Altersvorsorge

Erster ETF fürs Altersvorsorgedepot ist da: Warum Anleger noch abwarten sollten

Matthias Autenrieth
Redakteur
Veröffentlicht am: 19.05.2026

Ab Anfang 2027 soll das neue Altersvorsorgedepot die Riester-Rente als private, staatlich geförderte Altersvorsorge ablösen. Bereits jetzt gibt es vom „Erfinder“ des Altersvorsorgedepots ein erster ETF, der das Altersvorsorgedepot im Namen trägt. Anlegerinnen und Anleger sollten aber genau hinsehen, denn: Nur weil ein Fonds Altersvorsorgedepot heißt, ist er noch nicht förderfähig. 

Vor knapp zwei Wochen brachte die Investmentgesellschaft Acatis ihren ersten ETF auf den Markt. Der Acatis Altersvorsorgedepot UCITS ETF ist auch gleichzeitig auch der erste ETF, der das „Altersvorsorgedepot“ schon im Namen hat. Das ist stimmig. Denn Erfinder des Begriffs und des dahinterstehenden Konzepts dürfte maßgeblich Hendrik Leber sein, der Gründer und Geschäftsführer von Acatis. Schon 2019 sicherte sich Leber die Internetadresse altersvorsorgedepot.de und startete auf dieser eine Initiative zur Förderung privater Altersvorsorge. 

Im Jahr darauf stellte er das Konzept in der Bundesfachkommission Arbeitsmarkt und Alterssicherung des Wirtschaftsrates vor. Über einen Acatis-Kunden, Mitglied der FDP, kam das Altersvorsorgedepot-Konzept ins Wahlprogramm der FDP, die es später in der Ampel-Koalition vorantrieb. Im März 2026 verabschiedete der Bundestag schließlich das Altersvorsorgereformgesetz, in dem sich Teile von Lebers Konzept wiederfinden.

Erster ETF mit Altersvorsorgedepot im Namen – aber ohne staatliche Förderung 

Am 8. Mai 2026 passierte das Gesetz den Bundesrat, am gleichen Tag nahm die Deutsche Börse den Handel mit dem Acatis-ETF auf. Der aktive ETF investiert weltweit in rund 50 Aktien aus dem so genannten „Acatis-Universum”, die mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz zu einem Portfolio kombiniert und im Drei-Monats-Rhythmus umgeschichtet werden. Die Grundlage für die Aktienauswahl des ETF sind rund 300 bis 350 Titel, die von den Fondsmanagern von Acatis geprüft wurden und sich in den aktiv gemanagten Acatis-Investmentfonds befinden. Die geschätzte Gesamtkostenquote des ETFs soll bei 0,7 Prozent und damit unterhalb der gesetzlich vorgegebenen Obergrenze von 1,0 Prozent liegen – passive Welt-ETFs kommen mit niedrigeren Kosten aus.

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„Wir haben den Acatis Altersvorsorgedepot UCITS ETF so konzipiert, dass er sich gut für die langfristige Kapitalanlage zur Altersvorsorge eignet, in dem er kosteneffizient in globale Qualitätsaktien nach Value-Kriterien mit ausreichend breiter Streuung investiert“, sagt Thomas Bosch, Geschäftsführer von Acatis, gegenüber biallo.de. Das Produkt soll künftig im Rahmen des Altersvorsorgedepots bespart werden können – als Aktienprodukt in den Risikoklassen 3-5. „Wir werden alles Notwendige dafür tun, damit unser Fonds ab dem 1. Januar 2027 im Rahmen des Altersvorsorgedepots bespart werden kann“, so Bosch. 

Zertifizierung als Hürde: Was das Bundesfinanzministerium klarstellt 

Genau hier hakt es derzeit noch. Denn staatlich gefördert wird das private Vorsorgen nur, wenn das entsprechende Produkt durch öffentliche Stellen zertifiziert ist. Die neuen Verträge können laut Bundesfinanzministerium in den Vertrieb genommen werden, wenn das zugrundeliegende Gesetz und die Zertifizierung wirksam geworden sind, folglich mit dem Inkrafttreten des Gesetzes zum 1. Januar 2027. 

„Ein vorheriger Abschluss eines solchen Vertrages mit aufschiebender Wirkung ist daher nicht möglich. Auch muss der Vertrag, bevor er in den Vertrieb geht, zertifiziert worden sein. Eine ,nachträgliche‘ Zertifizierung sieht das Gesetz nicht vor“, so ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums gegenüber biallo.de. So werde die Chancengleichheit auf dem Markt gewahrt, weil alle Anbieter zur gleichen Zeit in den Wettbewerb starten können.

„Eine ,nachträgliche‘ Zertifizierung sieht das Gesetz nicht vor.“
Sprecher, Bundesfinanzministerium

Fairerweise sei gesagt, dass Acatis nirgends behauptet, dass der ETF förderfähig sein wird. Bosch sagt: „Die staatliche Förderung des Altersvorsorgedepots geschieht auf Depotebene. Sparerinnen und Sparer können die staatliche Förderung folglich erst ab 1. Januar 2027 nach Eröffnung eines Standarddepots / Altersvorsorgedepots in Anspruch nehmen. Investments müssen dann direkt innerhalb dieses Depots getätigt werden und bestimmten Anforderungen genügen. Der Übertrag bereits zuvor gehaltener Wertpapiere in das Altersvorsorgedepot soll hingegen nicht möglich sein.“ 

Anleger, die bereits jetzt in den Altersvorsorgedepot-ETF von Acatis investieren, bekommen insofern ein vielleicht erfolgreiches Produkt – mit staatlicher Förderung für ihre Vorsorge können sie allerdings nicht rechnen. Wer den ETF als Altersvorsorge in Betracht zieht, aber Wert auf die staatliche Zulage legt, sollte daher mit dem Investieren noch warten, bis klar ist, ob der ETF auch förderfähig ist.

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Sämtliche Angaben ohne Gewähr. Datenstand 20.05.2026

Über den Redakteur Matthias Autenrieth

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Nach Abschluss der Deutschen Journalistenschule und Studium an der Ludwig-Maximilians-Universität in München Zwischenstation beim Fernsehen, seitdem im Bereich Finanz- und Wirtschaftsjournalismus tätig. Dabei reichte das Spektrum von Ratgebertexten für unterschiedliche Publikumsmedien über Artikel für Fachzeitschriften bis zu Börsenberichten. Zudem unterstützte er diverse Unternehmen bei ihrer internen und externen Kommunikation. Seit 2026 ist er in der Redaktion von biallo.de, wo sein Fokus vor allem auf dem Nutzwert für die Leserinnen und Leser liegt.

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