinspolitik lockert, weil die Konjunktur schwach ist. Dann profitieren Anleger mit langlaufenden Bundesanleihen doppelt: Sie sichern sich nicht nur die jetzigen Zinsen für mehrere Jahre. Bei sinkenden Renditen profitieren sie außerdem von steigenden Kursen (siehe biallo-Info unten). Die Tabelle zeigt die aktuellen Renditen deutscher Bundesanleihen mit verschiedenen Laufzeiten.

Anleger erhalten bei Bundesanleihen einen festen Zins, den „Kupon“. Am Ende der Laufzeit der Anleihe bekommen sie außerdem den ursprünglichen Ausgabepreis zu 100 Prozent zurück. Kaufen sie die Anleihe günstiger als zum Ausgabepreis, erzielen sie daher eine höhere Rendite als den Kupon. Erwarten Investoren höhere Zinsen bei Staatsanleihen, verkaufen sie bestehende Papiere. Das lässt die Anleihekurse sinken, im Gegenzug steigen die Renditen.
Das hängt von der Laufzeit, den Kosten für den Kauf und den Alternativen ab. Also etwa, ob Sie für Festgeld mit gleicher Sicherheit ähnlich hohe Zinsen bekommen. Ein Beispiel für die zehnjährige Bundesanleihe macht das deutlich.
Wenn Sie eine solche Anleihe kaufen, erhalten Sie derzeit eine Rendite von 3,18 Prozent (Stand: 30. Juli 2026). Bei einem Anlagebetrag von 10.000 Euro lässt sich damit über zehn Jahre ein Ertrag von 3.180 Euro erzielen (siehe Tabelle). Allerdings fallen beim Kauf Kosten an. Sind diese – wie bei einigen Direkt- und Filialbanken – eher hoch, schmälert das die Rendite (siehe Tabelle). Verkaufskosten fallen bei der Anleihe nicht an, wenn man sie bis zum Laufzeitende hält.
| Direktbank | Neobroker | |
| Anlagebetrag | 10.000,00 € | 10.000,00 € |
| Rendite p. a. | 3,18% | 3,18% |
| Ertrag über 10 Jahre | 3.180,00 € | 3.180,00 € |
| Kaufkosten | 29,90 € | 1,00 € |
| Ertrag nach Kosten | 3.150,10 € | 3.179,00 € |
Die Kaufkosten senken die jährliche Rendite im Fall der Direktbank auf 3,15 Prozent. Ob sich der Kauf für Sie lohnt, hängt dann auch davon ab, ob Sie etwa mit zehnjährigem Festgeld mit deutscher Einlagensicherung bessere Renditen erzielen können. Tatsächlich zahlt derzeit etwa die Ascory Bank 3,30 Prozent Zinsen. Der Zinsertrag über zehn Jahre liegt bei 3.300 Euro. Noch besser fahren Anleger mit dem Sparbrief der Alten Leipziger. Dort liegt der Zins zwar nur bei 3,06 Prozent. Allerdings lässt sich der Sparbrief mit Zinsansammlung wählen. Dieser Zinseszins sorgt für einen Ertrag von rund 3.518 Euro.
Die unten stehende Auswahl zeigt weitere gute Festgeldanbieter mit deutscher Einlagensicherung und hohem Zinsertrag über zehn Jahre. Noch mehr Angebote finden Sie in unserem Festgeld-Vergleich.

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