Bundesrat lehnt ab

1.000-Euro-Entlastungsprämie gestoppt: Was Arbeitnehmer jetzt wissen müssen

Franziska Baum
Redakteurin
Veröffentlicht am: 08.05.2026
Der Bundesrat hat der steuerfreien Entlastungsprämie von 1.000 Euro nicht zugestimmt.

Die 1.000-Euro-Entlastungsprämie schien beschlossene Sache – bis der Bundesrat am 8. Mai 2026 überraschend Nein sagte. Für Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bedeutet das vorerst: kein steuerfreies Extra vom Chef. Ob die Prämie doch noch kommt, ist offen.

Hätten Sie damit gerechnet? Die steuerfreie 1.000-Euro-Entlastungsprämie galt nach dem "Ja" des Bundestages Ende April 2026 als so gut wie sicher – und wurde am 8. Mai vom Bundesrat überraschend gestoppt. Erfahren Sie hier, woran die Prämie scheiterte, ob sie noch eine zweite Chance hat und was das für Ihre Gehaltsabrechnung bedeutet.

Was war geplant?

Die Entlastungsprämie sollte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dabei helfen, die gestiegenen Lebenshaltungskosten – ausgelöst vor allem durch den Krieg in Iran – abzufedern. Geplant war eine einmalige, steuer- und abgabenfreie Zahlung von bis zu 1.000 Euro, die Arbeitgeber bis zum 30. Juni 2027 freiwillig auszahlen können. Für die Unternehmen wäre die Zahlung als Betriebsausgabe abzugsfähig gewesen – eine Pflicht hätte es aber nicht gegeben.

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Woran hat die Prämie gescheitert?

Der Bundesrat verweigerte dem zustimmungspflichtigen Gesetzentwurf die notwendige Mehrheit. Der Knackpunkt: Die gesamten Steuerausfälle durch die Prämie belaufen sich laut Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel auf 2,8 Milliarden Euro – und fast zwei Drittel davon sollen bei Ländern und Kommunen landen. Der Bund hat sich über eine erhöhte Tabaksteuer selbst gegenfinanziert, einen Ausgleich für Kommunen in Höhe von rund 700 Millionen Euro aber schlicht nicht vorgesehen.

Der scheidende baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann brachte den Unmut vieler Länder auf den Punkt: Der Bund liefere regelmäßig nur die Anschubfinanzierung – die Folgekosten blieben am Ende bei Ländern und Kommunen hängen.

Auf Seiten der Wirtschaft hielt sich die Begeisterung ebenfalls in Grenzen. Der Mittelstandsverband bezeichnete die Prämie als "Unverschämtheit" und warf der Politik vor, Entlastungsverantwortung auf Unternehmen abzuwälzen, die ohnehin unter wirtschaftlichem Druck stehen. Die Gewerkschaften störten sich wiederum daran, dass es sich lediglich um eine Einmalzahlung handelt – sie könnte eine dauerhafte Gehaltserhöhung eher ausbremsen als ergänzen.

Ist die Prämie endgültig Geschichte?

Noch nicht zwingend. Die Bundesregierung kann den Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat anrufen, um einen Kompromiss zu suchen. Ob das passiert, wie lange es dauert und ob am Ende wirklich Geld fließt, lässt sich derzeit nicht sagen.

Sie können in der Zwischenzeit prüfen, welche steuerfreien Gehaltsbestandteile bereits heute bei Ihrem Arbeitgeber möglich sind – etwa Sachbezüge, Jobticket oder die steuerfreie Erholungsbeihilfe

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Sämtliche Angaben ohne Gewähr. Datenstand 08.05.2026

Über die Redakteurin Franziska Baum

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Bereits in ihrer Schulzeit war Franziska für die Jugendredaktion der Sächsischen Zeitung tätig. Nach ihrem Germanistik-Studium in Dresden sammelte sie weitere Erfahrungen als Online-Redakteurin bei führenden Technik-Magazinen und später im Verbraucherschutz. Seit 2016 war Franzi (so ihr Spitzname) als Redakteurin am Aufbau des Onlineportals verbraucherschutz.com (früher onlinewarnungen.de) beteiligt. Dort betreute sie unter anderem den Social Media Bereich, plante und verfasste eigene Tipps, News und Anleitungen zu aktuellen Themen. Durch diese Arbeit hat Franzi sich ein ausgeprägtes Wissen im Bereich Verbraucherschutz angeeignet. Bei biallo.de bringt sie genau dieses Wissen ein. Außerdem ist Franziska in der Leserbetreuung tätig. Ihr Ziel ist es, den Leserinnen und Lesern zu helfen und ein gutes Gefühl zu geben. 

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