Auf einen Blick
  • Im Juni hat der Bundesrat der Erhöhung des Mindestlohns auf zwölf Euro je Stunde zugestimmt.

  • Auch die aktuelle Minijob-Grenze wird erhöht – von derzeit 450 auf 520 Euro pro Monat.
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Im Juni wurde das Herzensprojekt der Sozialdemokraten vom Bundesrat abgesegnet – der Mindestlohn steigt zum ersten Oktober auf zwölf Euro pro Stunde. Bis Juli lag der Mindestlohn bei 9,82 Euro. Bereits zum 1. Juli 2022 wurde er in einem ersten Schritt auf 10,45 Euro angepasst. Über sechs Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer werden laut Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) von dieser Lohnerhöhung profitieren. Doch der Mindestlohn ist nicht der einzige Bundestagsbeschluss, dem der Bundesrat zugestimmt hat.

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Minijob-Grenze steigt

Der steigende Mindestlohn hat auch Auswirkungen auf „geringfügig Beschäftigte“ – die sogenannten Minijobs oder 450-Euro-Jobs. Damit für die Beschäftigten eine Wochenarbeitszeit von zehn Stunden zum neuen Mindestlohn überhaupt möglich ist, steigt die Verdienstgrenze auf 520 Euro monatlich – bis zu dieser Grenze bleiben die Verdienste steuer- und sozialabgabenfrei. Diese Grenze solle sich künftig „gleitend“ anpassen, heißt es auf der Internetseite des Bundesrats. Das Gesetz trat ebenfalls im Juni dieses Jahres in Kraft. Ziel ist es laut Bundesregierung, damit die Kaufkraft zu stärken und einen Impuls für die wirtschaftliche Erholung zu setzen.

 

Regelungen beim Überschreiten der Minijob-Verdienstgrenze

Wird die Verdienstgrenze bei einem Minijob überschritten, liegt eine versicherungspflichtige Beschäftigung vor. Dabei galt bisher: Wird der Verdienst nur gelegentlich und nicht vorhersehbar überschritten (bis zu dreimal in einem Zeitraum von zwölf Monaten), bleibt die Tätigkeit ein Minijob. Dieses gelegentliche, unvorhersehbare Überschreiten wird nun gesetzlich neu geregelt.

Eine unvorhersehbare, gelegentliche Mehrarbeit kann zum Beispiel entstehen, wenn Mitarbeiter plötzlich erkranken oder sich aufgrund einer Coronainfektion in Quarantäne begeben müssen und so ihrer Tätigkeit nicht nachkommen können.

Erlaubt sind unvorhersehbare Überschreitung bis zu zwei Kalendermonate innerhalb eines Zeitjahres. Ferner darf die Überschreitung maximal 520 Euro monatlich betragen. Ein Minijobber darf also grundsätzlich 6.240 Euro über zwölf Monate und in Ausnahmefällen sogar höchstens 7.280 Euro pro Jahr verdienen.

 

Midijob-Grenze wird um 300 Euro angehoben

Der Begriff Minijob dürfte so ziemlich jedem geläufig sein. Aber was ist ein Midijob? Unter einem Midijob versteht man hierzulande ein Arbeitsverhältnis, bei dem Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mehr als die monatlich 450 Euro (ab Oktober 520 Euro) und weniger als 1.300 Euro verdienen. Künftig liegt ein Midijob vor, wenn Arbeitnehmer mehr als 520 Euro und maximal 1.600 Euro pro Monat verdienen. Im Gegensatz zu einem Minijob sind Midijobs immer sozialversicherungspflichtig. Der Arbeitgeber zahlt die vollen Arbeitgeberbeträge zur Sozialversicherung, während diese für den Arbeitnehmer nur in reduziertem Maße anfallen.

Biallo-Tipp: Aus Minijob wird Midijob

Es kann sich lohnen, den Arbeitgeber nach einer geringen Lohnerhöhung zu fragen. Bereits ab 450,01 Euro pro Monat, dann wird der Mini- zum Midijob. Dem Arbeitnehmer werden durch die geringfügige Bruttolohnerhöhung die kompletten Ansprüche der Sozialversicherung gesichert. Dadurch entsteht ein Anspruch auf die gesetzliche Krankenversicherung und  Krankengeld, auf das volle  Mutterschaftsgeld der gesetzlichen Krankenversicherung und auf die Versicherungsleistung  Arbeitslosengeld I.
 

Minijob-Rechner kalkuliert Nettolohn und Sozialabgaben

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MInijob-Grenze: Als sich die Ampelkoalition die Reform des Niedriglohnbereichs auf die Fahnen schrieb, ahnte noch
niemand etwas von der Explosion der Energiepreise, vom Ukraine-Krieg und der Inflation. Die
Neuregelungen treten nun im Oktober 2022 in Kraft. Passend könnte man sagen. Denn gerade die
soziale Situation von Menschen mit niedrigem Einkommen hat sich in den vergangenen Monaten
dramatisch verschlechtert.
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Über den Autor Kevin Schwarzinger
Jahrgang 1988, studierte Geschichte und Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und war währenddessen bereits als Werkstudent bei biallo.de angestellt. Seit 2016 ist er Mitglied der Redaktion und verfasst dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publiziert er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.
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