Studieren wird für viele Familien zur Kostenfrage: WG-Zimmer kosten in beliebten Uni-Städten inzwischen mehr als 600 Euro – in München fast 800 Euro. Wer jetzt plant, kann Miete, Bürgschaft und Finanzierung besser stemmen.
Studium wird teurer: WG-Zimmer kosten bis zu 800 Euro
Auf einen Blick
- Studierende zahlen in vielen Städten über 600 Euro für WG-Zimmer – Tendenz steigend.
- BAföG reicht oft nicht aus, viele müssen zusätzlich arbeiten oder pendeln.
- Frühzeitiges Sparen und alternative Wohnformen werden immer wichtiger.
Mieten steigen deutlich – viele können sich Wohnen kaum leisten
Studierende zahlen überdurchschnittlich viel fürs Wohnen, denn in Uni-Städten ist Wohnraum knapp und teuer. 53 Prozent ihres Einkommens geben sie für Miete und Nebenkosten aus. Viele können sich keine Studentenbude mehr leisten und pendeln zur Hochschule. In Hamburg, Freiburg, Münster, Berlin, Heidelberg und Frankfurt verlangen Vermieter für WG-Zimmer über 600 Euro im Monat. Am teuersten ist München: 837 Euro warm kostet eine Studentenwohnung von 30 Quadratmetern. Ein WG-Zimmer ist mit knapp 800 Euro nur geringfügig günstiger.
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Was das für Sie bedeutet
Die steigenden Kosten treffen nicht nur Studierende selbst, sondern auch Familien. Die finanzielle Planung wird immer wichtiger.
Eltern sind verpflichtet, ihrem Nachwuchs die Erstausbildung zu finanzieren – auch ein Studium. Laut dem Unterhaltssatz der Düsseldorfer Tabelle liegt der Bedarf für ein volljähriges, unverheiratetes Kind, das auswärts studiert und nicht bei den Eltern wohnt, bei 990 Euro im Monat. Die Kosten für ein fünfjähriges Studium summieren sich so auf rund 60.000 Euro. Teurer wird es, wenn der Nachwuchs länger für den Abschluss braucht und eine hohe Miete zahlen muss. 90 Prozent der Studierenden sind auf die finanzielle Unterstützung ihrer Familie angewiesen.
Viele Studierende geben inzwischen über die Hälfte ihres Einkommens für Wohnen aus – deutlich mehr als der Durchschnitt der Bevölkerung.
Zusatz-Tipp für Eltern: Wenn hohe Mieten langfristig zur Belastung werden, kann in Einzelfällen auch der Kauf einer kleinen Studentenwohnung eine Option sein. Worauf Familien achten sollten, lesen Sie im Beitrag „Studentenbude kaufen statt mieten“.
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Zusatz-Tipp für Eltern: Wenn hohe Mieten langfristig zur Belastung werden, kann in Einzelfällen auch der Kauf einer kleinen Studentenwohnung eine Option sein. Worauf Familien achten sollten, lesen Sie im Beitrag „Studentenbude kaufen statt mieten“.
Früh vorsorgen: So finanzieren Eltern das Studium
Wer ein Studium finanzieren möchte, muss früh planen. Gerade bei steigenden Kosten lohnt sich langfristiges Sparen.
ETF-Sparplan, Tagesgeld und Festgeld: Welche Optionen passen?
Das Studium der Kinder lässt sich selten vom laufenden Gehalt bezahlen. Eltern sollten daher früh vorsorgen: Wer das Kindergeld spart und Geldgeschenke langfristig am Kapitalmarkt investiert, baut für die Kinder ein solides finanzielles Polster auf.
ETF-Sparplan
Das geht etwa mit einem ETF-Sparplan. Neobroker wie Trading212, Smartbroker+ oder Trade Republic bieten günstigen Börsenhandel per App sowie kostenlose Aktien- und ETF-Sparpläne. Spezielle Junior-Depots gibt es bei Scalable Capital und der ING.
Festgeld
Auch Festgeld kann man nutzen, wenn man ein bisschen Zeit zum Sparen hat. Der Anbieter willbe aus Liechtenstein beispielsweise zahlt für eine fünfjährige Anlage mit höchster Sicherheit 3,10 Prozent Zinsen, bei zehn Jahren Anlagezeitraum sind es sogar 3,38 Prozent. Auch eine Anlage in Genossenschaftsanteile kann sich lohnen: Die Münchener Hypothekenbank bietet vier Prozent Dividende.
Tagesgeld
Geld, das Studierende kurzfristig benötigen, lässt sich auf Tagesgeldkonten parken. Angebote mit Aktionszinsen von drei Prozent und mehr gibt es unter anderem bei Raisin und der Umweltbank für drei Monate, bei der spanischen Suresse Direkt Bank für vier Monate. Danach sinken die Zinsen.
Biallo-Tipp: Nutzen Sie den Tagesgeld-Vergleich von biallo.de – dort finden Sie die besten Tagesgeldangebote von über 1.200 Banken.
BAföG reicht oft nicht: Viele Studierende müssen jobben
Neben steigenden Kosten bleibt vielen Studierenden kaum eine Wahl. Ohne Nebenjob geht es oft nicht mehr.
Haben Eltern finanziell vorgesorgt, lassen sich höhere Wohnkosten leichter bezahlen. Knapp 50 Prozent der Studierenden greifen dennoch auf Ersparnisse zurück. Fast 70 Prozent jobben, um über die Runden zu kommen. BAföG bekommen nur 11,4 Prozent – im Durchschnitt 657 Euro im Monat. In vielen Unistädten reicht das kaum für die Miete. Nur in Magdeburg, Bochum und Chemnitz deckt die BAföG-Wohnkostenpauschale von 380 Euro die Warmmiete ab. Der Grundbedarf wird mit 475 Euro monatlich veranschlagt – weniger als in der Grundsicherung. Das Deutsche Studierendenwerk fordert deshalb eine schnelle Reform und Anhebung der Sätze. Auch der Bundesrat hat sich im März dafür ausgesprochen.
Weiterlesen:
Was beim Nebenjob steuerlich gilt und wann Sozialabgaben anfallen, erklären wir im Ratgeber „Studentenjobs: Wann Steuern und Sozialabgaben anfallen“. Wer regelmäßig BAföG, Lohn oder Unterstützung der Eltern erhält, findet außerdem passende Angebote im Vergleich „Die besten Girokonten für Studenten und Azubis“.
Wo Studierende noch günstig wohnen können
Trotz steigender Preise gibt es noch Möglichkeiten, günstiger zu wohnen. Diese Optionen sollten Sie kennen.
Studentenwohnheim
Teilmöblierte Zimmer kosten im Schnitt 300 Euro warm und sind damit günstiger als am freien Wohnungsmarkt. Doch es gibt zu wenige Plätze. Nur wer sich früh bewirbt, hat Chancen. Zum Teil ist eine Bewerbung beim zuständigen Studierendenwerk schon vor der Zusage der Uni möglich. Auch private Träger, Vereine, Kirchen und Verbindungen bieten günstige Zimmer an. Studierende sollten aber hinterfragen, welche Verpflichtungen mit einem Einzug verbunden sind.
Wohngemeinschaft
Ziehen Studierende in eine WG, kommen sie ebenfalls günstiger weg, weil sie sich Miet- und Nebenkosten teilen. Bad und Küche nutzen sie gemeinsam. Damit das WG-Leben funktioniert, lassen Vermieter oft die Bewohner mitentscheiden, wer einziehen soll. Die Chemie sollte stimmen und die Regeln des Zusammenlebens abgesprochen werden. Streit um Putzpläne, nicht abgespültes Geschirr und abendliche Feten lassen sich so vermeiden.
Mehr zu Mietvertrag, WG-Suche und Kostenaufteilung lesen Sie in unserem Ratgeber „Wohngemeinschaft: In einer WG gemeinsam günstig wohnen“.
Wohnen für Hilfe
Wem es in einer WG zu laut ist, kann ein Zimmer bei einer Familie oder älteren Menschen mieten. Wie eng der Kontakt im Alltag ist, kann sehr unterschiedlich sein. Vom reinen Untermieter bis hin zu Projekten wie „Wohnen für Hilfe“ ist alles möglich. Wer bei Senioren einzieht, zahlt meist keine oder nur eine geringe Miete und übernimmt dafür Botengänge oder Tätigkeiten in Haushalt und Garten. Pro Quadratmeter Wohnraum ist eine Stunde Hilfe im Monat üblich. Pflegeleistungen sind jedoch ausgeschlossen. Art und Umfang der Hilfe sollten im Mietvertrag geregelt sein.
Tipp: Wie „Wohnen für Hilfe“ funktioniert, worauf Studierende und Senioren beim Kennenlernen achten sollten und warum ein detaillierter Vertrag wichtig ist, lesen Sie in unserem Beitrag „Senioren und Studenten helfen sich gegenseitig“.
Kaution oder Bürgschaft – das sollten Sie wissen
Gerade bei der Wohnungssuche spielen Sicherheiten eine große Rolle. Für viele Studierende sind Bürgschaften entscheidend.
Mietkaution: In der Regel drei Monatskaltmieten
Studienanfänger, die keine eigenen Einkünfte nachweisen können, haben bei der Wohnungssuche oft das Nachsehen. Viele Vermieter verlangen bei der Bewerbung zudem eine Bonitätsauskunft. Was in der Schufa gespeichert ist und wie Sie eine kostenlose Selbstauskunft beantragen, erklären wir im Ratgeber „Schufa einfach erklärt: Score, Eintrag und Bonität verstehen“.
Berufstätige mit einem festen Einkommen gelten als solventere Mieter. Doch mit der finanziellen Sicherheit der Eltern im Rücken kommen auch Studierende zum Zug. Vermieter verlangen in der Regel eine Kaution in Höhe von drei Monatskaltmieten, um Mietausfälle und -schäden abzusichern.
Elternbürgschaft: Wann die Haftung riskant wird
Reichen die Ersparnisse nicht, fordern Vermieter oft eine selbstschuldnerische Elternbürgschaft, die es ihnen erlaubt, die Miete direkt vom Bürgen zu verlangen, falls die Studierende nicht zahlen. Im Unterschied zur klassischen Ausfallbürgschaft müssen sie dann nicht zuerst versuchen, das Geld vom säumigen Studierenden einzutreiben – was lange dauern und bis zur Zwangsvollstreckung gehen kann.
Wichtig zu wissen: Fordern Vermieter eine Bürgschaft der Eltern, ersetzt diese die übliche Kautionszahlung. In der Summe dürfen beide Sicherheitsleistungen maximal drei Nettokaltmieten betragen. Vertragsklauseln, die eine unbeschränkte Haftung der Bürgen oder eine höhere Kaution als Bedingung für das Mietverhältnis festschreiben, sind nach geltender Rechtsprechung ungültig.
Anders sieht es aus, wenn Eltern von sich aus eine Bürgschaft anbieten, um Sohn oder Tochter die Traumwohnung zu sichern. In diesem Fall haften sie unbeschränkt. Die Höchstgrenze von drei Nettokaltmieten gilt nicht mehr, selbst wenn Studierende bereits eine Kaution bezahlt haben. Experten raten daher von freiwilligen Bürgschaften ab.
Häufige Fragen zu Studium, Miete und Bürgschaft
Die wichtigsten Fragen rund um Wohnkosten, Studienfinanzierung und Sicherheiten lassen sich kurz beantworten. Für Details lohnt der Blick in den ausführlichen PDF-Ratgeber.
Wie viel kostet ein WG-Zimmer in beliebten Uni-Städten?
In vielen Uni-Städten kosten WG-Zimmer inzwischen mehr als 600 Euro im Monat. In München liegen die Kosten laut den genannten Zahlen bei knapp 800 Euro.
Müssen Eltern das Studium ihrer Kinder bezahlen?
Eltern sind grundsätzlich verpflichtet, ihrem Kind eine angemessene Erstausbildung zu finanzieren. Dazu kann auch ein Studium gehören, wenn das Kind bedürftig ist.
Darf der Vermieter Kaution und Bürgschaft verlangen?
Fordert der Vermieter eine Bürgschaft, darf die gesamte Sicherheit in der Regel maximal drei Nettokaltmieten betragen. Vorsicht gilt bei freiwilligen Bürgschaften der Eltern, weil diese deutlich weiter reichen können.
Mehr Details im kostenlosen PDF-Ratgeber
Wer tiefer einsteigen möchte, findet im Experten-Ratgeber weitere Spartipps, Fördermöglichkeiten und Hinweise zu Mietvertrag, Nebenkosten und Elternbürgschaft – kompakt als PDF zum Herunterladen.
Checkliste: So finden Studierende eine bezahlbare Bleibe
Wer zum Semesterstart eine günstige Unterkunft sucht, sollte mehrere Wege parallel nutzen. Diese Punkte helfen bei der Vorbereitung.
- Bewerben Sie sich frühzeitig beim Studierendenwerk um einen Wohnheimplatz.
- Suchen Sie parallel nach WG-Zimmern, Zwischenmiete und privaten Zimmerangeboten.
- Bereiten Sie Unterlagen wie Ausweis, Studienbescheinigung, Mieterselbstauskunft und Bonitätsnachweis vor.
- Klären Sie früh, ob Eltern eine Bürgschaft übernehmen können oder eine Kaution nötig ist.
- Fragen Sie vor Vertragsabschluss nach Nebenkosten, Strom, Internet und möglichen Nachzahlungen.


