Das erwartet Sie in diesem Artikel

Im Jahr 2027 soll die Frühstart-Rente kommen. Und Neobroker wie Trade Republic und Scalable Capital oder Direktbanken wie die ING oder die DKB stehen mit ihren Angeboten für Kinder- und Juniordepots bereits in den Startlöchern.

So zeigt eine Auswertung von biallo.de: Bei Direktbanken und (Neo-)Brokern gibt es die Depots für den Nachwuchs mittlerweile durchgängig ohne Depotkosten. Die Ausführung von ETF-Sparplänen ist bei drei von vier Anbietern kostenlos. Wir sagen Ihnen, welche Anbieter günstig sind – und worauf Eltern und Erziehungsberechtigte bei der Wahl eines Juniordepots achten sollten.

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Frühstart-Rente: Zehn Euro pro Kind und Monat

Dass die Anbieter derzeit fleißig mit ihren Gratis-Depots werben, liegt vor allem an der staatlichen Frühstart-Rente. Ab 2027 will die Bundesregierung Kindern ab dem sechsten Geburtstag zehn Euro pro Monat für ein Altersvorsorgedepot zuschießen – auch rückwirkend für 2026. Das Bundesfinanzministerium hat jetzt einen entsprechenden Gesetzesentwurf vorgelegt. Am 12. August soll sich das Bundeskabinett damit befassen.

Der staatliche Sparbonus soll Eltern motivieren, möglichst früh mit Depot und (ETF-)Sparplan finanziell fürs Kind vorzusorgen. Künftig könnten Eltern und Erziehungsberechtigte daher verstärkt auf die Suche nach passenden Kinderdepots gehen. Das heizt den Wettbewerb der Anbieter an. Im Vergleich zu einer biallo-Auswertung von 2025 haben sieben der zwölf Anbieter günstigere Konditionen für ihre Juniordepots eingeführt oder sogar ganz neu ein Kinderdepot aufgelegt – etwa die Neobroker Finanzen.net Zero und Traders Place

Kinderdepot: Wer kostenlose Sparpläne bietet

Die Mehrzahl der Anbieter bietet daher mittlerweile nicht nur Gratis-Depots sondern auch kostenlose Sparpläne für den Nachwuchs an. Nur bei wenigen Direktbanken wie etwa der DKB wird für die Ausführung eines ETF-Sparplans noch eine (geringe) Gebühr fällig. Das macht die folgende Tabelle aus der biallo-Auswertung deutlich. Sie zeigt eine Auswahl der untersuchten Kinderdepots bekannter Direktbanken und (Neo-) Broker. 

Das bieten ausgewählte Kinderdepots

DepotanbieterDepotkostenReguläre Kosten pro SparplanausführungMindest-sparrateKosten für Einmalanlage
Comdirectkostenlos1,50 Prozent des Ordervolumens¹1 Euro4,90 Euro plus 0,25 Prozent vom Kurswert (mind. 9,90 Euro, max. 59,90 Euro)
DKBkostenlos1,50 Euro25 Euro10 Euro bis zu einer Orderhöhe von 5.000 Euro, 15 Euro für Orders zwischen 5.000 und 20.000 Euro und 30 Euro ab 20.000 Euro Ordervolumen
Finanzen.net Zerokostenloskostenlos1 Euro1 Euro bei Orders unter 500 Euro, sonst kostenlos
INGkostenloskostenlos1 Euro4,90 Euro plus 0,25 Prozent vom Kurswert, maximal 69,90 Euro
S Brokerkostenloskostenlos5 Euro0,95 Euro2
Scalable Capital (free)kostenloskostenlos1 Euro0,99 Euro pro Trade
Trade Republickostenloskostenlos1 Euro1 Euro
Traders Placekostenloskostenlos1 Euro0,95 Euro bei Orders unter 500 Euro, sonst kostenlos
1 bei Depoteröffnung bis 31.08.2026 in den ersten 12 Monaten kostenfrei; ² Über Börse Tradegate Exchange, sonst 0,95 Euro plus 0,25 Prozent; Quelle: eigene Recherche, Angaben der Anbieter, Stand: Juli 2026

Deutlich größer sind die Unterschiede, wenn es um den Einmalkauf von ETFs oder Aktien geht. Hier verlangen Direktbanken in der Regel deutlich mehr als Neobroker. Am günstigsten ist es bei Finanzen.net Zero, Scalable, Trade Republic und Traders Place. Dort kostet es jeweils um ein Euro. Auch der S-Broker der Sparkassen steht mit 0,95 Cent gut da.

Die gesamte biallo-Auswertung mit allen Anbietern finden Sie in unserem ausführlichen Ratgeber zu Kinder- und Juniordepots. Neben Brokern und Banken nehmen wir darin auch die Juniordepots digitaler Vermögensverwaltungen, sogenannter Robo-Advisor, unter die Lupe. Zum Ratgeber: 

Trade Republic und Scalable erstatten ETF-Kosten

Eine Besonderheit bieten Scalable Capital und Trade Republic. Unter dem Titel „Kindergeld“ (Trade Republic) und „Taschengeld“ (Scalable) erstatten sie für bestimmte ETFs die Fondskosten und legen sie automatisch wieder an. Allerdings haben die Kinderdepots der beiden Anbieter – wie auch das von Finanzen.net Zero – einen Haken: Um sie zu eröffnen, müssen alle Sorgeberechtigte ein eigenes Depot besitzen. Das ist nicht für jeden sinnvoll.

Kinderdepot wählen: Worauf Eltern achten sollten

Eltern sollten zuerst die Kosten vergleichen. Je nachdem, wie sie dann das Geld für ihr Kind anlegen wollen, kommen unterschiedliche Anbieter in Frage. Kostenlose ETF-Sparpläne bieten die meisten Anbieter. Wer zusätzlich auch per Einmalkauf in Wertpapiere fürs Kind investieren will, fährt mit Neobrokern am besten.

Ein Kriterium kann außerdem die Verzinsung von nicht investiertem Guthaben sein. Scalable Capital etwa zahlt darauf derzeit 2,50 Prozent für alle Kunden. Einige Direktbanken wie die ING oder die Consorsbank bieten auf dem zum Depot gehörenden Tagesgeldkonto Aktionszinsen für Neukunden: Bei der ING sind es derzeit 3,20 Prozent für vier Monate, bei der Consorsbank sind es 3,40 Prozent für fünf Monate.

Über den Redakteur Andreas Jalsovec

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Hat als Redakteur in mehreren (Wirtschafts-) Redaktionen gearbeitet – unter anderem beim Anlegermagazin Börse Online, bei der Münchner Abendzeitung, der Schwäbischen Zeitung und der Nachrichtenagentur epd. Der promovierte Ökonom schreibt vor allem über Anleger- und Verbraucherthemen. Vor seinem Wechsel zu Biallo.de war er für die Wirtschaftsredaktion der Süddeutschen Zeitung tätig.

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