Rentenpapiere und Gold: Welche Anlagen von Corona profitieren
 
Virus-Krise

Rentenpapiere und Gold: Welche Anlagen von Corona profitieren

06.03.2020
Auf einen Blick
  • Wegen der Unsicherheit an den Börsen flüchten Anleger aus Aktien in alternative Anlageformen.

  • Davon profitieren vor allem Rentenfonds und Gold. Aber auch sogenannte Absolute Return Fonds sind zum Teil deutlich im Plus.

  • Wer sein Geld umschichtet, sollte aber wachsam sein: Endet die Krise, können die alternativen Anlagen schnell an Wert verlieren.
Fünf-Dollar-Note mit dem Porträt von Abraham Lincoln: Die Corona-Krise hält die Börsen weltweit im Atem.
Ascannio / Shutterstock.com

Der sogenannte Volatilitäts-Dax (VDax) ist so etwas wie das Angstbarometer an der deutschen Börse. Der Index misst die erwartete Schwankungsbreite des Deutschen Aktienindex (Dax). Je höher daher der VDax, desto mehr Kursschwankungen erwarten die Anleger. Derzeit eilt der VDax von einem Hoch zum nächsten: Innerhalb eines Monats hat sich der Index mehr als verdoppelt.

Schuld daran ist das Corona-Virus. Seit den Anlegern klar geworden ist, dass sich die Lungenkrankenheit zu einer weltweiten Pandemie auswachsen könnte, ist die Furcht vor einer drohenden weltweiten Rezession groß. Die Aktienmärkte reagierten entsprechend: Ziemlich genau 2.000 Punkte hat der Dax seit dem Beginn der Krise verloren - ein Minus von 15 Prozent. Wie es weitergeht, ist ungewiss – und groß ist deshalb auch die Unsicherheit an den Börsen.

Von dieser Unsicherheit profitieren andere Anlageklassen. So flüchten die Anleger etwa in Rentenfonds, von denen einige seit Beginn der Krise deutliche Gewinne verzeichneten. Ähnliches gilt für Gold: Der Preis des Edelmetalls ging zwar Ende Februar zunächst parallel zu den Aktienkursen ebenfalls in die Knie. Mittlerweile hat sich der Kurs aber erholt. Und auch einige sogenannte "Absolute Return Fonds" erzielten in der Krise positive Ergebnisse. Solche Fonds versuchen, in jeder Marktphase Gewinne zu erwirtschaften. Ein Überblick über Anlagemöglichkeiten, die trotz Corona-Angst Erträge versprechen.

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Rentenfonds

Rentenfonds investieren den größten Teil ihres Kapitals in festverzinsliche Wertpapiere. Das können je nach Ausrichtung des Fonds ganz unterschiedliche Anlagen sein, etwa Staatsanleihen aus dem In- und Ausland, Pfandbriefe von Hypothekenbanken oder auch Unternehmensanleihen. Je nach Bonität der jeweiligen Emittenten sind die Fonds mehr oder weniger risikoreich.

Gängige Rentenfonds, die ihr Geld in europäische oder auch internationale Staatsanleihen mit guter Bonität investieren, gelten als sehr sicher. Allerdings war mit ihnen in den vergangenen Jahren auch kaum Geld zu verdienen. Der Grund sind die niedrigen Zinsen weltweit. Der Zinsertrag ist neben der Kursentwicklung der Anleihen der entscheidende Faktor bei der Wertentwicklung.

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In der Corona-Krise schichteten viele Anleger Geld, das sie in Aktien angelegt hatten, in Rentenfonds um. Bei einigen Fonds hat sich das gelohnt. So erzielte etwa der Fonds "Renta Sekarenta" der Brüsseler Fondsgesellschaft KBC trotz der Krise binnen eines Monats ein Plus von 2,51 Prozent. Der Fonds investiert vor allem in Unternehmen und Staatsanleihen guter Bonität, die auf schwedische Kronen lauten. Für deutsche Anleger ist daher ein Währungsrisiko mit der Investition verbunden.

Ein Plus von knapp zwei Prozent innerhalb eines Monats erzielte der "DekaLux Bond A". Der Spezialfonds investiert in festverzinsliche Papiere von Ausstellern aus dem Euroraum. Außerdem hat der Fonds Anleihen aus Zentral- und Osteuropa im Portfolio. Die Wertpapiere werden dabei sowohl in lokaler Währung als auch in Euro gekauft. Auch hier ist daher ein Währungsrisiko enthalten.

Gold

Das Edelmetall ist immer dann ein Fluchtpunkt für Anleger, wenn die Unsicherheit an den Aktienmärkten groß ist. Wer Gold nicht in physischer Form kaufen möchte, kann auf sogenannte Gold-ETCs setzen. Die "Exchange Traded Commodities" (börsengehandelten Rohstoffe) bilden den Goldpreis nach. Das Geld der Anleger wird dabei größtenteils in physisches Gold investiert, das dann zentral gelagert wird. Ein kleinerer Anteil fließt in Lieferansprüche auf Gold. Anteile an Gold-ETCs kosten derzeit um die 48 Euro. Damit erwirbt man ein Gramm Gold.

Der in Deutschland bekannteste und größte Gold-ETC ist "Xetra-Gold". Sein Kurs gewann auf Monatssicht knapp 4,6 Prozent. Angesichts der anhaltenden Unsicherheit dürfte der Aufwärtstrend bei dem Edelmetall fürs erste anhalten. Anleger sollten aber bedenken, dass der Goldkurs stark schwanken kann. Darüber hinaus haben Gold-ETCs eine Tücke: Sie sind Zertifikate und damit Schuldverschreibungen. Das bedeutet: Geht der Emittent pleite, müssen Anleger ihre Ansprüche auf das eingelagerte Gold im Insolvenzverfahren durchsetzen.

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Absolute Return Fonds

Auch sogenannte Absolute Return Fonds verzeichnen während der Corona-Krise zum Teil deutliche Gewinne. Die Spezialfonds versuchen innerhalb eines Jahres einen möglichst hohen Ertrag zu erzielen - und das in jeder Markphase. Auch in fallenden Märkten soll die Performance des Fonds also positiv sein. Der Fondsmanager versucht, dies über den Einsatz unterschiedlichster Anlageinstrumente zu erreichen. Das können Aktien und Anleihen ebenso sein wie Währungen oder sogenannte Derivate, mit denen man auch auf fallende Kurse setzen kann.

So funktioniert auch die Strategie des "Amundi Funds Volatility World". Der Fonds investiert in vergleichsweise hohem Maße in Derivate, also etwa in Optionsscheine auf Aktienindizes in Europa, USA und Asien. Der Fonds erreichte damit auf Monatssicht ein Plus von mehr als zehn Prozent. Anleger sollte jedoch bedenken, dass solche Strategien auch hohe Risiken bergen.

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Insgesamt bieten sich daher für vorsichtigere Anleger als Alternativen während der Corona-Krise am ehesten Rentenfonds an. Auch Gold kann eine Möglichkeit sein. Dessen Depotanteil jedoch sollte fünf bis zehn Prozent nicht übersteigen. In beiden Fällen sollten Anleger aber wachsam sein. Ebbt die Virus-Krise wieder ab oder gibt es Erfolge bei der Suche nach einem Impfstoff, können die alternativen Anlagen schnell an Wert verlieren.




  Andreas Jalsovec


 
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