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DeutschlandEtliche Anbieter wie Trade Republic, Scalable Capital, Smartbroker+ und finanzen.net Zero werben vor dem Start des Altersvorsorgedepots mit Depots ohne Gebühren. Wer wirklich auf welche Kosten verzichtet, unterscheidet sich stark. Ein Überblick, bevor Sie sich auf eine Warteliste setzen.
Im Januar 2027 werden Sparerinnen und Sparer die ersten Verträge zum Altersvorsorgedepot abschließen können, der Preiswettbewerb ist aber bereits im Gange. Gut zwei Monate vor Start haben inzwischen mehrere Anbieter angekündigt, auf Gebühren verzichten zu wollen. Für Sparer klingt das verlockend, denn über Jahrzehnte entscheiden schon kleine Kostenunterschiede über mehrere tausend Euro Endvermögen.
Allerdings ist "kostenlos" dehnbar. Die angekündigten Modelle meinen keineswegs dasselbe, und sie gelten unterschiedlich lange. Wer bislang was zugesagt hat und worauf beim Kleingedruckten zu achten ist.
Seit Ende Mai dieses Jahres ist das Altersvorsorgereformgesetz in Kraft, die neuen Produkte können aber erst ab dem 1. Januar 2027 abgeschlossen werden. Verkaufen dürfen die Anbieter erst nach der Zertifizierung durch das Bundeszentralamt für Steuern. Vor dem Jahreswechsel gibt es deshalb keine fertigen Verträge, sondern vor allem Vormerklisten. Auch um diese Vormerkungen läuft der Wettbewerb. Wer früh mit niedrigen Kosten wirbt, sammelt Interessenten ein, bevor die Konkurrenz ihre Preise nennt.
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Bisher bekannte Zusagen beziehen sich auf unterschiedliche Kostenblöcke. Bei fast allen Modellen sind Depotführung und Sparplanausführung gebührenfrei. Der eigentliche Unterschied liegt bei den laufenden Fondskosten, der sogenannten Gesamtkostenquote (TER). Diese Ausgaben fließen üblicherweise nicht an den Broker, sondern an die Fondsgesellschaft hinter dem ETF. Einige Anbieter übernehmen sie, andere nicht. Eine Auswahl:
| Anbieter | Depot und Sparplan | Laufende ETF-Kosten (TER) | Datum der Zusage |
|---|---|---|---|
| Trade Republic | 0 € | bei mehreren Dutzend ausgewählten ETFs übernommen, nach eigenen Angaben langfristig | 13.10.2026 |
| Traders Place | 0 € | im Standarddepot bis zu einem Anlagevolumen von 20.000 € bis mindestens Ende 2028 übernommen | Oktober 2026 |
| Scalable Capital | 0 € | im Standarddepot 0,00 % bis mind. Ende 2027, danach max. 0,15 % | 09.10.2026 |
| Smartbroker+ | 0 € | in den ersten drei Jahren übernommen | Oktober 2026 |
| finanzen.net Zero | 0 € | keine Übernahme angekündigt, Standard-ETF rund 0,12 % | April 2026 |
| Deka (Sparkassen) | Depot gebührenfrei geplant | Standarddepot rund 0,10 % Effektivkosten | 09.09.2026 |
Im Detail zeigt sich, wie weit die Modelle auseinanderliegen. Scalable Capital hat als erster großer Neobroker am 9. Oktober 2026 ein vollständiges Preisblatt veröffentlicht. Im Standarddepot zahlen Sparerinnen und Sparer für Depot, Sparpläne, Ein- und Auszahlungen nichts, die laufenden ETF-Kosten entfallen bis mindestens Ende 2027, danach sollen sie höchstens 0,15 Prozent pro Jahr betragen. Das liegt deutlich unter dem gesetzlichen Deckel von einem Prozent.
Trade Republic zog vier Tage später nach. Der Broker verlangt null Euro Depotgebühr und null Euro Ausführungskosten für Sparpläne und übernimmt bei mehreren Dutzend ETFs von BlackRock, DWS und Vanguard die Produktkosten. Nach eigenen Angaben bietet Trade Republic diese ausgewählten ETFs dauerhaft ohne Produktkosten an. Für alle anderen Fonds fällt die übliche laufende Gebühr an.
Smartbroker+ lässt beim Altersvorsorgedepot in den ersten drei Jahren sämtliche Kosten entfallen, die depotseitigen Gebühren sollen dauerhaft wegfallen. finanzen.net Zero wirbt ebenfalls mit einem Null-Gebühren-Modell für Depot und Sparplan, hat aber bisher nicht angekündigt, laufende Fondskosten zu übernehmen. Als Standardbaustein setzt der Broker auf einen eigenen, günstigen Welt-ETF zu rund 0,12 Prozent TER. Auch die Deka als Fondshaus der Sparkassen hält mit: Sie nennt 0,10 Prozent Effektivkosten im Standarddepot bei kostenloser Depotführung und Zulagenverwaltung.
Allerdings ist ein Teil der Kostenzusagen von vornherein befristet, und selbst die als dauerhaft gemeinten Zusagen stehen unter Vorbehalt.
Befristet sind die Kostenübernahmen bei Scalable Capital und Smartbroker+. Scalable erstattet die ETF-Kosten im Standarddepot bis mindestens Ende 2027, danach greift der Deckel von 0,15 Prozent. Smartbroker+ übernimmt die laufenden ETF-Kosten nur in den ersten drei Jahren. Wer hier rechnet, sollte die Zeit nach der Aktionsphase mitdenken.
Bei Trade Republic ist die Kostenübernahme als langfristig angekündigt. Finanziert wird sie laut Berichten nicht vom Broker selbst, sondern von den ETF-Anbietern wie BlackRock. Was aber langfristig gilt, darauf gibt es keine Garantie. Wie Anbieter Gratis-Versprechen über Jahrzehnte durchhalten, ist offen. Kostenwerbung von heute ist kein Garantieversprechen für die gesamte Laufzeit eines Vorsorgevertrags, der typischerweise bis zum Rentenbeginn läuft.
Hinzu kommt ein Vorbehalt, der für alle Anbieter gilt: Die Produkte müssen vom Bundeszentralamt für Steuern zertifiziert sein. Diese Zertifizierung erfolgt ab 2027 ohne vollständige Vorabprüfung, unter dem Vorbehalt des Widerrufs. Verbindliche Verträge und finale Preisblätter stehen deshalb erst zum Start fest. Derzeit gibt es insofern lediglich Ankündigungen unter Zertifizierungsvorbehalt.
Für kostenbewusste Sparerinnen und Sparer, die breit gestreute Welt-ETFs besparen wollen, kann das Altersvorsorgedepot bei Trade Republic, Scalable Capital oder Smartbroker+ effektiv sehr günstig werden. Wer vor allem die laufenden Fondskosten im Blick hat, prüft zwei Dinge: Steht der gewünschte ETF auf der Liste der kostenbefreiten Fonds? Und gilt die Befreiung dauerhaft oder nur für eine Aktionsphase?
Für alle, die Wert auf persönliche Beratung legen, bleibt die Deka über die Sparkassen eine Alternative, wenn auch zu etwas höheren Effektivkosten als die Neobroker. Entscheiden müssen Sparer am Ende selbst, und zwar nicht nach der Schlagzeile "null Euro", sondern nach dem, was im Preisblatt zum Start tatsächlich steht. Insofern dürfte es sich für die allermeisten lohnen, in Ruhe auf die konkreten Konditionen zu warten und diese dann zu vergleichen. "Ausverkauft" wird das Altersvorsorgedepot nirgends sein, weswegen sich Sparer hier die nötige Zeit nehmen und in Ruhe entscheiden können.
Das Altersvorsorgedepot startet am 1. Januar 2027. Das Altersvorsorgereformgesetz ist beschlossen und seit Ende Mai 2026 in Kraft, zum Jahreswechsel endet das Riester-Neugeschäft. Verbindliche Verträge gibt es erst nach der Zertifizierung durch das Bundeszentralamt für Steuern.
Unter anderem Trade Republic, Scalable Capital, Smartbroker+ und finanzen.net Zero haben Depots ohne Depot- und Sparplangebühren angekündigt. Die Deka plant ebenfalls eine gebührenfreie Depotführung. Die Modelle unterscheiden sich vor allem darin, ob und wie lange auch die laufenden ETF-Kosten übernommen werden.
"Kostenlos" bezieht sich meist auf Depotführung und Sparplanausführung. Ob zusätzlich die laufenden Fondskosten (TER) entfallen, hängt vom Anbieter und vom gewählten ETF ab. Trade Republic übernimmt sie bei ausgewählten ETFs nach eigenen Angaben langfristig, Scalable Capital bis mindestens Ende 2027, Smartbroker+ in den ersten drei Jahren.
Nein. Ein Teil der Zusagen ist von vornherein befristet, etwa auf das erste Jahr oder die ersten drei Jahre. Auch die als langfristig angekündigten Kostenübernahmen sind keine vertragliche Garantie über die gesamte Laufzeit. Maßgeblich ist das Preisblatt, das jeder Anbieter zum Start nach der Zertifizierung veröffentlicht.

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