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Vor dem Zinsentscheid der EZB in dieser Woche ziehen die Tagesgeldzinsen in Deutschland an. Auch beim Festgeld gibt es jetzt noch etwas mehr zu holen.
Am Donnerstag, den 23. Juli 2026, entscheidet die Europäische Zentralbank (EZB), ob sie die Leitzinsen in der Eurozone noch einmal anheben wird. Eine Zinsänderung bei dieser Sitzung gilt zwar als unwahrscheinlich. In diesem Jahr rechnen Experten aber durchaus noch mit steigenden Zinsen. Entsprechend werden sie die Aussagen der EZB hierzu genau beobachten. Auch die weitere Entwicklung der Sparzinsen hängt davon ab.
In diesem Beitrag erfahren Sie, wie sich die Zinsen für Tagesgeld und Festgeld zuletzt entwickelt haben und womit in den kommenden Monaten zu rechnen ist.
Bei den Tagesgeldzinsen ging es zuletzt deutlich aufwärts. Der marktübliche Zins, gemessen am biallo-Index, stieg seit der EZB-Zinserhöhung am 17. Juni von 1,48 auf 1,67 Prozent.
Verantwortlich dafür sind aber vor allem die hohen Aktionszinsen einzelner Anbieter. Im Tagesgeldvergleich finden sich mittlerweile rund 30 Angebote, die zwischen drei und vier Prozent in den ersten Monate bieten. Der durchschnittliche Aktionszins aller überregionalen Anbieter hat sich seither um 0,17 Prozentpunkte verbessert. Für Bestandskunden stieg der Zins dagegen im Schnitt nur um 0,05 Prozentpunkte.
Beim Festgeld gibt es über alle Laufzeiten hinweg zunehmend bessere Zinsen, wie der biallo-Index zeigt. Dabei liegt der Zinssatz umso höher, je länger man sich bindet:
Den größten Teil des Zinsanstiegs haben die Festgelder allerdings schon im Frühjahr hinter sich gebracht. Seit der Leitzinsänderung geht es hier nur noch im Schneckentempo nach oben. So ist der übliche Zins für einjähriges Festgeld seither nur um 0,06 Prozentpunkte gestiegen. Über zehn Jahre gibt es gerade mal 0,03 Prozentpunkte mehr. Grund für den Unterschied dürfte sein, dass sich die Festgeldzinsen stärker an den Kapitalmarktrenditen orientieren. Dort wurde die Erwartung steigender Leitzinsen bereits frühzeitig eingepreist.
Wie das Analysehaus Morningstar in einem aktuellen Ausblick schreibt, gilt eine Zinsänderung in dieser Woche als sehr unwahrscheinlich. Im September dürfte es aber noch eine Zinserhöhung geben. Darauf deutet auch eine Umfrage unter Ökonomen der Nachrichtenagentur Bloomberg hin. Für die Tagesgeldzinsen ergibt sich daraus noch Luft nach oben. Beim Festgeld dürfte diese aber zunehmend dünn werden, da eine Zinserhöhung hier schon weitgehend eingepreist sein dürfte.
Das deckt sich auch mit der Einschätzung der führenden Banken im Bereich Sparzinsen, die zuletzt für das biallo-Zinsbarometer befragt wurden. Diese rechnen noch bis Jahresende mit steigenden Sparzinsen, für Anfang 2027 aber nicht mehr.
Beim Tagesgeld kann sich Zinshopping, also das regelmäßige Wechseln zu den besten Neukundenangeboten, noch einige Monate lang auszahlen. Schließlich liegen die Aktionszinsen mit bis zu 4,00 Prozent (bei der Norisbank und Chase) weit über dem, was Bestandskunden aktuell bekommen. Wer nicht ständig wechseln möchte, sollte darauf achten, ob die eigene Bank steigende Leitzinsen auch weitergibt.
Beim Festgeld werden besonders die längeren Laufzeiten zunehmend interessant, da die Zinsen hier aktuell kaum noch steigen. Die Aussicht auf deutlich bessere Angebote als heute schwindet damit zunehmend – zumindest solange die Kapitalmärkte einigermaßen stabil bleiben. Über die Kombination mit kurzen Laufzeiten bleiben die Zinsänderungs- und Inflationsrisiken langer Laufzeiten im Rahmen. Das lässt sich zum Beispiel über eine Festgeldtreppe umsetzen.
Für ein Jahr liegt der Spitzenzins beim Festgeld mit höchster Sicherheit aktuell bei 3,10 Prozent. So viel zahlen unter anderem Hoistspar und die SBI Frankfurt. Über fünf Jahre gibt es bis zu 3,30 Prozent (bei der pbb direkt). Über zehn Jahre zahlt die niederländische Nexent Bank mit 3,65 Prozent derzeit am meisten. Für lange Laufzeiten ist auch der liechtensteinische Vermögensverwalter willbe immer einen Blick wert. Er bot zuletzt nur knapp weniger und passt seine Zinsen für Neuanlagen täglich an, so dass sich das auch schnell ändern kann.

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