

Der biallo-Bauzins-Index zeigt: Zehnjährige Baufinanzierungen haben mit 4,28 Prozent ein 15-Jahreshoch erreicht – zuletzt lag der Zins in der Euro-Schuldenkrise so hoch. Grund sind steigende Inflationserwartungen durch den Nahost-Konflikt. Experten erwarten vorerst kaum Entspannung. Ein Angebotsvergleich kann die monatliche Rate senken.
Hausbauer und Immobilienkäufer müssen für einen Baukredit derzeit tief in die Tasche greifen. Die Immobilien-Finanzierung ist deutlich teurer geworden. Das zeigt der Bauzins-Index von biallo.de. Demnach haben die Zinsen für zehnjährige Baufinanzierungen an diesem Freitag (18. September 2026) ein 15-Jahreshoch erreicht.
Wir sagen Ihnen, wie hoch die Bauzinsen derzeit sind, was das für Immobilienkäufer bedeutet und wie es mit den Bauzinsen weitergeht.
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Zehnjährige Baufinanzierungen kosten derzeit laut dem Baufinanzierungs-Index von biallo.de 4,28 Prozent. Der Index bildet den Durchschnitt der Konditionen von gut 50 Baufinanzierungs-Anbietern ab. So hoch wie derzeit war der Zins zuletzt während der Euro-Schuldenkrise im April 2011. Auch damals lag er in der Spitze bei 4,28 Prozent. Die Grafik zeigt die Entwicklung der Bauzinsen seit 2009:
Hauptgrund für den Anstieg der Bauzinsen ist die Angst vor anhaltender Inflation durch den Konflikt im Nahen Osten. Er treibt die Öl- und Energiepreise hoch – und damit auch die Inflationserwartungen. „Dadurch sind die Renditen langfristiger Staatsanleihen spürbar gestiegen, was auch die Bauzinsen nach oben gezogen hat“, sagt Jörg Utecht, Vorstandsvorsitzender des Münchner Baukredit-Vermittlers Interhyp.
Die langfristigen Anleiherenditen sind der Taktgeber für die Bauzinsen. Das gilt insbesondere für die zehnjährige Bundesanleihe. Ihre Rendite war zuletzt auf gut 3,50 Prozent gestiegen – ebenfalls ein 15-Jahreshoch.
Nach Utechts Einschätzung dürfte sich an den hohen Zinsen kurzfristig wenig ändern: „Käuferinnen und Käufer sollten sich darauf einstellen, dass das Niveau vorerst oberhalb der 4-Prozent-Marke bleibt.“ Für die längere Sicht allerdings sind sich die Experten uneins, ob es mit den Bauzinsen weiter nach oben geht – oder ob sie wieder auf ein niedrigeres Niveau fallen. So glaubt Florian Pfaffinger, Zinsexperte beim Baukredit-Vermittler Dr. Klein, daran, „dass am Zinsmarkt in den nächsten Wochen wieder mehr Ruhe einkehrt, und wir im Großen und Ganzen eine Seitwärtsbewegung haben werden.“
Jörg Utecht meint: „Zinsen um die vier Prozent sind die neue Realität, auf die man sich einstellen kann.“ Für mögliche Hausbauer und Immobilienkäufer sei es daher in jedem Fall wichtig, Angebote gut zu vergleichen, „um den optimalen Kreditgeber für das individuelle Finanzierungsvorhaben zu finden“, rät Utecht.
Tatsächlich zeigt etwa der Baufinanzierungs-Vergleich von biallo.de: Bei einigen Anbietern sind zehnjährige Baufinanzierungen derzeit noch immer unter vier Prozent zu haben – also deutlich unter dem Durchschnittszins. Das günstigste Angebot bei einer Beleihung von 60 Prozent – also 40 Prozent Eigenkapitalanteil – und einer zehnjährigen Zinsbindung liegt derzeit bei 3,61 Prozent (siehe unten).

