Altersvorsorgedepot-Rechner 2027: Förderung, Sparrate und Auszahlung berechnen

Mit dem Biallo-Altersvorsorgedepot-Rechner erfahren Sie in wenigen Minuten, mit welchen Zulagen Sie rechnen können und welches Kapital bis zum Rentenbeginn zusammenkommt. Dabei fließt auch die Steuerersparnis aus der Günstigerprüfung ein. Aus dem Ergebnis ermittelt der Rechner Ihre voraussichtliche monatliche Rente nach Steuern sowie Kranken- und Pflegeversicherung. Ob sich das Altersvorsorgedepot (AVD) wirklich für Sie lohnt, sehen Sie im Ergebnis: Dort vergleichen wir die Auszahlung mit einem regulären ETF-Sparplan bei gleichem Einsatz. 

Eingaben und Annahmen: So bedienen Sie den AVD-Rechner

Für die Berechnung Ihrer Altersvorsorgedepot-Ergebnisse benötigt der Rechner einige Angaben zu Ihrer Sparrate, Ihrer Familie und Ihrem Einkommen. Daraus ermittelt er Zulagen, Endkapital und eine mögliche monatliche Rente. Welche Eingaben wie wirken, zeigt die folgende Übersicht.

Gut zu wissen: Zulagen setzen einen Mindesteigenbeitrag von 120 Euro im Jahr voraus. Einzahlen dürfen Sie bis zu 6.840 Euro jährlich. Gefördert wird jedoch nur der Teil bis 1.800 Euro, alles darüber bleibt ungefördert.

Die Auszahlphase im Altersvorsorgedepot-Rechner

Im zweiten Teil geben Sie Ihre erwartete gesetzliche Rente an, den Zeitpunkt, bis zu dem der Auszahlplan laufen soll (gesetzlich mindestens bis 85 Jahre), und ob Sie 30 % des Kapitals zu Rentenbeginn auf einmal entnehmen möchten. Diese Möglichkeit ist gesetzlich vorgesehen und eignet sich zum Beispiel für größere Anschaffungen oder zur Ablösung eines Kredits. Entscheiden Sie sich dafür, steht für den Auszahlplan entsprechend weniger Kapital zur Verfügung, die monatliche Rate fällt also geringer aus. Der Einmalbetrag unterliegt, wie die laufenden Auszahlungen, der nachgelagerten Besteuerung. Der Rechner zeigt dann die monatliche Auszahlung aus dem Altersvorsorgedepot brutto und die Summe, die nach Steuern sowie Kranken- und Pflegeversicherung netto bleibt. 

Diese Annahmen stecken im Modell 

  • Rendite und Kosten bleiben über die gesamte Laufzeit konstant, die Verzinsung erfolgt monatlich. 
  • Ihre Beiträge werden jeweils am Monatsende gutgeschrieben, die Zulagen fließen zum 1. Juli des Folgejahres ins Depot. 
  • Das Restkapital in der Auszahlphase wird mit 3,0 % pro Jahr verzinst, unabhängig von der Rendite der Ansparphase. 
  • Alle Beträge sind nominal. Die Inflation ist im Rechner nicht enthalten (siehe den Abschnitt zu den Szenarien). 
  • Gerechnet wird für Alleinstehende nach dem Einkommensteuertarif 2026, ohne Splitting, Kirchensteuer und Soli. 
  • Die Kinderzulage rechnet der Rechner bis zum 18. Geburtstag. Läuft der Kindergeldanspruch länger, etwa wegen eines Studiums, fällt die tatsächliche Förderung höher aus. 

Der Altersvorsorgedepot-Rechner liefert eine Modellrechnung und keine Prognose. Reale Märkte schwanken, und einzelne Durchführungsdetails der Reform können sich bis zum Start am 1. Januar 2027 noch ändern. 

Für wen sich das Altersvorsorgedepot ab 2027 besonders lohnt

Das Altersvorsorgedepot richtet sich ab 2027 an einen breiten Kreis von Sparern, nicht nur an Anleger mit Börsenerfahrung. Die staatliche Förderung ist an feste Regeln geknüpft und fällt für jeden, der die Voraussetzungen erfüllt, in gleicher Höhe an. Je nach Lebenssituation bringt sie aber unterschiedlich viel. Diese Gruppen profitieren am meisten: 

  • Familien: Für jedes Kind, für das Kindergeld festgesetzt ist, gibt es bis zu 300 Euro Kinderzulage im Jahr. Bei zwei Kindern sind das bis zu 600 Euro zusätzlich zur Grundzulage. 
  • Berufseinsteiger und junge Sparer: Wer früh beginnt, nutzt den Zinseszins über viele Jahre. Unter 25 Jahren kommt einmalig ein Bonus von 200 Euro dazu. 
  • Selbstständige: Gewerbetreibende, Freiberufler und Pflichtmitglieder berufsständischer Versorgungswerke, etwa Ärzte und Anwälte, gehören neu zum geförderten Personenkreis. 
  • Geringverdiener: Die Zulagen werden unabhängig vom Einkommen gezahlt, schon ab 120 Euro Eigenbeitrag im Jahr. 
  • Besserverdienende: Bei höherem Einkommen prüft das Finanzamt, ob der Steuerabzug mehr bringt als die Zulage, und erstattet die Differenz. 

Ob das Altersvorsorgedepot im Einzelfall besser abschneidet als ein ETF-Sparplan, hängt vor allem von Ihrem Steuersatz im Alter ab. Der Rechner zeigt Ihnen das direkt. 

Zulagen und Steuerwirkung: Was der Staat beisteuert

Die Grundzulage beträgt 50 Cent je Euro auf die ersten 360 Euro Eigenbeitrag im Jahr und 25 Cent je Euro auf weitere Beiträge bis 1.800 Euro. Im Altersvorsorgedepot-Rechner werden diese Zulagen nach den Regeln der Reform ab 2027 eingerechnet. Das Maximum liegt bei 540 Euro. Die folgende Staffel zeigt, wie schnell sich schon kleine Sparraten bezahlt machen.  

Für jedes Kind mit festgesetztem Kindergeld kommt eine Kinderzulage von 1 Euro je Euro Eigenbeitrag hinzu, höchstens 300 Euro pro Kind und Jahr. Die volle Kinderzulage ist demnach schon bei 25 Euro monatlich erreicht. Wer zu Beginn des Beitragsjahres jünger als 25 Jahre ist, erhält zusätzlich einmalig 200 Euro Berufseinsteigerbonus.

Günstigerprüfung: Zulage oder Steuervorteil

Parallel zur Zulage können Sie nach dem Einkommensteuergesetz Ihre geförderten Beiträge samt Zulagen als Sonderausgaben absetzen. Das Finanzamt prüft, ob der Steuervorteil höher liegt als die Zulage, und erstattet in diesem Fall den überschießenden Betrag. Im Rechner steuert das Bruttojahreseinkommen diese Prüfung. Wie hoch die Erstattung ausfällt, hängt von Ihrem persönlichen Grenzsteuersatz und der Höhe Ihrer Zulagen ab. 

Ein vereinfachtes Beispiel: Bei 1.800 Euro Eigenbeitrag und 540 Euro Zulage lassen sich 2.340 Euro absetzen. Bei einem Grenzsteuersatz von 20 % spart das 468 Euro und bleibt damit unter der Zulage, bei 30 % sind es 702 Euro und damit 162 Euro Erstattung. Je höher das Einkommen, desto mehr lohnt sich der Steuerabzug. 

Drei Varianten stehen im Altersvorsorgedepot-Rechner für die Erstattung zur Wahl: Sie fließt aufs Konto, wird zusätzlich ins Depot eingezahlt oder senkt Ihren Eigenbeitrag. 

Nachgelagerte Besteuerung: Der Preis der Förderung

Im Gegenzug werden Auszahlungen aus geförderten Beiträgen, Zulagen und Erträgen später voll als Einkommen besteuert (§ 22 Nr. 5 EStG). Die Steuer richtet sich nach Ihrem persönlichen Satz im Rentenalter. Ein Beispiel: Eine 24-jährige Person spart 150 Euro monatlich bis 67 und erhält 6 % Rendite bei 0,2 % Kosten. Hat sie im Alter zusätzlich 1.500 Euro gesetzliche Rente, liegt der effektive Steuersatz auf die Depot-Auszahlung bei rund 28 %. Hinzu kommen noch Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung. 

Beim ETF-Sparplan fällt nur Abgeltungsteuer auf die Erträge an. Trotzdem liegt er bei Endkapital und Netto-Rente hinter dem Altersvorsorgedepot: 2.946 Euro gegenüber 3.053 Euro netto im Monat. 

Tipp: Die gesetzliche Rente ist 2026 zu 84 % steuerpflichtig, der Anteil steigt je Rentenjahrgang um 0,5 Prozentpunkte bis auf 100 % ab 2058. Wer jung einzahlt, rechnet im Alter also mit einer voll steuerpflichtigen gesetzlichen Rente. 

Kosten-, Rendite- und Inflationsszenarien: Was am meisten zählt

Drei Stellschrauben entscheiden über das Endkapital: die Rendite, die laufenden Produktkosten und die Zeit. Die Tabelle zeigt ein Rechenbeispiel (42 Jahre, 150 Euro monatlich, Einzahlung bis 67, keine Kinderzulage) unter sechs Annahmen. Die Spalte "kaufkraftbereinigt" haben wir eigens gerechnet: Sie rechnet das nominale Endkapital mit 2 % Inflation pro Jahr auf die heutige Kaufkraft zurück. 

 Was die Kosten ausmachen

Bei 6 % Rendite schrumpft das Endkapital allein durch den Sprung von 0,2 % auf 1,0 % Produktkosten um 13.540 Euro oder knapp 11 %. Das staatliche Standarddepot darf höchstens 1,0 % Effektivkosten verursachen. Für gemanagte Depots, bei denen Anbieter Anlageentscheidungen treffen, gibt es keine solche Kostengrenze. Hier können die laufenden Kosten höher ausfallen, und jeder zusätzliche Prozentpunkt mindert über die lange Laufzeit das Endkapital spürbar. Achten Sie bei gemanagten Depots deshalb besonders auf die Gesamtkosten und lassen Sie sich die Kostenaufstellung zeigen, bevor Sie unterschreiben. 

Gut zu wissen: Die Effektivkosten zählen alle Kosten zusammen und zeigen, wie viel Prozent Ihrer Rendite pro Jahr durch Kosten verloren gehen. Dazu zählen neben den Fondskosten auch Gebühren des Anbieters. Bringt ein Depot vor Kosten 6 % und die Effektivkosten liegen bei 1,0 %, bleiben Ihnen 5 % netto. 

Was die Inflation anrichtet

Von 126.565 Euro bleiben nach 25 Jahren Teuerung von 2 % in heutiger Kaufkraft rund 77.000 Euro. Das ist kein Mangel des Depots, sondern der Preis jeder langfristigen Geldanlage. Planen Sie darum immer mit der kaufkraftbereinigten Zahl, wenn Sie Ihren künftigen Lebensstandard einschätzen. 

Gut zu wissen: Wer lange spart, profitiert doppelt: Die Zulagen werden mitverzinst, und der Zinseszins arbeitet am längsten für die frühen Beiträge. 

Ergebnisse richtig einordnen

Der AVD-Rechner liefert drei Kernzahlen: das Endkapital vor Steuern, die Zulagen und die monatliche Netto-Rente. Entscheidend ist, was hinter diesen Zahlen steht und wo die Modellrechnung vereinfacht.

Der ETF-Vergleich

Zum Vergleich stellt der Rechner das Altersvorsorgedepot mit einem klassischen ETF-Sparplan mit 0,2 % Produktkosten gegenüber. In einem Rechenbeispiel (42 Jahre, 150 Euro monatlich, Einzahlung bis 67, 6 % Rendite) kommt das Altersvorsorgedepot auf 126.565 Euro. Der ETF-Sparplan mit denselben Beiträgen erreicht nach laufenden Steuern 97.988 Euro. Der Vorsprung von 28.577 Euro entsteht durch die Zulagen und die Steuerstundung in der Ansparphase. Der ETF-Sparplan zahlt dagegen jährlich Vorabpauschale und später Abgeltungsteuer auf Gewinne. Wie groß der Abstand nach Steuern in der Rentenphase ausfällt, hängt von Ihrem künftigen Steuersatz ab. 

Drei Beispiele aus der Praxis

Alle Werte gelten bei 6 % Rendite, 0,2 % Kosten und Einzahlung bis 67, die kaufkraftbereinigten Zahlen bei 2 % Inflation.

Lisa, 24 Jahre, Berufseinsteigerin

Lisa nutzt den Berufseinsteigerbonus. Bei 50 Euro Einzahlung im Monat erhält Lisa 240 Euro Grundzulage im Jahr plus 200 Euro Bonus im ersten Jahr. Ihr Endkapital liegt bei 152.800 Euro (eigene Einzahlungen 25.800 Euro, Zulagen 10.520 Euro), kaufkraftbereinigt bei 65.210 Euro. Legt sie 150 Euro zur Seite, steigt die Zulage auf 540 Euro und das Endkapital auf 423.181 Euro (kaufkraftbereinigt 180.600 Euro). Sie zeigt, wie stark Zeit und volle Förderung zusammenwirken. 

Michael, 42 Jahre, zwei Kinder

Michaels Kinder sind 8 und 12 Jahre alt. Wir gehen von 150 Euro monatlich und 25 Jahren Ansparzeit aus. Die Kinderzulage von 300 Euro je Kind erhält er bis zum 18. Geburtstag, also noch 10 beziehungsweise 6 Jahre. Sein Endkapital liegt bei 141.346 Euro (eigene Einzahlungen 45.000 Euro, Zulagen 18.300 Euro), kaufkraftbereinigt bei 86.155 Euro. Ohne Kinder wären es 126.565 Euro (kaufkraftbereinigt 77.146 Euro).

Sabine, 58 Jahre, Spätstarterin

Sabine will ihre Rente noch aufbessern. Mit 300 Euro monatlich und nur neun Jahren Ansparzeit baut sie 48.106 Euro auf (eigene Einzahlungen 32.400 Euro, Zulagen 4.860 Euro, kaufkraftbereinigt 40.253 Euro). Gefördert werden dabei nur die ersten 150 Euro im Monat, die Zulage bleibt bei 540 Euro im Jahr gedeckelt. Sie macht hier rund 10 % des Endkapitals aus. Für Sabine zählt vor allem die hohe Sparrate, die Förderung kommt als willkommener Zuschlag obendrauf.

Was der Rechner nicht abbildet

  • Die Leibrente und die gesetzlich vorgesehene Neuberechnung der Rate (mindestens alle drei Jahre) sind nicht enthalten. 
  • Splitting, Kirchensteuer, weitere Einkünfte und künftige Änderungen des Steuertarifs bleiben außen vor. 
  • Die Grundzulage von höchstens 175 Euro für mittelbar förderberechtigte Ehepartner ist nicht berücksichtigt. 
  • Konstante Rendite und konstantes Einkommen sind Idealannahmen. Reale Märkte schwanken. 
  • Für freiwillig gesetzlich oder privat Versicherte fällt die Netto-Rente anders aus. 

Häufige Fragen zum Altersvorsorgedepot-Rechner

Welche Rendite und Kosten sollte ich eingeben?

Das hängt vom konkreten Produkt ab. Bei den Kosten gibt die Preisliste des Anbieters Orientierung: Das Standarddepot darf höchstens 1,0 % Effektivkosten verursachen, bei gemanagten Depots gibt es keine solche Grenze. Die ersten Preisangaben von Neobrokern zeigen, dass ein selbstverwaltetes Depot auch fast kostenlos sein wird.
Bei der Rendite entscheidet die Anlagestrategie. Das Standarddepot enthält beispielsweise einen Sicherheitsbaustein, und je größer dieser Anteil ist, desto stärker dürfte er die erwartbare Rendite dämpfen. Auch Produkte mit Garantie kosten in der Regel Rendite. Der Rechner arbeitet mit einer gleichbleibenden Rendite, reale Märkte schwanken. Probieren Sie deshalb mehrere Werte aus, zum Beispiel 4, 6 und 8 %, und tragen Sie die tatsächlichen Produktkosten Ihres Anbieters ein.

Was bedeutet die Erstattung vom Finanzamt im Rechner?

Gemeint ist die Steuerersparnis aus der Günstigerprüfung, soweit sie über der Zulage liegt. Sie können wählen, ob der Betrag aufs Konto fließt, zusätzlich ins Depot eingezahlt wird oder Ihren Eigenbeitrag senkt. Nur bei der Einzahlung ins Depot wächst das Kapital durch die Erstattung. Bei der Variante „aufs Konto“ ist sie nicht in der Depotprognose enthalten.

Für wen gilt die Berechnung?

Der Biallo-Altersvorsorgedepot-Rechner geht von Alleinstehenden aus, ohne Splitting, Kirchensteuer und Soli. Bei Verheirateten sowie bei freiwillig gesetzlich oder privat Versicherten kann das Ergebnis, vor allem die Netto-Rente, abweichen.

Wie berechnet der Rechner die monatliche Rente?

Er verteilt das Endkapital als Auszahlplan bis zum gewählten Alter, mindestens bis 85. Das Restkapital wird dabei mit 3,0 % pro Jahr verzinst. Von der Auszahlung zieht der Rechner Steuern ab, bei der gesetzlichen Rente zusätzlich die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung.

Lohnt sich das Altersvorsorgedepot mehr als ein ETF-Sparplan?

Das hängt von Ihrem Steuersatz im Alter und von den Kosten ab. Die Zulagen und die Steuerstundung sprechen für das Altersvorsorgedepot, die nachgelagerte Besteuerung der Auszahlung dagegen. Der Rechner stellt beide Wege direkt gegenüber.

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