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DeutschlandBundesanleihen eilen von Hoch zu Hoch, US-Bonds liegen erstmals seit der Finanzkrise bei mehr als fünf Prozent Rendite: Staatspapiere bringen wieder gute Erträge. Grund sind Inflationssorgen und wachsende Staatsverschuldung. Verglichen mit Festgeld können Staatsanleihen mithalten. Sie sind flexibel, bergen aber bei ausländischen Papieren auch Wechselkurs- und Bonitätsrisiken.
Es ist eine regelrechte Rekordjagd am Anleihenmarkt: Die Renditen von Staatsanleihen steigen seit Wochen weltweit. So haben zehnjährige US-Staatsanleihen die Marke von 5,00 Prozent geknackt – erstmals seit der Finanzkrise 2007. Zehnjährige Bundesanleihen eilen von einem 15-Jahreshoch zum nächsten. Derzeit rentieren sie mit 3,56 Prozent (Stand: 15. September 2026). Auch in anderen Ländern klettern die Renditen.
Für Anlegerinnen und Anleger heißt das: Sie können mit den Staatspapieren wieder gute Erträge erzielen. Wir sagen Ihnen, was hinter dem Rendite-Anstieg steckt, worauf Sie beim Erwerb einer Staatsanleihe achten sollten – und ob sich der Kauf lohnt, etwa im Vergleich zu Festgeld.
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Hinter dem weltweiten Anstieg der Renditen stehen vor allem Inflationssorgen. Der Nahost-Konflikt hat den Ölpreis in den vergangenen Monaten deutlich steigen lassen. Das treibt die Teuerung hoch. Die Finanzmärkte erwarten daher, dass die Notenbanken ihre Leitzinsen noch weiter erhöhen – und dann länger auf dem höheren Niveau belassen. Diese Erwartung eines höheren Zinsniveaus lässt auch die Renditen der Staatsanleihen steigen.
Hinzu kommt die hohe Verschuldung in vielen Staaten – etwa in den USA, aber auch in Deutschland. Der Schuldenanstieg lässt Investoren vorsichtiger werden. Sie verlangen für Staatsanleihen eine höhere Risikoprämie, sprich: höhere Renditen.
Nicht nur in Ländern wie Deutschland oder den Vereinigten Staaten verzeichnen Staatsanleihen neue Rendite-Spitzen. Auch in Großbritannien oder Frankreich liegen die Renditen zehnjähriger Anleihen auf dem höchsten Stand seit der Finanzkrise. Die aktuellen Renditen für Staatspapiere unterschiedlicher Laufzeiten in ausgewählten Ländern zeigt die Tabelle:
| Land | 2 Jahre | 5 Jahre | 10 Jahre | Länderrating¹ |
| Deutschland | 3,26% | 3,36% | 3,56% | AAA |
| USA | 4,68% | 4,86% | 5,04% | AA+ |
| Großbritannien | 4,93% | 5,00% | 5,42% | AA |
| Frankreich | 3,50% | 3,93% | 4,54% | A+ |
| Spanien | 3,31% | 3,56% | 4,04% | A+ |
| Italien | 3,50% | 3,91% | 4,46% | BBB+ |
Dabei fallen die Renditen in der Regel umso höher aus, je geringer das Bonitätsrating des jeweiligen Landes ist. Grund ist die Risikoprämie: So können Anleger mit italienischen oder französischen Staatsanleihen höhere Renditen erzielen als etwa in Deutschland. Sie gehen damit aber auch ein höheres Risiko ein.
Wichtig ist außerdem das allgemeine Zinsniveau in einem Land. So liegt in Großbritannien und den USA der Leitzins mit 3,75 Prozent deutlich höher als in der Eurozone mit 2,50 Prozent. In diesen beiden Ländern bekommt man daher für zehnjährige Papiere derzeit auch mehr als 5,00 Prozent Rendite. Allerdings haben Anleger hier ein Wechselkursrisiko. Denn in die Staatspapiere investiert Anleger in der jeweiligen Landeswährung – also in britischen Pfund oder in US-Dollar.
Doch wann lohnt sich der Kauf der Staatspapiere – etwa im Vergleich zu Festgeld? Die besten Festgeldzinsen im Vergleich von biallo.de liefert derzeit bei zwei, fünf und zehn Jahren der liechtensteinische Anbieter willbe. Dort liegt der Festgeldzins jeweils über der Rendite von deutschen Bundesanleihen (siehe Grafik unten). Ansonsten gibt es im biallo-Festgeldvergleich derzeit jedoch nur wenige Festgeld-Anbieter, die die Bundesanleihen-Rendite schlagen.

Wer überdies beim Staatsanleihen-Kauf in andere Länder ausweicht – etwa nach Frankreich –, kann insbesondere bei längeren Laufzeiten Renditen über den Festgeld-Spitzenzinsen erzielen. Anlegerinnen und Anleger müssen dann aber ein höheres Risiko einkalkulieren.
Staatsanleihen bieten derzeit wegen des gestiegenen Zinsniveaus attraktive Erträge. Sie können dabei mit den besten Festgeldzinsen mithalten. Bei einem Vergleich sollten Anlegerinnen und Anleger aber auch die Kaufkosten der Anleihen berücksichtigen. Je nach Bank oder Broker können diese die Rendite schmälern.
Dafür sind die Staatspapiere flexibler: Sie lassen sich jederzeit an der Börse verkaufen. Geschieht dies zu einem gestiegenen Kurs, ist sogar eine Zusatzrendite drin.
In Ländern mit schlechterem Bonitätsrating sind höhere Renditen möglich. Allerdings steigt dabei auch das Risiko. Ähnliches gilt für Staaten außerhalb des Euroraums: In Großbritannien und den USA sind die Renditen der Staatsanleihen auf den ersten Blick sehr attraktiv. Verliert das britische Pfund oder der US-Dollar jedoch während der Laufzeit der Anleihe an Wert, kann die Rendite schnell schrumpfen.

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