Deutschlands Sparerinnen und Sparer verlieren durch die Inflation Milliarden an Kaufkraft. Genauer gesagt machen sie 53 Milliarden Euro Verlust. Ein erheblicher Anteil davon ist hausgemacht: Lassen auch Sie Ihr Geld auf schlecht verzinsten Konten liegen? Dann verschenken Sie bares Geld, obwohl der Zinsmarkt heute wieder deutlich mehr hergibt als der Durchschnitt.

Haben Sie in letzter Zeit auf Ihren Kontoauszug geschaut und sich gewundert, warum Ihr Erspartes gefühlt immer weniger wert ist? Realer Wertverlust ist die Lücke zwischen dem Zins, den Ihr Geld einbringt, und der Inflation, die es gleichzeitig entwertet. Genau diese Lücke summiert sich in Deutschland auf Milliardenbeträge.

Die gute Nachricht: Sie sind dieser Entwicklung nicht hilflos ausgeliefert. Ein großer Teil des Verlusts entsteht nicht durch die Inflation allein, sondern dadurch, dass viele Menschen ihr Geld auf Girokonten und alten Sparbüchern parken, die kaum Zinsen zahlen. Wir zeigen Ihnen, was Sie mit Ihrem Geld konkret machen können.

Biallo Newsletter

Mehr Geld, weniger Finanzstress: Mit unserem Newsletter holen Sie sich die besten Infos, Tipps und Vergleiche von Biallo kostenlos ins Postfach. Jetzt zum Newsletter anmelden!

Woher der reale Wertverlust kommt

Der reale Wertverlust entsteht, wenn die Inflation höher ist als der Zins auf Ihr Erspartes. Ein Beispiel: Liegt Ihr Geld auf einem Konto mit 1,0 Prozent Zinsen, während die Inflationsrate bei 2,8 Prozent liegt, dann verliert Ihr Guthaben unterm Strich rund 1,8 Prozent an Kaufkraft pro Jahr. Das Geld auf dem Konto wird nominal nicht weniger, aber Sie können sich davon immer weniger kaufen.

Und die Inflation ist zuletzt wieder gestiegen. Die Inflationsrate in Deutschland lag im Juli 2026 bei +2,8 Prozent, wie das Statistische Bundesamt meldet. Damit hat sich die Teuerung verstärkt, nachdem sie im Juni 2026 bei +2,3 Prozent und im Mai 2026 bei +2,6 Prozent gelegen hatte. Zentraler Preistreiber blieben die Energiepreise, vor allem die Kraftstoffe, weil zeitgleich zum Ölpreisanstieg der staatliche Tankrabatt am 30. Juni endete.

Warum so viele Sparer draufzahlen

Der wichtigste Grund für den vermeidbaren Verlust ist eine Mischung aus Bequemlichkeit und Zinsträgheit. Ein großer Teil des Geldvermögens liegt auf jederzeit verfügbaren Konten mit Mini-Zinsen. Mehr als ein Drittel ihres Geldvermögens halten private Haushalte in Bargeld und Sichteinlagen, so die Auswertung von Bundesbank-Daten., so die Auswertung von Bundesbank-Daten. Genau dort, wo das Geld am wenigsten arbeitet.

Dazu kommt: Viele Hausbanken geben gestiegene Marktzinsen nur zögerlich weiter. Ihr Tagesgeld bei der Filialbank dümpelt vielleicht bei 0,5 oder 1,0 Prozent, während andere Anbieter längst mehr bieten. Diese Trägheit kostet Sie Monat für Monat Geld, ohne dass Sie es sofort merken.

Was der Zinsmarkt heute wirklich hergibt

Der Abstand zwischen dem, was viele bekommen, und dem, was möglich ist, ist deutlich. Der biallo-Index für Tagesgeld liegt bei einer Anlage von 10.000 Euro aktuell bei 1,72 Prozent pro Jahr (Stand: 24. August 2026) und ist seit Jahresbeginn um 0,35 Prozentpunkte gestiegen. Bei 25.000 Euro liegt er bei 1,71 Prozent, bei 50.000 Euro bei 1,70 Prozent. Der biallo-Index ist der Durchschnittszins der von biallo ausgewählten Banken, nicht der Gesamtmarkt.

Doch schon dieser Durchschnitt liegt spürbar über dem, was schlafende Konten zahlen. Und die Top-Angebote reichen noch deutlich höher. Den höchsten Zinssatz bietet aktuell Revolut mit 4,25 Prozent pro Jahr, gefolgt von Chase mit 4,00 Prozent. Interessant für Sie: Der höchste Prozentsatz bringt nicht automatisch den größten Ertrag. Weil die Aktion bei Revolut und Chase nur vier Monate läuft, liegen BBVA und die Suresse Direkt Bank mit je 3,50 Prozent über sechs Monate beim Ertrag sogar vorn. Legen Sie 10.000 Euro an, liegt zwischen einem "1-Prozent-Konto" und einem dieser Top-Angebote schnell ein dreistelliger Ertragsunterschied über wenige Monate. Bei 25.000 oder 50.000 Euro fällt dieser Abstand entsprechend größer aus.

Ein hoher Zins ist oft ein befristeter Aktionszins. Danach fällt der Satz auf den niedrigeren Basiszins. Der Sitz der Bank entscheidet zusätzlich über die zuständige Einlagensicherung. Ein Blick auf beide Punkte gehört zu jeder Entscheidung dazu.

AnbieterAktionszins pro JahrBasiszins danachAktionsdauerEinlagensicherung
Revolut4,25 %1,25 %4 MonateDeutschland
Chase4,00 %2,00 %4 MonateDeutschland
BBVA3,50 %2,25 %6 MonateSpanien
Suresse Direkt Bank3,50 %2,05 %6 MonateSpanien
DHB Bank3,40 %1,95 %6 MonateNiederlande
Quelle: biallo-Tagesgeldvergleich, Anlagebetrag 10.000 Euro, 6 Monate; Stand: 24. August 2026. Angezeigt wird der Aktionszins inklusive Aktionszeitraum, danach gilt der Basiszins.

Welche Anlageklassen die Inflation schlagen können

Tagesgeld ist nur eine von mehreren Möglichkeiten, Ihr Geld gegen die Inflation zu verteidigen. Welche zu Ihnen passt, hängt davon ab, wie lange Sie auf das Geld verzichten können und wie viel Schwankung Sie aushalten. Ein kurzer Überblick, was die einzelnen Klassen aktuell hergeben.

Tagesgeld: flexibel, aber selten über der Inflation

Tagesgeld ist täglich verfügbar und damit ideal für Ihren Notgroschen. Der biallo-Index liegt bei 1,715 Prozent pro Jahr (10.000 Euro, Stand 24. August 2026). Damit schlagen nur die befristeten Aktionsangebote bis 4,25 Prozent die aktuelle Inflation von 2,80 Prozent. Für Ihre jederzeit verfügbare Reserve ist Tagesgeld trotzdem meist die richtige Wahl, auch wenn der Zins die Teuerung nicht immer ausgleicht.

Festgeld: höherer Zins gegen Bindung

Legen Sie einen Teil länger fest, steigt der Zins. Der biallo-Index für Festgeld über zwölf Monate liegt aktuell bei 25.000 Euro bei 2,05 Prozent pro Jahr (Stand: 24. August 2026) und damit über dem Tagesgeld. Der Haken ist die Bindung: Sie kommen während der Laufzeit in der Regel nicht an Ihr Geld. Diese Bindung lohnt sich nur, wenn Sie die Summe wirklich entbehren können.

Damit Sie trotzdem flexibel bleiben, hilft die Zinstreppe. Statt die ganze Summe auf einmal für eine Laufzeit anzulegen, teilen Sie Ihr Geld auf mehrere Laufzeiten auf, etwa je ein Drittel auf ein, zwei und drei Jahre. So wird regelmäßig ein Teil frei, den Sie neu und zu den dann gültigen Konditionen anlegen können. Wie Sie diese Treppenstrategie Schritt für Schritt aufbauen, zeigen wir Ihnen im ausführlichen Ratgeber.

Sparbrief: mehr Zins für mehr Geduld

Über mehrere Jahre bringt ein Sparbrief noch etwas mehr. Der biallo-Index für Sparbriefe mit drei Jahren Laufzeit liegt aktuell bei 2,28 Prozent pro Jahr (Stand: 24. August 2026). Damit kommen Sie näher an einen echten, realen Werterhalt heran, binden Ihr Geld aber über einen längeren Zeitraum.

ETF: höhere Renditechance, aber Kursrisiko

Möchten Sie die Inflation langfristig deutlich schlagen, führt für Sie kaum ein Weg an breit gestreuten Aktien-ETFs vorbei. Nach Auswertung des Deutschen Aktieninstituts brachte ein monatliches Sparen im Weltaktienindex MSCI World über 20 Jahre im Schnitt 8,60 Prozent pro Jahr. Diese Rendite ist kein garantierter Zins. Aktienkurse schwanken stark, in schlechten Jahren geht es kräftig nach unten. Ein ETF eignet sich deshalb nur für Geld, das Sie zehn Jahre und länger nicht brauchen, nicht für Ihren Notgroschen.

So holen Sie mehr aus Ihrem Ersparten

Der Weg aus dem realen Wertverlust ist unkomplizierter, als viele denken. Schon ein Wechsel des Kontos für Ihre Reserve kann den Abstand zur Inflation spürbar verkleinern. Diese Schritte helfen Ihnen:

  • Zins vergleichen: Prüfen Sie, was Ihre Hausbank auf Tagesgeld zahlt, und stellen Sie es dem aktuellen Angebot am Markt gegenüber. Liegt Ihr Konto unter dem biallo-Index von 1,72 Prozent, verschenken Sie Ertrag gegenüber dem, was andere Banken zahlen. Und erst spürbar oberhalb der Inflation von 2,80 Prozent beginnt der echte reale Werterhalt.
     
  • Auf den Basiszins achten: Ein Aktionszins ist attraktiv, gilt aber nur befristet. Schauen Sie, wie hoch der Zins nach der Aktion ausfällt, damit Sie nicht in einem Lockangebot hängen bleiben.
     
  • Einlagensicherung prüfen: Bis 100.000 Euro pro Kunde und Bank sind Einlagen innerhalb der EU geschützt. Achten Sie darauf, in welchem Land die Bank sitzt und welche Sicherung greift.
     
  • Notgroschen flexibel halten: Tagesgeld ist täglich verfügbar. Brauchen Sie einen Teil Ihres Geldes länger nicht, können Sie über Festgeld nachdenken, müssen dann aber die Bindung akzeptieren.

Ob sich ein Wechsel für Sie lohnt, hängt von Ihrer Summe und Ihrem Zeithorizont ab. Damit Sie bei den ständigen Zinsbewegungen nicht den Anschluss verlieren, lohnt sich unser kostenloser Newsletter zu allen wichtigen Finanz- und Geldthemen.

Ihre Meinung ist uns wichtig!

Wie gehen Sie mit dem realen Wertverlust um? Lassen Sie Ihr Geld auf dem Girokonto liegen, oder haben Sie längst zu einem besser verzinsten Tagesgeld gewechselt? Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen und Meinungen gerne per E-Mail an redaktion@biallo.de. Wir freuen uns auf Ihr Feedback.

Registrieren Sie sich zusätzlich kostenlos im persönlichen Bereich auf biallo.de. Dort speichern Sie Artikel, nutzen unsere Vergleichsrechner und finden das Konto, das zu Ihren Bedürfnissen passt.

Biallo Tagesgeld Empfehlung

Die nachfolgenden Anbieter wurden von Biallo als Empfehlung aus unserem Vergleich ausgewählt. Anlagebetrag: 10.000 €, Anlagedauer: 4 Monate, Sicherheit: mind. geringe Sicherheit. Die angezeigten Anbieter stellen keinen vollständigen Marktüberblick dar.
Anbieter und Produkt
Zinssatz / Zinsertrag
Bewertung
S&P Länderrating
Produktdetails
Anbieter und Produkt
Zinssatz
4,25% /
142,67 €
Bewertung
5/5
S&P Länderrating
AAA
Deutschland
Produktdetails
  • Basiszins: 1,25%
  • Aktionszins: 4,25% - gilt für die ersten 4 Monate
Zum Anbieter
Anbieter und Produkt
Zinssatz
4,00% /
134 €
Bewertung
5/5
S&P Länderrating
AAA
Deutschland
Produktdetails
  • Basiszins: 2,00%
  • Aktionszins: 4,00% - gilt für die ersten 4 Monate
Zum Anbieter
Anbieter und Produkt
Zinssatz
3,75% /
123,47 €
Bewertung
S&P Länderrating
AAA
Deutschland
Produktdetails
  • Basiszins: 0,75%
  • Aktionszins: 3,75% - gilt für die ersten 4 Monate
Zum Anbieter
Sämtliche Angaben ohne Gewähr. Datenstand 24.08.2026

Häufige Fragen zum realen Wertverlust beim Sparen

Wie hoch ist die Inflation in Deutschland aktuell?

Die Inflationsrate lag im Juli 2026 bei 2,8 Prozent, gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex zum Vorjahresmonat. Damit hat sich die Teuerung gegenüber den Vormonaten wieder verstärkt, vor allem wegen gestiegener Energiepreise.

Was bedeutet realer Wertverlust bei Sparguthaben?

Realer Wertverlust ist die Differenz zwischen dem Zins auf Ihr Erspartes und der Inflation. Wenn die Preise stärker steigen als Ihr Zins einbringt, sinkt die Kaufkraft Ihres Guthabens, obwohl der Kontostand gleich bleibt.

Wie viel Zins bekomme ich derzeit auf Tagesgeld?

Der biallo-Index für Tagesgeld liegt bei 10.000 Euro Anlage aktuell bei 1,715 Prozent pro Jahr (Stand 24. August 2026). Die besten Aktionsangebote am Markt reichen bis 4,25 Prozent pro Jahr, allerdings meist zeitlich befristet.

Lohnt sich ein Wechsel des Tagesgeldkontos?

Das hängt von Ihrer Anlagesumme und Ihrem bisherigen Zins ab. Zahlt Ihre Bank deutlich unter dem Marktdurchschnitt, kann ein Wechsel bei größeren Beträgen schon über wenige Monate einen dreistelligen Ertragsunterschied ausmachen.

Hinweis zur Einordnung: Dieser Artikel ist eine redaktionelle Marktbeobachtung und keine Anlageberatung. Wir vergleichen Tagesgeld, Festgeld, Sparbriefe und ETF, ordnen sie ein und benennen Vor- und Nachteile, treffen aber keine Entscheidung für Sie. Anders als bei verzinsten Einlagen schwanken die Kurse breit gestreuter Aktien-ETF und können auch deutlich fallen, ein garantierter Ertrag ist damit nicht verbunden. Ob eine bestimmte Anlage zu Ihrer Anlagedauer, Ihrem Sicherheitsbedürfnis, Ihrer Liquidität und Ihrer Risikotragfähigkeit passt, prüfen Sie vor jedem Abschluss am besten selbst, gegebenenfalls mit einer unabhängigen Beratung.

Über die Redakteurin Franziska Baum

Alle Artikel der Redakteurin Franziska Baum ansehen
Bereits in ihrer Schulzeit war Franziska für die Jugendredaktion der Sächsischen Zeitung tätig. Nach ihrem Germanistik-Studium in Dresden sammelte sie weitere Erfahrungen als Online-Redakteurin bei führenden Technik-Magazinen und später im Verbraucherschutz. Seit 2016 war Franzi (so ihr Spitzname) als Redakteurin am Aufbau des Onlineportals verbraucherschutz.com (früher onlinewarnungen.de) beteiligt. Dort betreute sie unter anderem den Social Media Bereich, plante und verfasste eigene Tipps, News und Anleitungen zu aktuellen Themen. Durch diese Arbeit hat Franzi sich ein ausgeprägtes Wissen im Bereich Verbraucherschutz angeeignet. Bei biallo.de bringt sie genau dieses Wissen ein. Außerdem ist Franziska in der Leserbetreuung tätig. Ihr Ziel ist es, den Leserinnen und Lesern zu helfen und ein gutes Gefühl zu geben. 

So verdient Ihr Geld mehr

Der Newsletter von biallo.de ist eine exzellente Entscheidung, wenn es um Ihre Finanzen geht.

Wir freuen uns darauf, Ihnen mit Ihrer Zustimmung interessante Inhalte, Empfehlungen und Werbung von uns und unseren Partnern zu schicken, die genau auf Ihre Interessen zugeschnitten sind. Um dies zu ermöglichen, analysieren wir, wie Sie unsere Website nutzen (z.B. Seitenaufrufe, Verweildauer) und wie Sie mit unseren E-Mails interagieren (z. B. Öffnungs- und Klickraten). So erstellen wir ein Nutzungsprofil, das Ihnen die relevantesten Inhalte liefert, und ordnen Sie in passende Werbezielgruppen ein. Ihre Zustimmung können Sie jederzeit widerrufen, z. B. über den Abmeldelink im Newsletter. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.