Auf einen Blick
  • Viele traditionelle Banken standen bereits beziehungsweise stehen derzeit in Kooperation mit Ripple Labs bzw. der Kryptowährung XRP

  • Experten sehen langfristig ein großes Kurspotenzial bei XRP / Ripple, da durch das Netzwerk ein enormer Vorteil für die Finanzindustrie im Bereich des Zahlungsverkehrs besteht.

  • Ermittlungen der US-Behörden lasten jedoch derzeit auf dem Kurs
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Kryptowährungen stehen häufig in der Kritik und müssen immer wieder ihre Daseinsberechtigung legitimieren. Besonders in Bezug auf den Bitcoin existieren verschiedene Vorurteile und Mythen. Neben dem Bitcoin gibt es aber noch tausend weitere interessante Kryptowährungen, von denen einige immer wieder in der Kritik stehen. Hierzu zählt auch Ripple. Wir schauen uns in diesem Artikel an, wieso Ripple eine interessante Alternative zum Bitcoin sein kann, wer in Ripple investieren sollte und in welcher Kritik Ripple steht.

 

Was ist die Kryptowährung Ripple

Ripple ist ein privates Fintech-Unternehmen, das über sein Zahlungsnetzwerk eine globale Zahlungslösung anbietet. Im Gegensatz zu den meisten Kryptowährungen, die auf Peer-to-Peer-Bedürfnisse (Kommunikation unter Gleichen) ausgerichtet sind, wurde Ripple für die Verbindung von Banken, Zahlungsanbietern und Börsen für digitale Vermögenswerte entwickelt.

XRP ist die Bezeichnung für den zum Unternehmen zugehörigen Coin (“Münze”), über den die Zahlungsvorgänge in Echtzeit und mit niedrigen Transaktionsgebühren abgewickelt werden. Das privatwirtschaftliche Unternehmen Ripple und die handelbare Kryptowährungen XRP sind eng verbunden und werden daher oft als Synonyme genannt. Diese sind jedoch differenziert zu betrachten: Ripple ist das Unternehmen und der “Gründer” der Kryptowährung XRP. Letztere, also XRP, lässt sich als Kryptowährung an zahlreichen Handelsplätzen traden.

 

Wer steht hinter Ripple

Der Entwickler Ryan Fugger arbeitete bereits 2005 an “OneCoin”, einem Vorgänger, der später als Ripple bekannt werden sollte. Das Ziel war es, ein dezentralisiertes Geldsystem ohne Intermediäre, also ohne zwischengeschaltete Akteure  für Einzelpersonen und Unternehmen zu schaffen.

Im September 2012 gründete Fugger zusammen mit weiteren Partnern das Unternehmen “OpenCoin. 2013 änderte OpenCoin offiziell seinen Namen in Ripple Labs. Ripple Labs ist die Gesellschaft, die das Ripple Netzwerk entwickelt und die Kryptowährung herausgegeben hat. Inzwischen stehen zahlreiche Investoren hinter Ripple Labs, dazu gehören bekannte Unternehmen wie accenture, Santander InnoVentures oder auch die SBI Group.

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Wie funktioniert das Ripple Netzwerk

Ripple arbeitet auf einer dezentralen Open-Source- und Peer-to-Peer-Plattform, die einen nahtlosen Transfer von Geldern in jeder Währung ermöglicht. Die Bezeichnung Peer-to-Peer beschreibt die Tatsache, dass Transaktionen ohne Mittelsmänner (Intermediäre) auskommen. Es Bedarf für eine Zahlung also beispielsweise keiner Bank mehr. Open Source bedeutet, dass jeder den Quellcode der Software öffentlich einsehen kann.

Die Funktionalität des Ripple-Systems wurde am 16.06.2016 durch eine Zahlung zwischen der ReiseBank AG in Frankfurt und der ATB Financial in Canada bewiesen. Diese grenzüberschreitende Zahlung wurde innerhalb von acht Sekunden abgewickelt.

Ripple verwendet ein Medium, das als Gateway bezeichnet wird und als Glied zwischen zwei Parteien, die eine Transaktion durchführen möchten, fungiert. Jede Einzelperson und jedes Unternehmen kann am Netzwerk teilnehmen, sich registrieren und einen Server eröffnen. Das von Ripple verwendete “Consensus Ledger Protokoll” ist Open-Source und kann daher von jeder Person ohne Zustimmung durch die Firma Ripple Labs verwendet werden. Die Mission von Ripple ist die Erstellung von bahnbrechenden Kryptolösungen für eine Welt ohne wirtschaftliche Grenzen.

Ripple Labs bot eine Zeit lang drei Produkte an. Das waren: xCurrent, xRapid und xVia. Diese richteten sich jeweils an Unternehmen und Finanzinstitute und weniger an Privatpersonen. Nun werden alle Dienstleistungen von Ripple gebündelt über das RippleNet angeboten. Mit RippleNet können Kunden von Ripple heute schnell auf neue Märkte zugreifen, ihre Dienstleistungen erweitern und das beste Kundenerlebnis im globalen Zahlungsverkehr bieten. Durch den Einsatz der Blockchain ermöglicht Ripple den Finanzinstituten, die Teil des Netzwerks RippleNet sind, Geld weltweit, sofort, zuverlässig und für Bruchteile eines Cents zu senden.

 

Wie unterscheidet sich Ripple von Bitcoin

Bitcoin und Ripple haben zunächst einmal grundlegend verschiedene Methoden zur Validierung (Wertfeststellung) von Transaktionen. Der entsprechende Mechanismus stellt sicher, dass es ohne Intermediäre trotzdem nicht zu Betrug und Missbrauch kommen kann. Dieser Prozess ist jedoch bei vielen Kryptowährungen unterschiedlich ausgestaltet und unterscheidet sich daher. XRP ist prinzipiell günstiger und schneller.

Doch wie genau unterscheidet sich eigentlich diese Validierung von Transaktionen und wieso kann Ripple Transaktionen günstiger anbieten? Anstelle eines rechenintensiven Algorithmus bei Bitcoin (Proof-of-Work), verwendet Ripple einen weniger rechenintensiven Konsens-Mechanismus zur Validierung von Transaktionen. Dabei überprüfen die teilnehmenden Server die Echtheit einer Transaktion durch eine Art Umfrage. Diese Methode von Ripple benötigt deutlich weniger Rechenleistung und könnte Transaktionen nahezu in Echtzeit ausführen. Diese Konsens-Verfahren stellen die Integrität und Sicherheit der Netzwerke (sprich der Kryptowährungen) sicher. Diese Aufgabe übernimmt bei üblichen Finanztransaktionen der Intermediär - also eine Bank, Zentralbank und das SWIFT-Netzwerk.

Ripple-Transaktionen sind schneller und günstiger als bei Bitcoin

Aufgrund der komplizierten Art des Mining bei Bitcoin kann die Bestätigung von Transaktionen viele Minuten dauern und ist mit hohen Transaktionskosten verbunden. XRP-Transaktionen werden innerhalb von Sekunden bestätigt und sind im Allgemeinen mit sehr geringen Kosten verbunden. Deswegen interessieren sich auch gerade die Banken für Ripple, da Kryptowährungen wie Bitcoin und Ether derzeit oftmals noch sowohl hohe Transaktionskosten als auch lange Transaktionszeiten haben.

Ein weiterer Unterschied zu Bitcoin ist die Anzahl an verfügbaren Coins. 100 Milliarden XRP wurden bei der Einführung von Ripple erstellt und nach und nach auf den Markt gebracht. Bei jeder Transaktion von Ripple wird eine sehr geringe Menge an XRP unwiderruflich zerstört. Auf lange Sicht führt diese Eigenschaft dazu, dass XRP knapper wird, wovon die Besitzer profitieren. Nicht vorhersehbar ist der Zeitpunkt, ab dem alle existierenden Ripple Coins durch diesen Mechanismus zerstört sein werden. Möglich ist auch, dass die Gebührenordnung der Kryptowährung in der Zukunft angepasst wird, um das Protokoll noch länger nutzen zu können.

Bei Bitcoin ist die Anzahl von Coins hingegen auf 21 Millionen begrenzt. Diese werden erstellt und stehen dem Markt nach und nach zur Verfügung. Die Verknappung auf 21 Millionen BTC trägt dazu bei, dass Bitcoin zunehmend als Wertspeicher vergleichbar mit Gold angesehen wird und weniger für den täglichen Zahlungsverkehr geeignet scheint.

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Ripple Kurs und Prognosen

Von den 100 Milliarden XRP sind knapp die Hälfte derzeit im Umlauf. Dabei beträgt die Marktkapitalisierung 18.081.502.724 Euro. (Stand Dezember 2022)

Während die Kryptowährung XRP die psychologisch wichtige Ein-Dollar-Marke zuletzt Mitte Oktober 2021 durchbrochen hat, notiert der Kurs aktuell bei knapp 0,37 US-Dollar (15. Dezember 2022). Das Jahreshoch 2022 lag im Februar bei knapp 0,88 US-Dollar. Das Allzeithoch verzeichnete die Kryptowährung am 7. Januar 2018 bei einem Stand von 3,40 US-Dollar. Die offenen Rechtsstreitigkeiten lasten jedoch seit Jahren auf dem Kurs.

In den vergangenen Monaten und Jahren war Ripple und damit auch die Kryptowährung XRP vor allem aufgrund des Rechtsstreits mit der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC in den Medien. Die Finanzaufseher unterstellen dem Unternehmen Ripple, dass die Währung als Wertpapier angemeldet hätte werden müssen. Sollte ein Urteil gegen Ripple gefällt werden, würde dies vermutlich den Kurs schwer belasten. Im Gegenzug stehen die Chancen gut für eine Kursrallye, wenn die Ermittlungen eingestellt werden. Denn derzeit lastet der Rechtsstreit immer noch wie ein Damoklesschwert über dem Kurs der Kryptowährung. Dies liegt auch daran, dass bis zur Klärung des Rechtsstreits einige große Börsen XRP von der Liste der handelbaren Kryptowährungen gestrichen haben.

Viele Investoren sind der Meinung, dass vor allem der anhaltende Rechtsstreit mit der SEC den XRP-Kurs in diesem Jahr unten hielt, sodass sich der Kurs zu Beginn des Jahres 2021 bis Mitte Mai aus charttechnischer Sicht in einem Abwärtstrend befand. Seit Mai 2022 zeichnet sich ein Seitwärtstrend ab, aus dem XRP aber bisher noch nicht ausbrechen konnte.

Anders als bei Aktien, gibt es bei Ripple keine belastbare Fundamentalanalyse, die einen fairen Wert für Ripple beziffern könnte. Die Kursentwicklung ist sehr spekulativ und technisch getrieben. Es gibt verschiedene Berechnungsmodelle von Analysemodellen, die sich auf technische Indikatoren stützen. Allerdings sind solche Prognosemodelle mit Vorsicht zu genießen, da sie aus der historischen Entwicklung die künftig erwartete Kursentwicklung ableiten.

Die bei Krypto-Tradern viel beachtete Prognoseplattform CoinPriceForecast sah bis Ende 2021 ein Kurspotenzial bis 1,65 US-Dollar, was jedoch mit einem Kurs von etwa 0,90 US-Dollar nicht eingehalten werden konnte. Für Ende 2022 liegt das technische Ziel bei 2,72 US-Dollar. Derzeit sieht es aber nicht danach aus, dass ohne Klärung des Rechtsstreits dieses Ziel eingehalten werden könne. Für Ende des Jahres 2023 wird derzeit auf CoinPriceForecast mit einem Kurs von 0.38 US-Dollar und erst in der Mitte des Jahres 2033 mit einem Durchbrechen der 1 US-Dollar-Marke gerechnet. Das Beispiel zeigt, wie schnell und gravierend sich solche Prognosemodelle ändern können.

 

Kooperation von Ripple und Banken

Ripple hatte mehr als 300 bestehende Kooperationen mit Finanzinstituten aus der ganzen Welt und damit mehr als jede andere Kryptowährung. Im Gegensatz zu Bitcoin wird Ripple daher auch oft “Bankenliebling” genannt, da es speziell für die Bedürfnisse der Finanzindustrie entwickelt wurde. Interessant ist für die Banken insbesondere die Möglichkeit grenzüberschreitende Zahlungen in Echtzeit mit sehr geringen Kosten anzubieten. Grundsätzlich konkurriert Ripple so auch gegen das in die Jahre gekommen SWIFT Netzwerk. SWIFT ist derzeit der Quasi-Standard was den globalen Inter-Bankenmarkt angeht. Zu den Banken, die mit Ripple derzeit noch kooperieren und die Partnerschaft im Laufe des letzten Jahre und aufgrund des Rechtsstreits nicht beendet haben, gehören etwa die Bank of America und Santander.

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Wo kann ich XRP Ripple kaufen?

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, die Kryptowährung XRP zu kaufen. Die erste Variante ist, die Coins direkt bei einer Kryptobörse zu kaufen. In diesem Fall gehören Ihnen die Coins direkt und Sie können XRP auf ein beliebiges Wallet übertragen. Da XRP eine vergleichsweise etablierte Kryptowährung ist, wird sie auch auf einer Vielzahl von Kryptobörsen gehandelt. Jeder größere Handelsplatz bietet den Kauf / Verkauf von XRP an. Ein paar der zuverlässigsten Handelsplätze sind Binance, eToroX oder Coinbase. Ebenfalls können Sie XRP über die Börse Stuttgart Digital Exchange als deutschen Anbieter direkt erwerben.

Ripple über die Börse Stuttgart Digital Exchange kaufen

Die Börse Stuttgart Digital Exchange (BSDEX) ist der erste regulierte Handelsplatz für Kryptowährungen mit Sitz in Deutschland. Die über 20.000 Nutzer der BSDEX können täglich neben Bitcoin und Ethereum auch Ripple handeln.

Vorteile von BSDEX

  • gesetzlichen Einlagensicherung in Höhe von 100.000 Euro pro Person für Eurobestände
  • sichere Verwahrung der Kryptobestände mittels eines mehrstufigen Sicherheitskonzeptes
  • Kauf und Verkauf von Bitcoin (BTC), Ethereum (ETH), Litecoin (LTC), Ripple (XRP) und Bitcoin Cash (BCH)
  • Zugriff per App vom Smartphone oder über die Webseite von BSDEX
  • Order-Kosten von maximal 0,35 %, je nach Ordertyp

Nachteile von BSDEX

  • keine Einrichtung von Sparplänen möglich
  • Handel ist nur in Euro möglich und somit können keine Kryptowährungen untereinander gehandelt werden


Ripple über BISON kaufen

BISON ist die erste deutsche App für den Handel mit Kryptowährungen. Hinter BISON stehen verschiedene Tochtergesellschaften der Gruppe Börse Stuttgart. Daher wurde BISON im Jahr 2019 von der Tochter Sowa Labs GmbH entwickelt und wird seither durch die Tochter EUWAX AG angeboten. Über BISON können Sie neben Ripple auch Bitcoin, Ethereum und Litecoin kaufen.

Vorteile von Bison

  • gesetzlichen Einlagensicherung in Höhe von 100.000 Euro pro Person für Eurobestände
  • sichere Verwahrung der Kryptobestände mittels eines mehrstufigen Sicherheitskonzeptes
  • Kauf und Verkauf von Bitcoin (BTC), Bitcoin Cash (BCH), Chainlink (LINK), Ethereum (ETH), Litecoin (LTC), Ripple (XRP) und Uniswap (UNI)
  • Zugriff per App vom Smartphone oder über die Webseite von Bison
  • Einrichtung von Sparplänen ohne Mindestbetrag möglich
  • keine Entgelte pro Order, lediglich ein Spread in Höhe von 0,75 Prozent fällt an

Nachteile von Bison

  • Handel ist nur in Euro möglich und somit können keine Kryptowährungen untereinander gehandelt werden




Ripple über einen CFD-Broker kaufen

Eine noch einfachere und flexiblere Möglichkeit, an der Kryptowährung zu partizipieren, ist der Kauf über einen CFD-Broker. Hierbei schließen Sie mit einem Broker einen Differenzkontrakt. Hierzulande bietet zum Beispiel Etoro den Handel mit CFDs auf Ripple an.

Wer jedoch Kryptowährungen über CFD-Kontrakte kauft, besitzt die Kryptowährung nicht direkt, sondern partizipiert nur an der Kursentwicklung. Für viele Investoren ist daher sicherlich der direkte Erwerb von Coins vorteilhaft, da sie auch wirklich die jeweilige Kryptowährung besitzen und auf einen Intermediär zur Aufbewahrung der Coins verzichten können.

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Über den Autor Tim Stockschläger

Tim Stockschläger ist im Münsterland aufgewachsen und hat in Augsburg, Leipzig und Binghamton (New York State) Wirtschaftswissenschaften und Finanzen studiert. Schon im Studium haben ihn die internationalen Aktienmärkte und Produkte gereizt. Er ist seit 2007 Consultant und freiberuflicher Journalist für diverse Medien und Magazinen, insbesondere zu Finanz- und Blockchain Themen. Er arbeitete bis Ende 2017 als Analyst bei der Deutschen Bank. Seit 2018 berät und unterstützt er insbesondere Startups beim Marketing und bei der Finanzierung mit Security Token Offerings und Crowdfunding. Tim Stockschläger hat 2018/19 einen der ersten Security Token Sales in Europa begleitet und die Erfahrung davon inzwischen in einem Buch veröffentlicht. 

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