Studentenjobs: Wann Steuern und Abgaben anfallen

Jobben in den Semesterferien Studentenjobs: Wann Steuern und Abgaben anfallen

Max Geißler
von Max Geißler
29.10.2019
Auf einen Blick
  • Viele Studenten jobben während der Semesterferien, um die eigene Haushaltskasse aufzubessern.

  • Wer glaubt, dass für Studentenjobs grundsätzlich keine Steuern und Sozialabgaben anfallen, der irrt. Ab einem bestimmten Arbeitsumfang ist beides fällig.

  • Bafög-Empfänger sollen besonders aufpassen, denn für Sie gelten eingeschränkte Verdienstgrenzen.
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Ob als Kellner, Verkäufer oder Haushaltshilfe – auch Studenten, die in den Ferien oder unterm Jahr nebenbei jobben, müssen ihren Arbeitslohn versteuern. Je nach Art und Umfang der Beschäftigung greifen allerdings unterschiedliche hohe Freibeträge.

Ferienjob: Häufig von Abgaben befreit

Studenten können in vielen Fällen steuerfrei arbeiten. Wer nur in den Semesterferien im Rahmen einer sogenannten kurzfristigen Beschäftigung jobbt, kann bis zu 70 Arbeitstage beziehungsweise drei Monate am Stück arbeiten, ohne dass Steuern und Sozialabgaben anfallen. Allerdings sollten die Studierenden darauf achten, dass der Arbeitgeber keine Pauschalsteuer in Höhe von 25 Prozent ans Finanzamt abführt. Dieses Geld kann man nicht über die Steuererklärung zurückholen.

Für Ferienjobber kann in diesem Fall die individuelle Besteuerung des Lohns die bessere Variante sein, denn es gelten hohe Steuerfreibeträge. "Wenn keine weiteren Einkünfte vorliegen, fällt bei ledigen Arbeitnehmern bis zu einem Jahresarbeitslohn von 11.604 Euro (Lohnsteuer 2019, Steuerklasse I, keine Sozialversicherungspflicht) keine Einkommensteuer an", informiert das Bayerische Landesamt für Steuern. Diese Freigrenze gilt egal ob ein Minijob, Werkstudentenjob, geringfügige Beschäftigung oder Nebenjob ausgeführt wird.

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Minijob: Keine Steuern, aber Rentenversicherung

Ob Ferienjob oder regelmäßige Beschäftigung: Mit einem Minijob bleiben Studenten garantiert steuerfrei. Bei der als 450-Euro-Job bekannten Beschäftigung ist vielmehr der Arbeit­geber in der Pflicht: Er meldet den Studierenden bei der Minijobzentrale an und versteuert seinen Lohn pauschal mit zwei Prozent. Eine Steuererklärung ist nicht nötig, da keine Steuern anfallen. Positiv: Bei Minijobbern entfällt nicht nur die Lohn­steuer, sie zahlen auch keine Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeits­losen­versicherung.

Anders in der gesetzlichen Renten­versicherung, hier ­besteht Versicherungs­pflicht. Der Eigen­beitrag bei 450 Euro Monatslohn beträgt 16,20 Euro. Die Abgabe bringt allerdings auch einen Vorteil: So erreichen Studierende dadurch schneller bestimmte Mindest­versicherungs­zeiten für Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung und sind förderberechtigt für die Riester-Rente. Wer das nicht möchte, kann sich aber von der Versicherungspflicht befreien lassen. Die Befreiung gilt dann für alle zeitgleich ausgeübten Minijobs. Anträge können Studierende auf der Homepage der Minijob-Zentrale unter dem Stich­wort "Befreiungs­antrag" stellen.

  • Biallo-Tipp: Aufpassen müssen Studierende, wenn sie mehrere Minijobs gleichzeitig ausführen. Übersteigt der monatliche Gesamtverdienst die Summe von 450 Euro, ist der Arbeitgeber verpflichtet, Sozialversicherungsbeiträge abzuführen.

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Midijob: Arbeitszeitgrenze beachten

Genügt der Minijob nicht für das Studentenleben, können Hochschüler einen Midijob vereinbaren. Hier gilt eine Verdienstgrenze von 450,01 bis 1.300 Euro pro Monat. Innerhalb dieses Bereichs fallen keine Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung an. Aber Vorsicht: Diese Ausnahme gilt nur, solange die Höchstzahl von 20 Arbeitsstunden pro Woche nicht überschritten wird. Nur dann gilt der Hochschüler noch als Student.

Eine Ausnahme bildet auch hier die gesetzliche Rentenversicherung. Midijobber zahlen je nach Verdiensthöhe Beiträge zur Rentenkasse. Der Beitragssatz steigt dabei mit der Höhe des Einkommens an. Beim Maximalgehalt von 1.300 Euro sind 9,3 Prozent Rentenbeitrag fällig, also 120,90 Euro.

  • Hinweis: Üben Studierende einen Midijob aus, sind sie nicht mehr im Rahmen der Familienversicherung kostenlos über die Eltern krankenversichert.

Studierende Midijobber zahlen in der Regel keine Steuern. Das liegt daran, dass sie meist die Steuerklasse I besitzen. Auch die Steuerklassen II und III sind von der Lohnsteuer befreit. Anders bei den Steuerklassen V und VI, diese unterliegen der Steuerplicht. Wurden zu viel Steuern bezahlt, kann man diese Abgaben aber im Rahmen der Steuererklärung zurückholen.

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Bafög: Verdienstgrenze nicht überschreiten

Bafög-Empfänger dürfen nicht unbegrenzt hinzuverdienen, sonst sinkt die staatliche Förderung. Das geschieht, sobald der Hochschüler mehr als 5.400 Euro, inklusive Urlaubs- oder Weihnachtsgeld, im Bewilligungszeitraum verdient. Hierbei ist zu beachten, dass der Bewilligungszeitraum in der Regel nicht mit dem Kalenderjahr übereinstimmt. Bei einer selbstständigen Tätigkeit dürfen Studierende höchstens einen Gewinn von 4.410 Euro erzielen. Wer mehr verdient, läuft Gefahr, dass die Förderung gekürzt wird.

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Max Geißler
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Max Geißler
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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de