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Auf einen Blick
  • Eine neue Variante des Corona-Virus ist in Südafrika aufgetaucht. Sie könnte hochansteckend sein und den Impfschutz leichter durchdringen.

  • Die Börsen reagierten auf die Nachricht weltweit mit deutlichen Kursverlusten. Der Deutsche Aktienindex verlor 4,2 Prozent.

  • Schon während der vergangenen Tage war es an den Aktienmärkten abwärts gegangen. Die Börsen befürchten neue Lockdowns. Das wäre schlecht für Wirtschaft und Konjunktur.
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Die Corona-Angst ist zurück an den Börsen. Wegen der Furcht vor einer neuen Variante des Coronavirus sind die Aktienmärkte am Freitag eingebrochen. Der Deutsche Aktienindex rutschte bereits zum Handelsstart um bis zu vier Prozent ab, konnte zur Mittagszeit die Verluste wieder etwas eindämmen, um kurz vor Handelsschluss erneut unter die Marke von 15.300 Punkten abzutauchen. Am Ende standen 15.257 Punkte auf der Dax-Tafel in Frankfurt, was einen Tagesverlust von rund 660 Punkten beziehungsweise 4,2 Prozent bedeutete. Der US-Leitindex Dow Jones ging im verkürzten Handel nach dem US-Feiertag Thanksgiving mit einem Minus von 2,5 Prozent auf knap 34.900 Punkte aus dem Handel, verlor allerdings nachbörslich noch mal rund 150 Zähler.

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Virus-Variante könnte Schutzschild der Impfstoffe durchdringen

Ausgelöst hatte den Kursrutsch die Nachricht von einer neuen Variante des Corona-Virus, die sich in Südafrika ausbreitet. Experten befürchten, dass sie wegen ihrer vielen Mutationen hochansteckend ist. Die Variante "B.1.1.529" könnte überdies den Schutzschild der Impfstoffe leichter durchdringen, hieß es. In Südafrika seien bislang gut 20 Fälle der Virus-Variante nachgewiesen worden, teilte das südafrikanische Institut für ansteckende Krankheiten mit. Viele Staaten haben bereits den Flugverkehr aus dem Land eingeschränkt oder gestoppt. Auch die EU will Flüge aus Südafrika aussetzen.

 

Angst vor Lockdowns drückt auf die Stimmung

Die verschärfte Corona-Lage drückt schon seit gut einer Woche auf die Stimmung an den Börsen – neben den Sorgen um eine anhaltende Inflation. Noch am Donnerstag vergangener Woche hatte der Dax ein neues Rekordhoch bei 16.290 Punkte erreicht. Seitdem geht es nach unten. Hauptgrund dafür ist die Angst vor neuen Lockdowns. Ein erneuter Stillstand des öffentlichen Lebens würde Wirtschaft und Konjunktur weltweit bremsen. Auch der Ölpreis gab deshalb nach und verbuchte zweistellige Kursverluste. Die Kryptowährung Bitcoin verlor in der Spitze fast zehn Prozent an Wert. Der Goldpreis zeigte sich dagegen stabil und nahezu unverändert zum Vortag.

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Unsicherheit sorgt für Verkäufe

Die Aussicht auf eine gefährlichere Corona-Variante hat die Situation nun noch einmal verschärft. Zwar sei über die Mutationen noch vergleichsweise wenig bekannt, sagte Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC. Gerade deshalb aber "regiert an der Börse die Unsicherheit, und es wird verkauft". Eine neue Variante, die durch Impfstoffe nicht bekämpft werden könne, sei "wie ein neues Virus", so Stanzl.

Ähnlich sieht es Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank: "Solange man über Ansteckungsraten und Impfschutz nichts weiß, bleibt die Unsicherheit hoch." Der Fundamentalausblick sei jedoch bislang noch stabil, meint Halver. Es bleibe "abzuwarten, inwieweit er Schaden nimmt".

 

Aktien der Lieferdienste legen zu

Im Deutschen Aktienindex notierten zum Xetra-Handelsschluss die meisten Werte im Minus. Den größten Verlust fuhr der Flugzeugbauer Airbus mit einem Minus von rund zwölf Prozent gegenüber dem Vortag ein. Die Aktie der Lufthansa – mittlerweile im MDax notiert – verlor knapp 13 Prozent. 

Unter den wenigen Werten, die im Dax im Plus lagen, waren die sogenannten "Stay-at-Home"-Aktien der Lieferdienste Hello Fresh, Delivery Hero und Zalando sowie die Pharmawerte Merck, Sartorius und Quiagen mit Kursaufschlägen von knapp drei bis gut fünf Prozent.

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Über den Autor Andreas Jalsovec

hat als Redakteur für mehrere (Wirtschafts-) Redaktionen gearbeitet – unter anderem für das Anlegermagazin Börse Online, die Münchner Abendzeitung, die Schwäbische Zeitung und die Nachrichtenagentur epd. Der promovierte Ökonom schreibt vor allem über Anleger- und Verbraucherthemen. Neben seiner Tätigkeit für Biallo.de arbeitet er für die Wirtschaftsredaktion der Süddeutschen Zeitung.

  Andreas Jalsovec