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2.000 Euro verschenkt? Was Ihr Girokonto wirklich kostet – und wie Sie in 10 Minuten wechseln

David Kotzmann
Redakteur
Veröffentlicht am: 28.05.2026
Mit einem Girokonto-Wechsel winkt ein Sparpotential von bis zu 200 Euro.

Die meisten Deutschen haben ihr Girokonto einmal eröffnet – und nie wieder hinterfragt. Dabei läuft die Uhr. Wer monatlich acht Euro Kontoführungsgebühr zahlt, gibt im Jahr 96 Euro aus. Über 20 Jahre sind das fast 2.000 Euro – für ein Konto, das woanders kostenlos wäre. Ein Kontowechsel dauert heute keine zehn Minuten. Was Sie dafür wissen müssen.

Was ein Girokonto in Deutschland wirklich kostet

Familie Müller zahlt bei ihrer Sparkasse monatlich 12 Euro Grundgebühr, dazu 2 Euro für die Kreditkarte. Zweimal im Monat hebt sie an Fremdautomaten Bargeld ab – je Abhebung fallen rund 2 Euro an. Zusammen kommt das auf knapp 200 Euro im Jahr. Für eine Leistung, die bei einer Direktbank komplett kostenlos wäre.

Kein Einzelfall. Bei Sparkassen und Volksbanken liegen die Monatspreise aktuell zwischen 2,95 Euro und deutlich über 20 Euro – je nach Region und Kontomodell. Laut Stiftung Warentest zahlen Deutsche im Schnitt 125 Euro pro Jahr für ihr Girokonto. Wer nur die Grundgebühr im Blick hat, unterschätzt die wahren Kosten erheblich. Denn es sind oft die Zusatzposten, die das Konto teuer machen: Die Jahresgebühr für die Kreditkarte liegt bei Sparkassen häufig zwischen 20 und 40 Euro. Beleghafte Überweisungen kosten je nach Bank 1,00 bis 3,90 Euro pro Buchung.

Bargeldabhebungen an Fremdautomaten schlagen mit 1,95 bis 2,50 Euro zu Buche. Wer ein Gemeinschaftskonto führt, zahlt bei der Postbank 6 Euro pro Jahr für die zweite Debitkarte – Kontoauszüge per Post kosten dort 2,50 Euro je Auszug.

Der direkte Vergleich zeigt, wie groß die Unterschiede wirklich sind: 

Bank 

Grundgebühr/Monat 

Jahreskosten 

Mit typischen Zusatzkosten 

Sparkasse Ingolstadt Eichstätt 11,00 € 132 € bis zu 250 € 
Volksbank (Beispiel regional) 5,00–12,00 € 60–144 € bis zu 200 € 
Postbank Giro plus 5,90–6,90 € 71–83 € bis zu 130 € 
Commerzbank 4,90 € (kostenlos erst ab 50.000 € Vermögen) 58,80 € bis zu 130 € 
ING (ohne Bedingungen) 0–4,90 € 0–58,80 € ca. 0–60 € 
DKB 0 € (ab 700 € Eingang) 0 € ca. 0 € 
Trade Republic 0 € 0 € ca. 0 € 

Stand: Mai 2026. Alle Angaben ohne Gewähr.

Wer zehn Jahre bei einer teuren Volksbank oder Sparkasse bleibt, statt zu wechseln, zahlt bis zu 2.500 Euro mehr – für exakt dieselbe Grundleistung. Und wer in dieser Zeit von seiner Bank Gebührenerhöhungen ohne aktive Zustimmung akzeptiert hat, könnte sogar Anspruch auf Rückforderung haben. Was das bedeutet und wie das funktioniert, erklären wir in unserem Artikel zu unrechtmäßig erhobenen Bankgebühren.

Warum wechseln die meisten Deutschen trotzdem nicht?

Die Antwort ist einfach: Sie überschätzen den Aufwand massiv. Fünf Irrtümer halten besonders viele davon ab:

„Der Wechsel ist kompliziert." Seit dem 18. September 2016 sind alle deutschen Banken durch das Zahlungskontengesetz (ZKG) verpflichtet, Kundinnen und Kunden beim Kontowechsel zu helfen. Die neue Bank übernimmt die Arbeit – kostenlos und gesetzlich geregelt.

„Ich muss alleZahlungsaufträge ummelden." Falsch. Die neue Bank informiert im Rahmen des Kontowechselservices alle Zahlungspartner automatisch über die neue Bankverbindung. Lediglich den Arbeitgeber müssen Sie selbst informieren – das ist der einzige manuelle Schritt.

„Ich verliere meine Kredithistorie." Kein relevanter Faktor beim Girokontowechsel. Die Schufa bewertet primär Kreditverhalten, nicht Kontoverbindungen.

„Der Wechsel dauert Wochen." Die Online-Kontoeröffnung dauert heute unter zehn Minuten. Der vollständige Umzug inklusive aller Zahlungspartner ist in der Regel nach vier bis sechs Wochen abgeschlossen.

„Ein Kontowechsel schadet meiner Schufa." Falsch. Ein Girokontowechsel wird nicht negativ in der Schufa vermerkt. Die Dauer einer bestehenden Bankverbindung fließt zwar als positiver Faktor ein – ein Wechsel selbst schadet aber nicht.

So wechseln Sie Ihr Girokonto in zehn Minuten

Für wen lohnt sich ein Wechsel – und wann nicht?

Ein Wechsel lohnt sich klar, wenn monatlich mehr als fünf Euro Grundgebühr anfallen, keine regelmäßige Filialnutzung nötig ist und man grundsätzlich digital-affin ist. Wer dagegen regelmäßig Bargeld einzahlen muss, in einer ländlichen Region lebt, in der Direktbanken kaum Automaten haben, oder auf persönliche Beratung angewiesen ist, zahlt die Gebühren für einen echten Mehrwert. Das ist legitim. Für alle anderen ist es schlicht verschenktes Geld.

Die Schritt-für-Schritt-Anleitung

Schritt 1: Neues Konto online eröffnen – das dauert ca. fünf bis zehn Minuten per Video-Ident.

Schritt 2: Kontowechselservice der neuen Bank beauftragen – kostenlos, gesetzlich geregelt, die neue Bank erledigt den Rest.

Schritt 3: Arbeitgeber über die neue IBAN informieren – das ist der einzige Schritt, den Sie selbst tun müssen.

Schritt 4: Altes Konto erst kündigen, wenn das neue vollständig eingerichtet ist – mindestens vier bis sechs Wochen warten.

Schritt 5: Hinterlegte Kartendaten bei PayPal, Amazon und anderen Online-Diensten manuell aktualisieren – das passiert nicht automatisch.

Ein wichtiger Hinweis: Wenn Ihre alte Bank gleichzeitig eine Gebührenerhöhung ankündigt, stimmen Sie dieser nicht vorschnell zu. Eine aktive Zustimmung vernichtet mögliche Rückforderungsansprüche für unrechtmäßig erhobene Gebühren.

Die besten kostenlosen Alternativen im Überblick

Laut unserer Recherche (Stand: Mai 2026) verzichten aktuell 35 Banken auf Kontoführungsgebühren – 14 davon bedingungslos, 21 weitere unter bestimmten Bedingungen wie einem Mindestgeldeingang. Hier ein aktueller Überblick der bekanntesten Direktbanken:

ING: Kostenlos ab 1.000 Euro Geldeingang monatlich oder unter 28 Jahren. Aktuell 200 Euro Prämie für Neukunden (Frist: 31. Mai 2026). Jetzt zur ING.

DKB: Kostenlos ab 700 Euro Geldeingang monatlich oder unter 28 Jahren. Gilt als eine der günstigsten Optionen beim Dispozins unter den Direktbanken. Jetzt zur DKB.

Comdirect: Kostenlos ab 700 Euro Geldeingang oder unter 28 Jahren. Aktuell bis zu 250 Euro Prämie für Neukunden (Frist: 2. Juni 2026). Jetzt zur Comdirect.

Norisbank: Kostenlos ab 500 Euro Geldeingang – die niedrigste Hürde unter den großen Direktbanken. Jetzt zur Norisbank.

Trade Republic: Bedingungslos kostenlos, 2 Prozent Zinsen aufs Guthaben – aber kein Dispokredit. Jetzt zu Trade Republic.

Alle aktuellen Konditionen, Prämien und einen vollständigen Marktüberblick finden Sie im biallo.de-Girokonto-Vergleich sowie im Ratgeber kostenlose Girokonten.

2.000 Euro – ein 10-Minuten-Wechsel lohnt sich mehr als viele Sparmaßnahmen

Ein teures Girokonto ist 2026 nicht mehr nötig. Die Konkurrenz ist groß, die Wechselhürden sind niedrig – und gerade jetzt, wo Postbank, Commerzbank und viele Regionalbanken ihre Gebühren erhöhen, ist der richtige Zeitpunkt zum Vergleichen.

2.000 Euro über 20 Jahre. Das ist kein Pappenstiel. Wer jetzt zehn Minuten investiert, spart dauerhaft – und kann mit etwas Glück sogar noch eine Neukundenprämie von bis zu 250 Euro mitnehmen.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Wie viel kostet ein Girokonto durchschnittlich in Deutschland?

Laut Stiftung Warentest zahlen Deutsche im Schnitt 125 Euro pro Jahr für ihr Girokonto. Bei Direktbanken ist das Konto oft komplett kostenlos. 

Schadet ein Girokonto-Wechsel meiner Schufa? 

Nein. Ein Girokontowechsel wird nicht negativ in der Schufa vermerkt. Die Dauer einer bestehenden Bankverbindung fließt zwar als positiver Faktor ein – ein Wechsel selbst schadet aber nicht. 

Kann ich zu Unrecht gezahlte Girokonto-Gebühren zurückfordern? 

Ja – wenn die Bank die Gebühren ohne Ihre aktive Zustimmung erhöht hat, können Sie unrechtmäßig erhobene Beträge bis zu drei Jahre rückwirkend zurückfordern. Wichtig: Stimmen Sie einer Erhöhung nicht vorschnell zu – das vernichtet den Anspruch.

Wie lange dauert ein Girokonto-Wechsel?

Die Eröffnung des neuen Kontos dauert heute unter zehn Minuten per Video-Ident. Der vollständige Wechsel inklusive Umzug aller Zahlungspartner ist in der Regel nach vier bis sechs Wochen abgeschlossen. 

Was passiert mit meinen Daueraufträgen beim Wechsel?

Die neue Bank übernimmt im Rahmen des gesetzlichen Kontowechselservices alle Daueraufträge und Lastschriften automatisch. Den Arbeitgeber müssen Sie allerdings selbst über die neue IBAN informieren. 

Gibt es noch wirklich kostenlose Girokonten?

Ja – laut biallo.de (Stand: Mai 2026) verzichten aktuell 35 Banken auf Kontoführungsgebühren. Davon sind 14 bedingungslos kostenlos, 21 weitere sind kostenlos bei Erfüllung bestimmter Bedingungen wie einem Mindestgeldeingang. Den vollständigen Überblick finden Sie im biallo.de-Ratgeber kostenlose Girokonten.

Über den Redakteur David Kotzmann

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David Kotzmann, Jahrgang 1994, kommt eigentlich aus dem Bereich Export Sales. Während eines mehrjährigen Auslandsaufenthalts war er unter anderen als freiberuflicher Blogautor in der Reisetouristikbranche tätig. Seit Anfang 2021 ist David im Team von biallo.de. Über die letzten Jahre konnte er sich ein umfangreiches Wissen in den Bereichen Wirtschaft und Finanzen aneignen. Er schreibt vor allem Artikel in den Ressorts Kreditkarten, Girokonten und Produkttests. Außerdem ist er für das Content editing verantwortlich.

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