
Deutschland- Basiszins: 1,00%
- Aktionszins: 2,75% - gilt für die ersten 6 Monate

Niederlande- Basiszins: 1,80%
- Aktionszins: 3,00% - gilt für die ersten 4 Monate

Schweden- Basiszins: 1,45%
- Aktionszins: 3,00% - gilt für die ersten 4 Monate
Über elf Millionen Kundinnen und Kunden von Commerzbank und Comdirect schauen gerade auf eine Schlagzeile, die Fragen aufwirft: Die italienische Großbank Unicredit will die Commerzbank übernehmen – feindlich, unabgestimmt und für einen Preis, den die Commerzbank selbst als unangemessen zurückweist. Für betroffene Commerzbank-Kunden stellt sich die Frage: Was bedeutet diese Übernahme konkret für mein Konto? Die kurze Antwort: Im Moment ändert sich gar nichts. Aber wer gut informiert ist, kann rechtzeitig reagieren.
Unicredit ist eine der größten Banken Europas mit Sitz in Mailand. In Deutschland ist sie bereits präsent – als Muttergesellschaft der HypoVereinsbank. Seit Monaten baut Unicredit ihre Position bei der Commerzbank systematisch aus: Direkt hält sie bereits 26,77 Prozent der Anteile, über Finanzinstrumente kommt sie auf knapp 30 Prozent.
Das offizielle Übernahmeangebot soll voraussichtlich am 5. Mai 2026 vorgelegt werden – nachdem die Unicredit-Aktionäre auf einer Sonder-Hauptversammlung am 4. Mai der dafür nötigen Kapitalerhöhung zugestimmt haben. Das Angebot sieht einen Aktientausch vor: 0,485 Unicredit-Aktien je Commerzbank-Aktie, was zum Zeitpunkt der Ankündigung im März 2026 einer Bewertung von rund 35 Milliarden Euro entsprach. Seitdem ist die Commerzbank-Aktie deutlich gestiegen – der aktuelle Börsenwert liegt bei rund 40 Milliarden Euro. Das Angebot liegt damit deutlich unter dem aktuellen Marktwert. Unicredit macht bislang keine Anstalten nachzubessern.
Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp lehnt das Angebot klar ab. Es enthalte keine marktübliche Prämie und sei nicht mit der Bank abgestimmt. Im Strategieplan „Commerzbank Unlocked" verspricht Unicredit hingegen Synergien im Milliardenbereich – der Nettogewinn des Frankfurter Instituts solle bis 2028 auf rund 5,1 Milliarden Euro steigen.
Die kurze Antwort: nichts. Girokonto, Kreditkarte, Onlinebanking und alle laufenden Verträge laufen vollständig unverändert weiter. Auch Comdirect-Kundinnen und -Kunden sind nicht betroffen – bei der Tochtergesellschaft geht es ebenfalls normal weiter.
Selbst wenn Unicredit mit dem Angebot Erfolg haben sollte, gilt: Die Commerzbank würde zunächst 18 Monate lang als eigenständiges Unternehmen weitergeführt. Eine vollständige Integration ist ein hochkomplexer Prozess, der mehrere Jahre in Anspruch nimmt. Mit konkreten Änderungen für Kunden ist frühestens 2027 zu rechnen – und auch dann nur schrittweise.
Wer gleichzeitig Guthaben bei der Commerzbank und der HVB hält, sollte jetzt aufpassen. Bei einer rechtlichen Fusion würde die gesetzliche Einlagensicherungsgrenze von 100.000 Euro für beide Konten zusammen gelten – Guthaben oberhalb dieser Grenze wären dann nicht mehr vollständig geschützt. Wer betroffen ist, sollte frühzeitig handeln und Einlagen auf verschiedene Banken verteilen. Im biallo.de-Tagesgeldvergleich lassen sich sichere Alternativen mit attraktiven Zinsen schnell finden.
Darüber hinaus sind langfristig weitere Veränderungen denkbar. Da Unicredit in Deutschland bereits die HVB betreibt, sind Doppelstrukturen absehbar – Unicredit selbst spricht von bis zu 6.000 Stellen weltweit, der Commerzbank-Betriebsrat warnt hingegen vor dem Abbau von über 15.000 Stellen allein in Deutschland. Bei den Kontogebühren ist denkbar, dass das Girokonto stärker als Vertriebsplattform für margenstarke Produkte genutzt wird: weniger kostenlose Standardleistungen, mehr Angebote rund um Wertpapiere und Vermögensverwaltung. Kurzfristig bleiben IBAN und Markenname erhalten – langfristig könnte die Commerzbank-Marke unter dem Unicredit-Dach verschwinden, so wie es der HVB-Marke nach der Übernahme durch Unicredit ebenfalls widerfuhr.
Die Bundesregierung lehnt die Übernahme ab und hält weiterhin zwölf Prozent der Commerzbank-Anteile – einen Verkauf dieser Beteiligung schließt sie aus. Informierten Kreisen zufolge hat Berlin in diesem Jahr aktiv bei europäischen Banken nach einem alternativen strategischen Investor gesucht. Diese Gespräche blieben jedoch in einem frühen Stadium und wurden nicht vertieft.
Die EZB-Bankenaufsicht signalisiert dagegen Unterstützung – das regulatorische Umfeld spricht eher für Unicredit. Für Kundinnen und Kunden gilt: Gelingt die Übernahme nicht, bleibt alles beim Alten. Gelingt sie, dauert die vollständige Integration bis voraussichtlich 2027 und länger.
Konto und Karten können wie gewohnt weiter genutzt werden – es besteht kein Grund zur Panik. Wer sowohl bei der Commerzbank als auch bei der HVB Guthaben über 100.000 Euro hält, sollte die Verteilung seiner Einlagen jetzt überdenken. Bei laufenden Krediten und Baufinanzierungen gilt: Bestehende Verträge sind rechtlich bindend – Zinsen, Raten und Laufzeiten bleiben unangetastet.
Die nächsten wichtigen Termine: Am 4. Mai 2026 stimmen die Unicredit-Aktionäre auf der Sonder-Hauptversammlung über die Kapitalerhöhung ab, einen Tag später soll das offizielle Angebot vorliegen. Am 20. Mai 2026 findet die Commerzbank-Hauptversammlung statt. Wer die Entwicklungen im Blick behalten möchte, sollte diese Daten vormerken.
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Ja. Unabhängig vom Ausgang der Übernahmepläne gilt die gesetzliche EU-Einlagensicherung von 100.000 Euro pro Kunde und Bank. Ausnahme: Wer zusätzlich Guthaben bei der HVB hat, sollte die Gesamtsumme im Blick behalten – bei einer Fusion würde die Grenze für beide Konten zusammen gelten.
Nein. Konto, Karte und Onlinebanking laufen wie gewohnt weiter. Es besteht aktuell kein Handlungsbedarf.
Frühestens 2027 – und auch dann nur schrittweise. Bankenfusionen dieser Größenordnung dauern mehrere Jahre. Selbst bei einem erfolgreichen Angebot hat Unicredit zugesagt, die Commerzbank zunächst 18 Monate als eigenständiges Institut weiterzuführen.
Auch Comdirect läuft als Tochtergesellschaft unverändert weiter – daran ändert sich durch das Übernahmeangebot nichts.
Ja – die Prämien-Aktion läuft noch bis zum 2. Juni 2026 und ist unabhängig vom Ausgang der Übernahme gültig.

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