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DeutschlandDie EZB lässt ihren Leitzins im Oktober unverändert, doch die meisten Volkswirte erwarten in den kommenden Monaten steigende Zinsen. Beim Festgeld schlägt sich die Entwicklung schon seit einer Weile nieder: Vor allem kurze und mittlere Laufzeiten bringen bis zu 3,75 Prozent, Tagesgeld reagiert dagegen verhaltener.
Am 29. Oktober 2026 entschied der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) über die Leitzinsen – und beließ sie erwartungsgemäß unverändert. Perspektivisch rechnen Beobachter aber mit Zinsanhebungen in den kommenden Monaten. Für Sparerinnen und Sparer stellt sich damit die Frage, wie sie ihr Geld jetzt anlegen, wenn der Leitzins stillsteht, die Tendenz aber nach oben zeigt.
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Der EZB-Rat hat am 29. Oktober 2026 entschieden, den Einlagensatz bei 2,50 Prozent, den Zinssatz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte bei 2,65 Prozent und den Satz für die Spitzenrefinanzierungsfazilität bei 2,90 Prozent zu belassen. Damit legt die Notenbank nach der Anhebung im September erst einmal eine Pause ein. Erwartet wurde dieser Schritt von einem Gros der Ökonomen.
Allerdings rechnen etliche Marktbeobachter für die kommenden Monate mit erneut steigenden EZB-Leitzinsen. Hintergrund ist vor allem die hartnäckige Inflation, die im September mit 3,8 Prozent fast beim Doppelten des EZB-Ziels von 2,0 Prozent lag.
Die Sparzinsen haben auf die Zinsentwicklung bei der EZB unterschiedlich reagiert. Die Aktionszinsen für Tagesgeld hatten bereits vor einigen Monaten spürbar angezogen, seitdem entwickelten sie sich allerdings eher verhalten. Die Spitzenangebote liegen dennoch weiterhin deutlich über dem Durchschnitt. Der Biallo-Index für Tagesgeld (10.000 Euro) ist seit Jahresanfang um 0,47 Prozentpunkte auf aktuell 1,84 Prozent gestiegen. Die Spitzenanbieter zahlen ein Vielfaches davon, meist allerdings als befristeten Aktionszins für Neukunden.
| Anbieter | Zins p. a. | Aktionsdauer | danach Basiszins | Einlagensicherung | S&P-Länderrating |
|---|---|---|---|---|---|
| XTB (Willkommenszinsen) | 4,50 % | 3 Monate | 1,10 % | Deutschland | AAA |
| Revolut (Tagesgeld Standard) | 4,25 % | 4 Monate | 1,25 % | Deutschland | AAA |
| Advanzia-Bank (Advanziakonto) | 4,10 % | 3 Monate | 1,50 % | Luxemburg | AAA |
| Crédit Agricole Savings (Tagesgeld Flex) | 4,10 % | 4 Monate | 2,50 % | Frankreich | A+ |
| Ayvens Bank | 4,00 % | 3 Monate | 2,30 % | Niederlande | AAA |
Den höchsten Aktionszins bietet XTB mit 4,50 Prozent, allerdings handelt es sich dabei nicht um klassisches Tagesgeld, sondern um ein Depot-Verrechnungskonto. Der Aktionszins setzt pro Monat mindestens eine Wertpapier-Transaktion voraus. Bei Revolut mit 4,25 Prozent gilt der Zins nur bis 25.000 Euro Guthaben, nach den ersten 30 Tagen sind zudem drei Kartenzahlungen ab 5 Euro je 30 Tage nötig.
Reine Tagesgeldkonten ohne Bedingungen bieten die Advanzia-Bank und die Crédit Agricole Savings mit jeweils 4,10 Prozent. Wichtig ist der Blick auf den Basiszins nach der Aktion: Bei XTB fällt er auf 1,10 Prozent, bei der Crédit Agricole und der Ayvens Bank bleibt er mit 2,50 beziehungsweise 2,30 Prozent vergleichsweise hoch.
Festgeld hat auf die Zinsrichtung zuletzt kräftiger reagiert als Tagesgeld, vor allem bei kurzen und mittleren Laufzeiten. Der Biallo-Index für Festgeld (für 25.000 Euro bei einer Anlagedauer von zwölf Monaten) ist seit Jahresanfang um 0,82 Prozentpunkte auf aktuell 2,34 Prozent gestiegen, fast doppelt so stark wie der Tagesgeld-Index. Ein Grund ist die Zinserwartung: Weil die Märkte für Dezember mit einer Erhöhung rechnen, preisen Banken diese Aussicht in ihre Festgeld-Konditionen ein.
Die folgende Tabelle zeigt Top-Angebote im Biallo-Festgeld-Vergleich für 25.000 Euro über vier Laufzeiten. Anders als beim Tagesgeld handelt es sich um feste Zinssätze über die gesamte Laufzeit.
| Laufzeit | Anbieter | Zins p. a. | Einlagensicherung | S&P-Länderrating |
|---|---|---|---|---|
| 1 Jahr | Bigbank | 3,60 % | Estland1 | A+1 |
| 1 Jahr | Ziraat-Bank | 3,51 % | Deutschland | AAA |
| 1 Jahr | Isbank | 3,50 % | Deutschland | AAA |
| 3 Jahre | Crédit Agricole Savings | 3,75 % | Frankreich | A+ |
| 3 Jahre | CA Auto Bank | 3,70 % | Italien | BBB+ |
| 3 Jahre | KT Bank | 3,65 % | Deutschland | AAA |
| 5 Jahre | Myntro | 3,67 % | Schweden | AAA |
| 5 Jahre | willbe | 3,61 % | Liechtenstein | AAA |
| 5 Jahre | Gefa Bank | 3,60 % | Deutschland | AAA |
| 10 Jahre | willbe | 3,75 % | Liechtenstein | AAA |
| 10 Jahre | Nexent Bank | 3,65 % | Niederlande | AAA |
| 10 Jahre | IKB | 3,60 % | Deutschland | AAA |
Auffällig ist, wie dicht die Spitzenzinsen über alle Laufzeiten beieinanderliegen. Über zehn Jahre zahlt willbe aus Liechtenstein mit 3,75 Prozent mit den höchsten Satz der ganzen Tabelle, den es aber auch bei der Crédit Agricole Savings für drei Jahre gibt. Die meisten guten Angebote gibt es im mittleren Bereich.
Tagesgeld bleibt die richtige Wahl, wenn Sparerinnen und Sparer jederzeit über Ihr Geld verfügen wollen. Die Aktionszinsen von bis zu 4,50 Prozent gelten aber nur befristet und meist nur für Neukunden, danach fällt der Satz teils deutlich. Wer die höchsten Zinsen mitnehmen will, muss regelmäßig wechseln.
Festgeld lohnt sich für alle, die einen Teil ihres Geldes für eine feste Zeit entbehren können und Planungssicherheit schätzen. Die kurzen und mittleren Laufzeiten bringen aktuell die attraktivsten Sätze von bis zu 3,75 Prozent. Für wen welche Variante besser passt, hängt vom Anlagehorizont und dem Sicherheitsbedürfnis ab.
Der Einlagensatz liegt seit dem 16. September 2026 bei 2,50 Prozent, nach einer Anhebung um 0,25 Prozentpunkte. Am 29. Oktober 2026 hat der EZB-Rat die Zinsen unverändert belassen.
Die meisten Ökonomen rechnen mit einer weiteren Leitzinserhöhung im Dezember 2026. In einer Reuters-Umfrage erwarteten 64 von 73 Befragten diesen Schritt. Vor allem beim Festgeld könnten die Zinsen deshalb in den kommenden Monaten weiter anziehen.
Festgeld-Zinsen sind über die gesamte Laufzeit fest, deshalb preisen Banken Zinserwartungen direkt ein. Der Biallo-Index für Festgeld (25.000 Euro, 12 Monate) stieg seit Jahresanfang um 0,82 Prozentpunkte, der Tagesgeld-Index nur um 0,47 Prozentpunkte.
Das hängt von der Zins-Erwartung ab. Die höchsten Sätze gibt es derzeit bei kurzen und mittleren Laufzeiten, etwa 3,75 Prozent über drei Jahre. Wer mit weiter steigenden Zinsen rechnet, bleibt mit kurzer Bindung flexibel. Wer Planungssicherheit sucht, kann sich mit langer Laufzeit den aktuellen Zins über viele Jahre sichern.

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